13:31:01 | Mittwoch, 15. November 2006
Bei der Tagung über die Alte Messe erschien auch eine Prinzessin mit ihrem Schoßhündchen. Von Dr.med. Stephan Puls.

Der südnigerianische Bischof Pascal N’Koué zelebrierte für die Tagung CIEL im Petersdomes eine Alte
Messe.
© Dr.med Stephan Puls(kreuz.net, Rom) Die französische Laienorganisation
CIEL veranstaltete vom 9. bis 12. November ihr elftes
Jahrestreffen in Rom. 150 Teilnehmer waren anwesend.
‘CIEL’ bemüht sich um die Förderung der Alten
Liturgie.
Der Anlaß bestand aus Liturgien, Vorträgen und Konzerten.
Die Vorträge wurden in Sälen
des Hotel Columbus in der Via della Conciliazione – einige hundert Meter vom Petersplatz – durchgeführt.
An der Tagung nahmen Delegationen vieler Ecclesia-Dei- Gemeinschaften teil. Unter ihnen befanden sich
zwei Dominikanerinnen von Pontcallec sowie Prior Louis und ein Pater aus dem Benediktinerkloster Le Barroux.
Der Prior erklärte Meldungen über einen
zukünftigen Biritualismus von Le Barroux für Unsinn.
Anwesend war auch eine Gruppe von vier Diözesanpriestern aus Straßburg. Sie wurde
von Pfarrer Jean- François Harthong aus Durrenbach – bei Straßburg – geleitet.
Der emeritierter Professor
für Literaturgeschichte in Straßburg, Professor Benoit Neiss, Präsident der ‘Una Voce Frankreich’,
eröffnete die Tagung mit Faustzitaten und Betrachtungen über den Genius des Lateinischen und der Kreuzesinschrift.
Das ‘
Werk’ – eine geistliche Gemeinschaft, der auch Kardinal Leo Scheffczyk angehörte – entsandte Pater
Johannes Nebel aus Bregenz, um über die Bedeutung des Opfers für Theologie und Liturgie zu philosophieren.
Unter den deutschen Rednern befand sich ferner Mons. Rudolf-Michael Schmitz vom
Institut Christus König.
Am Freitag abend fand ein schönes Konzert von Gregorianik und klassischer Polyphonie statt.
Mißtöne
hörte man vom Generalvikar von Toulon, Hw. Marc Aillet. Erst kürzlich traten zwei Mitglieder der Petrusbruderschaft
in die dortige Diözese über.
Der Generalvikar ist selber Mitglied der ursprünglich in Genua gegründeten
Novus-Ordo-Priestergemeinschaft St. Martin.
Er erklärte, daß der Neue Ritus ebenso guter Ausdruck der
katholischen Religion sei wie der klassische.
Seine eigene Ordensgemeinschaft – die nur von lokaler Bedeutung
ist – lege auch großen Wert auf die Förderung der Gregorianik. Man plane gegenwärtig mit der Benediktinerabtei
Solesmes eine Vertonung des modernen Breviers.
Die Abtei Solesmes lehnt es seit Jahren ab, den Liber
usualis neu aufzulegen, in dem alle gregorianischen Gesänge des alten Kirchenjahres enthalten sind und
dessen alleinige Rechte die Abtei in Frankreich besitzt.
Als Besichtigungsführer fungierte Pater Jean-Marie
Pommarès OSB aus Flavigny.
Der Benediktiner wurde noch von Erzbischof Marcel Lefebvre irregulär geweiht
und arbeitet seit vielen Jahren in der Gottesdienstkongregation. Er lehnte jeden Kommentar über eine
eventuelle Freigabe des klassischen Meßritus ab.
Der Sekretär der Gottesdienstkongregation, Erzbischof
Albert Malcom Ranjith, überbrachte überraschend ein Grußwort.
Er entschuldigte Kardinal Arinze, der
gerne selber gekommen wäre, aber dienstlich außerhalb von Rom weilte. Der Erzbischof ging mit keinem
Wort auf die brennende Frage um den Alten Ritus ein.
Gesprächiger war dagegen Bischof Pascal N’Koué
(47) von Nattitingou in Benin.
Er reiste extra für die Tagung an und zelebrierte am 10. die Alte Messe
für die Teilnehmer in einer Seitenkapelle des Petersdomes – wenn auch in modernen, künstlerisch anspruchslosen,
sackartigen Gewändern.
Beim Abschlußcocktail erschien er in dezentem Zivil und erwies sich als lustiger,
jovialer Bursche – einfach ein guter Kumpel, der noch einmal 15 Jahre jünger wirkte, als er war.
Unauffälliger
wirkte Bischof Basil Meeking (76) – Altbischof von Christchurch in Neuseeland.
Er übernahm eine Morgenmesse
und sprach über die liturgische Inkulturation nach Johannes Paul II. und Benedikt XVI. – ein Thema, das
nicht richtig in den Gesamtrahmen paßte.

Alessandra Borghese
© www.alessandraborghese.itDie italienische Prinzessin Alessandra Borghese (43) gab –
in Begleitung ihres Schoßhündchens – Zeugnis von ihrer Bekehrung.
In gutem Französisch, mit sympathischem
italienischen Akzent, beschrieb die promovierte Journalistin, daß sie nach der katholischen Schule zehn
Jahre „Pause von Gott“ machte, Wirtschaft studierte, einige Jahre als Künstlerin tätig war, bis sie
bei einem Aufenthalt im Institut Christus König über die Alte Messe wieder zu Gott fand.
Seit 2002
begleitete sie die päpstlichen Reisen als Sonderkorrespondentin.
Die Prinzessin bedauert, aufgrund ihrer
vielen Reisen oft an „Jeans- und- Gitarre- Messen“ teilnehmen zu müssen.
Zentral für sie sei aber,
Jesus Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen.
Zum Abschlußcocktail erschien auch eine Abordnung
der katholischen Vereinigung ‘
Tradition, Familie und Privateigentum’.
Die Schlußmesse wurde am Sonntag,
dem 12. November, von Mons. Gille Wach – dem Gründer des Instituts Christus König – zelebriert.
Anwesend
waren auch alle fünfzig Seminaristen des Instituts.
Die Predigt hielt Mons. Rudolf- Michael Schmitz.
Die Tagungen der nächsten Jahre sollen wieder in Rom stattfinden.
Vielleicht wird die rein technische
Organisation in Punkto Zeiteinteilung oder korrekte Adreßangaben sogar ein bißchen besser werden.
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