Jahresrückblick: Der Papst ist ein unzweideutiger Lebensschützer
Ein Blick auf das vergangene Jahr zeigt, daß der Heilige Vater nicht müde wurde, der Welt die grundlegenden Werte von Ehe und Familie vor Augen zu halten. Papst Johannes Paul II. erhob seine Stimme unbeirrbar gegen die lebensfeindliche Gesellschaft, die Kinderabtreibung und die Euthanasie.
Januar. Mitte Januar erschien die Botschaft des Heiligen Vaters zum Weltkommunikationstag (23. Mai). Darin
äußerte er sich zu den Medien und zur Familie. Papst Johannes Paul II. warnte, daß die Medien „die
Kapazität haben, den Familien schweren Schaden zuzufügen“. Die Familien sollten einen vernünftigen
Gebrauch der Kommunikationsmittel machen. Die Eltern hätten die große Verantwortung, ihre Kinder von
dem schädlichen Einfluß der Medien zu schützen: „Jedes Kommunikationsmittel hat eine moralische Dimension.
Die Medien haben die Macht die traditionellen Werte wie Religion, Kultur und Familie entweder zu bestärken
oder sich über sie hinwegzusetzen.“ Es stehe viel auf dem Spiel, da jeder Angriff auf die fundamentalen
Werte der Familie ein Angriff auf ein wahres Gut der Menschheit sei.Februar. Am 28. Februar sagte der Heilige Vater beim Empfang des neuen argentinischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, daß es an der Zeit sei, die Regierenden, speziell die katholischen Politiker, darauf aufmerksam zu machen, niemals für Gesetze zu stimmen, die das Leben und die Familie angreifen. Der Heilige Vater ermutigte die Anwesenden, für eine menschenwürdige Gesellschaft einzutreten. Diese müsse auf den unumstößlichen Werten des Lebens und der Familie aufbauen. Die Gesetzte müßten das Leben von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod schützen und die Ehe als Eckpfeiler der Gesellschaft verteidigen: „Vielleicht müssen die öffentlichen Autoritäten heute mehr denn je die Familie als Keimzelle der Gesellschaft, in all ihren Aspekten schützen und fördern.“ Dadurch werde eine soziale Entwicklung unterstützt, die gerecht, stabil und zukunftsweisend sei.
März. Anläßlich eines internationalen Kongresses zum Lebensschutz äußerte sich Papst Johannes Paul II. am 20. März zur Frage der lebenserhaltenden Maßnahmen. Der Heilige Vater stellte klar, daß Nahrung und Wasser einem Patienten nie vorenthalten werden dürfen. Es sei in höchstem Maße unmoralisch, einem Menschen den Hungertod sterben zu lassen. Papst Johannes Paul II. betonte mit Nachhaltigkeit, daß sich die persönliche Würde des Menschen niemals verändere: „Ein Mensch, auch wenn er schwer krank und unfähig ist, seine höheren Funktionen wahrzunehmen, ist und bleibt ein Mensch. Er wird niemals zu einem Tier.“
April. Bei der Generalaudienz vom 28. April sprach der Heilige Vater in einer Auslegung von Psalm 26 vom „agressiven Bösen in der Welt, das von Satan inspiriert ist“. Der Psalm sei ein Gebet des verfolgten Unschuldigen. Er zeige das unbändige Vertrauen eines Beters, der selbst von den Eltern verlassen sei. Für den Monat Mai bat der Heilige Vater alle Gläubigen zu beten, „daß die Familie, die auf der Ehe zwischen Mann und Frau gründet, allgemein als Keimzelle der menschlichen Gesellschaft anerkannt werde.“
Mai. Am 18 Mai wurde anläßlich des 84. Geburtstages des Heiligen Vaters eine Autobiographie des Papstes veröffentlicht. Darin deutet der Papst an, daß er mit theologischen Irrlehrern zu nachsichtig gewesen sei: „Ich denke, daß ich diesbezüglich vielleicht zu wenig getan habe. Es gibt immer den Widerstreit, die Balance zu halten zwischen Autorität und Dienst.“ Vielleicht gelte es hier, so schrieb der Papst, Selbstkritik zu üben. In einer anderen Passage des Buches sprach er die Beziehung zu seinem Schutzengel an. „Mein Schutzengel weiß, was ich tue. Mein Glaube an ihn, an seine schützende Gegenwart, ist in mir ständig gewachsen.“
Juni. Am 4. Juni ermahnte der Heilige Vater die US-amerikanischen Bischöfe von Colorado, Wyoming, Utah, Arizona, New Mexico und Texas, für eine Kultur des Lebens zu kämpfen. Die Bischöfe müßten „alles in ihrer Macht stehende tun, um die Laien zu ermutigen, ihre Verantwortung für Lebens- und Familienbelange wahrzunehmen.“ Der Papst klassifizierte die Zustimmung zu Abtreibung und zu gleichgeschlechtlichen Verbindungen als „egoistische Bedürfnisse“. Solche Bedürfnisse würden irrigerweise als „Menschenrechte“ bezeichnet. Rechte reduzierten sich auf selbstsüchtige Verlangen. Prostitution und Pornographie würden im Namen der Entscheidungsfreiheit der Erwachsenen gerechtfertigt. Die Abtreibung werde im Namen der Frauenrechte akzeptiert und gleichgeschlechtliche Beziehungen im Namen angeblicher Rechte von Homosexuellen.
September. Am 4. September empfing der Heilige Vater in seiner Sommerresidenz in Castelgandolfo den neuen Botschafter Kanadas beim Heiligen Stuhl, Donald Smith. In seiner Rede in englischer Sprache warnte der Papst, daß jeder Versuch, die Bedeutung des Wortes ‘Gatte’ oder ‘Gattin’ zu ändern dem Naturrecht widerspräche: „Rechtliche Bestimmungen, welche Eheleute betreffen, können niemals auf eine Verbindung zwischen zwei gleichgeschlechtliche Personen angewendet werden.“ Das wäre Ausdruck eines falschen Verständnisses der Natur der Ehe. „Die Ehe ist mit ihrer eigenen Natur und ihrem eigenen Ziel vom Schöpfer eingerichtet.“ Sie sei im Naturrecht grundgelegt: „Die Ehe erfordert die gegenseitige Ergänzung von Mann und Frau, die in ihren Kindern an Gottes Schöpferkraft teilhaben.“
November. In einer Botschaft vom 9. November an den Präsidenten der italienischen Vereinigung katholischer Ärzte verurteilte der Heilige Vater die Euthanasie und die Forschung mit Stammzellen: „Es gibt kein Leben, daß nicht lebenswert ist. Es gibt kein Leiden, keine Ursache – wie schwerwiegend sie auch sei – welche die Tötung eines Menschenlebens rechtfertigt. Es gibt keinen Grund, auch keinen ‘edlen’ Grund, der die Erzeugung von Menschen mit dem Ziel des Gebrauchens und Zerstörens legitimiert.“ Johannes Paul II. fügte hinzu, daß sich keine Forschung an der Unantastbarkeit des menschlichen Lebens vergehen dürfe. Diese Grenze zu überschreiten, bedeute, einer neuen Barbarei Tür und Tor zu öffnen.
Dezember. Der Heilige Vater sprach am 18. Dezember zu italienischen Familienvereinigungen über Versuche, Homosexuellenkonkubinat vom Staat anerkennen zu lassen: „Die ideologischen und juristischen Angriffe gegen Ehe und Familie werden jedes Jahr schlimmer und radikaler“, meinte der Papst. Jeder, der die grundlegende Struktur der Familie zerstöre, füge der Gesellschaft großen Schaden zu und verursache oft irreparable Schäden. Das Homosexuellenkonkubinat würde als Fortschritt der Zivilisation oder als wissenschaftliche Errungenschaft präsentiert. In Wahrheit stelle es eine Zerstörung der Gesellschaft und der Würde des menschlichen Lebens dar.
Weiterlesen:
Freitag, 31. Dezember 2004 18:10
Dolfus: Päpstliche Selbsterkenntnis
Unser Papst liefert da ein mutiges Bekenntnis ab, wenn er tatsächlich zum Schluß kommt, er hätte für
seine Herde in der Irrlehrerbekämpfung zu wenig getan.
Wenn ich jetzt auch nicht direkt wüßte, ob Seine Heiligkeit da überhaupt was getan hätte, zumindest haben wir in Deutschland da eher andere Erfahrungen, bezüglich der gegenwärtigen Arianismuskrise, die bereits vor zwei Pontifikaten offen ausgebrochen ist.
Heiliger Vater, diese Erkenntnis ist eine große Gnade, noch ist es nicht zu spät, um aktiv gegen die unzählbaren Irrlehrer vorzugehen! Eure Heiligkeit, denken Sie an die Ihnen anvertraute Herde! Auf Erden sind Sie niemandem Rechenschaft schuldig, das ist wahr, auf Erden …
Wenn ich jetzt auch nicht direkt wüßte, ob Seine Heiligkeit da überhaupt was getan hätte, zumindest haben wir in Deutschland da eher andere Erfahrungen, bezüglich der gegenwärtigen Arianismuskrise, die bereits vor zwei Pontifikaten offen ausgebrochen ist.
Heiliger Vater, diese Erkenntnis ist eine große Gnade, noch ist es nicht zu spät, um aktiv gegen die unzählbaren Irrlehrer vorzugehen! Eure Heiligkeit, denken Sie an die Ihnen anvertraute Herde! Auf Erden sind Sie niemandem Rechenschaft schuldig, das ist wahr, auf Erden …
Freitag, 31. Dezember 2004 18:02
Dolfus: Facta, non verba
Die Worte des Stellvertreters Jesu Christi sind in diesen Belangen klar.
Seine Heiligkeit wäre aber weit glaubwürdiger gewesen, hätte er ab 1978, noch in seinen gesunden Jahren, eine Aufräumaktion gegen alle opponierenden Bischöfe, Priester und Laienfunktionäre gestartet: gegen ausnahmslos alle Bischöfe, die öffentlich medienwirksam Erklärungen gegen „Humanae vitae“ verfaßt haben, gegen alle, die die Kinderabtreibungsgesetze unterstützen, und gegen alle, die Arianismus und Modernismus verbreiten, und gleichzeitig die treugebliebenen Katholiken systematisch unterdrücken.
Seine Heiligkeit wäre aber weit glaubwürdiger gewesen, hätte er ab 1978, noch in seinen gesunden Jahren, eine Aufräumaktion gegen alle opponierenden Bischöfe, Priester und Laienfunktionäre gestartet: gegen ausnahmslos alle Bischöfe, die öffentlich medienwirksam Erklärungen gegen „Humanae vitae“ verfaßt haben, gegen alle, die die Kinderabtreibungsgesetze unterstützen, und gegen alle, die Arianismus und Modernismus verbreiten, und gleichzeitig die treugebliebenen Katholiken systematisch unterdrücken.
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