09:45:00 | Freitag, 17. November 2006
Heute gibt es in der Kirche spezielle Bewilligungen für die Zelebration der Alten Messe. Diese Praxis ist aber sinnlos, wenn die Alte Messe gar nicht verboten ist.

Altes Requiem in Westminster Cathedral, London
© Latin-Mass-Society.org(kreuz.net) Die Ausstellung des Indultes für die Zelebration der Alten Messe ist eine sinnlose Praxis.
Wie die Dinge richtiger zu handhaben wären, erklärt der österreichische Militärgeistliche Hw. Siegfried
Lochner im Mai im Interview mit dem Bistumsblatt der Erzdiözese Vaduz.
Seit 1984 erlaubt der Vatikan
einzelnen Priestern die Zelebration der Alten Messe. Wie soll man das verstehen, wenn die überlieferte
Liturgie verboten wurde?Dieses sogenannte Indult ist eigentlich unredlich. Denn als Katholik des lateinischen
Ritus habe ich ein explizites Recht auf diesen Ritus.
Das wird von vielen Bischöfen offensichtlich anders
gesehen…Die vielfach entwürdigende Handhabung dieses Indultes durch einzelne Ordinarien spricht eine
deutliche Sprache. Die von Johannes Paul II. sicher gut gemeinte Maßnahme ist letztlich an ihrer Undurchführbarkeit
gescheitert, zumal sie auf Grund des objektiven Unrechtscharakters ein untaugliches Mittel zur Wiederherstellung
der göttlichen Liturgie der Kirche ist.
Was brachte das Indult von 1984 für die Praxis?Wenngleich
ich mich über jede heilige Messe freue, die im überlieferten römischen Ritus gefeiert wird, muß ich
doch sagen, daß das Indult bei vielen die irrige Vorstellung verstärkt hat, daß es sich bei der Alten
Messe um etwas grundsätzlich Verbotenes handle, um das auf teilweise kafkaesk anmutenden Wegen der kirchlichen
Bürokratie eigens angesucht werden muß, um dann bestenfalls eine mit vielen demütigenden Auflagen verbundene
Sondergenehmigung für eine „vorkonziliare Quarantänestation“ zu erhalten.
Also doch verboten?Jedenfalls
spielt man damit jenen in die Hände, die auch heute noch die unhaltbare These vertreten, wonach die tausendfünfhundert
Jahre alte römische Messe eigentlich verboten sei, und bestenfalls als Auslaufmodell für einige unverbesserliche
Traditionalisten indulgiert werden könne. Dementsprechend gibt es im deutschen Sprachraum nur wenige
rühmliche Ausnahmen, in denen die Bischöfe das Indult gemäß dem Willen des Heiligen Vaters großzügig
handhaben. Ich erwarte mir eine eindeutige Klarstellung, daß die Bulle ‘Quo primum’ nie außer Kraft
gesetzt wurde. Dann findet das ganze unwürdige Spiel mit dem Indult ein Ende.
Somit war das Indult von
Anfang an eine Totgeburt?Eigentlich schon. Ein elementares Recht in der Kirche, wie das auf den eigenen
Ritus, kann doch nicht vom Wohlwollen eines einzelnen Ordinarius abhängen. Darum ist die Herstellung
der Rechtssicherheit zum ehebaldigsten Zeitpunkt dringend geboten.
Wie sollte das gehen?Es genügt
die lapidare Wiederverlautbarung von Quo primum. Angesichts des „verwüsteten Weinberges“ – um einen Buchtitel
Dietrich von Hildebrands zu zitieren, der das ganze schon vor Jahrzehnten glasklar auf den Punkt gebracht
hat – ist es kein Wunder, daß sogar den hartgesottensten Fortschrittsaposteln ein Licht aufgeht.
Eine
Götterdämmerung?Schauen Sie sich einmal die Statistiken der Kirche in den deutschsprachigen Ländern
an: Während vor dem Konzil, um 1960, unsere Kirchen an den Sonn- und Feiertagen bei den damals noch drei
bis vier Messen gefüllt waren, werden Kirchen heute veräußert, stillgelegt und abgerissen, weil der
neue anthropozentrische Kult niemanden mehr anspricht. Die Seminare und Ordenshäuser stehen leer. Viele
Berufungen gehen verloren. Man fragt sich, was noch alles passieren muß, bis endlich eine wirkliche Trendwende,
wie sie der Heilige Vater von den österreichischen Bischöfen bei ihrem letzten Ad limina Besuch einforderte,
einsetzt. Es bricht doch auch einem Bischof keine Perle aus der Mitra, wenn er zugibt, daß vieles in
den letzten vierzig Jahren falsch gelaufen ist, und man daher wieder zu den geheiligten Traditionen zurückkehrt.
Sehen Sie eine Resignation bezüglich der sogenannten Liturgiereform?Ganz gewiß. Jedermann erkennt
doch heute, daß sich keine der in die Liturgiereform gesetzten Erwartungen erfüllt hat – schon gar nicht
bezüglich des Ökumenismus. Den Protestanten ging es wie immer nicht weit genug. Die Orientalen sind
entsetzt darüber, was wir aus unserer Liturgie gemacht haben. Wenn unser Herr uns im Evangelium mahnt,
nach den Früchten zu urteilen, dann kann man aufgrund der ungenießbaren Früchte der Liturgiereform
nur sagen: Hier ist etwas falsch gelaufen.
Eine Bilanz?Etwas salopp formuliert, könnte man sagen,
man hat die Rechnung ohne den Wirt – in diesem Fall ohne Gott – gemacht. Liturgie ist schließlich in
erster Linie die von der Kirche unter der Anleitung des Heiligen Geistes im Laufe der Jahrhunderte festgelegte
Form der Gottesverehrung, aus der man nicht per Dekret eine Gemeindeversammlung mit – schlechtem – katechetischem
Inhalt unter der Leitung eines Animateurs machen kann, um sich dann zu wundern, daß niemand mehr daran
teilnehmen will.
Hw. Siegfried Lochner ist Militärsuperior an der Theresianischen Militärakademie in
Wiener Neustadt.
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Benedikt 19:25:53 | Dienstag, 21. November 2006
#15
Agiafortuni 13:25:09 | Montag, 20. November 2006
#14
Heggi 22:09:49 | Sonntag, 19. November 2006
#13
Benedikt 15:48:22 | Sonntag, 19. November 2006
#12
Bernd Stromberg 15:16:04 | Sonntag, 19. November 2006
#11
Agiafortuni 14:37:18 | Sonntag, 19. November 2006
#10
Benedikt 14:25:03 | Sonntag, 19. November 2006
#9
Agiafortuni 14:18:20 | Sonntag, 19. November 2006
#8
Benedikt 13:23:20 | Sonntag, 19. November 2006
#7
Agiafortuni 13:12:24 | Samstag, 18. November 2006
#6
Aldo Carigiet 10:28:12 | Samstag, 18. November 2006
#5
Agiafortuni 08:21:35 | Samstag, 18. November 2006
#4
Benedikt 00:01:11 | Samstag, 18. November 2006
#3
Heggi 23:09:16 | Freitag, 17. November 2006
#2
Benedikt 18:26:36 | Freitag, 17. November 2006
#1
Agiafortuni 12:11:36 | Freitag, 17. November 2006