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Freitag, 17. November 2006 13:52
„Jesus Christus wurde auch als Verbrecher gekreuzigt“
Die mexikanische Kongregation der Legionäre Christi breitet sich in Deutschland langsam aber stetig aus.
"Das Regnum Christi liebt den Papst" Die Laienbewegung eröffnete kürzlich in Düsseldorf einen Kindergarten für Säuglinge ab vier Monaten
„Das Regnum Christi liebt den Papst“

Die Laienbewegung eröffnete kürzlich in Düsseldorf einen Kindergarten für Säuglinge ab vier Monaten
(kreuz.net) Am 1. Oktober publizierte Andreas Fasel in der deutschen Tageszeitung ‘Die Welt’ einen Artikel über die Kongregation der Legionäre Christi in Deutschland.

Die Legionäre Christi sind eine Ordensgemeinschaft, die 1941 in Mexiko gegründet wurde und sich gegenwärtig weltweit eines großen Zulaufs erfreut.

An den Orden ist auch eine Apostolatsbewegung geweihter Frauen angeschlossen, die sich ‘Regnum Christi’ nennt.

Das deutschsprachige Noviziat der Legionäre befindet sich in der Stadt Bad Münstereifel – 30 Kilometer südwestlich von Bonn.

In einem schlichten, unscheinbaren Haus am Stadtrand bereiten sich gegenwärtig 23 Novizen auf das Ordensleben vor.

Dem Verfasser des Artikels in ‘Die Welt’ fallen zuerst die Schulbubengesichter der jungen Legionäre auf: die Pubertät ins Gesicht geschrieben, tadellose Frisur, akkurater Linksscheitel.

Von den acht Neuzugängen dieses Jahres stammen fünf aus deutschsprachigen Ländern.

Die Legionäre Christi werden oft als Nachfolger der Jesuiten oder als Konkurrenz der Personalprälatur Opus Dei gehandelt.

Einen gewissen Rückschlag erlitten sie, als der Papst aus den jahrzehntelangen Vorwürfen gegen den Gründer der Gemeinschaft die Konsequenzen zog.

Pater Marcial Maciel (86) wurde vom Papst aufgefordert, sich aus der Öffentlichkeit zurückzuziehen. Vorher hatte die Glaubenskongregation Beschuldigungen bezüglich homosexueller Unzucht untersucht.

Pater Klaus Einsle (38) hält die Vorwürfe der zehn Ankläger – nach Angaben von ‘Die Welt’ – für „total abwegig“. Das sei einen Erfindungen einiger Intriganten:

„Jesus Christus wurde auch als Verbrecher gekreuzigt.“

Der Pater ist Allgäuer und Oberer eines Hauses der Legionäre in Düsseldorf. Von dort aus werden deutschlandweit Jugendclubs organisiert.

Ein ungenannter Pater meint vor ‘Die Welt’, daß der Acker in Deutschland mühsamer zu bestellen sei als anderswo. Die Legionäre würden auch auf Vorurteile stoßen. Dennoch gebe es katholische Gruppierungen in Deutschland, denen die Legionäre „nicht fundamentalistisch genug“ seien.

In Düsseldorf hat die weibliche Apostolatsbewegung ‘Regnum Christi’ soeben ihren ersten deutschen Kindergarten eröffnet. Er heißt „Kindergarten Everest“.

Der ‘Welt’-Artikel verrät sein Erfolgsrezept: Man nimmt auch Kinder unter drei Jahren auf. Sie werden stärker gefördert als in den öffentlichen deutschen Kindergärten – zum Beispiel mit einem zweisprachigen Unterricht.

Auch die christliche Werte-Erziehung sei in Deutschland gerade wieder hoch im Kurs.

Der Kindergarten wird im Januar eine zweite und im nächsten Jahr eine dritte Gruppe eröffnen.

Das nächste Projekt nach dem Kindergarten? Natürlich eine Schule.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 20 Lesermeinungen:
Dienstag, 21. November 2006 13:40
christoff: @Jawohl!
Schade, dass Gott uns nicht als Marionetten geschaffen hat, nicht wahr? Die Welt waere viel, viel friedlicher und frommer. Alle wuerden laecheln, Rosenkranz beten und vor allem einen Linksscheitel tragen.
Sonntag, 19. November 2006 14:48
Jawohl!: Freiheit
Wahre Freiheit ist stets und ausschließlich die Freiheit zum Guten, die Freiheit, ein Heiliger zu werden. Die LC verkörpern in der gegenwärtigen Lage einer allgemeinen Sklaverei unter der Sünde eine wahre Revolution der Freiheit.
Samstag, 18. November 2006 23:27
Schüttel: Diese „Legionäre Christi“ nennt man in Mexiko
wegen ihrer Verbindung zum Geldadel „Millionäre Christi“.
Sie sind ein Fall für das Jugendamt (wegen der Missbrauchsvorwürfe), für das Finanzamt (wegen undurchsichtiger Spendensammlungen), ergo für die Staatsanwaltschaft, und schließlich für turk, den Saubermann vom Dienst.
Samstag, 18. November 2006 18:22
christoff: @agmen
So nämlich, wird jeder Verfehlung vorgesorgt.

Ja super! Gute Menschen sind also solche, die nichts Falsches tun, weil sie genau wissen, dass sie jederzeit erwischt werden koennen, ja? Was fuer ein Menschenbild, was fuer eine „Paedagogik“ ist das denn?? Wir haben es hier nicht mit Kindern zu tun!
Samstag, 18. November 2006 17:59
agmen: @Christoff
Wir haben es hier mit einer Gemeinschaft zu tun, die nach aussen hin sehr korrekt und vor allem sehr papsttreu auftritt.
Absolut richtig.
Es wird viel von Heiligkeit gesprochen, aber es ist eine kontrollierte Heiligkeit.
Eine Privatsphaere existiert (zumindest im Noviziat) praktisch nicht: jede Minute ist verplant und sogar nachts muss die Zimmertuer aufbleiben, so dass man vom Flur aus gesehen werden kann.
Ich denke, dass sollte man positiv sehen. So nämlich, wird jeder Verfehlung vorgesorgt. Diese Vorschriften helfen den Legionären Gott im näher zu kommen.
Private Post wird kontrolliert
Davon weiß ich nichts.
Man wird also etappenweise durchgeschleust und weiss am Anfang nicht, worauf man sich eigentlich einlaesst.
Das stimmt so nicht, man weiß sehr wohl, worauf man sich da einlässt. Wozu sonst das verpflichtende Probejahr?
Samstag, 18. November 2006 17:31
christoff: Jawohl! – welcher Geist?
Geist des Evangeliums? Meiner Meinung nach eher Geist des Ehrgeizes. Der Gruender hat sich das Ziel gesteckt, eine makellose, monolythische Gemeinschaft zu gruenden, die sogar die Jesuiten uebertrifft (der „Falke“ – also die SJ – sollte von der „Taube“ – also von der Legion – gefressen werden). Der Preis fuer diese „Makellosigkeit“ ist – wie ich an Beispielen geschildert habe – die Freiheit. Die Freiheit ist aber Voraussetzung menschlicher Reife und damit echter Liebe und Heiligkeit.
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