Kinderabtreibung
Kinderabtreibung: Je früher, desto besser?
Die Unterschriftenaktion gegen die Spätabtreibung von Kindern bis unmittelbar vor ihrer Geburt spaltet in Deutschland die Gemüter. Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, unterstützt die Initiative und gab eine Erklärung zur „unhaltbaren Situation“ der sogenannten „Spätabtreibungen“ ab. Dagegen hat die Aktion Leben Deutschland kürzlich vor der Aktion gewarnt.
(kreuz.net, Bamberg) In diesen Tagen ist in kirchlichen Kreisen und Bistumszeitungen Deutschlands eine Unterschriftenaktion gegen die sogenannte „Spätabtreibung“ angelaufen.

Seit Jahren nimmt in Deutschland die Zahl der Kinderabtreibungen bis unmittelbar vor der natürlichen Geburt zu. Man beruft sich dabei gewöhnlich auf eine medizinische Indikation, das heißt, meistens auf eine Behinderung des Kindes. Es ist geplant, die Unterschriftenlisten gegen die Spätabtreibung im Februar 2005 den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien zu übergeben.

Die Initiative gegen Spätabtreibungen geht vom Katholikenrat des Bistums Speyer aus. Sie wird von zahlreichen Diözesanräten deutscher Bistümer und vom Landeskomitee der Katholiken in Bayern mitgetragen. Unter ihnen befindet sich auch der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, und der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Bamberg.

In einer gemeinsamen Erklärung bewerten der Erzbischof von Bamberg und der Vorstand des Diözesanrats die Möglichkeit von Spätabtreibungen als „unhaltbare Situation“, weil sie nach geltendem Recht ohne Einhaltung von Fristen und sogar ohne Beratung bis unmittelbar vor einer Geburt durchgeführt werden dürften.

Erzbischof Schick und der Vorstand des Bamberger Diözesanrats fordern darum eine Änderung der bisherigen gesetzlichen Regelung und eine Ausweitung der Hilfs- und Beratungsangebote für Eltern, die sich für ein behindertes Kind entscheiden. Das jetzt für Spätabtreibungen geltende Recht biete einen „nur schwer zu kontrollierenden Interpretationsspielraum“, der häufig zu Lasten behinderter Kinder ausgedehnt werde. Im übrigen würden dadurch auch die Ansprüche des Gesetzgebers auf eine qualitativ hochwertige Beratung unterlaufen.

Darüber hinaus kritisieren Erzbischof und Diözesanrat generell die in Deutschland geltende Abtreibungsregelung. Selbst in Fällen, in denen eine Fristsetzung und die Beratungspflicht beachtet würden, befinde sich das ungeborene Kind „in einer denkbar schwachen Position“. Es sei deshalb auf Fürsprecher angewiesen, die „sein ureigenstes Lebensrecht auf allen Ebenen einfordern und den Schwangeren begleitende Hilfen anbieten.“ Als Christen sehen sich Erzbischof und Laienräte hier in einer besonderen Verantwortung.

Walter Ramm, Vorsitzender der ‘Aktion Leben Deutschland’ kritisierte die Unterschriftenkampagne. Initiativen, die sich allein gegen „Spätabtreibungen“ wenden, ließen den Eindruck des „je früher, desto besser“ entstehen. Am Ende betrachte man die Selektion durch die sogenannte ‘Präimplantations-Diagnostik’ als das kleinste akzeptierbare Übel. Forderungen an Bundestag und Bundesregierung, die nur eine Eindämmung der „viel zu hohen Zahl“ von Spätabtreibungen zum Ziel hätten, könnten kein Anliegen wirklicher Lebensrechtler sein.
      
1 Lesermeinung
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#1   bonifatius   12:08:06 | Samstag, 1. Januar 2005
Diabolus verwirrt die Geister
Die Einstellung von Erzbischof Schick ist oberflächlich betrachtet verständlich; ein kleinwenig Nachdenken führt aber unmißverständlich auf die Gedankenwege von Walter Ramm. Als Maria zu ihrer Base Elisabeth ging, da hüpfte das kleine Kind ihm Leib Elisabeths voller Freude, weil der Herr zu Gast war.
In welchem Monat war Johannes im schützenden Schoß seiner Mutter? Und Jesus, der doch viel jünger war, wäre Er in unserer Zeit des Schutzes beraubt?! Nein, der Kampf um das von Gott geplante und geschenkte Leben wird immer hartnäckiger, schärfer und brutaler. Mein Gott, sind denn wir alle von allen guten Geistern verlassen? Immer mehr dringt der Böse in den Garten Gottes und reißt und verwüstet die kleinen Pflänzchen aus den Beeten. Gestern beim Abendessen erklärte mir eine Frau, warum sie keinen Hummer ißt. Sie hört buchstäblich die Schreie der kleinen Tiere, wenn sie ins brühende Wasser geworfen werden. Wir Menschen der heutigen Zeit mit unserem ja so aufgeklährten Humanismus und dem Glauben an das menschlich und soziale Mitgefühl hören nicht die Schmerzensschreie der im Mutterleib getöteten kleinen Kinder! Welche Wucht von Gerechtigkeit schlägt einmal auf uns zurück! O, ihr Wächter der Glaubenswahrheiten, sagt doch einmal ein aufrüttelndes Wort den Politikern, der Journail, den Trendsettern der Medien und vor allem eueren Mitarbeitern im Weinberg des Herrn-- auch auf die Gefahr hin, daß ihr verspottet und verlacht werdet! Bonifatius
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