kreuzmeldungen
Lang lebe der Laizismus? + Warum nicht „für alle“? + Kleine Herde – reiche Ernte + Ruhe um Röschenz + Konzert?
Lang lebe der Laizismus?Italien. Gestern empfing Papst Benedikt XVI. den italienischen Staatspräsidenten Giorgio Napolitano. Der Heilige Vater erklärte in einer Ansprache, daß Staat und Kirche voneinander unabhängig seien und im Dienst am Menschen zusammenarbeiten müßten. Der Staat müsse daher die Religionsfreiheit jedes Menschen respektieren: „Die Kirche ist kein politischer Akteur und will auch keiner sein.“ Sie habe aber ein tiefes Interesse am Wohl der politischen Gemeinschaft.
Warum nicht „für alle“?
Der nach dem Konzil von Trient (1545-1563) erstellte ‘Catechismus Romanus’ erklärt, warum gemäß den Wandlungsworten Christus sein Blut „für viele“ und nicht „für alle“ vergossen hat. Der Heiland habe sein Blut zwar für das Heil aller vergossen. Aber der Nutzen der Erlösung werde nicht allen, sondern nur vielen zuteil: „Es ist also mit Recht geschehen, daß nicht gesagt wurde für alle, da von den Früchten des Leidens die Rede war. Dieses Leiden hat aber nur den Auserwählten die Frucht des Heils gebracht.“
Kleine Herde – reiche Ernte
Deutschland. Die ‘Katholische Pfadfinderschaft Europas’ (KPE) – die nicht kirchlich subventioniert wird und zahlenmäßig ein kleiner Jugendverband ist – listet in der Juniausgabe ihres Verbandsorgans ‘Die Spur’ die geistliche Ernte der letzten Jahre auf: 61 Neupriester, 94 Ordenseintritte von Mädchen, 101 zurückgemeldete Eheschließungen und rund 400 Kindertaufen.
Ruhe um Röschenz
Schweiz. Das für die Gemeinden zuständige Amt im Kanton Solothurn hat dem Kirchenrat der Gemeinde Kleinlützel verboten, den suspendierten Ex-Pfarrer von Röschenz, Franz Sabo, anzustellen. Kleinlützel ist ein Nachbarort von Röschenz. Das Amt stellte klar, daß der Kanton Solothurn eine Mißachtung der innerkirchlichen Ordnung nicht tolerieren werde. Bei Zuwiderhandlung werde man Sanktionen verhängen. Der Kirchenrat von Kleinlützel will am Donnerstag entscheiden, Hw. Sabo eine Teilzeitstelle zu bezahlen.
Konzert?
„Auch für den event-verwöhnten Petersdom hat das Seltenheitswert: ein großes Konzert der Wiener Philharmoniker – die Krönungsmesse von Mozart – mit der sie gestern eine Eucharistiefeier mit dem Wiener Kardinal Christoph Schönborn umrahmten.“
Aus einer Meldung von ‘Radio Vatikan’ vom 20. November.
Sämtliche Artikel weiterlesenWeiterlesen:
Montag, 27. November 2006 10:09
Wolfgang K.: Staatskirche nein danke!
Kann das sein daß Ihr die demokratisch verfassten Staaten ablehnt? Was Ihr da anführt ist doch zum Teil
sehr verallgemeinernd und alles in einen Topf geworfen.
und wie schon gesagt, sitzen wir auch nur Glashaus. Am Laiszismus führt kein Weg vorbei um halbwegs im Frieden miteinander zu leben.
Religion und Politik war noch nie eine gute Mischung.
und wie schon gesagt, sitzen wir auch nur Glashaus. Am Laiszismus führt kein Weg vorbei um halbwegs im Frieden miteinander zu leben.
Religion und Politik war noch nie eine gute Mischung.
Montag, 27. November 2006 09:50
Dr. Christoph Heger: Sehr geehrter Herr Wolfgang K.
Glauben und Freiheit kann man nicht mit Gewalt durchsetzen
Erzählen Sie mir doch nichts vom Pferd! Jedes Jahr läßt unser famoses „volksherrschaftliches“ Regime allein im Wege der „Familienzusammenführung“ 26.000 – also eine ganze Kleinstadt – Bräute aus der Türkei einwandern. Ihr „bewährter“ Laizismus tut, als könne er nicht bis drei zählen und voraussehen, daß damit eine Religion in Deutschland stark und stärker wird, die genau das glaubt: daß man sehr wohl Glauben und – selbstverständlich nur die eigene – Freiheit mit Gewalt durchsetzen kann und muß.
MfG
Christoph Heger
Erzählen Sie mir doch nichts vom Pferd! Jedes Jahr läßt unser famoses „volksherrschaftliches“ Regime allein im Wege der „Familienzusammenführung“ 26.000 – also eine ganze Kleinstadt – Bräute aus der Türkei einwandern. Ihr „bewährter“ Laizismus tut, als könne er nicht bis drei zählen und voraussehen, daß damit eine Religion in Deutschland stark und stärker wird, die genau das glaubt: daß man sehr wohl Glauben und – selbstverständlich nur die eigene – Freiheit mit Gewalt durchsetzen kann und muß.
MfG
Christoph Heger
Montag, 27. November 2006 01:21
Beobachterin: mit Kasernen, Bajonetten, Helmen und Soldaten
Wolfgang K.: Wenn ich meinen eigenen Glauben gut kenne, dann brauche ich mich vor dem Islam nicht zu fürchten.
Sie sollten besser einmal den Islam gut kennenlernen und die Verhältnisse in den Ländern, in denen der Islam das Sagen hat. – Bald brauchen Sie dafür nicht mehr weit zu gehen, aber dann ist es zu spät. Haben Sie eigentlich schon einmal die Redewendung „nützlicher Idiot“ gehört?
Oder anders gesagt: Finden Sie es so erbaulich, daß es in der Türkei Demonstrationen von Tausenden von Türken gegen den Papstbesuch gibt? Und daß Muslime den Papst am liebsten verbrennen wollten, ersatzweise eine Papst-Puppe? Und daß regelmäßig Christenverfolgungen durch Muslime stattfinden?
Derweil bereitet man bei uns den Muslimen bereitwillig mit islamischen Einrichtungen und Moscheen das Feld. Das sind ihre Kasernen, die Minarette ihre Bajonette , die Kuppeln ihre Helme und die Gläubigen ihre Soldaten (zitiert nach dem türkischen Ministerpräsident Erdogan).
Sie sollten besser einmal den Islam gut kennenlernen und die Verhältnisse in den Ländern, in denen der Islam das Sagen hat. – Bald brauchen Sie dafür nicht mehr weit zu gehen, aber dann ist es zu spät. Haben Sie eigentlich schon einmal die Redewendung „nützlicher Idiot“ gehört?
Oder anders gesagt: Finden Sie es so erbaulich, daß es in der Türkei Demonstrationen von Tausenden von Türken gegen den Papstbesuch gibt? Und daß Muslime den Papst am liebsten verbrennen wollten, ersatzweise eine Papst-Puppe? Und daß regelmäßig Christenverfolgungen durch Muslime stattfinden?
Derweil bereitet man bei uns den Muslimen bereitwillig mit islamischen Einrichtungen und Moscheen das Feld. Das sind ihre Kasernen, die Minarette ihre Bajonette , die Kuppeln ihre Helme und die Gläubigen ihre Soldaten (zitiert nach dem türkischen Ministerpräsident Erdogan).
Montag, 27. November 2006 00:23
Wolfgang K.: Sehr geehrter Dr. Heger
Glauben und Freiheit kann man nicht mit Gewalt durchsetzen, wie das die römisch-katholische Kirche schon seit Jahrhunderten versucht hat. Das fing an mit der Inquistion und hörte erst nach dem dreissigjährigen Krieg auf. Heute werfen wir dem Islam das selbe vor, was die kirchlichen Machtstrukturen schon seit 2000 vergeblich Jahren versucht haben. Menschenrechte, Demokratie und freie Gesellschaften sind nicht durch einen besonderen Einsatz der Kirchen entstanden. Das gilt übrigens teilweise auch für die protestantischen Kirchen. Und die russisch-orthodoxe Kirche möchte am liebsten wieder ihren Zaren. Glaube setzt auf Überzeugungskraft und auf eine gewisse Glaubwürdigkeit ihrer „Stellvertreter“. Außerdem bin ich der Meinung daß der Staat die Gesellschaft vor übersteigerten Machtansprüchen jedweder religiöser Coleur zu schützen hat. Liebe und Menschlichkeit kann man nicht erzwingen, der Staat muß die Menschen so gut es geht vor den bösen schützen.
Samstag, 25. November 2006 23:12
Dr. Christoph Heger: @Wolfgang K.
Bloß Angst vor Überfremdung durch den Islam ist nicht unbedingt angebracht.
Und bitte wieso nicht? Das Geschwätz unserer Politiker ist doch nur Pfeifen im Walde.
Wenn ich meinen eigenen Glauben gut kenne, dann brauche ich mich vor dem Islam nicht zu fürchten.
Was hat denn beides miteinander zu tun? Gerade Leute, die ihren Glauben gut kannten, sahen allen Grund, die heraufkommende Herrschaft der Nazis zu fürchten. Und die es nicht getan haben, hätten es besser auch getan.
Angst macht das Unbekannte…
Das ist, verzeichen Sie, Unfug. Gerade die bekannte Gefahr gibt Anlaß zur Sorge. Im übrigen: Mir ist der Islam nicht unbekannt, ich verstehe etwas davon.
Das Problem liegt nicht im Islam begründet sondern teilweise im dekadenten Lebensstil der sogenannten westlichen Zivilisationen.
Der dekadente Lebensstil ist eine unmittelbare Folge der Marginalisierung der christlichen Religion, also Ihres ach so „bewährten“ Laizismus. Wie ich schon sagte, der Laizismus ist das Vakuum, in das eine Religion einströmt, die grundsätzlich eine Trennung von Staat und Religion ablehnt.
MfG
Christoph Heger
Und bitte wieso nicht? Das Geschwätz unserer Politiker ist doch nur Pfeifen im Walde.
Wenn ich meinen eigenen Glauben gut kenne, dann brauche ich mich vor dem Islam nicht zu fürchten.
Was hat denn beides miteinander zu tun? Gerade Leute, die ihren Glauben gut kannten, sahen allen Grund, die heraufkommende Herrschaft der Nazis zu fürchten. Und die es nicht getan haben, hätten es besser auch getan.
Angst macht das Unbekannte…
Das ist, verzeichen Sie, Unfug. Gerade die bekannte Gefahr gibt Anlaß zur Sorge. Im übrigen: Mir ist der Islam nicht unbekannt, ich verstehe etwas davon.
Das Problem liegt nicht im Islam begründet sondern teilweise im dekadenten Lebensstil der sogenannten westlichen Zivilisationen.
Der dekadente Lebensstil ist eine unmittelbare Folge der Marginalisierung der christlichen Religion, also Ihres ach so „bewährten“ Laizismus. Wie ich schon sagte, der Laizismus ist das Vakuum, in das eine Religion einströmt, die grundsätzlich eine Trennung von Staat und Religion ablehnt.
MfG
Christoph Heger
Samstag, 25. November 2006 10:30
Wolfgang K.: ab meinen Vorrredner
Dem Islam fehlt so etwas wie eine Aufklärung der die Trennung von Staat und Kirche erst möglich macht.
Das ist eine Lebensart die das ganze Leben durchzieht. Und es gibt im Koran auch viele Probleme mit der
Auslegung.
Das ist nicht viel anders als im Christentum. Wenn man sich vorstellt dass der Islam im frühen Mittelalter in einer kulturellen Blüte stand – kaum zu glauben was heute daraus geworden ist. Die Fehler sind schon im Mittelalter durch die Kreuzzüge gemacht worden. Diese unglückselige Geschichte belastet das Verhältnis Islam – Christentum – Judentum heute noch. Bloß Angst vor Überfremdung durch den Islam ist nicht unbedingt angebracht. Wenn ich meinen eigenen Glauben gut kenne, dann brauche ich mich vor dem Islam nicht zu fürchten. Angst macht das Unbekannte…
Das Problem liegt nicht im Islam begründet sondern teilweise im dekadenten Lebensstil der sogenannten westlichen Zivilisationen.
Das ist nicht viel anders als im Christentum. Wenn man sich vorstellt dass der Islam im frühen Mittelalter in einer kulturellen Blüte stand – kaum zu glauben was heute daraus geworden ist. Die Fehler sind schon im Mittelalter durch die Kreuzzüge gemacht worden. Diese unglückselige Geschichte belastet das Verhältnis Islam – Christentum – Judentum heute noch. Bloß Angst vor Überfremdung durch den Islam ist nicht unbedingt angebracht. Wenn ich meinen eigenen Glauben gut kenne, dann brauche ich mich vor dem Islam nicht zu fürchten. Angst macht das Unbekannte…
Das Problem liegt nicht im Islam begründet sondern teilweise im dekadenten Lebensstil der sogenannten westlichen Zivilisationen.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.






