10:03:29 | Donnerstag, 23. November 2006
Der Fuldaer Bischof schafft es nicht, persönlich mit den Gläubigen zu sprechen. Anmerkungen zur
„Erklärung“ des Fuldaer Dompfarrers. Von Daniel Schneider.

Die Fuldaer Gläubigen „wollen unseren Pfarrer“
(kreuz.net) Der Bischof von Fulda bringt noch immer nicht den Mut auf, persönlich mit den Gläubigen
zu sprechen.
Wieder einmal versteckt er sich hinter einem Gefolgsmann.
Diesmal ist es sein Dompfarrer
und Rotarier-Freund, Mons. Peter Hauser, der zugleich als Regionaldechant der Region Fulda wirkt.
Mons.
Hauser gehört wie Bischof Algermissen dem Rotaryclub ‘Fulda-Paulustor im Distrikt 1820’ an.
Am Dienstag
hat sich Mons. Hauser mit einer kalten
„Erklärung zur Mahnwache“ an die Demonstranten vor dem Fuldaer
Dom gerichtet.

Am Samstag demonstrierten rund 100 Gläubige gegen die Vertreibung ihrer Pfarrer vor dem Fuldaer Dom
Nicht persönlich, sondern in distanzierter Form über die Medien – genauer gesagt – über
das Nachrichtenportal ‘Osthessen-News’, das nur im Internet zu lesen ist.
„Wegen der besonderen Umstände“
brachte ‘Osthessen-News’ diesen Text sogar exklusiv im Wortlaut, was in Fulda Anlaß zu Spekulationen
bietet:
Wurde hier von oben Druck aufgebaut wegen der bisherigen positiven Berichterstattung im Sinne
der Gläubigen?
Die ‘Fuldaer Zeitung’ hat diese Meldung in ihrer gestrigen Ausgabe lediglich dem Inhalt
nach wiedergegeben.
Mons. Hauser ist eigentlich weder für die Mahnwache noch für den Rauswurf der Diener
Jesu und Mariens zuständig. Die Gläubigen haben nicht gegen die Dompfarrei oder gegen die Dekanate der
Region Fulda demonstriert.
Erstaunlich sind die Detailkenntnisse des Dompfarrers über die Entlassung
der drei Patres. Neue Argumente bringt Monsignore Hauser freilich nicht, dafür aber Halbwahrheiten und
Verdrehungen.
So behauptet er, Bischof Algermissen habe mit dem Generaloberen der Diener Jesu und Mariens
und den entlassenen Patres selber Gespräche geführt.
Entsprechende Unterredungen liegen aber lange
zurück und standen in einem anderen Zusammenhang.
Aktuell haben keine Gespräche stattgefunden, wie
hier aber suggeriert wird.
Auch ist es unwahr, daß sich die Patres nicht an die Vorgaben für die Pastoral
im Bistum Fulda gehalten hätten.
Diese falsche Tatsachenbehauptung wird auch durch Wiederholungen nicht
richtiger.
Wenn Monsignore Hauser erklärt, daß sich der Bischof „schließlich gezwungen“ sah, Pater
Hönisch aufzufordern, seine Patres zurückzuziehen, setzt er mit dieser Aussage voraus, was er erst noch
zu beweisen hätte.
Diese Argumentationsführung ist logisch nicht stringent.
Wenn der Dompfarrer des
weiteren erklärt, daß das „Grundstatut zur Errichtung von Pastoralverbünden“ von Rom gutgeheißen wurde,
verschweigt er gleichzeitig, daß sich Rom zunächst veranlaßt sah, korrigierend einzuschreiten.
Ein
entsprechendes Schreiben von Dario Kardinal Castrillon – dem damaligen Präfekten der Kleruskongregation –
löste bei Bischof Algermissen während einer Dechantenkonferenz am 27. März 2006 einen
Gefühlsausbruch
aus.
Dieses Schreiben wurde bis heute nicht veröffentlicht.
Weiterhin ist es sachlich unzutreffend,
daß die Vorgaben des Bischofs bezüglich der pastoralen Umstrukturierungen „auf breite Zustimmung in
allen Regionen des Bistums“, vor allem auch in der Region Fulda, gestoßen seien.
In der Region Fulda
ist die Errichtung von Pastoralverbünden nicht glatt über die Bühne gegangen. Besonders in Johannesberg
und am Florenberg gab es viel Unmut über die völlig seelsorgefremden Maßnahmen.
Übrigens hat der
Dompfarrer selber bislang kein gesteigertes Interesse an der Errichtung von Pastoralverbünden gezeigt.
Bezeichnenderweise ist es ausgerechnet in der Fuldaer Innenstadt nicht gelungen, die Dompfarrei und die
Stadtpfarrei St. Blasius in unmittelbarer Nähe zu einem Pastoralverbund zusammenzuschließen – was nicht
zuletzt auf das Verhalten von Mons. Hauser zurückzuführen ist.
Umso bemerkenswerter nun seine Schützenhilfe
für den unter Druck geratenen Bischof. Rotarierbrüder halten offenbar zusammen.
Wenn Mons. Hauser abschließend
behauptet, der Bischof habe die Entlassung der jungen Priester erst „nach reiflicher Überlegung“ und
„großer Langmut“ ausgesprochen, kann das in den Ohren der betroffenen Ordensgeistlichen und der Gläubigen
in der Rhön nur zynisch klingen.
Nicht das Vertrauen zwischen dem Bischof und Pater Hönisch wurde zerstört,
sondern das Vertrauen zwischen dem Bischof und den Gläubigen.
Das hat der Bischof persönlich zu verantworten –
nicht nur vor seinen Gläubigen und vor Rom, sondern auch vor Gott.
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