Kinderabtreibung
Einziger Beweggrund ist die Liebe
‘Dröhnendes Erz’ nennt Paulus im Korintherbrief jene, die eine Wahrheit ohne Liebe vertreten. Dieses Urteil war, wie ich glaube, nie die Absicht des Kardinals, aber so wurde und wird es verstanden. Ein Kommentar von Jutta Lang.
(kreuz.net) Hat die ‘Jugend für das Leben’ ihr Ziel verfehlt? Verkündet sie die Wahrheit ohne Liebe? Polarisiert und emotionalisiert sie? – Seine harte Kritik hat Kardinal Schönborn mittlerweile zwar eingeschränkt, aber wie ein Lauffeuer haben sich seine Worte durch die Presselandschaft Österreichs verbreitet und tief in das Gedächtnis der Menschen eingeprägt.

Über die Medien wurde ‘Jugend für das Leben’ aufgefordert, die „Wahrheit in Liebe zu tun“. In den Augen der Öffentlichkeit kommt dies dem Urteil gleich: „Ihr habt die Liebe nicht.“ Mit einem Schlag wären alle unsere Mühen umsonst, alle Erfolge erfunden, alle Ziele zerstreut. ‘Dröhnendes Erz’ nennt Paulus im Korintherbrief jene, die eine Wahrheit ohne Liebe vertreten. Dieses Urteil war, wie ich glaube, nie die Absicht des Kardinals, aber so wurde und wird es verstanden.

Darum möchte ich klarstellen: Liebe heißt nicht, eine anspruchsvolle Wahrheit aus Angst zu verschweigen, sondern sie so zu sagen, daß sie dem Mitmenschen zum Guten gereicht. Die Liebe ist der einzige Beweggrund für jedes Gespräch, jeden Einsatz und jede Aktion, die wir im Namen der ‘Jugend für das Leben’ durchführen.

Natürlich müssen Stil und Sprache auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt werden. Wenn wir in Schulen gehen, dann sprechen wir auf freundliche, klare und kreative Weise. Wenn wir auf der Straße Gespräche führen, versuchen wir unser Gegenüber zu hören, zu verstehen und ihn davon ausgehend einen Schritt weiter zu führen.

Wenn Frauen nach einer Abtreibung leiden, dann begegnen wir ihnen mit größter Rücksicht und Sanftheit, denn wir wissen, daß nichts und niemand auf dieser Welt dazu berechtigt ist, ein Urteil zu fällen. Wenn wir eine öffentliche Kundgebung, wie vergangene Woche in Salzburg, veranstalten, dann tragen wir Lichter, wir singen, wir sprechen deutlich und ruhig.

Wenn uns jedoch eine Politikerin gegenüber steht, die im Begriffe ist, ihr Amt für einen fatalen Fehler, der unzähligen Kindern das Leben kosten wird, zu mißbrauchen, dann sprechen wir mit größerem Nachdruck. Haben wir durch unsere Aktion das nötige Maß an Nachdruck überschritten?

Wenn dies der Fall war, dann nur deshalb, weil wir sehen, wie das Leben so vieler ungeborener Mitmenschen an einem seidenen Faden über dem Abgrund baumelt. Was hätte eine Handvoll junger Lebensschützer angesichts Burgstallers eisernen Willens unternehmen sollen? Schweigen? Sprechen? Hätte man uns Gehör geschenkt?

Ich gebe zu, daß wir Burgstaller allem Anschein nach weder durch unseren Brief an alle Haushalte, noch durch unsere Lichterkette von ihrem Vorhaben abbringen konnten. Aber war deshalb unser Einsatz erfolglos?

Im Gespräch um die angemessenen Methoden drängt sich mir die Frage auf: Was haben denn die ‘Dialoge’ bewirkt? Wo sind die Früchte der so gelobten ‘runden Tische’ mit Burgstaller? Fand sie es etwa der Mühe wert, den Brief von Erzbischof Kothgasser überhaupt zu beantworten? Es wäre naiv, alle Hoffnung auf einen solchen ‘Dialog’ zu setzen.

Was die Arbeit der ‘Jugend für das Leben’ betrifft, so freuen wir uns immer wieder über kleine Zeichen, welche zeigen, daß wir uns nicht vergebens mühen: die Reaktionen der Schüler auf unsere Vorträge, die vielen bereichernden Dialoge auf den Straßen oder die dankbaren Briefe, die in unserem Büro landen. In diesen Tagen schrieb uns eine junge Frau aus Salzburg: „Danke daß es Euch gibt!“ Aufgrund unserer Informationen hatte sie sich vor einiger Zeit entschieden, ihre kleine Tochter zur Welt zu bringen.

Wenn auch Burgstallers Vorhaben noch aufrecht ist, so hat unsere Aktion doch im ganzen Land konstruktive Gespräche angeregt und viele Menschen nachdenklich gestimmt. Wer weiß, vielleicht ist diese Art von Erfolg sogar noch wertvoller als kurzfristig eine politische Entscheidung zu bewirken.

Ich bedanke mich bei Kardinal Schönborn für die freundliche Klarstellung seiner Aussagen bezüglich ‘Jugend für das Leben’. Nun, da wir diese Woche den 30. Jahrestag der Fristenregelung begehen, bitte ich ihn, mit Mut und Vehemenz für den Rechtschutz der Ungeborenen einzustehen, wie es damals Kardinal König tat, als er in einer Predigt sagte: „Hier geht es fürwahr nicht um einen Paragraphen des Gesetzbuches, sondern hier geht es um den Schutz des Lebens. Wo man jenes Gesetz, durch das werdendes Leben geschützt wird, abschafft, dort zerstört man zugleich die Grundvoraussetzung menschlichen Zusammenlebens. Denn eine Gesellschaft, die vor dem menschlichen Leben keine Ehrfurcht mehr hat, ist über kurz oder lang selber dem Untergang geweiht.“

Quelle: kath.net. Mit freundlicher Erlaubnis der „Jugend für das Leben“.
      
3 Lesermeinungen
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#3   Dolfus   18:06:52 | Samstag, 1. Januar 2005
Gottes Segen im Neuen Jahr! Lassen Sie sich nicht von der Medienmafia einschüchtern!
So ist es, Frau Lang, Sie haben eine der wichtigsten Aufgabe in unserem Acht-Millionen-Staat!
Lassen Sie sich aus der Allianz aus Medienmafia und Sozialismus nicht einschüchtern, wie etwa der feige Cardinal in Wien!
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#2   jolie   16:05:56 | Samstag, 1. Januar 2005
schönborn und die folgen
kompliment zu dieser entgegnung. es fällt einem das wort ein: wenn die hirten schweigen, werden die steine schreien.
weitermachen!
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#1   Midshipman Casey   14:24:30 | Samstag, 1. Januar 2005
Bravo!
Bravo Frau Lang. Bitte durchhalten. Sie sind weniger alleine, als Sie vielleicht glauben mögen.
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