Ökumene
Konfessionelle Irrfahrt
Vor einem Jahr verkündete der Neutestamentler Klaus Berger lauthals, kein Mitglied der Evangelischen Kirche zu sein. Nun ist er hochoffiziell aus dieser Gemeinschaft ausgetreten. Ein Werbegag?
Im April erschienen drei neue Bücher von Klaus Berger
Im April erschienen drei neue Bücher von Klaus Berger
(kreuz.net, Heidelberg) Der emeritierte Heidelberger Exeget Klaus Berger ist Anfang November aus der ‘Evangelischen Landeskirche Baden’ ausgetreten.

Berger feierte am Samstag seinen 66. Geburtstag.

Ein Sprecher der protestantischen Gemeinschaft bestätigte den Kirchenaustritt des Exegeten vor dem neokonservativen Nachrichtenportal ‘kath.net’.

Es habe für Bergers Austritt seitens der Evangelischen keinen unmittelbaren Anlaß gegeben.

Klaus Berger
Klaus Berger
Die Frage, ob Berger in die Katholische Kirche eingetreten sei, ließ der protestantische Sprecher offen.

Die Erzdiözese Freiburg wußte auf Anfrage von ‘kath.net’ nichts von einem Wiedereintritt Bergers. Dieser habe allerdings „immer“ mitgeteilt, daß er nie aus der Kirche ausgetreten sei.

Berger hat zwei Kinder aus seiner ersten Ehe mit Christa Berger. Er lebt jetzt im Konkubinat mit der Übersetzungswissenschaftlerin Christiane Nord.

Im Herbst 2005 dementierte ein Sprecher der Erzdiözese Freiburg vor der protestantischen Nachrichtenagentur ‘idea’, daß Berger von der Erzdiözese als Katholik betrachtet werde.

Man sei immer davon ausgegangen, daß er zur Evangelischen Gemeinschaft gehöre. Er werde in keiner katholischen Pfarrei der Diözese als Kirchenmitglied geführt.

Berger hatte im Herbst 2005 behauptet, seit seiner Taufe katholisch zu sein: „Wahr ist, daß ich seit 1974 mit Billigung Freiburgs – um einen Riesenskandal zu vermeiden – evangelische Kirchensteuer zahlen darf.“

Der Exeget gestand damals auch, daß er ohne den formellen Übertritt zu den Protestanten „seit fast vierzig Jahren arbeitslos“ wäre.

Ein mittlerweile wieder gelöschter Eintrag auf dem in kirchlichen Belangen unzuverlässigen Internet-Lexikon ‘Wikipedia’ behauptete, Berger sei am 17. November durch den emeritierten Bischof von Hildesheim, Mons. Josef Homeyer (77), in die Kirche aufgenommen worden.

Nach der medienwirksamen Diskussion um Bergers Konfessionszugehörigkeit veröffentlichte Berger im April 2006 gleich drei Bücher.
      
11 Lesermeinungen
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#11   Ludovico   18:22:11 | Samstag, 25. November 2006
No comment
Das ist sicher, hat Prof. Berger selbst mitgeteilt.
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#10   HeinrichvonOfterdingen   11:10:39 | Samstag, 25. November 2006
Da ist mir ehrlich gesagt,
sogar das lutherische „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ noch sympathisch dagegen. Herr Bergers religiöser und konfessioneller Standpunkt ist mir da eher dem Märchen vom Hasen und dem Igel vergleichbar. Wo die V2-Päpste mühsam hinrudern (=Hase), Herr Berger war schon da. Dieses „denominational jumping“ ist zumindest Ausdruck eines völlig falschen Kirchenverständnisses. Es gibt nichts schöneres und ehrenvolleres als anzugehören der römisch-katholischen Kirche (selbst wenn wir dafür Nachteile erleiden müssen)! hieß es einmal. Nun heißt es offenbar, ich gehe zu der Firma, bei der ich den besten Posten kriege und am besten verdiene. Die römische v2-Kirche braucht sich nicht zu wundern, wenn ihr die Leute weglaufen.
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#9   chancel_screen   19:13:00 | Freitag, 24. November 2006
Katholische Theologen von heute: Alle den Verstand verloren?
James Joyce – Gotteslästerer durch und durch – wurde einmal gefragt, ob es stimmte, er sei Protestant geworden. „Ich habe zwar den Glauben verloren, aber nicht den Verstand!“ lautete seine Antwort.
Anglia, dos tua, Virgo pia;
Per te est conuersa, Maria.
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#8   Gerhard Ludwig Millhouse   18:23:23 | Freitag, 24. November 2006
Radio Vatikan bestätigt Wiedereintritt
Zumindest den Wiedereintritt Bergers hat Radio Vatikan jetzt bestätigt:
www.catholicism-wow.de/…archive_2006-m11.php
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#7   gunther maria michel   16:56:55 | Freitag, 24. November 2006
Hildesheim stimmt,
ich weiß es sicher. (Es ist sein Heimatbistum.)
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#6   No Comment   16:46:18 | Freitag, 24. November 2006
Homeyer
Ist das sicher? Rekonziliation am 17. November zu Hildesheim?
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#5   Frasim   15:24:22 | Freitag, 24. November 2006
@Salomonius
Möglicherweise HIER …berg.homepage.t-online.de/
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#4   Seminarist   15:23:56 | Freitag, 24. November 2006
Rekonziliation
Damit es nun jeder weiss:
Dr. Berger wurde am Freitag vergangener Woche offiziell von Altbischof Josef Hohmeyer zu Hildesheim durch den Akt der Rekonziliation wieder in die Kirche aufgenommen.
Seminarist
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#3   Salomonius   14:19:37 | Freitag, 24. November 2006
Wo…
geht denn der Professor in Heidelberg zur tridentinischen Messe?
Eine gewisse Widersprüchlichkeit in den Aussagen der letzten Jahre über seine Religionszugehörigkeit läßt sich aber leider nicht von der Hand weisen.
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#2   Konrad   13:48:52 | Freitag, 24. November 2006
Prof. Dr. Klaus Berger
erfüllt, wenn er nicht zu Vortragsreisen (oft zu Klöstern!)unterwegs ist, seine Sonntagspflicht in Heidelberg, wenn möglich durch Teilnahme an einer Hl. Messe des tridentinischen Ritus.
Der Stil dieser wieder mal von kath.net abgeschriebenen Meldung ist zum …
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#1   Maledica   13:30:10 | Freitag, 24. November 2006
Katholisch
Wo ging und wo geht er den Sonntags in den Gottesdienst?
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