Deutschland
Ein Viertel geht baden
Die Theologischen Fakultäten Bayerns haben keinen Markt mehr. Jetzt müssen Überkapazitäten abgebaut werden.
Der akademische Theologieunterricht hat sich schon länger vom Boden des kirchlichen Lehramtes enfernt.
Der akademische Theologieunterricht hat sich schon länger vom Boden des kirchlichen Lehramtes enfernt.
© pixelquelle.de
(kreuz.net) Der Bayrische Landtag in München berät gegenwärtig über die Restzukunft der ehemaligen theologischen Fakultäten in Passau und Bamberg.

Das berichtete die Tageszeitung ‘Passauer Neue Presse’ am 16. November.

Die Beratungen des Lokalparlaments sollten im Herbst 2007 abgeschlossen sein. Dann tritt ein Zusatzprotokoll zum Konkordat von 1924 in Kraft.

Danach ist – nach 400 Jahren – Schluß mit der Priesterausbildung in Passau. Ein ähnliches Los trifft Bamberg. Von den beiden Fakultäten wird nur noch ein – katechetisches – Institut übrigbleiben, wo Religionslehrer ausgebildet werden.

Die Professoren des Passauer Institutes werden von der Universität Regensburg, jene in Bamberg von der Universität Würzburg vorgeschlagen.

Das verspricht eine spannungsreiche Zukunft.

Insgesamt baut die katholische Theologie in Bayern etwa einen Viertel der Bestände ab: 50 der 200 Stellen. 16 Professuren werden eingespart.

In Passau und Bamberg ist der Aderlaß am größten.

Immerhin wird dort die Ausbildung katholischer Religionslehrer gerettet werden können. Auch Caritaswissenschaften – eine Art Pastoraltheologie – wird in Passau weiterhin angeboten.

Theoretisch hat die Kirche ihr Recht auf eine theologische Fakultät in Passau nicht aufgegeben. Offiziell „ruht“ es nur.

Nach zwölf Jahren soll erneut verhandelt werden.

Der Grund für die Maßnahmen sind zu wenige Anwärter für das Priestertum und – entsprechend – zu viele Fakultäten in Bayern.

Darauf wies der Oberste Bayrische Rechnungshof schon im Jahr 1998 hin. Als Konsequenz wurde das Personal damals um 30 Prozent reduziert.

Doch das reichte nicht. Darum kamen die drei kleinsten bayrischen Fakultäten – Augsburg, Bamberg und Passau – erneut ins Visier.

Augsburg konnte aufgrund eines deutlichen Zuwachses seinen Kopf aus der Schlinge ziehen.

Somit wird es in Zukunft in Bayern vier Theologische Fakultäten geben: München mit 16 Professoren, Würzburg mit 14, Regensburg und Augsburg mit je 12.

Für die zukünftigen – katechetischen – Institute in Passau und Bamberg sind für die Religionslehrerausbildung je fünf Professorenstellen vorgesehen.

Die Professoren für die Ausbildung der Religionslehrer in Bayreuth und Erlangen werden von einer Nachbaruniversität gestellt.
      
10 Lesermeinungen
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#10   möchtegern-kathole   08:37:32 | Sonntag, 26. November 2006
ich sehe es auch als Fortschritt, wenn jene Seminare, …
… die Häresien verbreiten, langsam aussterben.
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#9   Peterchen   22:30:21 | Samstag, 25. November 2006
Gottseidank…!
Zumindest werden hier keine Theologen, wie Herr Norbert Bug, mehr ausgebildet…
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#8   Maurice Corvisier   20:29:23 | Samstag, 25. November 2006
Ja, Möchtegern:
„auch Wigratzbad ist ein Hoffnungsschimmer“.
Es gibt Leute, die unter der Zerstrittenheit leiden. Ich auch.
Bei der Pfingstwallfahrt Chartres-Paris (Paris-Chartres) kommt man an einer bestimmten Stelle bei einem Lager von Leuten vorbei, die dort offensichtlich picknicken. Die dazugehörige Geschichte ist, daß die eine Hälfte der Familien Pius, die andere Petrus ist, beide Hälften seit ewig eng befreundet.
Um die Freundschaft zu bewahren, wallfahren sie seit der (Ab)Spaltung nicht mehr, sondern verbringen die Zeit der Wallfahrt in einem gemeinsamen Zeltlager, betend und gemeinsam die Messe hörend dort, wo sie geographisch am nächsten gelesen wird.
Was sind das für Zeiten … andererseits: eben solche wahren Geschichten gibt es auch.
Einen Gruß von M.C.!
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#7   möchtegern-kathole   20:13:38 | Samstag, 25. November 2006
@Frasim
auch Wigratzbad ist ein Hoffnungsschimmer. Würde sich glatt ein „Einwohnervergleich“ der bayerischen Seminarien lohnen …
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#6   HeinrichvonOfterdingen   12:42:10 | Samstag, 25. November 2006
Endlich amoi, dass da der boarische
Lokalbatriotismus zu sein Recht kimmt. Natirli ist unsa boarischs Balamend koa Lokalbalamend sondan a richtigs Balamend von a grande nation! Mit solchane berümbde Abgeordnete wie dem Josef Filser vo Mingharting, gell.
Ich glaube lieber Sirilo, dass es nicht die Intention des Artikels war die Stadträte oder Gemeinderäte in Bayern und anderswo zu beleidigen.
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#5   Sirilo   12:15:33 | Samstag, 25. November 2006
Der Bayerische Landtag…
ist kein „Lokalparlament“, sondern das Landesparlament. Lokalparlament wäre etwa ein Stadtrat oder Gemeinderat.
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#4   HeinrichvonOfterdingen   12:08:17 | Samstag, 25. November 2006
Diese Standorte haben hier überhaupt nichts verloren, liebe Leut,
denn sie werden von den Gläubigen nicht nur ideel, sondern auch finanziell getragen, was einen erheblichen Unterschied macht.
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#3   Frasim   11:45:45 | Samstag, 25. November 2006
@möchtegern-kathole
Kreuznet hat noch einen bayerischen Standort vergessen: Wigratzbad im schönen Allgäu!
Ok, ok, ok, war auch nicht Gegenstand des Artikels usw…
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#2   möchtegern-kathole   11:39:11 | Samstag, 25. November 2006
kreuz.net hat glatt einen bay. Standort unterschlagen
Zaitzkofen :-]
ok-ok-ok, der Standort war nicht Gegenstand des Artikels. Aber immerhin ist die Gründung dieses Seminars in der heutigen Zeit und vor dem Hintergrund der Kirchenkrise eine Hoffnung.
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#1   HeinrichvonOfterdingen   11:21:24 | Samstag, 25. November 2006
Irgendwann hieß es mal,
all die Reformen, die freilich nicht reformiert, sondern deformiert haben, würden die Leute in Scharen in die Kirchen treiben und zahlreiche Berufungen mit sich bringen. Der Scherbenhaufen ist jedoch noch nicht dazu geeignet, beim Management (vormals Episkopat) ein Umdenken hervorzurufen. Ist ja auch klar, wir verlangen immer noch zu viel! Weg mit dem Zölibat, Wiederverheiratung Geschiedener, weg mit der Beichte und den anderen Sakramenten, nicht nur in der Praxis (wie bisher), sondern auch in der Theologie, dann werden die Priesterseminare und die Kirchen wieder voll. Sehn wir ja an den Prostestanten, die Kirchen sind voll, um die schlecht bezahlten Pfarrerstellen reissen sich die theologisch ausgebildeten Laien. Nichts von alle dem! Das einzige was hilft ist ein Zurück zu Christus.
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