[ « 227 228 229 230 231 » ]
Samstag, 25. November 2006 21:47
„Warum, Herr Bischof, warum?“
Heute demonstrierten weit mehr als 200 Gläubige vor dem Fuldaer Dom gegen die Entlassung der drei Patres der SJM. Sie sind von ihrem Bischof tief enttäuscht. Das Vertrauen ist zerstört. Die Stimmung? Wie bei einem Todesfall.
(kreuz.net, Fulda) Heute Samstag versammelten sich Fuldaer Gläubige zum zweitenmal zu einer Gebetswache auf den Treppen des Fuldaer Domplatzes.

Sie beteten und demonstrierten für den Verbleib der drei beliebten Patres der SJM in den Rhönpfarreien Schwarzbach, Eckweisbach und Simmershausen.

Bei der Demonstration fanden 210 gedruckte Gebetszettel einen Abnehmer.

Der größte Teil der Gläubigen stammte aus den betroffenen Gemeinden.

Zweite Mahnwache in FuldaZweite Mahnwache in FuldaKlicken Sie auf das Bild, um die Photomeile mit 7 Bildern zu starten.

Da das radikale Vorgehen der Bistumsleitung weite Kreise gezogen hat, demonstrierten auch Gläubige aus anderen Pfarreien.

Ein Teilnehmer erklärte vor ‘kreuz.net’, daß jetzt auch bei anderen geistlichen Gruppierungen „Angst vor dem Bischof herrscht“.

Die Gebetswache selber war von einer geistlichen Atmosphäre geprägt.

Die Demonstranten beteten den Rosenkranz und mehrere Litaneien. Sie sangen Lieder zum Heiligen Geist, zur Muttergottes und zum im Fuldaer Dom ruhenden Heiligen Bonifatius.

Zwischen den Gebeten riefen die mit tiefer Trauer erfüllten Gläubigen minutenlang: „Warum, Herr Bischof, warum?“

Viele Anwesende verglichen die Atmosphäre mit einem plötzlichen Todesfall. So abrupt würden die Patres aus ihren Gemeinden gerissen.

Die Slogans auf den Plakaten sprachen eine deutliche Sprache:

„Dieser Bischof macht Angst“

„Herr Bischof, handelt so ein guter Hirte? Wir sind maßlos enttäuscht!“

„Hochwürdigster Bischof Algermissen: Überdenken Sie Ihr christliches Handeln als guter Hirte. Überdenken Sie Ihr brüderliches Handeln als Rotarierbruder. Wo bleibt die Gerechtigkeit?“

Ein kleines Mädchen erklärte: „Wir kämpfen weiter.“ Ein anderes: „Mein Weihnachtswunsch: Laßt uns unseren Pfarrer.“

Morgen Sonntag findet die offizielle Verabschiedung statt.

Bis 30. November müssen die Patres ihre Pfarrhäuser geräumt haben.

Bei der Mahnwache bedauerten zahlreiche Eltern, daß die Pfarrer als Bezugpunkt für ihre Kinder und Jugendlichen – von denen ein großer Teil regelmäßig zur Sonntagsmesse kommt – fehlen würden.

Andere Teilnehmer erklärten, daß man blühende Pfarreien nicht zerstören dürfe. In Gemeinden, in denen die Gläubigen noch zum großen Teil in die Kirche gehen und ihren Priestern vertrauten, müsse man diese zu erhalten suchen.

Es dürfe im Bistum kein pastoraler Kahlschlag vorgenommen werden: „Der Priesternachwuchs kommt auch wieder aus aktiven gläubigen Pfarreien.“

Ein anderer Vorwurf lautete, daß die Bistumsleitung und ihre Sprecher in der Öffentlichkeit mit offenbar gezielten Falschmeldungen operieren würden.

Als Beispiel fiel die Aussage von Dompfarrer Peter Hauser. Dieser hatte behauptet, daß der Bischof mit den entlassenen Patres Gespräche geführt hätte: „Diese haben nie stattgefunden.“

Eine andere Kritik betraf die Gesprächsverweigerung des Bischofs gegenüber den Pfarrgemeinderäten. Bislang sind die Bitten um ein Gespräch von Seiten des Bischofs ohne jede Reaktion geblieben.

Der Tenor unter den Gläubigen: „Der Bischof braucht sich in der Rhön nicht mehr blicken zu lassen.“

Das Vertrauen, das einem geistlichen Hirten entgegengebracht werden sollte, sei vollends zerstört.

Weitere Bilder auf Osthessen-News.de
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 106 Lesermeinungen:
Montag, 27. November 2006 21:29
Toby: Jetzt geht’s erst richtig los
Es scheint auf Seiten des Generalvikariats üblich zu sein, es mit der Wahrheit nicht ganz so genau zu nehmen!

Warum hat man dort eigentlich so eine schlechte Meinung von den Menschen?

Die Hintergründe, die zur Entlassung der Ordensgeistlichen in der Rhön geführt haben, sind noch lange nicht aufgearbeitet.

Auch wird der Bischof die Folgen seines kaum mehr nachvollziehbaren Verhaltens persönlich verantworten müssen.

Die Folgen werden verheerend sein. Das Vertrauen der Menschen in der Rhön in die Kirche ist erschüttert.

Und der Bischof schweigt noch immer.

Anscheinend kann er gut damit leben.

Verhält sich so ein guter Hirte?
Montag, 27. November 2006 09:05
PetrusX: Es ist bald vorbei
Es scheint auf dieser Seite üblich zu sein, es mit der Wahrheit nicht ganz so genau zu nehmen!

Da ist von mehr als 200 Menschen die Rede, die sich in der Nähe des Doms versammelt haben.
Es waren aber allenfalls 130! Nachzulesen u.a. auf der Internetseite von Osthessennews.
Damit mir hier nicht wieder einer unterstellt, ich würde böswillig die Zahlen falsch wieder geben.
Das macht Ihr hier schon selbst…

Nun ja, nächsten Samstag müssen sich die Gläubigen und die vielen, die gar nicht aus den Gemeinden gekommen waren, sondern aus ganz anderen Motiven, nicht mehr nach Fulda bemühen.
Sonntag, 26. November 2006 23:59
Pünktchen: Betroffene
Sie stellen die richtigen Fragen!
Sonntag, 26. November 2006 21:54
Gotthard: warum … x.net …warum?
Hundertfach werden in Deutschland Priester versetzt … sehr oft gegen die Vorstellungen einer Gemeinde…

die meisten hinterlassen eine Lücke …
dazu gab es noch nie einen Kommentar hier …

doch Bischof Algermissen war schon vorher im Visier dieses Forums – da kommen diese SJM-Leute gerade recht … x.net ist nicht an den Gemeinden gelegen – nur am Aufstand gegen einen hier mal wieder unliebsamen Bischof.
Sonntag, 26. November 2006 20:10
Betroffene: Warum?
Warum ist Bischof Algermissen nicht im Bistum Fulda?
Warum verkriecht er sich?
Warum ist er so feige?
Warum redet er nicht mit den Gläubigen?
Warum schickt er immer andere vor?
Warumnimmt er ein versönliches Gesprächsangebot von Pater Hönisch nicht an?
Warum müssen so viele Gläubige wegen seiner Sturheit weinen?
Warum versteckt er sich?
Was hat er zu verbergen?

Was ist das denn für ein Bischof?
Sonntag, 26. November 2006 17:38
Toby: Nicht überbewerten – aber realistisch sein
@ Zur Kentnisnahme

Natürlich sollte man das nicht überbewerten, und selbstverständlich steckt nicht hinter jedem lancierten Artikel eine Verschwörung.

Aber auffällig ist die Berichterstattung bzw. Nicht-Berichterstattung von kath.net über die Vorfälle in Fulda [in ihrer Tendenz[kursiv] schon.

Und es hat nichts mit Schlechtmachen, Anschwärzen, Denunzieren etc. zu tun, wenn das Verhalten eines Bischofs in einer wichtigen Angelegenheit sachlich kritisiert und auf eine Klärung gedrängt wird.

Offenbar darf auf kath.net aber keine sachliche Kritik an Bischof Algermissen geübt werden. Das ist schon auffällig.

Und wieso berichtet kath.net exklusiv über eine Gefälligkeitserklärung, die vorher mit dem Bischof abgesprochen war?

Die „Osthessen-news“, ein Nachrichtenportal unabhängiger Journalisten aus Fulda, die im übrigen nicht viel mit der Kirche am Hut haben, berichten da offenbar wesentlich objektiver.
Alle Lesermeinungen anzeigen 100 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net