Der für seine liturgisch progressistische Haltung bekannte päpstliche Zeremonienmeister hat in einer jüngsten Publikation neue Töne angeschlagen.
Mons. Marini ist seit 1987 päpstlicher Zeremoniar
(kreuz.net) Das ‘Päpstliche Büro für die liturgischen Zelebrationen’ hat kürzlich das Buch vorgestellt,
das für die Liturgien während der kommenden Papstreise in die Türkei dienen soll.
Darin enthalten
ist auch eine Heilige Messe im Byzantinischen Ritus – die Göttliche Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomus.
Der Papst wird am 30. November in der Patriarchalkirche Sankt Georg im bekannten Istanbuler Stadtteil
Fanar an einer solchen Feier teilnehmen.
Im Büchlein schreibt der päpstliche Zeremonienmeister, Mons.
Piero Marini, unter anderem:
„Die Feier der byzantinischen Göttlichen Liturgie ist – wie alle Feiern
der Ostkirchen – nach Osten ausgerichtet.
Der Priester schaut mit allen Gläubigen zum Sonnenaufgang,
woher Christus einmal in seiner Herrlichkeit kommen wird.
Der Priester leistet beim Herrn Fürbitte für
sein Volk. Er geht seinem Volk voraus – Christus entgegen.
Es gibt in dieser Liturgie verschiedene Augenblicke,
wenn der Priester sich zum Volk wendet: bei der Verkündigung des Evangeliums, beim Dialog, welcher dem
Meßkanon vorausgeht, bei der Kommunion und bei allen Segnungen.
Diese Augenblicke bezeichnen die Momente,
in denen der Herr selber seinem Volk entgegenkommt.“
„Marini hätte es nicht besser sagen können“ –
kommentiert der Vatikanist des italienischen Wochenmagazins ‘L’Espresso’, Sandro Magister.
Ja, man habe
sogar den Eindruck, einen Text aus dem Buch von Pater Michael U. Lang „Zum Herrn hin“ in der Hand zu halten.
Dieses Werk ist der Frage der Ausrichtung der Heiligen Messe gewidmet.
Magister weist darauf hin, daß
das Buch von Pater Lang mit einem Vorwort von Kardinal Joseph Ratzinger erschien:
„Jetzt scheint sich
sogar Marini angepaßt zu haben“.
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26 Lesermeinungen
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#25 rebekka 22:36:09 | Dienstag, 28. November 2006
Interessant Das Buch hieß vor einiger Zeit noch „Conversi ad dominum“ und stammte von „Uwe Michael Lang“.
Jetzt auf einmal heißt es also „Zum Herrn hin“ und stammt von „Michael U. Lang“. [v.d.Red.zens.]
#24 Benedikt 17:07:13 | Dienstag, 28. November 2006
@ Petrus II Wie sieht es mit den Wandlungsworten aus? Sind diese mit den römischen identisch? Wenn nein,
sollte für die Christen nur noch der trad. römische Ritus gelten. Gemäß „Allatae sunt“ ist es verboten,
den konvertierenden Orthodoxen einen anderen Ritus aufzuzwingen.
Einsetzungsbericht/Wandlungsworte Während nach byzantinischer Tradition die Wandlung, wie zutreffend
festgestellt, durch die Epiklese stattfindet, verlangt das auf scholastischer Tradition der lateinischen
Kirche beruhende Verständnis die Aussprache der Wandlungsworte / des Einsetzungsberichts durch den Priester
in repraesentatione Christi capitis. Erst der „flatus vocis“ der Wandlungsworte bewirkt die Transsubstantiation
der eucharistischen Materie in Fleich und Blut Jesu.
@freinsberg Die Byzantiner haben das Problem nicht, weil die Epiklese (nach den Einsetzungsworten wie
schon in der Traditio Apostolica) als die Vollendung der Konsekration gilt. Aha, und trotzdem haben sie
eine „gültige“ Eucharistie. Woraus folgt, daß die exakten Wandlungsworte für die „Gültigkeit“ absolut
ohne Bedeutung sind.
#19 Freinsberg 12:44:36 | Montag, 27. November 2006
PetrusII Die Byzantiner haben das Problem nicht, weil die Epiklese (nach den Einsetzungsworten wie schon
in der Traditio Apostolica) als die Vollendung der Konsekration gilt.
eine Heilige Messe im Byzantinischen Ritus Wie sieht es mit den Wandlungsworten aus? Sind diese mit den
römischen identisch? Wenn nein, sollte für die Christen nur noch der trad. römische Ritus gelten. o^/
nach dem „für viele“ … … könnte B16 ja mal die Zelebrationsrichtung festlegen. „Versus Deum“ geht
auch am Volksaltar, wenn man sich an das andere Ende stellt Was erhält man, wenn man alle Defizite aus
dem NOM entfernt? Den Alten Ritus
@)ichty’s Da haben Sie Recht. :)3 Nun wäre doch noch schön, wenn sich S.E. Marini im zweiten Schritt
daran erinnert, dass alle Liturgien, egal ob ost- oder westkirchlich, diesselbe Aussage (gemeinsam nach
Osten hin, der Priester den Gläubigen voran, usw.) beinhalten sollten, und das ja auch bis zur Liturgiedeform
so war…
#12 )ichthy's 22:04:12 | Sonntag, 26. November 2006
Was soll das? Die erwähnte Liturgie ist doch eine ostkirchliche, da gelten sowieso andere Regeln als
für die Liturgie im erneuerten lateinischen Ritus. Dass Marini den Sinn der Ausrichtung nach Osten für
die ostkirchliche Liturgie erklärt, heißt mE gar nichts für seine Einstellung in dieser Frage im westlichen
Ritus. (NB. die neuesten Entwicklungen in Österreich sind da aussagekräftiger).
Ex oriente lux Es zeigt sich erneut, dass eine liturgische Erneuerung (im Sinne einer Rückkehr zu den
Quellen und eines Exodus aus den freud- und fruchtlosen Einöden der 1970er „Reform“) in der Westkirche
wesentlichen Anstoß aus den östlichen Riten erhalten könnte. Leider werden bei uns derzeit vielerorts
architekonisch Fakten geschaffen (nicht nur in Freiburg), die eine Rückkehr zu den altkirchlichen Formen
schwer oder unmöglich machen. Das ist das Testament der 68er in der Kirche.
„Volksaltar“ In Österreich gibt es eigene Altarkommissionen. Dort wird entschieden wo ein „Volksaltar“
reinkommt und wo nicht. In Kleinmariazell war zuerst ein „Volksaltar“ geplant. Kardinal Schönborn weigerte
sich den Altar zu konsekrieren, da dieser aus Plexiglas bestand, er wurde dann in die Reliquien-Grotte
gestellt. Und seine Eminenz entschied selbst soweit ich weiß, dass es besser ist in dieser wunderschönen
neu restaurierten Kirche am Hochaltar zu zelebrieren. Ist doch auch mal was positives über den Erzbischof.
#4 ottaviani 12:58:58 | Sonntag, 26. November 2006
Volksaltäre und Österreich In der Erzdiözese Wien geht man seit neuestem euinen neuen weg in der Altar
frage : man möchte wenn feststehende volksaltäre wo solche nicht vorhanden sind überläßt es der Erzbischof
der Pfr bzw den zuständigen Kirchenrektor ob ein Volksaltar fix istaliert wird oder darauf verzichtet
und der bisherige provisorische entfernt wird auch Kirchen die bisher keinen hatten werden erneut vor
die frage gestellt
Versus apsidem Heute wurde im ZDF eine katholische Sonntagsmesse übertragen, die in der Wallfahrtskirche
Klein-Mariazell (Altenmarkt, südl. Wienerwald) am Hochaltar versus apsidem zelebriert wurde. Ein „Volksaltar“
war nicht zu sehen. Ist das ein Omen?
#1 Pünktchen 10:49:33 | Sonntag, 26. November 2006
Kard. Ratzinger hatte zum Büchlein von Pater Lang ein zustimmendes Vorwort verfaßt. Darin trifft der
heutige Papst die Aussage, daß in der Zelebration „versus apsidem“ die Öffnung der Liturgie „nach vorne
und nach oben“(eschatologischer u. transzendenter Aspekt) BESSER zum Ausdruck komme als in der Zelebration
zum Volke hin!