Aus der kirchlichen Hülle und Fülle
In einer Gegend, die für die Qualität ihrer Gastronomie bekannt war, gab es eine traditionsreiche Küche, die sich durch bewährte Kochrezepte ausgezeichnet hatte. Das Publikum strömte in Scharen in die Traditionsgasthöfe. Doch dann geschah etwas Unerwartetes.
(kreuz.net) Eines schönen Tages beschlossen die berühmten Traditionsköche, einen internationalen gastronomischen Kongreß einzuberufen. Auf diesem Kongreß riß unversehens eine Minderheit von Köchen die Kontrolle an sich. Diese kleine Gruppe begann damit, die Speisekarte und die Kochbücher völlig umzukrempeln.

Die Gastronomie müsse sich endlich dem Zeitgeschmack anpassen, hieß es. Der Brei von gestern interessiere niemanden mehr. Man müsse sich erneuern. Die Köche begannen, ihre Restaurants umzubauen und über dem Eingang Schilder mit der Aufschrift „Neue Küche“ anzubringen. Die schweigende Mehrheit begannen sehr schnell, der Minderheit zu folgen. Keiner wollte als rückständiger Hinterwäldner von vorgestern dastehen. Am 13. November 1964 verkaufte der Chefkoch sogar seinen Kochhut an einen reichen Amerikaner, der diese Trophäe bis heute sorgfältig aufbewahrt.

Am Herd schlug die Stunde der Kreativität. Das Kochen wurde neu erfunden. Man erfand bisher unvorstellbare Rezepte, entwarf noch nie dagewesene Gerichte und mischte die Zutaten, die man in der Küche vorfand, wild durcheinander. So sei es auch im Anfang der Kochkunst gewesen, behauptete man selbstzufrieden. „Hauptsache“ – so erklärten die Neuerer – „daß man nicht mehr nach den alten, festgefahrenen Rezepten kocht, sondern ständig neue Kreationen aus der Pfanne hervorzaubert.“ Was man koche, sei letztlich vollkommen wurst. Wichtig sei einzig und alleine, daß das Kochen dem Koch etwas gebe und daß man nicht stur auf kleinkarierte Rezepte und Mengenangaben, die der wahren Kochkunst keinen Raum ließen, beharre.

Da erhob sich urplötzlich ein alter, verknorzter Koch und bestand darauf, seine Küche weiter wie bisher zu führen. Seine Küche sei von den Gästen immer sehr geschätzt worden, meinte der alte Mann, der eigentlich schon in Pension war.

Die führenden Köpfe der Neuen Küche waren dem Verknorzten sehr böse. Ihr Blut begann erst recht zu kochen, als es sich nach einiger Zeit erwies, daß viele Lehrlinge ihre Lehrabschlußprüfung beim altmodischen Koch ablegen wollten und sich viele Gäste seiner Küche zuwandten, während sich die Wirtshäuser der Neuen Küche zusehends leerten.

Schließlich behaupteten die Köche der neuen Küche, der alte verknorzte Koch sei in Wirklichkeit gar kein Koch mehr. Er und seine Mitköche seien ab sofort aus dem internationalen Gastronomieverband ausgeschlossen. Es sei ihnen fortan verboten, die Kochkelle in die Hand zu nehmen. Im besten Fall könnten sie noch in ihrer privaten Küche für sich selber kochen.

Die neuen Köche aber, die tapfer und unbeirrt Salz mit Zucker, Käse mit Marzipan und Weißwein mit Apfelessig vertauschten, wurden für ihre bahnbrechenden Rezepte mit dem berühmten Cordon Bleu ausgezeichnet. Da war zum Beispiel der hochbegabte Eugen Pfeffermann, den man in alle Küchen einlud, damit er dort seine selbstgestrickten Rezepte zum besten gebe. Berühmt war auch die Köchin Pute Krank-mit-Wein-dran. Sie schrieb Kochbücher, die durch ihren bodenständigen Stil überzeugten. Nur dem Schweizer Koch und Käsespezialisten Hans Küng-Kong wurde die Bratpfanne teilweise entzogen, weil er beim Kochen so sehr polterte und herumsudelte, daß es selbst den innovativen neuen Köchen zuviel wurde.

In der Zwischenzeit füllten sich die Gasthäuser des verknorzten Koches immer mehr. Er mußte eine Filiale nach der anderen eröffnen. Dabei hatte er keine Betriebsbewilligung. Darum durfte er seinen Gästen die Mahlzeiten nicht in Rechnung stellen. Er mußte von dem leben, was diese ihm freiwillig am Ausgang seines Gasthofes auf einen Teller legten. Aber die dankbaren Gäste wären großzügig. Schließlich gründete der alte Koch überall auf der Welt Kochschulen. In diesen tat man nichts anderes als das, was vor dem hochgelobten und bahnbrechenden internationalen gastronomischen Kongreß in allen Kochschulen getan wurde: Man lernte zu kochen. So entstand eine Vereinigung von Köchen, die ihren Teil dazu beitrugen, die holde Kochkunst von gestern über die schwere Küchenkrise hindurch zu retten.

Weil der alte Koch der alten Küche seine Lehrbuben in die alte Kochkunst einführte, welche die meisten Köche der Neuen Küche selbst noch gelernt hatten, nannte man den Verknorzten „engstirnig“, „verknöchert“ und gar „ängstlich“. Einmal meinte der alte Koch vor einem Lehrling: „Obwohl ich heute nur das mache, was ich bei meinem Kochexamen zu tun versprochen habe, wird mir der Herd abgestellt. Ich wäre in hohem Bogen aus der Küche rausgeflogen, hätte ich damals so gekocht, wie man es jetzt von mir erwartet.“

Auch die Stammgäste des alten Koches hatten es nicht leicht. Sie mußten es sich gefallen lassen, als unbelehrbare Steinbeißer zu gelten, weil sie ihrem Magen die topexklusive Schwarzwälder-Fleischkäse-Supertorte der Neuen Küche nicht zutrauten. Der Erfinder der Supertorte behauptete übrigens, daß er das Rezept dafür in einem erst kürzlich ausgegrabenen Kochbuch der goldenen Anfangszeit der Kochkunst entdeckt habe.

Inzwischen leerten sich die Lokale der neuen Köche immer mehr. Auch die Zahl der Köche, die willens waren, ihr Leben lang am Herd zu stehen und immer neue ungenießbare Tellergerichte zu erfinden, nahm rapide ab. Praktisch alle Köche der Neuen Küche hatten außerdem ihre weißen Schürzen und Kochmützen abgelegt. Sie wollten in der Öffentlichkeit nicht als Köche erkannt werden. Statt dessen kochten sie im Nadelstreifenanzug mit Krawatte oder auch im T-Shirt mit hervorquellendem Bauch. Meistens waren sie wie ihre Kundschaft angezogen, nur etwas geschmackloser.

Die Unterlassung verschiedenster weiterer hygienischer Vorsichtsmaßregeln bewirkte, daß die Gäste so manches Haar in ihrer Suppe entdeckten. Eine nicht geringe Anzahl von Köchen zog es schließlich vor, den Kochlöffel ganz abzugeben. Auch viele Küchengehilfen warfen vorzeitig das Handtuch. Küchengremien traten zusammen und berieten in stundenlangen Krisenkonferenzen über die Erneuerung der Neuen Küche.

Zunächst schaffte man das Küchenlatein ab. Dann wurde das Küchenrecht reformiert. In jeder Küche gründete man einen Küchenrat mit einem Gastronomiebeauftragten und einem Kochreferenten, bzw. einer „KochreferentIn“. Schließlich wagten einige Neue Köche, nachdem sie die Neue Küche angemessen und ausführlich gelobt und gepriesen hatten, die unverbindliche und vorsichtige Anfrage, ob man die alte Küche vielleicht nicht doch als weiteres Angebot auf die reich befrachtete Menukarte setzen könne. Auf diesem gebe es schließlich auch gebratene indische Ratten, gekochte italienische Schuhsohlen und marinierte französische Klobürsten. Da sei es bestimmt kein Problem, für Leute, die sich bis heute nicht hätten umgewöhnen können, einige Gerichte aus der alten Küche zu servieren.

Deshalb beschloß man zaghaft und nach längerem Hin und Her in einigen Küchen ganz hinten links in einer dunklen Ecke, einen winzigen Tisch mit traditioneller Küche einzuführen. Man achtete aber sehr darauf, daß das Mittagessen nicht nach 9.30 morgens bzw. vor 17.00 Uhr abends serviert würde.

Weil den Köchen der Neuen Küche langsam die Ideen ausgingen und die Gäste immer weniger aßen, baten sie die Gäste, die nicht mehr essen wollten, am Herd verschiedene Aufgaben zu übernehmen, um sie wenigstens mit irgend etwas zu beschäftigen. Es kam sogar vor, daß die neuen Köche wegen der chronischen Appetitlosigkeit ihrer Gäste in der Küche vollständige Musikformationen mit Schlagzeug und E-Gitarre auftreten ließen. Sie sollten den zahnstocherkauenden und gähnenden Gästen wenigstens etwas Unterhaltung bieten.

Wenn die Musik spielte, zeigten sich in den Gasthöfen der Neuen Küche auch jene Gäste, die der Neuen Küche schon lange den Rücken zugewandt hatten, um daheim ihr eigenes Süppchen zu kochen. Viele dieser Gäste hatten sich entfernt, weil sie in der Neuen Küche keinen Appetit verspürten und furchtbar abgemagert waren.

Wieder andere blieben fern, um sich die Küchensteuer zu ersparen. Doch immerhin. Durch die flotte Küchenmusik, die durch das Wirtshaus fegte, wurden einige Zaungäste für ein Stündchen in die Küche zurückgetrieben. Im Stillen merkten auch die neuen Köche, daß ihr Publikumserfolg nicht auf ihre Kochkunst, sondern die Küchenlieder, den Küchenchor und die Lichteffekte zurückzuführen war.

So kochten die Köche, die neuen und die alten, vor sich hin. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann kochen sie noch heute.

Quelle: Ein Stück Küchengeschichte
      
21 Lesermeinungen
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#22   Dolfus   18:40:54 | Sonntag, 23. Januar 2005
Ehre, wem Ehre gebührt
Der selige Johannes XXIII. jun., genannt der Gutmütige, ist schwer zu umfassen.
Unter seinem Pontifikat wurde jedenfalls der überlieferte Ritus noch getreu bewahrt.
Meiner Information nach ist das Meßbuch, wie es durch den seligen Papst Johannes revidiert wurde, jenes, das nach Anordnung durch Erzbischof Marcel Lefèbvre in der gesamte Priesterbruderschaft St. Pius X. in Gebrauch gehalten werden soll.
Man kann Johannes dem Gutmütigen die Schuld an einem gefährlichen Pastoralconcil geben, nicht aber an der apokalyptisch anmutenden Liturgiereformation.
Ich sage das nur explizit, weil viele nachgeborene Christen Papa Giovanni für den NOM entweder preisen oder fluchen, der zweifelhafte Ruhm und die schreckliche Verantwortung gebührt aber dem Montini-Papst Paul VI.
Und ich glaube leider nicht, daß Papst Paul und seine Engel und Wegbegleiter heute aus dem Jenseits aus über den Novus Ordo noch irgendwie lächeln könnten.
Und das, obwohl Bischof Kurt Krenn Paul VI. in einem Interview als möglichen Seligen bezeichnete. Ich persönlich glaube nicht, daß er mal seliggesprochen werden könnte, trotz vieler guter Taten, aber die machen die Verfolgung der überlieferten Liturgie nicht wett. Und die Verfolger dieser heiligen Liturgie sind durch den heiligen Papst Pius V. verflucht worden!
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#21   Bruno-Maria Schulz   16:20:33 | Sonntag, 23. Januar 2005
köstlich
erstklassig, diese Parabel! Erstklassig auch die Namen. Sehr viel feiner Humor und überaus treffende Richtigkeiten.
So hervorragend, dass sogar die Engel um den Kreis des seligen Papst Johannes XXIII. schmunzeln
Bruno-Maria Schulz
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#20   Dolfus   10:04:37 | Mittwoch, 5. Januar 2005
@Pelagius
Tja, „Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage …“ … grübel-grübel und studier …
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#19   Pelagius   09:51:28 | Mittwoch, 5. Januar 2005
Nochmals:
Die Tauglichkeit der Küchengeschichte für das, was sie sagen will, kann durch einige kleine Veränderungen oder Einschübe leicht in Frage gestellt werden.
Man könnte z.B. einfügen, daß es da eine junge Küchenlegion gibt, die entschieden nicht den Weg jenes alten Kochs geht, sondern eine Melange von traditionellen Inhalten und Nouvelle Cuisine versucht – und daß sich in den Kaderschmieden dieser Truppe innerhalb recht kurzer Zeit viel mehr Jungköche einfinden als in den Ausbildungsstätten der (angeblich oder wirklich) Ewiggestrigen.
Das sei nur ein Beispiel für mögliche Veränderungen der Geschichte. Die Tatsache läßt sich wohl schwerlich in Abrede stellen (wieviele Priester werden doch jährlich für jenes Institut geweiht?), sie ist aber geeignet, die Konklusion der Küchengeschichte in ihrer Überzeugungskraft zu erschüttern.
Daher ziehe man doch objektive Kriterien (Verträglichkeit und Nährwert der Speise u.ä.) vor. Damit kommt man allemal weiter als mit hinkenden Vergleichen.
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#18   bonifatius   23:27:40 | Dienstag, 4. Januar 2005
Eine gute Parabel
Warum ist es soweit gekommen?
Wie ein roter Leitfaden zieht sich seit Kant der diabolische Kampf gegen die Kirche unter den verschiedensten Masken bis in die heutige Zeit. Schon weit vor dem Vatikanum II wurden die Weichen gestellt durch drei wesentliche Fakten:
1. Anpassung an die Welt. „Die Kirche hat nicht das Christentum der Welt anzupassen, sie hat nicht einmal die Welt dem Cristenzum anzupassen; sie muß vielmehr in der Welt eine Gegenwelt bewahren.“
2. Verschleudern der Botschaft. „Um die Institutionen zu retten, wirft der moderne Klerus die Botschaft über Bord.“
Verniedlichung der Sünde:„Was von Gott entfernt, ist nicht die Sünde, sondern der Versuch sie zu entschuldigen.“ Zitate von Gomez Davila
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#17   doublemax   22:10:14 | Dienstag, 4. Januar 2005
Vatikanum
Ich verstehe die Geschichte nicht so, als sei das II. Vatikanum etwas Schlechtes gewesen, vielmehr die „alles was vorher war muss weg“ Ideologie wird auf die Schaufel genommen. Und das alles besser geworden ist, wird ja kaum jemand behaupten wollen.
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#16   Catholicus   21:23:13 | Dienstag, 4. Januar 2005
Eine Anfrage an kreuz.net
Als Geschichte ist die Erzählung gut. Doch wie schon Pelagius angemerkt hat: Wieviel taugt sie für den konkreten historischen Vergleich? An die Verantwortlichen von kreuz.net ist die Frage zu richten, ob sie sich selber mit der Sichtweise identifizieren, die hier zum Ausdruck gebracht wird: Das 2. Vatikanische Konzil sei schlecht, weil mit ihm alles über Bord geworfen worden wäre; das Allheilmittel liege im Weg Erzbischof Lefebvres. Ist das die Linie von kreuz.net?
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#15   Pelagius   21:12:22 | Dienstag, 4. Januar 2005
Kritik an der Küchenkritik
Die Geschichte hat die typischen Vor- und Nachteile eines jeden Vergleichs. Auf viele Leser wirkt sie gewiß suggestiv und überzeugt sie. Wer aber genauer hinsieht, erkennt erhebliche Nicht-Übereinstimmungen mit dem unausgesprochenen Vergleichspunkt.
Dem Verfasser ermöglicht diese Gattung, sich nicht durch eindeutige Aussagen binden zu müssen. Er kann seinem Kritiker lächelnd entgegenhalten: „Ist ja nur ein Vergleich, und Vergleiche hinken nun einmal!“
Der Text enthält neben Bedenkenswertem einige schwer verzeihliche Peinlichkeiten (z.B. die Spielchen mit Namen). Ich bin entschieden der Meinung, kreuz.net habe hiermit sein übliches Niveau unterschritten.
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#14   Dolfus   20:56:04 | Dienstag, 4. Januar 2005
@Thomosticus
Die „Kirchliche Umschau“ ist die beste kirchliche Qualitätszeitung, die mir bekannt ist.
Ich kann sie sehr empfehlen. Sie kann wohl als richtungsmitbestimmend für Deutschlands treu gebliebene Katholiken gelten, aber sie ist wohl eher was für die studiosi und Kleriker.
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#13   Dolfus   20:51:10 | Dienstag, 4. Januar 2005
@Eine Festung
Cardinal Sodano formulierte es einmal in etwa so: „Eine reine „Kirche des Geistes“ hat Christus nicht gewollt, er wollte Autorität.“ Und wie eine Kirche ohne effektive Autorität aussieht, nur mit persönlichem Glauben – Luthers später Sieg könnte man auch sagen –, das erleben wir Söhne und Töchter der Kirche heute leidvoll aus allernächster Nähe.
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#12   Thomisticus   20:50:44 | Dienstag, 4. Januar 2005
Irgendwie bekannt
Ist das nicht die Tante-Emma-Geschichte (Umbau des Hauses), die unter dem Pseudonym Leo Wendel schon mal in „Theologisches“, einige Zeit später dann in der „Kirchlichen Umschau“ unter richtigem Autorennamen veröffentlicht wurde? Nun in leicht veränderter Form? Der Hausumbau wurde zu Küchenumbau usw…
Ich denke, wenn Sie genau lesen, werden die Freunde von kath.net dadurch dem Rätsel, an dem sie derzeit arbeiten, nämlich wer wirklich hinter kreuz.net steht, wieder ein Stückchen näher kommen …
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#11   Dolfus   20:44:13 | Dienstag, 4. Januar 2005
Korr.
statt „…“ – „Die Strategie“
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#10   Dolfus   20:42:54 | Dienstag, 4. Januar 2005
Beati i poveri in spirito, perché di essi è il regno dei cieli
… war die falsche, und Giovanni’s „Pastoralkonzil“ ausdrücklich „ohne Konzept“ war Teil dieser falschen Strategie.
Wenigen ist bekannt, daß bereits Pius XII. Planungen für ein Konzil durchführen hat lassen – in unserer Schulbibliothek waren in einem Pacelli-Buch die ersten Textentwürfe dazu abgedruckt.
Der vorläufig letzte Pius-Papste entschloß sich aber anders. Das Konzil wurde nicht einberufen. Er hatte seine Gründe.
Interessanterweise wurde dieser Umstand so gut wie nie erwähnt, meines Wissens auch nicht durch den umstrittenen Nachfolger Johannes den Gutmütigen.
Was waren Pius’ Gründe? Es brodelte unter der Decke, der Modernismus wurde nur mit eiserner Hand niedergehalten. Eine Überlegung war sicherlich die: Ein Konzil konnte da eine unkontrollierbare Eigendynamik entwickeln, das war Pius XII. bekannt, und ebenso der Freimaurerei.
So ist es dann ja auch mit Roncallis Konzil geschehen.
Das Urteil über eine Seligsprechung steht dem Papst alleine zu, aber ich glaube, wenn Papa Roncalli nun seliggesprochen worden ist, dann vor allem aufgrund seiner persönlichen Frömmigkeit, seinem subjektiven Streben nach dem Guten, also seine persönliche Intention, und schließlich seinem geduldig ertragenen äußerst schmerzhaften Todesleiden.
Betrachtet man sein Vorgehen von außen, so hätte er glatt als Agent der Loge durchgehen können.
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#9   1+1=7   20:41:38 | Dienstag, 4. Januar 2005
Eine Festung
entsteht aus dem Glauben heraus. Die Mauern bedeuten Gesetze, die für jene niedergeschrieben und verordnet werden, die nachfolgend nicht aus dem selben Glauben heraus handeln können.
Wenn das Kochbuch geändert wird erfordert das von Haus aus, also Rom in unserem Fall, erfahrene Köche die auch ohne Kochbuch arbeiten können.
Sobald eines von beiden nicht da ist.
Verwandelt sich der Kochtopf in einen Hexenklessel.
Am besten ist deshalb Kochbuch und ein exzellenter Koch.
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#8   1+1=7   20:26:17 | Dienstag, 4. Januar 2005
Ja dolfus,
die Strategie war die falsche, aber das hat trotzdem nichts mit dem Konzil zu tun.
Denn ich denke die Kirche in Afrika oder in Asien hat andere Prämissen und auch einen anderen Zugang zu Christus.
Die die reden (implicit zahlen) nicht nur, sondern die glauben auch an Christus.
dementsprechend anders ist auch die Entwicklung der Gemeinden.
confidemus
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#7   Dolfus   20:24:18 | Dienstag, 4. Januar 2005
Kurt Krenns Ehre
Bischof Krenn war tatsächlich jemand mit Rückgrat, jemand, der auch bei stärkstem Gegenwind seiner Überzeugung treu geblieben ist. Dies wird ihm immer zur Ehre gereichen, und nachfolgende Christengenerationen werden dies zu würdigen wissen.
Seid aber nicht nur arglos wie die Tauben, sondern auch klug wie die Schlangen!
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#6   Dolfus   20:20:37 | Dienstag, 4. Januar 2005
@1+1=7
Da bin ich etwas anderer Meinung. Es gab einen revolutionären gesellschaftlichen Umbruch, klar, und die Kirche wäre so oder so mit diesem konfrontiert gewesen, nur war die Strategie à la König & Co die falsche. Die Idee der „Festung“, die sich gegen den Weltgeist abschottet, wurde lächerlich gemacht, stattdessen sagte man „die Fenster weiiit aufmachen“.
„Der Pfarrer tanzt in der Kirche und die Leute klatschen dazu.“ In unserem Volke waren schon seit langem derartige Prophezeiungen im Umlauf.
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#5   1+1=7   20:18:33 | Dienstag, 4. Januar 2005
Und wie man jene behandelt,
die sich den Krug an die Wand schmeissen trauen, sieht man am Beispiel Krenn.
„Wenn Ihr doch nur zusammenhalten würdet wie es die Kinder der Welt tun“
oremus
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#4   1+1=7   20:12:11 | Dienstag, 4. Januar 2005
Schnitzel bleibt Schnitzel,
und Kartoffelsalat bleit Kartoffelsalat.
Wien bleibt Wien.
So warben die Sozialisten in Wien zum EU-Beitritt.
Gekommen ist alles ganz anders.
Aber das ist Einerlei.
Die Kirche wäre heute in der gleichen Bedrängnis auch ohne Konzil, denn ich denke um den Druck der ach so aufgeschlossenen reflektiert handeknden Gesellschaft auszuhalten bedarf es Männer mit Rückgrat. Mit oder ohne Konzil.
Wenn es einer öffentlich zugänglichgen Einrichtung gestattet ist, nach Belieben über die Kirche herzuziehen, wie es die Freidenker tun, dann ist klar das den zart besaiteten Vertretern der Kirche der einseitige Dialog, sprich nachgeben in jeder Hinsicht, lieber ist, als den Krug an die Wand zu schmeissen.
Das Konzil ändert da gar nichts.
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#3   Dolfus   20:00:36 | Dienstag, 4. Januar 2005
Hervorragend!!!
Schade nur, daß dies wohl nicht jene lesen, die das lesen sollten.
So ein Aufsatz würde heute reichen, um aus dem Priesterseminar hochgradig rauszufliegen (selbstverständlich eines mit Lizenz).
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#2   Yersinia   19:53:52 | Dienstag, 4. Januar 2005
Ob die katholische Kirche ohne II. Vaticanum heute noch wahrgenommen würde?
Wer die Aufbruchsstimmung miterlebt hat, wer miterlebt hat, wie „reif“ die Zeit war für frische Luft, wird diese Zeit und dieses Bemühen zu würdigen wissen! (Man bedenke auch, dass die vorbereitenden Impulse und geistig-geistlichen Strömungen für dieses Konzil schon in den Jahrzehnten davor begannen!) Aber die Erwartung, dass dann alles besser würde, wäre wohl überzogen gewesen. Die katholische Kirche oder besser die Menschen, die sich dieser Kirche verbunden fühlen, leben heute ebenfalls in einer Welt, die sich rasch und intensiv wandelt – und deshalb immer wieder neue Fragen aufwirft und neue Antworten benötigt – welche wiederum neue Fragen aufwerfen; und das scheint mir das Gute am Lauf der heutigen Welt zu sein: die Entscheidung zum Glauben erfolgt reif, reflektiert und bewußt!
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