Volksaltar
Ein Mißverständnis
Die Erzdiözese Wien beschäftigte sich kürzlich mit pro und kontra des sogenannten Volksaltars. Neben dem Gemeinschaftscharakter der Messe wird auch eine mystisch-transzendente Seite hervorgekramt.
Primiz eines Oratorianers des Heiligen Philipp Neri in Wien, 2006. Der Neupriester war früher Ministrant in der Pfarrei.
Primiz eines Oratorianers des Heiligen Philipp Neri in Wien, 2006. Der Neupriester war früher Ministrant in der Pfarrei.
© Wiener Oratorium des Heiligen Philipp Neri
(kreuz.net, Wien) Ab nächsten Sonntag werden in der Wiener Gemeinde St. Rochus alle Messen wieder am Hochaltar gelesen.

Die Pfarrei wird vom Oratorium St. Philipp Neri betreut.

Der vor etwa vierzig Jahren nachträglich in die Kirche hineingestellte Volksaltar wird wieder beseitigt.

Zu diesem Anlaß veröffentlichte die Wiener Kirchenzeitung ‘Der Sonntag’ in ihrer gestrigen Ausgabe einen Beitrag.

Darin begründet der Pfarrer von St. Rochus, Pater Georg Herberstein, die Meßzelebration zum Herrn hin. In einem zweiten Teil verteidigte der Salzburger Liturgieprofessor, Rudolf Pacik, den Gebrauch des Volksaltares.

Entideologisierung

Einleitend fragt Pater Herberstein, ob es wirklich wichtig sei, dem Priester bei der Messe ins Gesicht zu schauen:

„Ist es nicht oft recht heilsam, daran zu denken, daß er Mitchrist mit den anderen ist und so allen Grund hat, sich gemeinsam mit ihnen zu Gott hin zu wenden und so mit allen zu sagen ‘Vater Unser’?“

Er sei „dankbar“ für die Reform des Konzils – so der Pater. Sie erleichtere den Gläubigen das „Mitfeiern“ und habe einen angeblichen Dialogcharakter des Wortgottesdienstes wieder deutlicher gemacht.

Der „Tisch des Wortes“ sei reichlicher gedeckt worden.

Pater Herberstein argumentiert, daß der „dynamische Aspekt des Aufbruchs in die Ewigkeit“ in der Gleichrichtung aller auf Gott hin einen schönen Ausdruck finde.

Das werde durch die barocke Architektur der Rochuskirche, die auf den Hochaltar hinziele, unterstützt.

Ferner beruft sich Pater Herberstein auf die gültigen Normen. Sie erlaubten gleichberechtigt die Zelebration gegen das Volk und in derselben Richtung mit den Gläubigen.

Dabei komme jeweils ein anderer Aspekt des Mysteriums zum Tragen:

„Ist es nicht gut und nützlich, wenn neben dem Gemeinschaftscharakter der Eucharistie auch deren mystisch-transzendente Seite wieder stärker betont wird?“

„Wir glauben, daß die Wiedereinführung des Hochaltars als Zelebrationsaltar in der Rochuskirche auch zu einer Entideologisierung der Frage beitragen wird.“

Auf der Homepage des Wiener Oratoriums benützt Pater Herberstein deutlichere Worte.

Dort stellt er fest, „daß sämtliche nachkonziliare Meßbücher in ihren Rubriken – und auch in der Allgemeinen Einführung in das Meßbuch – davon ausgehen, daß die Heilige Messe ‘zum Herrn hin’ gefeiert wird“.

Die Zelebration gegen das Volk sei weder vom Konzil noch von der Liturgiereform eingeführt oder vorgeschrieben worden.

Sie werde in den nachkonziliaren Dokumenten lediglich als möglich bezeichnet.

Rechtfertigung des Volksaltares

Im zweiten Teil des Artikels verteidigt der Laientheologe Rudolf Pacik den Volksaltar.

Der Liturgiker gesteht immerhin ein, daß die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanums die Zelebration zum Volk nicht erwähnt.

Doch das Konzil habe die Vorschriften über Gestalt und Anlage des Altars – so der Professor – angeblich als „reformbedürftig“ betrachtet.

Der Liturgiker stützt sich dabei auf verworfene Teile der drei Entwürfe zur Liturgiekonstitution. Demnach soll der Altar „in der Mitte der Versammlung“ stehen: „ideell, nicht mathematisch gemeint“.

Diese Erläuterungen seien später in die Instruktion ‘Inter Oecumenici’ von 1964 eingegangen.

Pacik anerkennt, daß die neuen Meß-Rubriken aus dem Jahr 2002 auch Position des Priesters „vor dem Altar“ – also die Zelebration am Hochaltar – berücksichtigen. Gleichzeitig behauptet er, daß die ‘Allgemeine Einführung in das Meßbuch’ die heute verbreitete Form der Zelebration zum Volk „eindeutig“ vorziehe.

Seine Belegstelle aus der ‘Allgemeinen Einführung in das Meßbuch’: „Der Altar soll getrennt von der Wand errichtet werden, damit man ihn […] umschreiten und an ihm, dem Volk zugewandt, die Messe feiern kann; dies empfiehlt sich überall, wo es möglich ist.“

Der Liturgiker betont, daß die Formulierung „dem Volk zugewandt“ nur die „räumliche“ Anordnung bezeichne. Man dürfe ihm die Haltung „zu Gott hin“ nicht entgegensetzen. Das wäre ein „Mißverständnis“.

Die Stellung des Zelebranten vor dem Altar habe „freilich“ auch ihre Symbolik. Der Priester führe die betende Gemeinde an: „Er verhält sich also nicht unhöflich, wenn er – wieder vom Raum gesagt – ihr den Rücken zukehrt.“

In einer Pfarrkirche mit geräumigem Presbyterium auf einen freistehenden Altar zu verzichten, hält Pacik für ein „falsches Signal“.
      
28 Lesermeinungen
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#28   Maledica   10:35:46 | Dienstag, 28. November 2006
Buch???
@Perpetua
Handelt das Buch vom Medjugorje der Piusbrüder???
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#27   Breze   01:47:16 | Dienstag, 28. November 2006
@ taunuss
werd mein Bestes tun…
schlaf gut…
und wir sehen uns, entweder beim Schnitzel in Gotthards oder am Siegestor in München…
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#26   taunuß   01:38:54 | Dienstag, 28. November 2006
Breze
:-] für die Einladung
für dich auch Gottesreichen Segen
und Pleib Xund :(3
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#25   Breze   01:34:26 | Dienstag, 28. November 2006
@ taunuss
Na, dann musst Du mal mit Tau nach München kommen…
Das ist eine Einladung…
Schlaf gut, mein Lieber…
Gott segne und behüte Dich!
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#24   taunuß   01:33:12 | Dienstag, 28. November 2006
Breze
,,Das,, Siegestor habe ich noch nicht Live gesehen
aber trotz allem muß ich bald in die Koje :'(
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#23   Breze   01:27:13 | Dienstag, 28. November 2006
@ taunuss
Das Siegestor in München ist sehr schön, schon mal in natura gesehen?
Ich gehe oft da durch…
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#22   taunuß   01:25:34 | Dienstag, 28. November 2006
Breze
Wo gehen wir nach der Vorstellung hin?
Durchs Siegestor.
Tag und Nacht geöffnet! ^-^
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#21   Breze   01:18:48 | Dienstag, 28. November 2006
@ taunuss
Das ist schön!!!!
Tja, meinem Kühlschrank geht es seit heute mittag wieder besser, er wurde aufgefüllt mit so allerlei essbaren Dingen…
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#20   taunuß   01:16:02 | Dienstag, 28. November 2006
Breze
Danke der Nachfrage
ich bin Zufriiiiiiiiiiiiiiden ^-^
wie geht es deinem Kühlschrank? :-$
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#19   Breze   01:03:01 | Dienstag, 28. November 2006
@ taunuß
Ich auch nicht…
Hab zur Zeit die Schlafkrankheit… Mag’s eben nicht, wenn’s um vier schon dunkelt…
mein Lieber, wie geht es Dir?
Hab gestern an Dich gedacht… Weisst warum?
Mein Kühlschrank war leer…
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#18   taunuß   01:00:41 | Dienstag, 28. November 2006
Breze
Hallo Breze
schön dich hier zu sehen
nur allzulang mach ich heut nicht mehr :(3
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#17   Breze   00:54:57 | Dienstag, 28. November 2006
@ taunuss
Puh, dann ist es ja gut, hab mir echt schon Sorgen um Dich gemacht…
@ tau @ taunuss
was? wollt Ihr schon ins Bett? Aber jetzt ist es doch gerade so gemütlich hier…
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#16   tau †   00:52:33 | Dienstag, 28. November 2006
@ taunuß, Breze:
Gute Nacht und Gottes Segen!
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#15   taunuß   00:38:31 | Dienstag, 28. November 2006
Breze
Es raucht wo alle Autos rauchen
am ende :-$
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#14   Breze   00:35:38 | Dienstag, 28. November 2006
@ Taunuss
Ich kenn mich ja nicht so aus mit Autos, aber vielleicht liegt es daran, dass Du Kühlwasser nachfüllen solltest…
Puh, ich hatte a bissi a mulmiges Gefühl wenn meines rauchen tät…
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#13   taunuß   00:33:58 | Dienstag, 28. November 2006
Breze
Grüß Gott Breze
Danke der Nachfrage
Mein Auto ist… und wenn es fährt raucht es :-)
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#12   Gotthard   23:42:16 | Montag, 27. November 2006
bitte bitte bitte
bitte bitte dieses Buch … endlich!
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#11   Michael60   22:29:30 | Montag, 27. November 2006
Perpetua
Wo kann man diese Buch erhalten bitte?
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#10   Perpetua   22:20:34 | Montag, 27. November 2006
Die Entschlüsselung der Apokalypse
Das Buch von Frank Hills, das anhand der Heiligen Schrift in verständlicher Form und anhand konkreter Beispiele aufzeigt, daß die in der geheimen Offenbarung geschilderten Ereignisse der letzten Tage längst angebrochen sind. Das Buch, das die Bedeutung der Erscheinungen der Muttergottes in Fatima offenlegt. Das Buch, das erstmals die sensationelle mögliche Identität des Antichristen verkündet. Das Buch, das eindeutig belegt, daß die „Neue Messe“ der Kirche des Zweiten Vatikanischen Konzils als das Zeichen der Endzeit gewertet werden muß und daß die Ereignisse des 3. April 1969 schon vor tausenden von Jahren vom Propheten Daniel vorausgesagt worden sind. Das Buch, das die verblüffende Übereinstimmung des Alten mit dem Neuen Testament zum Ausdruck bringt. Und schließlich das Buch, das deutlich macht, daß es zahlreiche Beispiele für die Gerechtigkeit Gottes aufführt, die nicht nur einzelne Menschen, sondern ganze Nationen betrifft.
Alle die in dieser Schrift gelieferten Informationen werden mit Hilfe von über 220 brisanten Fotos untermauert. Kurz und gut – dieses Buch gehört in die Hände eines jeden gläubigen Christen, der in diesen schweren Zeiten bestehen will. Und eines ist bereits jetzt klar: nach der Lektüre dieses Buches werden Sie die Welt mit ganz anderen Augen sehen.
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#9   möchtegern-kathole   22:11:28 | Montag, 27. November 2006
gemäß kath. Glauben …
erscheint ER uns in Gestalt der Hl. Hostie.
… manche haben diesen Glauben offensichtlich abgelegt.
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#8   Gotthard   19:05:31 | Montag, 27. November 2006
Zum Herrn hin?
diese subtilen Unterstellungen …
der auferstandene Christus ist nicht zu verorten …
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#7   Horst Metzker   18:26:30 | Montag, 27. November 2006
Wo zwei oder drei in meinem Namen …?
Tja damals bei der Bergpredigt, stand Jesus vor einem riesigen Fels, der behauen ward zuvor von seinen Aposteln und würdig, Gott zu zelebrieren. 5.000 Menschen standen hinter ihm, und haben sich mit 2 Fischen und 5 Broten erst einmal die Bäuche gefüllt. Dann flehte er seinen Vater, in diesem Fall Gott an: Selig sind die… Dies sprach er natürlich in Latein, weil Gott Latein besser versteht. Die Juden, des Lateins kundig, waren begeistert, und sangen auf dem Heimweg: „Jetzt geht die Party richtig los,…“
Auch am Gründonnerstag stand Jesus an der Wand, warf den Jüngern das Brot über die Schultern zu, und sagte: Tut dies zu meinem Gedächtnis.
Tja, die würdige Liturgie!
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#6   Maledica   17:36:19 | Montag, 27. November 2006
Beide Sichtweisen vertretbar?
Nein!
Buchempfehlung: Klaus Gamber: Zum Herrn hin
ISBN: 3-936755-12-4
Erschienen bei: VDM Verlag
Preis 13,80€
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#5   Udalricus   16:50:03 | Montag, 27. November 2006
Beide Sichtweisen vertretbar
Könnte es nicht sein, dass grundsätzlich beide Sichtweisen der Liturgie richtig sind bzw. sich ergänzen?’
Vor dem Konzil: Das Volk zieht unter Leitung des Priesters Christus, der aufgehenden Sonne, entgegen.
Nach dem Konzil: Christus ist in unserer Mitte.
Beide Sichtweisen zusammen ergeben die eschatologische Spannung zwischen dem Schon und dem Noch Nicht der Gegenwart Christi unter uns und unserer Erlösung.
So gesehen wäre es eigentlich gerecht, wenn beide Liturgieansätze Heimat in der Kirche hätten, sofern das nicht zur Spaltung führt, weil jeder meint, nur sein Ansatz ist richtig.
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#4   gelasius   16:46:09 | Montag, 27. November 2006
@Athanasius
Könnten nicht auch Drewermann und „ Hans im Glück“Küng auf der Ikonostase sein? Allerdings würden die Gläubigen dann wohl fluchtartig das Weit suchen.
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#3   Athanasius   16:39:12 | Montag, 27. November 2006
@Maledica: Du Liberaler Revolutionär!
Freier Blick auf den Hochaltar!
Dieser Spruch war einmal Spruch der Liberalen im 18. Jahrhundert. Joseph II. ordnete in den Südlichen (österreichischen) Niederlanden an, daß alle Altarschirme (in gotischen Kirchen, Relikt des Vorhanges, wie die Ikonostase im Osten) zu entfernen seien. Der mündige Mensch sollte freien Blick auf den Hochaltar haben.
Die „modernen“ Kleriker von heute verhindern aber die freiheitliche Forderung anscheinend in Wien! Bald stellen die noch eine Ikonostase auf mit Bildern von Voltaire und Rousseau, Chenu, De Loisy und „St.“ Teilhard um den Blick anzulenken!
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#2   Maledica   16:10:53 | Montag, 27. November 2006
Weg mit der Zentralkredenz!
Freier Blick auf den Hochaltar!
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#1   Freinsberg   16:10:52 | Montag, 27. November 2006
Liturge?
Wenn der Salzburger Liturgie-Professor Laie (im Sinn von nichtordiniert) ist, so kann man ihn schwerlich als „Liturgen“ bezeichnen, höchstens als „Liturgiker“.
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