Pastoraler Prozeß
Warum die Vesper besser ist als die Heilige Messe
Die ‘Fuldaer Zeitung’ braucht keine Energie mehr darauf zu verschwenden, den Wettkampf gegen das Bistumsblatt gewinnen zu wollen. Denn dieses ist als bischöfliche Jubelzeitung nicht zu überbieten. Von Leopold Conradi.
Ausschnitt aus der Homepage des Bistums Fulda
Ausschnitt aus der Homepage des Bistums Fulda
(kreuz.net, Fulda) Die Jubelpresse der ‘Deutschen Demokratischen Republik’ erlebt eine Auferstehung.

So geschehen in einem Artikel des ‘Bonifatius-Boten’ – der Kirchenzeitung des Bistums Fulda – vom 26. November 2006.

Darin wird über die letzte Dechantenkonferenz berichtet.

„Die Gründung der Pastoralverbünde ist gut gelaufen“, weiß das Blatt – auch ‘Boni-Bote’ genannt – zu berichten.

Kein müdes Wort vom schändlichen Rauswurf der drei jungen SJM-Priester. Diese hatten nicht – wie vom Bischof gewünscht – den vorgeschriebenen Antrag zum Einbezug in den Pastoralverbund gestellt und wurden dafür standrechtlich erschossen.

Kein Wort zur Ablehnung des ‘Pastoralen Prozesses’ durch die Pfarrgemeinden.

Prälat und Domkapitular Rudolf Hofmann setzt nach Angaben des ‘Boni-Boten’ noch eins drauf: „Wir können von den Gründungsfeiern nur schwärmen!“

Der Bischof von Fulda, Mons. Heinz Josef Algermissen, äußert sich „erfreut darüber, daß die Gründung der Pastoralverbünde immer mit einem großen Gottesdienst gefeiert worden ist“.

Diese Diözesanclique hat freilich nur darum Grund zum Jubeln, weil man die Geistlichen der zuständigen Region zur Gründung der Pastoralverbünde dienstverpflichtet hatte.

Angesichts dieses Zwanges war mancher Pfarrer froh, wenn zur Gründungsveranstaltung statt der Eucharistie nur eine Vesper gebetet wurde.

Bei dieser gibt es nämlich keinen Bruderkuß.

Es ist im Artikel des ‘Bonifatius-Boten’ festzustellen, daß dem Bischof zum Thema ‘Pastoraler Prozeß’ die Jubelpuste schnell ausgeht: „Bei den sich verschärfenden Gegebenheiten müsse es auch bei den Priestern zu einem Umdenken kommen.“

Wie das? War nicht alles paletti? Wie muß man die „sich verschärfenden Gegebenheiten“ verstehen? Bei so viel zuckersüßer Harmonie?

Ich verstehe. Die „verschärften Gegebenheiten“ bestehen darin, daß der besorgte Hirte nicht mehr mit ansehen konnte, wie sich manche Priester als verlassene Einzelkämpfer aufreiben.

Erfolgreich ist bekanntlich nur die Team-Arbeit.

Das Dekanat neuen Zuschnitts fördere die „Seelsorge durch gemeinsames Handeln“ – betont der Fuldaer Kirchenrechtler, Mons. Lothar Wächter.

Es habe „die pfarrliche Pastoral zu unterstützen und zu koordinieren sowie im Auftrag des Bischofs Aufsichts- und Leitungsfunktionen wahrzunehmen“.

Jetzt ist es raus: „Aufsichts- und Leitungsfunktionen“ – der gläserne Pfarrer.

Wehe, wenn sich der Leutpriester persönlich Gedanken macht, wie er sich mehr in die Seelsorge einbringen könnte. Der aufsichtführende Dechant wird ihn schon zurückpfeifen.

Für letzteren gibt es in Zukunft auch einen neuen Titel. Er darf sich fortan „Dekan“ nennen, weil das besser zu „Dekanat“ paßt und er doch kein kleiner Dechant mehr ist, sondern eine richtiger Wachhund.

Dieser Titel paßt auch wunderbar in die ökumenische Landschaft. Viele protestantische Geistliche nennen sich ebenfalls Dekane – ein weiterer gelungener Schritt zur Verschwisterung.

Es wäre doch gelacht, wenn man das Kind nicht schaukeln würde.

Außerdem hat die Zusammenführung von 21 auf 10 Dekanate den Vorteil, daß der Bischof hinkünftig nicht mehr 21 Dechanten – pardon: Dekane – verdächtigen muß, Interna auszuplaudern.

Man beachte, daß es ihm bis heute nicht gelungen ist, die undichte Stelle herauszufinden, welche an die Öffentlichkeit brachte, daß die Dechanten den Inhalt jenes römischen Briefes in Erfahrung bringen wollten, in dem Kritisches zu den Fuldaer Pastoralverbünden vermutet wird?

Das Schreiben wird vom Bischof bis heute geheimgehalten.

Der Clou des Berichtes über die letzte Dechantenkonferenz besteht in der Offenbarung, daß die Verbandsstruktur der Caritas als Vorbild für die Umstrukturierung der Diözese dient.

Bei der Caritas sind jetzt „hauptamtliche Mitarbeiter“ als „Vorstände“ tätig.

Sie haben einem übergeordneten Aufsichtsrat Rechenschaft abzulegen.

Ein Schelm, der meint, daß es dem Bischof nur um „Aufsicht und Kontrolle“ geht. Außerdem ist alles mit der Bischofskonferenz abgestimmt – zur Verbesserung der Handlungsfähigkeit.

Wessen Handlungsfähigkeit?

Hätte das die ‘Fuldaer Zeitung’ auch so klar und deutlich schreiben können? Ausgeschlossen. Denn dazu bedarf es eines Blattes, das sich der bischöflichen Erleuchtung noch sicherer ist.

Nur eines hat der ‘Boni-Bote’ vergessen: Die Gläubigen sind nicht so dumm, daß sie eine solche Strategie nicht durchschauen.

‘Boni-Bote’ ade! Du wirst viele Abonnenten verlieren.
      
17 Lesermeinungen
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#18   Betroffene   10:59:59 | Freitag, 1. Dezember 2006
pfui !
Algermissen und seine Anhänger.
pfui , pfui , pfui !!!!!
:-! :-! :-!
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#17   Pünktchen   11:30:07 | Donnerstag, 30. November 2006
Didymus-Zwilling, Mitarbeiter des Fuldaer Generalvikariats, erlaubt uns unfreiwillig einen Einblick
in das moralische und intellektuelle Innenleben der Episkopal-Camorra um :-! Algermissen :-! ! –- Danke, Zwilli :)3 !
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#16   iustus   11:11:10 | Donnerstag, 30. November 2006
Der Zwilling
Nur Penner in der Redaktion!Seid ihr hier alle so blöd?
Das Ding mit den SJMlern ist ja wohl für euch alle hier mächtig in die Hose gegangen! Sie gehen – und zwar in zwei Tagen!!!!
Weil diese Rufmord-Kampagne nicht gefruchtet hat, sucht man sich jetzt schnell etwas Anderes, um unseren Bischof schlecht zu machen!
Ich hätte da noch einen Tipp: vielleicht sucht man sich einen Spion, der auf der Toilette des Bischofs nach dem sucht, was die Nachrichten dieses Forums ausmachen:
Nichts als Scheiße!
Da tobt der Heide und der Fuldaer Kreis für eine offene Kirche macht vergebliche Pläne.
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#14   möchtegern-kathole   23:36:51 | Dienstag, 28. November 2006
so wie der schlechte baum schlechte …
…und der gute baum gute Früchte trägt, schimpfen die einen und die anderen nicht >:) O:)
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#13   AKH   23:20:13 | Dienstag, 28. November 2006
Betreff Meinung: Didymus-Zwilling
Nur Penner in der Redaktion!!!- da hast Du recht(von Dir mal ganz abgesehen-besser?)
Und mit Spionen kennt sich der Bischof ja wohl besser aus. Die Tipps behalte besser für Dich. :-P
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#12   warwohlnix   23:00:39 | Dienstag, 28. November 2006
anscheinend
ist das so, Sulpi – wenn es nicht gar der Umgangston frustrierter und kommunikationsgestörter Episkopen sein möchte …
Von wegen Abreaktion und so.
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#11   Sulpicius   22:57:58 | Dienstag, 28. November 2006
@Didymus
Ist das der Umgangston in deutschen Generalvikariaten?
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#10   Didymus-Zwilling   22:55:00 | Dienstag, 28. November 2006
Nur Penner in der Redaktion!
Seid ihr hier alle so blöd?
Das Ding mit den SJMlern ist ja wohl für euch alle hier mächtig in die Hose gegangen! Sie gehen – und zwar in zwei Tagen!!!!
Weil diese Rufmord-Kampagne nicht gefruchtet hat, sucht man sich jetzt schnell etwas Anderes, um unseren Bischof schlecht zu machen!
Ich hätte da noch einen Tipp: vielleicht sucht man sich einen Spion, der auf der Toilette des Bischofs nach dem sucht, was die Nachrichten dieses Forums ausmachen:
Nichts als Scheiße! :-!
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#9   möchtegern-kathole   21:02:09 | Dienstag, 28. November 2006
die Vesper …
… am Sonntag abend ist auch bei Tradis Brauch, das aber nur nebenbei.
Etwas Satire finde ich gut, lockert den Stil und manche Leser auf :-]
Ansonsten trifft es nur die Gläubigen und die Priester, die schon inkonsequent sind:
Wer sich permanent ver… ähm … verdingsen lassen will, was fehlt dem jetzt gegenüber zuvor?
Die Alte Messe ohne Fehl und Fehlübersetzung gibt es bei www.fsspx.info/ … auch in Fulda. Die nehmen sogar Amtskirchenpriester, die was kapiert haben.
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#8   rebekka   19:23:10 | Dienstag, 28. November 2006
Vesper besser als Messe
Warum wohl ist die Vesper besser als die Messe?
Antwort: Vermutlich, weil es Abend war. Nach ältestem Brauch wird der sonntägliche Hauptgottesdienst der Gemeinden mitten am Vormittag gefeiert – alles andere sind nur Ausweichtermine. Da die Priester alle am Morgen bereits Eucharistie gefeiert haben dürften, ist es naheliegend, am Abend gemeinsam die Vesper zu feiern. Was das II. Vatikanische Konzil den Priestern und Laien dringend anempfahl, nämlich zumindest Sonntags gemeinsam die Vesper zu feiern, entspricht – auch wenn das die Trdis nicht gerne hören – ebenfalls ältestem Brauch.
Merke: Es hat nicht immer mit dem Bruderkuss zu tun, sondern manchmal auch einfach mit einem kompetenten und sensiblen Umgang mit dem liturgischen Schatz der Kirche, wenn man am Abend eine Vesper singt und keine Messe feiert.
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#7   Guiseppe   17:52:47 | Dienstag, 28. November 2006
@Sirilo
„… in die Nähe der SS“
Warum gleich „in die Nähe der SS“? Gab es standrechtliche Erschießungen nur bei der SS?
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#6   roflcopter   17:45:35 | Dienstag, 28. November 2006
blubb
*gähn*
Moment, in China fällt ein Sack reis um.
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#5   Babsy   15:30:08 | Dienstag, 28. November 2006
Deutsche Sprache, schwere Sprache
Wer Glosse und Satire nicht erkennen kann, sollte sich eher zurückhalten.
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#4   Sirilo   14:45:45 | Dienstag, 28. November 2006
Die drei jungen SJM-Priester…
„wurden standrechtlich erschossen“.
Was soll das denn? Rückt Kreuz.net den Bischof von Fulda jetzt schon in die Nähe der SS? Eine solche Wortwahl ist durch nichts zu rechtfertigen!
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#3   Maledica   13:06:30 | Dienstag, 28. November 2006
Fusionierung
kath.net sollte mal eine Fusionierung mit dem Boni-Boten erwägen!
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#2   Guiseppe   12:59:17 | Dienstag, 28. November 2006
@landorganist
Bei Ihrem „Beitrag“ hilft nicht einmal ein Kaffee!
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#1   landorganist   12:51:21 | Dienstag, 28. November 2006
Gääääähn,
man, macht das müde. Hat mal einer einen Kaffee?
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