Papst für EU-Beitritt der Türkei
Papst Benedikt XVI. ist heute mittag in Ankara gelandet. Danach legte er im Atatürk-Mausoleum einen Kranz nieder. In das Gästebuch schrieb er einen Ausspruch des dort begrabenen Hochgradfreimaurers: „Frieden zu Hause, Frieden in der Welt“. Pressesplitter.

„Nach Worten von Ministerpräsident Erdogan sprach sich der Papst für eine EU-Vollmitgliedschaft der Türkei aus. Vor der Presse am Flughafen sagte Erdogan nach einem Gespräch mit dem Papst, er habe Benedikt XVI. um seine Unterstützung im türkischen EU-Beitrittsprozeß gebeten. Darauf hätte dieser gesagt, »daß er zwar kein Politiker sei, daß er aber wünsche, daß die Türkei in die EU komme«, so Erdogan. »Das ist im Protokoll festgehalten«, fügte der Ministerpräsident hinzu.“
Aus der Tageszeitung ‘Süddeutsche’ über die Ankunft des Papstes in Ankara
Der erklärte Gegner
„Vor einem Jahr, als Benedikt XVI. zum ersten Mal – vergeblich – versuchte, nach Istanbul zu reisen, wurde er von der Regierung in Ankara gestoppt, weil diese ihm seine Opposition gegen den Beitritt der Türkei zur Europäischen Union (als Kardinal) nicht verzeihen wollte.“
Aus der römischen Zeitung ‘La Repubblica’
Politisch ausschlachtbarer Besuch
„Der gefürchtete – von einigen sogar als peinlich betrachtete – Gast ist zu einem ziemlich willkommenen geworden: zumindest für die türkische Regierung. Nach den Unsicherheiten der vergangenen Wochen hat sie realisiert, daß der Besuch von Benedikt XVI. eine große politische Gelegenheit ist – besonders jetzt, wo die finnische Präsidentschaft der Europäischen Union die Totenglocke läutet. Diese hat die eigenen Vermittlungsversuche in der Zypernfrage für gescheitert erklärt. Das wiederum beinhaltet das Risiko, daß die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei, die vor einem Jahr aufgenommen worden waren, eingefroren werden.“
Aus einem Kommentar der Mailänder Tageszeitung ‘Corriere della Sera’.
Neu-Konsekrierung der Hagia Sophia?
„Papst Paul VI. ist 1967 nicht nach Ankara gegangen, sondern war nur in Istanbul und in Ephesus – und in der Hagia Sophia hat er dann gefragt: »Darf ich ein Gebet sprechen?« und hat sich niedergekniet und gebetet. Das gab danach einen Aufschrei in der türkischen Presse, weil man das ganz anders verstanden hat. Wenn der Sultan in eine christliche Kirche gekommen ist und dort sein Gebet verrichtet hat, dann ist das damit eine Moschee geworden. Man hat das irgendwie als eine Wieder-Konsekrierung der Kirche durch den Papst interpretiert. Johannes Paul II. war sich dann dieser Sache sehr bewußt. Er […] hat 1979 sehr bewußt die Hagia Sophia einfach nur besichtigt und sich erklären lassen – ohne irgendwelche Gebetsformen.“
Der österreichische Lazaristenpater Franz Kangler im Gespräch mit ‘Radio Vatikan’. Das Bild des in der Hagia Sophia knienden Paul VI. dient den Medien nun als Polemik gegen den Besuch Benedikt XVI.
Der Grund der Reise
„Benedikt XVI. ist nicht Johannes Paul II. Die symbolischen Gesten des polnischen Papstes in Richtung auf die Muslime haben in einem langen Pontifikat den Weg zu einem authentischen interreligiösen Dialog geöffnet. Der deutsche Papst hat diese Ambition und diesen Willen nicht. Er hat sich nicht zu der Türkeireise entschlossen, um sich mit den Muslimen auszutauschen, sondern um die Beziehungen zur orthodoxen Kirche von Konstantinopel enger zu knüpfen.“
Aus der auflagenstärksten französischen Zeitung ‘Ouest France’
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Montag, 4. Dezember 2006 07:07
Asteriskus: Schweigen…
Seit dem diese Fotomeile hier eingesehen werden kann, warte ich auf das Aufheulen aus dem modernistischen
Lager. Aber da kommt nix. Keine spitzen Bemerkungen zur Liturgie, die seit Jahrhunderten unverändert
ist. Keine Kommentare zu Weihrauch, Brokat,Gold, Edelsteinen etc. Kein Ton zur Liturgiesprache. Da wird
es doch deutlich, welche Interessen verfolgt werden. Eine modernistische, jeder katholoischen Identität
beraubten Kirche scheint das Ziel zu sein.
Hl. Pius X, bitte für uns!
Hl. Pius X, bitte für uns!
Donnerstag, 30. November 2006 18:24
No Comment: @Benedikt: „Wer vom Papst ißt…“
Vielleicht hat der Vatikan mit den türkeifreundlichen Worten kurz vor Reiseantritt, so die ital. Presse, den Premier ein bisschen dazu verlockt, den Papst „vorführen“ zu wollen. Macht aber nichts. Den Türspalt nach Europa, den Benedetto angeblich eröffnet hat, wird Erdogan höchstpersönlich wieder zudrücken…
Donnerstag, 30. November 2006 18:01
Benedikt: Erdogans Tricks
Donnerstag, 30. November 2006 13:15
No Comment: „Manuel II.“ Bush vs. „Gregor VII.“ Ratzinger??
Unter einem bestimmten Aspekt stellt der Siegeszug des Islam vielleicht so etwas wie die „Modernismuskrise“ der Orthodoxie dar. Denn dem staatskirchlichen Konzept von Byzanz fehlte das Papsttum, mithin die von Gregor VII. eingeschärfte geistliche Vorrangstellung vor der Politik. Den Staatsvorrang hat aber der Islam (und das gilt auch für den Kemalismus der Türkei) offenkundig „sauberer“ formuliert als es den Byzantinern möglich war. Der Katholizismus darf mithin nicht in die Reformationsfalle laufen. Je demokratischer das öffentliche Leben, umso zentraler muss Rom sich im Geistlichen profilieren. Die Weltöffentlichkeit scheint diese Wohltat beider vatikanischen Konzilien allmählich zu ahnen, die moderne Theologie aber kapiert’s anscheinend immer noch nicht.
Mittwoch, 29. November 2006 23:57
Benedikt: @ Augustinus
Ich denke, der Grund der Reise ist in erster Linie aus ökomenischen Gründen mit der orthodoxen Kirche,
zweitens zur Stärkung der dort lebenden Christen – besonders der Katholiken und drittens zu notwendigen
friedensstiftenden Maßnahmen, immerhin herrscht in der Türkei (und ostwerts in den islamischen Ländern)
eine wesentlich andere Kultur als in Europa.
Oder auch kürzer formuliert: Zur Rettung des Ökumenischen Patriarchats. Denn dem Patriarchat gehen langsam aber sicher die Priester aus und Patriarch darf bislang nur werden, wer türkischer Staatsbürger ist.
Oder auch kürzer formuliert: Zur Rettung des Ökumenischen Patriarchats. Denn dem Patriarchat gehen langsam aber sicher die Priester aus und Patriarch darf bislang nur werden, wer türkischer Staatsbürger ist.
Mittwoch, 29. November 2006 20:31
Fest_im_Glauben: Von der Redaktion entfernt
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