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Sonntag, 10. Dezember 2006 14:07
„Gott ist kein Neoliberaler“
„Strukturen verändern“ ist eine Lieblingsbeschäftigung des Referats Weltkirche im Limburger Ordinariat. Von Hubert Hecker.
Bischof Franz Kamphaus von Limburg
Bischof Franz Kamphaus von Limburg
(kreuz.net, Limburg) Der Caritas-Bezirk des Bistums Limburg hält die deutsche Arbeitsmarktreform Hartz IV für ein „System des offenen Strafvollzugs“.

Mit solchen Parolen begleiten die Limburger Caritas-Oberen die „Unterschicht“-Debatte in Deutschland.

Die Erkenntnis, daß erst der wohltätige Verteilerstaat eine passive und antriebslose Unterschicht gefördert oder gar geschaffen hat, weisen sie zurück.

Stattdessen fordert man sogar einen Ausbau des freigiebigen Sozialstaates: mehr Steuergeld zum Umverteilen, Erweiterung der Anspruchsberechtigten, weniger Kontrolle der Empfänger.

Ihre Ansichten teilen die Limburger Caritas-Strategen mit linken Ideologen, mit denen sie im Verlag VSA publizieren, deren Zeitschrift ‘Sozialismus’ heißt.

Der Bischof von Limburg, Mons. Franz Kamphaus, steht Seit’ an Seit’ mit seinen linkslastigen Caritas-Direktoren.

Gemeinsam betrachten sie das ‘Sozialwort der Kirchen’ von 1997 als Grundlage für die Forderung nach einer Ausweitung des Staates.

Zugunsten dieses ökumenischen Kompromißwerkes hat man im Bistum Limburg die katholische Soziallehre zurückgedrängt.

Der Kern der katholischen Soziallehre besteht in einem subsidiären Gesellschaftskonzept:

Die Verantwortlichkeit soll dabei möglichst bei den unteren Einheiten von Einzelmensch, Familie, Verein, Ortschaft belassen werden. Der Staat soll wenige und nur die unumgänglichen Aufgaben übernehmen.

Unter Bundeskanzler Konrad Adenauer († 1967) war dieses Konzept in Deutschland in etwa verwirklicht. Damals lag die deutsche Staatsquote bei etwas mehr als 20% – heute ist sie mehr als doppelt so hoch.

Die Staatsquote bezeichnet den Anteil der staatlichen und staatlich bedingten wirtschaftlichen Aktivität an der wirtschaftlichen Gesamtleistung einer Volkswirtschaft.

Dagegen verlangt das ‘Sozialwort’ einen „starken Staat“ – der einfordert, umverteilt, reguliert, Ansprüche vergibt, Berechtigung kontrolliert.

Der Bischof von Limburg lehnt eine Rückbildung des überregulierenden Staates mit dem Ruf ab: „Gott ist kein Neoliberaler.“

In einer Rede für Misereor prägte der Bischof den wirtschaftslyrischen Satz: „Wir dürfen unsere Seele doch nicht an den Markt verkaufen.“

Offenbar ist Mons. Kamphaus auch von der südamerikanischen Befreiungstheologie beeindruckt.

Im Jahre 1986 verteidigte er in einem Gespräch mit dem Befreiungstheologen Gustavo Gutierrez den umstrittenen Linkstheoretiker vor dem Marxismus-Vorwurf.

Bei dem Disput äußerte sich Gutierrez abfällig über Mutter Teresa von Kalkutta, weil sie den Schwerpunkt auf die Nächstenliebe und nicht auf eine strukturelle Armutsbekämpfung setzte.

„Strukturen verändern“ ist auch eine Lieblingsbeschäftigung des Referats Weltkirche im Limburger Ordinariat.

Der Abteilungsleiter Winfried Monz spricht von „Strukturen der Räuberei“ und „struktureller Arroganz“, wenn er die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Industrieländern und Afrika darstellt.

Mit viel Getöse werden immer neue Schuldenerlasse für bestimmte Drittweltländer gefordert, ohne die notwendigen Basisreformen von Wirtschaft und Politik angemessen zu unterstützen.

Ein Beispiel dafür ist das an Bodenschätzen reiche Land Sambia im südlichen Afrika. Es ist durch ein Partnerbistum mit der Diözese Limburg verbunden.

Zwanzig Jahre lang steckte dort eine sozialistische Verschwendungswirtschaft die Kredite aus den Industriestaaten in den Konsum der Bevölkerung und die Aufblähung des Staatsapparates.

Daß eine solche Politik zu einer auswegslosen Überschuldung führt, weiß jeder Oberstufenschüler – aber offenbar nicht das Limburger Weltkirchenreferat.

Jetzt haben die Kreditgeber und der ‘Internationale Währungsfond’ dem Land einen Teil der Schulden erlassen und ihm zugleich einen strikten Spar- und Reformkurs auferlegt.

Dadurch ist es mit der sozialen Gefälligkeitspolitik vorbei, die das Land an den Rand des Kollaps geführt hat.

Doch in der Limburger Weltkirchen-Abteilung wird dieser Prozeß der Sanierung und deren Folgen beklagt.

Sie fordert, daß der sambische Staat und die internationalen Gläubiger der einheimischen Bevölkerung – unabhängig von Arbeit und Leistung – ein Grundeinkommen oder den Zugriff auf entsprechende Konsumgüter gewährleisten sollten.

Offenbar will man den in Deutschland in die Krise geratenen Wohlfahrtsstaat auch in Sambia einführen.

Dagegen finden Modelle einer subsidiären Entwicklungspolitik – wie sie in der Dritten Welt vom diesjährigen Nobelpreisträger für Wirtschaft umgesetzt werden – im Limburger Ordinariat weniger Unterstützung.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 50 Lesermeinungen:
Sonntag, 26. August 2007 23:02
Bokrug †: Neoliberalismus ist anti-christlich
Neoliberalismus ist anti-christlich…

Freihandel: Warum Ricardo widerlegt ist…

http://www.neo-liberalismus.de

Siehe auch Franz Grolls Buch „Wie das Kapital die Wirtschaft ruiniert. Der Weg zu einer ökologisch-sozialen Gesellschaft“ (One Earth Spirit) von Franz Groll (Gebundene Ausgabe – September 2004).

Der unaufhaltsame Niedergang des Westens
Ulrich Berger und Christoph Stein 12.08.2005

Von den Folgen oder Ursachen des asiatischen Wirtschaftswunders

http://www.heise.de/…r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/art…

http://www.heise.de/…r4/html/result.xhtml?url=/tp/r4/art…

Exportorientierung statt Binnenmarkt – Entwicklung
Ulrich Berger und Christoph Stein 11.04.2005

Das zweite Scheitern des Liberalismus – Teil 2

http://www.heise.de/tp/r4/html/such.html?T=Ricardo+Frei…

Operettenimperialismus der USA

http://www.heise.de/…ikel/14/14587/1.html
Sonntag, 17. Dezember 2006 16:08
Artois †: @„benediktus“
wie ich bereits sagte: Den kriminellen Eliten auf Gedeih und Verderb verbunden.
Mittwoch, 13. Dezember 2006 12:40
Benedikt: @ gastus
sowie auch ich verantwortlich bin, für alles was mit meinem Akzept geschieht.

Vollkommen richtig. Nur liegt hier eben kein Akzept der Bischöfe vor.

Dann rettet die Kirche jetzt keine Kinder mehr in letzter Minute?

Wer abtreiben will kommt doch jetzt gar nicht mehr.
Mittwoch, 13. Dezember 2006 09:28
Gastus: @Regina
Das nenne ich wahre katholische Haltung.

Wissen Sie Regina, einer verdorbenen Gesellschaft, die in ihren Einrichtungen und über ihre Medien bewusst verdorben erzieht, hilft man nicht mit einer Haltung, die sich dieser Verdorbenheit anpasst und im Ergebnis auf rücksichtslose Vernichtung von Leben abziehlt.

Und wenn Sie diese Frauen nicht im Gespräch erreichen können, dann ist es allerbeste katholische Haltung für diese Frauen und ihre Kinder zu beten.

Ihre und Benedikts Redensweise erinnert mich an den Selbstmörder, der auf einer Brücke steht, springen will und dem ich nach eingehendem Gespräch einen Fallschirm gebe, damit er es sich auf dem Weg nach unten noch einmal überlegen kann, anstatt ihn mit aller Macht zurückzureissen.

Die Macht steht hier für das Gebet der Kirche und ein absolut glaubwürdiges und übereinstimmendes Zeugnis in der Welt, die Beihilfe zum Mord als das verurteilt, was es eben ist.

Kamphaus und die anderen Bischöfe waren und sind verantwortlich für alles, was in ihrem Zuständigkeitsbereich geschieht und geschehen ist, sowie auch ich verantwortlich bin, für alles was mit meinem Akzept geschieht.

Ich bin nicht davon überzeugt, dass auf der damaligen Verfahrensweise GOTTES Segen ruhte.

Das war mein letzter Beitrag in diesem Thread zum Thema.
Mittwoch, 13. Dezember 2006 08:45
Regina 1961: @gastus &co
Mit den ganzen vorangegangenen Kommentaren zeigz ihr doch nur eins: Die Frauen, die noch am schwanken sind und die durch die Beratung eventuell noch dazu bewogen werden könnten, ihr Kind auszutragen, sind euch schlicht und ergreifend EGAL!!! Das nenne ich wahre katholische Haltung.
@ maledica: Seine Dummheit im Forum so vor sich her zu tragen wie Du es tust, zeugt schon von einer Umnebelung, die ihresgleichen sucht. Eine Frau, die abtreiben WILL geht mit Sicherheit nicht in eine Beratungsstelle der katholischen Kirche. Diese Kinder können nur noch durch Eingreifen Gottes gerettet werden. Glaubst Du, Bischof Kamphaus ist so blöd und weiß das nicht?
Dienstag, 12. Dezember 2006 19:52
Gastus: @Benedikt
Mit welcher Begründung? Es wurde versucht, in letzter Minute Kinder zu retten. Das halte ich für ein ehrbares Anliegen.

Dann rettet die Kirche jetzt keine Kinder mehr in letzter Minute? Dann ist es jetzt ein wenig ehrbares Verhalten welches Kirche da an den Tag legt.

Sie sind offenbar nicht in der Lage, sich mit diesem Thema sachlich zu beschäftigen.

Liegt wohl daran, dass bei mir Kinder keine Sachen sind.
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