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Mittwoch, 29. November 2006 16:36
Neue Töne aus Genua
Die Erzdiözese Genua wartete kürzlich mit einer hochinteressanten Erklärung zur Alten Messe auf. Darin ist auch von Pater Pio und seinen liturgischen Präferenzen die Rede.
(kreuz.net, Genua) Am 27. November publizierte die Erzdiözese Genua auf ihrer Webseite eine Erklärung.

Titel: „Klarstellungen bezüglich der möglichen Promulgierung eines ‘Motu proprio’ zum Thema einer erleichterten Anwendung des Indults für das Meßbuch des Heiligen Pius V.“

Der Erzbischof von Genua, Mons. Angelo Bagnasco, ist erst seit Ende September im Amt. Sein Vorgänger wurde vom Papst zum neuen vatikanischen Staatssekretär ernannt.

Die Stadt Genua ist traditionell ein Kardinalssitz.

Als Grund für die Veröffentlichung werden „zum Teil unangebrachte Kommentare“ genannt, die in der Erzdiözese über eine mögliche Freigabe der Alten Messe kursiert seien.

Mit diesem Bild illustrierte die Erzdiözese Genua ihren Beitrag zur Alten Messe
Mit diesem Bild illustrierte die Erzdiözese Genua ihren Beitrag zur Alten Messe
Zunächst erklärt die Stellungnahme, daß der Papst das Recht hat, pastorale und juridische Akte zu setzen, welche die Weltkirche betreffen.

Die Feier der Heiligen Messe erfordere die volle kirchliche Gemeinschaft. Dieser stehe der Papst vor. Er bemühe sich auch, die Einheit aller Christgläubigen zu suchen.

Das Zweite Vatikanum habe die Messe des Heiligen Pius V. nicht abschaffen sondern reformieren wollen.

Die Freigabe der Alten Messe bedeute in keiner Weise einen Widerruf des Zweiten Vatikanums oder der Pontifikate der beiden Konzilspäpste Johannes XXIII. und Paul VI.

Letzterer – der im Jahr 1970 das Römische Meßbuch publizierte – „gewährte Pater Pio von Pietrelcina persönlich ein Indult, damit dieser weiterhin die Heilige Messe nach dem Ritus von Pius V. auch öffentlich zelebrieren konnte, obwohl die Liturgiereform seit der Fastenzeit 1965 in Gang war.“

Papst Johannes Paul II. habe den Diözesanbischöfen bereits am 3. Oktober 1984 durch den Brief ‘Quattuor abhinc annos’ die Möglichkeit gegeben, ein Indult für die Zelebration der Alten Messe zu gewähren.

In seinem Motu proprio ‘Ecclesia Dei adflicta’ vom Juli 1988 habe der Papst angewiesen, „daß das Verlangen jener, die sich mit der lateinischen liturgischen Tradition verbunden fühlen, durch eine weite und großzügige Anwendung der Anweisungen – die vom Apostolischen Stuhl schon seit langem für die Verwendung des Römischen Meßbuches nach der Editio typica von 1962 publiziert wurden – überall respektiert werden muß“.

Seit dem vierten Jahrhundert gebe es in der Kirche verschiedene Riten, die den einen katholischen Glauben zum Ausdruck brächten und Zeichen einer greifbaren Vitalität der Katholischen Kirche seien.

Auch das Konzil von Trient habe die damals existierenden Riten nicht vereinheitlichen wollen.

Als Beispiel wird der Ambrosianische Ritus genannt, der in einigen Tälern des Kantons Tessin, und in der Erzdiözese Mailand – nicht aber in den Städten Monza, Trezzo oder Treviglio – verwendet wird.

„Zwei gültige Formen des gleichen katholischen Glaubens – jene des Heiligen Pius V. und jene von Paul VI. – dürfen nicht als »Ausdruck verschiedener Ausrichtungen« und folglich als miteinander unversöhnlich hingestellt werden.“

Auf liturgischem Gebiet sei es ebenfalls nicht legitim, die Entscheidungen und Handlungen der Päpste Johannes XXIII., Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. sowie der Konzilien so hinzustellen, als ob sie miteinander im Konflikt stünden oder gar zueinander alternativ wären.

© Bild: Latin-Mass-Society.org
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 33 Lesermeinungen:
Montag, 18. Dezember 2006 18:48
Arwen: Wer schreibt hier von wem ab???
Dieser Text aus Genua ist heute doch noch auf kath.net erschienen. Kleines Detail: Das angegebene Erscheinungsdatum der Erklärung ist das Veröffentlichungsdatum auf kreuz.net und nicht das zwei Tage ältere auf der Webseite der Erzdiözese Genua.

Im Übrigen wundert mich bei der einseitigen und unsachlichen Berichterstattung von kath.net nichts mehr
Sonntag, 3. Dezember 2006 16:31
nightlight20022001 †: Um was streitet ihr eigentlich?
Hier wird gestritten ob das Wort Opfer in der Messe erwähnt wird oder nicht.Ob man die Messe in der Landessprache hält oder auf Latein.

Was steht eigentlich in der heiligen Schrift in Hebräer?Was lehrte denn der Apostel Paulus?

Hebräer Kapitel 9 Absatz 24

Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heiligtum, das mit Händen gemacht(Tempel in Jerusalem) und nur ein Abbild des wahren Heiligtums ist,sondern in den Himmel selbst,um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen;auch nicht,um sich oftmals zu opfern,(wie in der Eucharestie) wie der Hohepriester alle Jahre mit fremdem Blut in das Heiligtum geht;sonst hätte er oft leiden müssen vom Anfang der Welt an.Nun aber, am Ende der Welt, ist er ein für alle Mal erschienen, durch sein eigenes Opfer die Sünde aufzuheben.(die aus dem Fleisch begangen werden und wofür die gefallenen Engel verantwortlich sind)Und wie den Menschen bestimmt ist, „einmal“ zu sterben, danach aber das Gericht:so ist auch Christus „einmal“ geopfert worden, die Sünden vieler wegzunehmen;zum zweiten Mal wird er nicht der Sünde wegen erscheinen, sondern denen, die auf ihn warten, zum Heil.

Richtet nicht dass ihr nicht gerichtet werdet,Satan war der Ankläger der verworfen ist.
Freitag, 1. Dezember 2006 19:43
im lateinischen Text ist es noch erwähnt. Im deutschen? nicht mehr.

@Ottaviani: wenn ein Priester das Opfer in der Messe nicht erwähnt, und sonst aber auch nicht, dann leugnet er es. Das ist die Häresie durch Weglassen – keine Erfindung durch mich.
Freitag, 1. Dezember 2006 13:16
Romano: 2. Hochgebet
Ottaviani schrieb:

Nein, nicht häretisch, aber auf jeden Fall defizitär!

Möglicherweise defizitär, aber: das Opfer mit dem Verb „offerimus“ durchaus erwähnt.
Freitag, 1. Dezember 2006 13:08
Alfredo Ottaviani: @Möchtegern-Kathole
„Und die Vorgabe des 2. Canon ist schon fast häretisch, weil eben das Opfer darin nicht erwähnt wird.“

Nein, nicht häretisch, aber auf jeden Fall defizitär!

Alfredo Card Ottaviani
Donnerstag, 30. November 2006 20:28
der am häufigsten gelesene und in manchen Pfarren fast ausschließliche Canon des NOM ist der zweite. Und darin wird das „Opfer“ faktisch geleugnet.

Das es ad libitum Canones gibt, die das Opfer erwähnen, aber selten verwendet werden (manche Priester machen eine löbliche Ausnahme) ändert nichts an der Aussage. Dass Sie schon das 4. Hochgebet bemühen müssen zeigt, dass sie kein Beispiel im 2. gefunden haben.

Deshalb rede ich keinen „Stuss“, und kenne den NOM sehr gut. Und die Vorgabe des 2. Canon ist schon fast häretisch, weil eben das Opfer darin nicht erwähnt wird.

Was würden sie beispielsweise von einer Laudatio auf einen neuen Ehernbürger halten, in der der Ehrenbürger nicht erwähnt wird? Deshalb ist das 2. Hochgebet „Stuss“.
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