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Donnerstag, 30. November 2006 09:45
Konservativer Aufstand
Bei den Wiener Stadtdechanten brodelt es. Eine Pfarrei der Stadt hat eine liturgische Erneuerung eingeführt. Doch die Dechanten wollen, daß alles beim Alten bleibt.
Fronleichnamsfest der Wiener Pfarrei St. Rochus
Fronleichnamsfest der Wiener Pfarrei St. Rochus
(kreuz.net, Wien) Die Wiener Stadtdechanten haben an ihren Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, appelliert.

Der Kardinal solle sich in der Pfarrei St. Rochus für einen fixen Volksaltar stark machen. Die Stellungnahme ist mit dem 20. November datiert.

Die Pfarrei St. Rochus wird vom Oratorium St. Philipp Neri betreut.

Ab nächsten Sonntag werden in der Rochuskirche die Messen wieder am Hochaltar gelesen.

Der sogenannte Volksaltar ist eine Erfindung der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts. Diese Zeiterscheinung soll in St. Rochus grundsätzlich wieder beseitigt werden.

Als Kompromiß – in St. Rochus spricht man von einer „pastoralen Lösung“ – wird sonntäglich auf einem tragbaren Volksaltar eine sogenannte Familienmesse gelesen.

Die Wiener Stadtdechanten, die sich gegen die liturgische Erneuerung in St. Rochus stemmen und beim Alten bleiben wollen, sandten ihre Stellungnahme auch an die Österreichische Presseagentur ‘APA’.

Dort heißt es:

„Als Dechanten des Vikariats Wien-Stadt orten wir zunehmend Verunsicherung und Mißstimmung über die vorgesehene Entfernung des Volksaltars in der Pfarrekirche St. Rochus.

Einstimmig bitten wir den Erzbischof von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, sich für die Rücknahme dieses Vorhabens einzusetzen, damit nicht der Eindruck entsteht, daß in der Erzdiözese Wien erste öffentlich bemerkte Schritte gegen die liturgische Erneuerung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil unternommen werden.“


Der Pfarrer der Rochuskirche, Pater Georg Herberstein, erklärte am Mittwoch auf Anfrage der ‘APA’, daß die Entscheidung mit der Diözesanleitung und mit der Pfarrgemeinde abgesprochen worden sei.

Es habe eine sehr konstruktive, aber nicht extrem kontroverse Debatte gegeben.

Pater Herberstein betonte, daß sowohl die Zelebration zum Herrn hin als auch der Volksaltar den geltenden liturgischen Normen entsprechen würden.

Der Sprecher des Wiener Kardinals, Erich Leitenberger, erklärte vor der Tageszeitung ‘Presse’, daß Kardinal Schönborn mit dem Pfarrer und den Dechanten sprechen und sich um eine Lösung im Sinne aller Beteiligten bemühen werde.

Die in kirchlichen Belangen einseitig orientierte ‘Presse’ sieht dennoch ein Problem: „Das Kirchenrecht sieht vor, daß es in Pfarrkirchen einen feststehenden Altar geben muß.“

Diese kirchenrechtliche Forderung erfüllt in St. Rochus seit Bestehen der Kirche der Hochaltar.

© Bild: http://www.oratorium.at/
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Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 34 Lesermeinungen:
Freitag, 1. Dezember 2006 15:42
Freinsberg: @Benedikt
Das Altarkreuz ist doch ein Sekundär-Symbol. Das eigentliche Zeichen ist der Altar mit den auf ihm stehenden Gaben Brot und Wein. Und zu ihm hin orientieren sich alle.
Freitag, 1. Dezember 2006 15:39
Benedikt: @ Freinsberg
Ernstgemeinte Frage?

Das Altarkreuz symbolisiert unter solchen UMstände die Orientierung. Nicht ganz so toll, aber zur Not…
Freitag, 1. Dezember 2006 15:33
Freinsberg: St. Rochus
Wenn ich mich recht erinnere, ist die Rochuskirche gesüdet, nicht geostet. Welche Symbolik ist das?
Donnerstag, 30. November 2006 22:00
Burgorus: @Bonjour
„Vielleicht sollten Sie erst mal nachforschen, ob Maier überhaupt mal Stellvertreter des MP war. Meines Wissens war dies – unter Strauß – Karl Hillermeier, ein Evangele.“

Sie haben Recht. Möchte jetzt nachforschen, ob ich an dieser Geschichte was falsch verstanden habe oder ob mir etwas falsch oder ungenau erzählt wurde.
Donnerstag, 30. November 2006 21:03
golfi: An Benedikt:
Ich muß Ihnen beipflichten, ich war längere Zeit in Skandinavien gewesen und fand in den luth. Kirchen Kniebänke vor dem Hochaltar. Da können mache sogenanten Katholiken noch etwas lernen.
Donnerstag, 30. November 2006 20:22
Bonjour: Burgorus
„Das ungewöhnliche Ereignis, dass der Stellvertreter des Ministerpräsidenten eine Phase seiner Abwesenheit ausnutzt, um das Präsentationsrecht des Pfarrers von St. Peter für sich zu beanspruchen, dürfte doch wohl zu Nachforschungen geführt haben.“

Vielleicht sollten Sie erst mal nachforschen, ob Maier überhaupt mal Stellvertreter des MP war. Meines Wissens war dies – unter Strauß – Karl Hillermeier, ein Evangele.
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