Papstbesuch in der Türkei
„Unser erstes Interesse galt natürlich Mons. Gänswein“
Am dritten Tag seines Besuches in der Türkei unterzeichneten der Papst und der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel eine gemeinsame Erklärung. Das Ziel: Die vollkommene Einheit. Beim anschließenden Besuch in der Blauen Moschee trug der Papst weiße Hausschuhe.
Der Papst und der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung
Der Papst und der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung
© N. Manginas/Vom ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel veröffentlichtes Pressefoto
Unmoralisches Angebot

„»Die Trennungen zwischen den Christen sind ein Skandal und behindern die Verbreitung des Evangeliums«, betonte der Papst in der St.-Georgs-Kathedrale nach der orthodoxen Göttlichen Liturgie zum Fest des Heiligen Andreas. Beide Kirchenoberhäupter verwiesen auf das gemeinsame Erbe, das Katholiken und Orthodoxie grundsätzlich verbindet. Der Papst erneuerte das Angebot seines Vorgängers Johannes Paul II. über eine Gestaltung des päpstlichen Dienstes »als Dienst der Liebe«.“

Aus einem Bericht der ‘Österreichischen Presseagentur APA’

Brüderliche Begegnungen
"Petrus besucht Andreas" - Mit diesen Worte begrüßte Johannes Paul II. den ökumenischen Patriarchen Dimitrios I. bei seinem Türkeibesuch im Jahr 1979."Die Spaltungen unter den Christen sind ein Skandal für die Welt und ein Hindernis bei der Verkündung des Evangeliums" - sagte Benedikt XVI. in einer Ansprache während der Göttlichen Liturgie in der orthodoxen St.-Georgs-Kirche.Erstmals nahm am 30. November 1979 ein Papst in der Patriarchatskirche an einer Liturgie teil.

Mehr Journalisten als Demonstranten

„Zu einer von türkischen Nationalisten angemeldeten Demonstration gegen den Besuch des Kirchenoberhaupts erschienen am Donnerstag vormittag in Istanbul mehr Journalisten und Polizisten als Demonstranten. Auf dem Beyazit-Platz in der Altstadt versammelten sich zu Beginn der Kundgebung kaum 20 Demonstranten. Gleichzeitig waren mindestens 50 Journalisten anwesend, alleine 20 Fernsehkameras waren auf dem Platz aufgebaut. Die Sicherheitskräfte waren mit zehn Bussen mit Bereitschaftspolizisten, zwei gepanzerten Mannschaftswagen und einem Wasserwerfer vertreten.“

Aus einem Beitrag für die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’

Erfüllte Prophezeiung?

„Jetzt besucht der Papst vor allem den kläglichen Rest der alten türkisch-byzantinischen Christenheit. Vor 80 Jahren stellten sie noch etwa 20 Prozent der Bevölkerung, jetzt nur noch knapp 0,5 Prozent. Es ist eine überalterte aussterbende winzige Minderheit. Erst im letzten Jahrhundert also ist die Türkei wirklich ein Land der christlichen Apokalypse geworden, deren blühende Gemeinden der Seher Johannes schon im ersten Jahrhundert mit der Prophezeiung erschreckte: »Ich stoße euch den Leuchter vom Altar! « […] Nirgendwo wuchs die Christenheit am Anfang so rasch wie hier und in Ägypten, und kaum sonst wo wurde sie auch so stark entwurzelt und vertrieben.“

Aus einem Bericht des Vatikanisten der Tageszeitung ‘Die Welt’ Paul Badde.

Beständiger Gegensatz

„Während die Türken in Deutschland stolz sein dürfen über jede neue Moscheeeinweihung, darf in der Türkei die Jahrtausendalte orthodoxe Gemeinde nicht einmal ihr [seit Anfang der 70er Jahre vom Staat geschlossenes] Priesterseminar öffnen. Die türkische Brücke, rhetorisch so oft bemüht, ist eben mehr als brüchig.“

Der in Ankara geborene und in Deutschland lebende Schriftsteller Zafer Senocak (45) in einem Beitrag für die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’

Veto gegen christenfreundliches Eigentumsgesetz

„Die EU-Kommission will die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei teilweise einfrieren. Die Türkei habe ihre Verpflichtung zur Öffnung ihrer Häfen für das EU-Mitglied Zypern nicht erfüllt und dies müsse Folgen haben, sagte Erweiterungskommissar Olli Rehn am Mittwoch in Brüssel. Die Türkei reagierte empört. […] In der Türkei gab es derweil einen erneuten Rückschlag für die Verhandlungen. Präsident Ahmet Necdet Sezer legte Einspruch gegen ein von der EU verlangtes Gesetz ein, mit dem die Eigentumsrechte nicht-islamischer Religionsgemeinschaften gestärkt werden sollen.“

Die Nachrichtenagentur ‘Reuters’ am Mittwoch

Ein guter Typ

„Ich saß am Montag morgen um 10 Uhr in perfekter Uniform in Rom zur Einweisung für den Papstflug nach Ankara. Wir waren 90% Frauen und unser erstes Interesse galt natürlich Mons. Gänswein. […] Kurz nach acht Uhr nahm ich neben dem Papst Platz (jedes Besatzungsmitglied wurde einzeln mit ihm fotografiert), er nahm meine Hand und ich rief ihm ein: »Heiliger Vater…Guten Morgen!« entgegen. Er antwortete mir mit einem verwunderten: »Ach, Sie sind Deutsche?!« Da brauchte es – ehrlich gesagt – wenig, um mich für ihn einzunehmen. Vielleicht waren es seine weichen Hände, vielleicht seine deutsche Art, vielleicht seine angenehme Demut, sein Charisma. Auf jeden Fall bin ich der Meinung: »Das ist ein guter Typ!!!«“

Aus einem in Großschreibung und Satzsyntax angepaßten Eintrag des Blogs ‘…Bibi a Mi…’ einer Stewardeß beim Papstflug von Rom nach Ankara.
      
16 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#16   allegra   11:30:09 | Donnerstag, 7. Dezember 2006
…unverschaemtheit !!!!…
sehr geehrte damen und herren,
ich finde es eine unverschaemtheit, dass sie das wortwörtlich lektorierte zitat aus meinem blog ohne meine namensnennung bzw. ohne hinweis auf die quelle (in diesem fall: mein blog) in ihren artikel setzen.
und erwarte von ihnen diesen text sofort zu entfernen, da das urheberrecht bei diesem text bei mir liegt und ich sie NICHT autorisiert habe, diesen zu veröffentlichen !!!!
mit freundlichen gruessen
allegra (allegra1966.twoday.net/stories/2997378/)
Redaktion benachrichtigen
#15   landorganist   13:13:08 | Freitag, 1. Dezember 2006
@Campo
Gute Frage, davon höre auch ich zum ersten Mal. Dennoch mache ich mir deswegen keine Hoffnung auf Besserung.
Redaktion benachrichtigen
#14   CampoSanto   12:57:16 | Freitag, 1. Dezember 2006
Denk’ ich…
Denk ich an Rom bei Nacht…
Seit wann denkt Sulpicius??
Redaktion benachrichtigen
#13   Aurelius   11:55:44 | Freitag, 1. Dezember 2006
Sulpicius
Denk ich an Rom bei Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht
Dann denk doch einfach an das Ewige Rom(c), zähl ein paar Manipel und süße Träume!
Redaktion benachrichtigen
#12   Sulpicius   11:43:53 | Freitag, 1. Dezember 2006
Denk ich an Rom…
Denk ich an Rom bei Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht!
Redaktion benachrichtigen
#11   landorganist   11:38:04 | Freitag, 1. Dezember 2006
Na endlich
Sulpi macht einen, wenn auch sehr schwachen Versuch, dem Ruf von Kreuznet gerecht zu werden. Ihr ward schonmal besser, Jungs!
Redaktion benachrichtigen
#10   stimme der vernunft †   10:08:34 | Freitag, 1. Dezember 2006
viel schlimmer!
Dann verneigt er sich Richtung Mekka!
Die Piusbrüder zelebrieren sogar Richtung Mekka!
Redaktion benachrichtigen
#9   Sulpicius   03:07:50 | Freitag, 1. Dezember 2006
Ach so!
Benedikts Besuch wird zur Sensation. In sich versunken steht er mit Ali Bardakoglu, dem Chef der türkischen Religionsbehörde, in der Moschee, richtet seine Gedanken zu Gott. Dann verneigt er sich Richtung Mekka!
:-!
Redaktion benachrichtigen
#8   turk   22:58:17 | Donnerstag, 30. November 2006
Wie bitte?
Was heißt hier: „Unmoralisches Angebot“???
Redaktion benachrichtigen
#7   Breze   21:33:19 | Donnerstag, 30. November 2006
@ wahrwohlnix
Rotlicht Milieu?
Aber, aber…
Redaktion benachrichtigen
#6   gelasius   21:32:33 | Donnerstag, 30. November 2006
@war-wohl-nichts
Gratulation zu Ihrem kongenialen Namen !
Redaktion benachrichtigen
#5   warwohlnix   21:28:13 | Donnerstag, 30. November 2006
Es gibt eben Leute, die
mögen das Rotlicht-Milieu nicht und ziehen sich zurück, bis es wieder Tag wird.
Bin morgen früh wieder da.
Redaktion benachrichtigen
#4   Breze   21:25:04 | Donnerstag, 30. November 2006
@ Aurelius @ landorganist
Tja, kreuz.net hatte nicht genügend Zeit, einen Hetzartikel zusammenzustellen oder es hat sich in der Kürze der Zeit kein Stammtisch-Tradi gefunden, der den Job erledigt.
Geduld, Geduld… Die sind bestimmt alle in Fulda, warum sonst ist es heute um diese Uhrzeit so verdächtig ruhig…
Postings, so wie wir sie kennen, kommen bestimmt noch… Wetten?
Redaktion benachrichtigen
#3   gelasius   21:24:07 | Donnerstag, 30. November 2006
aurelius & landorganist
Damit muß man leider rechnen.Dabei könnte das Leben so schön sein ohne sie…
Redaktion benachrichtigen
#2   Aurelius   21:21:24 | Donnerstag, 30. November 2006
@ landorganist
Tja, kreuz.net hatte nicht genügend Zeit, einen Hetzartikel zusammenzustellen oder es hat sich in der Kürze der Zeit kein Stammtisch-Tradi gefunden, der den Job erledigt.
Das wird aber sicherlich bald hier in den Lesermeinungen nachgeholt.
Redaktion benachrichtigen
#1   landorganist   20:17:48 | Donnerstag, 30. November 2006
Na also,
wenn Kreuznet nicht selber schreibt, sonderen andere zitiert, gibts nicht zu meckern. Weiter so! Und irgendwann könnt Ihr Eure Leute dann auch zur Journalistenschule schicken. Hoffnung für kreuz-net?
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Benedikt XVI.Ein halbherziger Willkommensgruß für einen polemischen Papst Nie gehaltene RedeDie Helvetier beim Papst Allgemeines IndultDieses Mal ist die Sache ernst Benedikt XVI.Des Kaisers wirklicher Bart Benedikt XVI.„Wenn ich den Papst erwische, werde ich ihn hängen“ GeneralaudienzBenedikt XVI.: Sie beten den alleinigen Gott an Benedikt XVI.„An der Grenze zum Absurden“ Benedikt XVI.„Bedaure Reaktionen auf meine Rede“ Benedikt XVI.Reicht die vatikanische Erklärung? Benedikt XVI.Der Staatssekretär springt in die Bresche Papstmesse in RegensburgKäsebrot statt Beichte Papstkritik am IslamIm Kreuzfeuer Der Abschied des PapstesWas bleibt? Benedikt XVI.Eine päpstliche Ferienresidenz in Bayern? Benedikt XVI.Warum ich nicht zur Papstmesse ging
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net