China
Wie im Wilden Westen
Gestern wurde ein Bischof für die chinesische Gegenkirche geweiht. Gegen den Willen des Vatikan. Dabei wurden haarsträubende Mittel angewandt.
Joseph Kardinal Zen
Joseph Kardinal Zen
(kreuz.net, Peking) Am Donnerstag wurde Mons. Wang Renlei (36) zum Weihbischof der ostchinesischen Diözese Xuzhou geweiht.

Die Konsekration wurde von der kommunistischen Gegenkirche ‘Patriotische Vereinigung’ organisiert.

Somit fand erneut eine Bischofsweihe gegen den Willen des Heiligen Stuhls statt.

Der neue Weihbischof wird die Nachfolge des 93jährigen Bischof Quian Yurong antreten. Dieser ist gesundheitlich sehr angeschlagen.

Um die Zeremonie durchzuführen, wurden auch zwei romtreue Bischöfe aus der Provinz Hebei entführt und zwangsweise zu der Bischofsweihe nach Xuzhou geschleppt.

Das berichtete die italienische Nachrichtenagentur ‘AsiaNews’.

Der Vatikan hatte gehofft, daß die ‘Patriotische Vereinigung’ von der Bischofsweihe absehe. Der neue Bischof Wang Renlei habe vorher nicht kontaktiert werden können, weil er ebenfalls von den staatlichen Behörden unter Aufsicht genommen wurde.

Laut ‘AsiaNews’ kritisierte der Bischof von Hong Kong, Joseph Kardinal Zen, die schismatischen Handlungen scharf. Bei der Bischofsweihe seien „unanständige, fast unvorstellbare Methoden“ angewandt worden.

Um die Sache durchzuführen, seien Mons. Li Liangui und Mons. Petrus Feng Xinmao entführt worden. Ziel dieser Übung war, der illegalen Weihe dadurch eine gewisse kirchliche Legitimation zu geben.

Nach illegalen Weihen im vergangenen April traf sich eine Delegation des Heiligen Stuhl mit Regierungsvertretern in Peking. Dabei wurde vereinbart, daß zukünftig keine derartigen Zeremonien mehr ohne Absprache mit dem Vatikan durchgeführt würden.

Der Heilige Stuhl machte damals klar, daß unerlaubte Bischofsweihen eine schwere Verletzung der Rechte der Kirche darstellten und vom Kirchenrecht bestraft würden.

Noch am Donnerstag erklärte eine Sprecherin des Außenministeriums, daß die chinesische Regierung konsequent an ihren Bedingungen für Beziehungen zum Vatikan festhalte.

Der Vatikan müsse seine diplomatischen Beziehungen zu der angeblichen chinesischen Inselprovinz Taiwan abbrechen.

Er dürfe sich nicht in die inneren Angelegenheiten Chinas einmischen – auch nicht unter dem Deckmantel der Religion.
      
23 Lesermeinungen
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#23   MichalK   15:44:30 | Samstag, 2. Dezember 2006
Ist Vatikan voreingenommen?
Falls es keine Exkommunikation der Beteiligten folgen wird, bedeutet es, dass Vatikan nicht dasselbe Maß hat, als er Erzbischof Lefebvre und von ihm geweihte Bischofe exkommuniziert hat. Gerade diese Regel wurde damals wegen der Lage der Kirche in China festgesetzt.
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#22   Heggi   10:53:22 | Samstag, 2. Dezember 2006
Gotthard,…
das erstaunt mich aber wirklich, daß Sie nicht einmal wußten,wer Mitkonsekrator bei den Bischofweihen von FSSPX war. Da denkt man, man diskutiert mit informierten Leuten… Nun möchte ich wirklich wissen, wer sich hinter Ihren Pseudonym verbirgt!
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#21   Athanasius   02:19:29 | Samstag, 2. Dezember 2006
Bischofsweihe
Für die gültige Bischofsweihe ist nur ein Bischof notwendig. Drei sind aber vorgeschrieben. Aber sogar Kardinal Pacelli hat Bischof Michel d’Herbigny SJ ohne weiter Assistenten, ja ohne weiteren Anwesenden, in Berlin im geheimen zum Missionsbischof für die Sowjetunion geweiht. Ganz klar.
Und in Ecône, lieber Hetzer Gotthard, gab es den Kokonsekrator Bischof Antônio de Castro Mayer. Der im Dekret von 30. Juni zwar nicht exkommuniziert wurde, aber am 2. Juli um die gleiche Strafe bat beim Vatikan, weil er sich völlig mit der Position Erzbischof Lefebvres identifizierte.
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#20   ottaviani   23:15:28 | Freitag, 1. Dezember 2006
Aber natürlich nicht
zunächst ist unter außergewöhnlichen umständen, die waren ja wohl gegeben nicht unbedingt die Mitwirkung von 3 Konsekratoren erforderlich
aber selbverständlich gab es bei der bischofsweihe der 4 Bischöfe einen Mitkonsekrator den Alt Bischof der Diözese Campos in Brasilien Mgr. Atonio de Castro Meyer
der einzige Bischof der Welt der aus Gewissensgründen in seiner Diözese den NOM verboten hatte trotzdem blieb er bis 1981 Bischof
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#19   Breze   22:29:43 | Freitag, 1. Dezember 2006
@ Gotthard
Die Spezialisten werden uns bestimt nicht in Unkenntnis lassen…
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#18   Gotthard   22:18:30 | Freitag, 1. Dezember 2006
Wild-Europa
es gab doch auch schon mal wilde Bischofsweihen in Europa … sofort vier auf einen Schlag …
zur Sicherstellung der Sukzession sind in der kath. Kirche – meines Wissens nach – mindestens 3 Konsekratoren notwendig.
Wer war eigentlich bei den Pius-Weihen neben Marcel noch Konsekrator?
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#17   Breze   22:12:10 | Freitag, 1. Dezember 2006
@ Udalricus
Principessa bedankt sich herzlich für Ihre Antwort. Sie hatte lediglich auf Tradiland’s Stimme geantwortet.
Was die unzulässige chinesische Bischofsweihe angeht, ich habe einfach keine Ahnung, ob sie gültig ist. Denke schon, die Bischofsweihe bei den Lefebvrebrüdern sind es ja auch…
@ Henry von Dingenskirchen
Werde das Kompliment an Principessa weiter geben, vielen Dank auch…
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#16   Udalricus   21:29:34 | Freitag, 1. Dezember 2006
@principessa
Ich glaube, dass niemand den Willen des Geweihten zur WEihe bestreitet, die Frage galt dem Willen der WEihenden und wie viele Weihende es waren.
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#15   HeinrichvonOfterdingen   20:22:52 | Freitag, 1. Dezember 2006
Schlauer als Du jedenfalls Breze,
ist ja auch kein Kunststück.
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#14   Breze   18:15:35 | Freitag, 1. Dezember 2006
Huihh!
ist meine Katze schlau… Wusst ich gar nicht…
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#13   Principessa   18:12:45 | Freitag, 1. Dezember 2006
@ Udalricus
So weit ich weiss, muss bei einer Weihe die Zustimmung des Geweihten vorliegen (ähnlich wie beim Ehe-Sakrament). Wird jemand gegen seinen Willen geweiht oder verheiratet ist das Sakrament ungültig.
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#12   Udalricus   18:07:19 | Freitag, 1. Dezember 2006
@breze @Stimme aus dem Tradiland
breze hat recht, ein Missverständnis besteht theoretisch, ich glaube aber nicht, dass mir dies irgendjemand unterstellen wird.
Die Vermutung von Stimme aus dem Tradiland über die Ungüligkeit der Weihe stimmt nur dann, wenn die beiden entführten die einzigen Bischöfe waren, die die Weihe durchführten. Es heißt in dem Bericht aber „auch“, was auf weitere (evtl. patriotische) Bischöfe hindeutet.
Weiß hier jemand Näheres?
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#11   Stimme aus dem Tradiland   17:09:17 | Freitag, 1. Dezember 2006
Zwangsweise Sakramentenspendung ist ungültig
Bei der Ehe ist das allgemein anerkannt. Für die Priesterweihe kann nichts anderes gelten. Die Bischofsweihe ist die Vollendung des Weihesakraments. Es kann sich in conceto also nur um die Simulierung einer Bischofsweihe gehandelt haben.
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#10   Breze   17:08:23 | Freitag, 1. Dezember 2006
@ Udalricus
Wohl ist der orthodoxe Patriarch nicht mit dem chinesischen Religionsminister zu vergleichen, aber es gibt Parallelen für die Unterdrückung der Kirche in islamischen Ländern wie der Türkei und im Kommunismus wie in China.
Nun, was hat der orthodoxe Patriarch mit der Unterdrückung des Christentums in islamischen Ländern zu tun? Ihr Statement ist leicht missverständlich, lieber Urdalricus…
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#9   Udalricus   17:05:34 | Freitag, 1. Dezember 2006
Kommunismus und Islam
Wohl ist der orthodoxe Patriarch nicht mit dem chinesischen Religionsminister zu vergleichen, aber es gibt Parallelen für die Unterdrückung der Kirche in islamischen Ländern wie der Türkei und im Kommunismus wie in China.
In beiden Fällen gilt es einerseits mit den Herrschenden im Gespräch zu bleiben, aber andererseits Beschränkungen der Religionsfreiheit oder gar Einmischung in Personalangelegenheiten der Kirche klar und kritisch anzusprechen. Benedikt XVI. ist ein Papst, dem hoffentlich diese Gratwanderung sowohl in islamischen als auch kommunistischen Ländern gelingen wird. Wünschen wir ihm alles Gute dazu! :)3
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#8   gelasius   16:49:29 | Freitag, 1. Dezember 2006
@gotthard
zumindest, was das Küssen angeht.
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#7   Gotthard   16:47:30 | Freitag, 1. Dezember 2006
Notlage?
Der Heilige Stuhl machte damals klar, daß unerlaubte Bischofsweihen eine schwere Verletzung der Rechte der Kirche darstellten und vom Kirchenrecht bestraft würden.
vielleicht ist in China auch eine Notlage festgestellt worden?
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#6   rebekka   16:43:45 | Freitag, 1. Dezember 2006
Bischofsweihe
Bischofsweihe gegen den Willen des Vatikan?
Das müsste den anwesenden FSSPXlern doch gefallen!
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#5   Beobachterin   16:43:19 | Freitag, 1. Dezember 2006
Verschleppung
Um die Zeremonie durchzuführen, wurden auch zwei romtreue Bischöfe aus der Provinz Hebei entführt und zwangsweise zu der Bischofsweihe nach Xuzhou geschleppt.
Diese zwei Verschleppten können uns ja nach ihrer Freilassung oder Rückführung detailliert erzählen, wie das so abgelaufen ist.
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#4   Breze   16:32:41 | Freitag, 1. Dezember 2006
@ Gelasius
Ach, vielliehct ist Henry auch nur eifersüchtig, weil er noch nie ein Bussi gekriegt hat, weder vom Papst noch von jemandem anderen…
Armer, einsamer Tropf…
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#3   gelasius   16:26:02 | Freitag, 1. Dezember 2006
@breze zu hvo
Oh Mann, Heinrich hat aber wirklich gute Ideen. Er hat den chinesischen Herrn, den er dem Papst so ans Herz legt, sicher schon mal zur Probe geküßt.Was will uns das sagen ?
1. HavauO wird doch nicht etwa , als einer der für Männerküsse ist, h… sein? Das wäre jetzt aber ein harter Schlag für alle anderen hardcoretradis.
2. Der Chinese ist ihm als strammer, atheistischer Diktator von Haus aus sympathischer als ein oekumenischer Patriarch, der eine Bruderkirche vertritt…
Heinrich könnte eigentlich eine Kussvorschlagsliste an den Vatikan schicken, damit er vielleich bei der nächsten Reise zufriedener ist.
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#2   Breze   16:13:13 | Freitag, 1. Dezember 2006
@ Henry
Mein lieber Heinrich, der Chef der chinesischen Religionsbehörde ist wohl nicht mit einem orthodoxen Patriarchen zu vergleichen…
Oder finden nur Sie keinen Unterschied?
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#1   HeinrichvonOfterdingen   16:01:44 | Freitag, 1. Dezember 2006
Na wird Zeit, dass Papst
Professor Doktor Ratzinger I. nach China fliegt und mit dem Chef der chinesischen Religionsbehörde Bruderküsse tauscht. Dann wird alles gut. Und im Himmel ist Jahrmarkt.
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