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Freitag, 1. Dezember 2006 19:52
„Man will eine andere Kirche“
Seit heute sind die katholischen Pfarrgemeinden Schwarzbach und Eckweisbach in der hessischen Rhön auf unbestimmte Zeit verwaist. Von Daniel Schneider.
Mehr als 240 Menschen demonstrierten am 25. November vor dem Fuldaer Dom gegen die Entlassung der drei Patres der Diener Jesu und Mariens.
Mehr als 240 Menschen demonstrierten am 25. November vor dem Fuldaer Dom gegen die Entlassung der drei Patres der Diener Jesu und Mariens.
(kreuz.net) Nach dem Rauswurf dreier bewährter Ordenspriester der Diener Jesu und Mariens macht sich im Bistum Fulda Ernüchterung breit.

Wie soll es mit der Seelsorge weitergehen? Viele intakte Pfarreien stehen vor einer ungewissen Zukunft.

Die Diözesanleitung hat offenbar kein Interesse mehr an einer flächendeckenden Versorgung der Pfarreien durch Priester, die für diese Aufgabe zur Verfügung stehen.

Im Gegenteil: Der Priestermangel scheint in Fulda nicht nur erwünscht zu sein – er soll auch da, wo er nicht vorhanden ist, mit Druck von oben künstlich herbeigeführt werden.

Ein Beispiel dafür ist die Entpflichtung von Pfarrer Josef Schlitt aus der Rhöngemeinde Eiterfeld. Eiterfeld befindet sich 25 Kilometer nördlich von Fulda.

Offiziell hieß es, daß der Geistliche am 1. August 2006 „auf eigenen Antrag“ in den Ruhestand versetzt wurde.

Der 74-jährige Pfarrer Schlitt, der sich bester Gesundheit erfreut, wurde schon seit einigen Jahren „bedrängt“, in den Ruhestand zu treten. Nach Recht und Gesetz der Kirche müssen Pfarrer aber noch nicht einmal mit 75 Jahren pensioniert werden.

Daß die Entpflichtung von Pfarrer Schlitt nicht freiwillig vonstatten ging, geht aus dem Pfarrbrief der katholischen Pfarrgemeinden St. Antonius in Großenbach und St. Mauritius in Haselstein vom 24. September hervor.

Dort ist der pensionierte Pfarrer Schlitt jetzt als Aushilfsseelsorger tätig.

Die beiden Ortsteile gehören zur Stadt Hünfeld und werden seelsorgerisch von „Administrator“ Pfarrer Peter Borta betreut. Hw. Borta ist ein einflußreiches Gründungsmitglied der kirchenfeindlichen Splittergruppe ‘Fuldaer Kreis für eine offene Kirche’.

Resignat Schlitt teilte den Gläubigen dieser Gemeinden im September folgendes mit:

„Liebe Pfarrangehörige der Pfarrgemeinden von Großenbach und Haselstein,

unser Bischof Heinz Josef Algermissen hat mich zum 1. August dieses Jahres gegen meinen Willen in den Ruhestand versetzt. Ich möchte aber weiterhin in der Seelsorge tätig sein und hätte dies gern in Eiterfeld getan, aber auch das wurde nicht zugelassen. Der Wunsch des Personalreferenten Prof. Dr. Stanke war, dass ich nach Großenbach gehe, und ich habe mich für Großenbach entschieden.“


Mit dieser Vorgehensweise setzt sich Bischof Algermissen weiterhin über geltendes Kirchenrecht hinweg.

Welche Motive den Fuldaer Oberhirten leiten, bewährte Pfarrer vorzeitig zu „entsorgen“, ist vielen Menschen in der Region unverständlich.

„Man will gar nicht, daß genügend Priester da sind“ – erklärte eine betroffene Katholikin vor ‘kreuz.net’: „Man will eine andere Kirche. Das ist nicht mehr unsere Kirche.“

Im Hinblick auf die Proteste der Gläubigen von Schwarzbach und Eckweisbach erklärte der Fuldaer Bistumssprecher Christof Ohnesorge am letzten Sonntag nicht ohne Zynismus, die Diözese habe sehr viel Verständnis, „daß die Gläubigen so engagiert für eine gute Seelsorge in ihren Pfarreien eintreten“:

„Deshalb wollen wir gemeinsam mit ihnen den Blick in die Zukunft richten.“

Eine intensive Seelsorge werde auch künftig gesichert sein, „denn die beiden Dechanten Michael Freiherr von Lüninck und Günter Wondrak werden jeweils die Administration in diesen Pfarreien übernehmen, und weitere Priester wirken mit“.

Mit solchen Äußerungen sollen die Gläubigen offensichtlich über den tatsächlichen Sachverhalt getäuscht werden. Man nimmt den Menschen ihre Priester und hinterläßt „verbrannte Erde“.

Die bewährte Seelsorge soll durch völlig neue, ideologisch motivierte Strukturen ersetzt werden – koste es, was es wolle.

Die Folgen für diese Pastoral nach Gutsherrenart sind noch gar nicht abzusehen – auch und gerade im Hinblick auf künftige Priesterberufungen.

Die Rhön wird wegen der weiten Fernsicht im Volksmund oft liebevoll „Land der offenen Fernen“ genannt.

Im Hinblick auf die künftigen Seelsorgsstrukturen der Region bekommt dieses Wort einen bitteren, doppeldeutigen Beigeschmack.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 73 Lesermeinungen:
Sonntag, 3. Dezember 2006 21:13
Betroffene: Zwilli
Da schau her,der Zwilli hat sich wieder mal gemeldet!
Schade,dass ich Sie erst jetzt entdeckt habe.
Wo ich Sie doch so in mein Herz geschlossen habe.
Ich habe Ihre dummen Kommentare soooo vermisst.
Na!Haben Sie ein Freudenfest gefeiert?
Gehen Sie denn jetzt auch immer fleissig in die Kirche?
Die dürfte ja jetzt voll zu Ihrer Zufriedenheit gehalten
werden.Oder?
Ich glaube natürlich,dass es nicht lange dauern wird
und sämtliche Nörgler,haben daran auch wieder etwas
auszusetzen!
Das haben Menschen wie SIE ja so an sich.

Sonntag, 3. Dezember 2006 14:35
möchtegern-kathole: @Toby und Elke
Nur wie soll der Schlusstrich aussehen? Wenn drei neue rechtgläubige Priester in die Pfarreien kommen, könnte man das. Aber das ist ja nicht zu erwarten! Dass auf der Vorankündigung (siehe Bilderstrecke) von einem Pfarradministrator und nicht von einem Pfarrer die Rede ist, zeigt das.

Es ist zu befürchten, dass nach einer Übergangsphase die Priester durch Laien und die Messen durch Andachten ersetzt werden und so die Menschen ohne Seelsorger, Sakrament und Segen leben und niemand ihre Seelen rettet.

Der Schlussstrich wird dann am jüngsten Tag gezogen

Also sollten sich die Menschen dort tatkräftigst selbst Ersatz suchen – vom Bischof wird der nicht kommen.
Sonntag, 3. Dezember 2006 09:27
Toby: Schwert des Geistes
@ Elke:

„Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen. Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert“ (Mt 10, 34)
Sonntag, 3. Dezember 2006 07:23
warwohlnix: „Sie sollten sich mal auf Ihren Geisteszustand untersuchen lassen!!!“
Unnötig, Paulchen. Der ist für alle, die deren postings lesen, ganz offenbar!
Sonntag, 3. Dezember 2006 00:45
Paulchen: Zwilling,prawda und Konsorten!
Sie sollten sich mal auf Ihren Geisteszustand
untersuchen lassen!!!

Sonntag, 3. Dezember 2006 00:17
Elke: Heiliger Geist
Soll man nicht auch mal einen Schlussstrich unter die ganze Sache setzten? Es ist entschieden worden und man sollte dies auch annehmen.
Es wird wieder ein Seelsorger in die Gemeinde kommen und er wird im Namen JESU versuchen, alle Wunden zu heilen und alle wieder zusammen an den Tisch des HERRN zu bringen.
JESUS wollte Einheit und nicht Zwietracht. Also lassen wir doch den HEILIGEN GEIST wirken.
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