14:06:01 | Sonntag, 3. Dezember 2006
Daß sich die Kirchen selber aufgegeben haben, sieht man nicht zuletzt in ihrem Umgang mit anderen Religionen. Hier zeigt sich der Abgrund zwischen der missionierenden Kirche des Anfangs und den heutigen sterilen Staatskirchen.

(kreuz.net) Im Jahr 2001 publizierten die ‘Evangelische Kirche im Rheinland’ und die ‘Evangelische Kirche
von Westfalen’ die Broschüre „Erste Schritte wagen“.
Es geht darin um die verständnisvolle Begegnung
des Christen mit dem Islam.
Der Text erklärt, daß guter Wille, viel Geduld, Gespür und Taktgefühl,
Höflichkeit und Respekt von beiden Seiten für gelingende Kontakte nötig seien.
Für die Begegnung
könnten folgende Dinge förderlich sein:
1. sich erkundigen, wie der Einzelne es in seinem Glauben hält,
ohne es zu werten.
2. auf ein „salem aleykum“ – Friede sei mit euch – mit „aleykum salam“ zu antworten.
3. wenn während des islamischen Opferfestes Fleisch vom Opfertier geschenkt wird
4. wenn man zu den
hohen religiösen Feiertagen einen Gruß schickt
5. wenn man zu Familienfeiern einlädt oder Einladungen
annimmt
6. wenn man ein Kännchen mit Wasser auf der Toilette bereitstellt zur Reinigung
7. beim gemeinsamen
Essen einander einladen, ein Tischgebet zu sprechen
8. beim Moscheebesuch muß man die Schuhe ausziehen,
bevor ein Teppich betreten wird
9. auf der Toilette die bereitstehenden Badesandalen anzuziehen und beim
Verlassen an der Schwelle wieder ausziehen
10. einen Koran oder Teile davon stets über Gürtelhöhe
zu halten und nicht auf den Boden zu legen. Einen Koran nur auf Einladung hin zu berühren
11. zu warten,
bis einem die Hand gereicht wird
12. wenn keine Hand gereicht wird, die rechte Hand auf die Brust legen
als Zeichen der Wertschätzung.
Als „mögliche Stolpersteine“ in der Begegnung werden genannt:
Der Islam
kenne religiöse Vorschriften über Speisen und kultische Reinheit.
Solche religiösen Vorschriften kenne
das Christentum nicht (mehr).
In traditionsorientierten religiösen Kreisen gebe es kaum Kontakte zwischen
Männern und Frauen, die nicht zur selben Familie gehören.
Zurückhaltung sei darum geboten: „Als männlicher
Besucher sollte man eine Wohnung nur betreten, wenn ein Mann der Familie zu Hause ist.“
Ansonsten unterhalte
man sich an der Tür.
Darum könne es sein, daß:
1. eine muslimische Frau sich zurückzieht, wenn sie
einem Mann begegnet
2. ein Gruß nicht erwidert wird
3. Blickkontakt vermieden wird
4. keine Hand gereicht
wird zwischen Männern und Frauen
5. Männer und Frauen getrennt sitzen
6. ein muslimisches Mädchen
nicht am geschlechtergemischten Sport- und Schwimmunterricht teilnimmt
7. ein muslimisches Mädchen nicht
zu Feiern darf, auf denen fremde Jungen sind
8. ein muslimisches Mädchen nicht auf Klassenfahrt zusammen
mit Jungen darf.
Bei Einladungen
1. wird erst begrüßt und dann vorgestellt
2. sollte man auf Alkohol
verzichten, auch am Essen selber (Saucen, Desserts!)
3. sollte man keine Produkte anbieten, in denen
Schwein verarbeitet sein könnte
4. ist es zu begrüßen, wenn man Fleisch besorgt, das rituell geschlachtet
wurde
5. sollte man im Ramadan vor Sonnenuntergang weder Essen noch Trinken anbieten
6. wird das Essen
mit der rechten Hand zum Mund geführt, weil die linke Hand der Reinigung auf der Toilette vorbehalten
ist
7. beim Betreten einer Wohnung sollte man die Schuhe ausziehen
8. kann es sein, daß die muslimische
Gastgeberin bei Tisch bedient und selber später in der Küche ißt
9. sollte man das Essen deutlich
beenden, weil sonst immer weiter aufgetischt wird.
10. legt man das Löffelchen über das Teeglas, wenn
man keinen neuen möchte.
Guter Wille, viel Geduld, Gespür und Taktgefühl, Höflichkeit und Respekt
sei von beiden Seiten nötig für eine gelingende Begegnung.
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