Te Deum Laudamus + Es geht auch anders + Was haben Bush und Buttiglione gemeinsam? + Alte und neue Geschichte + Im bequemen Sattel der Gnade Gottes
Te Deum Laudamus
Vatikan. Bei der alljährlichen abendlichen Danksagungszeremonie an St. Silvester wird
in den Römischen Kirchen das große „Te Deum“ gesungen. Der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., sprach
bei seiner Predigt zu diesem Anlaß einen dreifachen Dank an die Heilige Trinität aus. Dem Vater dankte
er, weil er den Sohn gesandt hat, damit er die Welt rette. Dem Sohn, unserem Erlöser, dankte der Papst
für das Geschenk seines Leibes und Blutes im Sakrament des Altares. Dem Heiligen Geist, dankte er, weil
er uns lehrt, als Kinder Gottes „Abba Vater“ zu rufen. Der Heilige Vater endete mit der Bitte an die Muttergottes,
sie möge unsere Fürsprecherin sein: „Erwirke für Rom und für die ganze Welt die Gabe des Friedens.“
Es geht auch anders
Peru. Während seiner Predigt in der Weihnachtsmesse hat der Erzbischof von Lima,
Juan Luis Kardinal Cipriani (61), die Gesellschaft in unmißverständlichen Worten aufgefordert, die Kinder
nicht zu töten, um ihre Geburt zu verhindern. Der Kardinal forderte die Gläubigen in der Katedrale von
Lima auf, die Kinder zu lieben, sie zu beschützen und sie zu verteidigen: „Es ist notwendig das Leben
und die Familie zu verteidigen“, sagte der Erzbischof, der es als erster Opus-Dei-Priester zum Kardinal
gebracht hat, in seiner Predigt.
Was haben Bush und Buttiglione gemeinsam?
Deutschland. Der Erzbischof
von Köln, Joachim Kardinal Meisner, verglich in seiner Silvesterpredigt Rocco Buttiglione mit dem amerikanischen
Präsidenten George W. Bush. Der erste Amerikaner könnte in Europa niemals EU-Kommissar werden. Dies
beweise das Berufsverbot, das man über den Katholiken Buttiglione verhängte, weil dieser es gewagt hatte,
die Homosexualität als Sünde zu bezeichnen. Der Kardinal sprach auch über die Flutkatastrophe in Südasien.
Die Frage nach dem Sinn und dem Ziel der Geschichte sei die Frage nach Gott in der Geschichte.
Alte und
neue Geschichte
Eine wichtige Gestalt in der antiken römischen Politiker war Marcus Porcius Cato (+
149 v. Chr.). Er habe, so erzählte man, jede seiner Reden – gleich zu welchem Thema – mit dem Ausspruch
beendete: „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“. Auf Deutsch: „Im übrigen bin ich der Meinung, daß
Karthago zerstört werden muß“. Zunächst verhallten seine Worte in der politischen Landschaft Roms ungehört
im Raum. Doch das Unwahrscheinliche geschah. Im Dritten Punischen Krieg wurde die nordafrikanische Stadt
Karthago im heutigen Tunesien dem Erdboden gleichgemacht. … Im übrigen bin ich der Meinung, daß das
abscheuliche Gesetz über die Kinderabtreibung nach 30 Jahren ausgemerzt werden muß: „Ceterum censeo
legem abortus esse delendam.“
Im bequemen Sattel der Gnade Gottes
Es ist nicht schwer, menschliche Tröstungen
zu mißachten, solange Gottes Trost wirksam ist. Es bedeutet aber unendlich viel, wenn man sowohl auf
den menschlichen als auch den göttlichen Trost verzichten kann und Gott zu Ehren die Einsamkeit des Herzens
erträgt, in nichts sich selbst sucht und dabei nicht nach seinem persönlichem Verdienst fragt. Was hat
es zu bedeuten, wenn du im Augenblick, da die Gnade über dich kommt, heiter und gottergeben bist? Wer
von der Gnade Gottes getragen ist, sitzt auf einem bequemen Sattel. Wen wundert es, daß jener keine Beschwerden
spürt, der vom Allmächtigen selbst getragen wird und der sich vom besten aller Weggeleiter führen lassen
darf. Thomas von Kempen († 1471).
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6 Lesermeinungen
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@Es geht auch anders Schade, daß es heute notwendig ist, herauszustreichen, daß es überhaupt noch Cardinäle
gibt, die die Wahrheit beim Namen nennen. Dank sei Gott für jeden guten Cardinal, und kein Zweifel, daß
der erste Sohn St. Josephmarias im Cardinalspurpur seine Sache gut macht, wie es nicht anders zu erwarten
ist. Aber wir haben doch heute so viele Cardinäle – seit Paul VI. Cardinäle erster und zweiter Klasse
–, welche Gnadenwirkung könnte ein Meer so vieler allerhöchster Papstgetreuer dem ganzen Erdkreis bringen!
Nicht nachvollziehar, daß viele „Liberale“ den Kopf schütteln, daß heute (fast?) alle Cardinäle erster
Klasse von Papst Johannes Paul II. ernannt sind, sie wollen uns weismachen, es wären alles kleine Wojtyla-Klone.
Dem muß der Kircheninsider aber widersprechen. Die Auswahlkriterien erscheinen nicht nur mir kleinem
Gläubigen mehr als schleierhaft.
Ceterum censeo legem abortus … Da fällt mir eine kleine Anekdote dazu ein: Diesen Satz am Schluß bei
jeder Gelegenheit hinzuzufügen, riet Auxiliarbischof Laun in einem seiner Bücher. Ich folgte diesem
Rat tatsächlich in einem Brief an eine Lokalzeitung zu einem gänzlich anderen Thema, und sie hat den
Schlußsatz tatsächlich gedruckt. Ich glaube allerdings, daß diesen die Redaktion nicht verstanden hatte,
sie druckten nämlich „legern“ statt „legem“ …