kreuzmeldungen
Unvergeßlich + Nicht hinnehmbar + Zur Diskussion gestellt + Papsthetzerin abgewiesen + Ich auch nicht
Unvergeßlich

Vatikan. Papst Benedikt XVI. nannte seine jüngste Reise in die Türkei während des gestrigen Angelusgebetes eine „unvergeßliche Erfahrung“. Der Heilige Vater bedankte sich besonders bei den türkischen Verantwortlichen für den friedlichen und fruchtbaren Aufenthalt. Benedikt XVI. hofft auf eine immer aufrichtigere Zusammenarbeit der Christen und auf einen gewinnbringenden Dialog mit den Muselmanen.

Nicht hinnehmbar

Österreich. Der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn äußerte sich vor der Fernsehsendung ‘Pressestunde’ des ‘Österreichischen Rundfunks’ zum EU-Beitritt der Türkei. Eine Annäherung zwischen der EU und der Türkei sei der Wunsch des Papstes und der vatikanischen Diplomatie – erklärte der Kirchenfürst. Dem Papst gehe es um gegenseitigen Respekt und tatsächliche Annäherung. Benedikt XVI. habe für die Türkei Wertschätzung signalisiert, aber auch nicht hinnehmbare Differenzen etwa im Bereich der Religionsfreiheit angesprochen.

Zur Diskussion gestellt

Brasilien. Der neu ernannte Präfekt der Kleruskongregation, Claudio Kardinal Hummes, äußerte sich am Sonntag vor der brasilianischen Zeitung ‘Estrado do S. Paulo’ zum Zölibat. Dieser sei kein Dogma, sondern eine Disziplinarnorm – betonte der Kirchenfürst: „Die Kirche ist nicht unbeweglich.“ Wenn nötig, könne sich die Kirche verändern. Die angeblich sinkende Zahl der Priester könne die Kirche bewegen, das Thema noch einmal zu „überdenken“. Auch wenn das Thema nicht einfach sei, müsse es innerhalb der Kirche intensiv diskutiert werden.

Papsthetzerin abgewiesen

Schweiz. Die ehemalige Pressesprecherin der ‘Christlichen Volkspartei’ der Schweiz, Monika Spring, wurde vom umstrittenen ‘Schweizer Presserat’ abgewiesen. Im Dezember 2005 hatte Frau Spring den Papst in einem privaten Gespräch als „Deppen“ und die Kirche als größte Schwulenorganisation der Welt bezeichnet. Ihre Aussagen wurden von der ‘Neuen Zürcher Zeitung’ veröffentlicht. Diese Worte seien nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen, beschwerte sich Frau Spring, die nach ihren Skandalaussagen zurücktreten mußte, beim Presserat. Der Presserat dekretierte jetzt, daß alles, was Prominente an einem offiziellen Anlaß zu Medienleuten sagen, grundsätzlich journalistisch verwertbar sei.

Ich auch nicht

„Aufbruchsstimmung kommt jedoch nur zögerlich auf. Der Bischof weiß um die Enttäuschung seiner Schäfchen, deren Gotteshäuser geschlossen oder zu Filialkirchen gemacht wurden. »Für einige fühlt sich dieser Moment an, als würde ein Licht ausgehen.« Vieles sei nicht gut gelaufen, gibt Bischof Genn zu, doch demographische, personelle und finanzielle Gründe machten die Sparmaßnahmen notwendig. »Wir haben uns die Situation nicht ausgesucht. Ich auch nicht.«“

Aus einem Bericht in der ‘Westdeutschen Allgemeinen Zeitung’ über die am vergangenen Sonntag vollzogene Zusammenlegung der Pfarreien in der Stadt Mülheim im Bistum Essen.
      
22 Lesermeinungen
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#22   Brigitte Bussmann   09:07:59 | Donnerstag, 7. Dezember 2006
Gastus
es gibt wenige Menschen, die den Zölibat, nach Idee des Kirchengesetzes leben können, aber die Mehrheit aller katholischen Priester geht an diesem unchristlichen, lieblosen Kirchengesetz kaputt. Aber gottlob gibt es im Vatikan einen großartigen Kardinal, die Lockerung der Zölibatsverpflichtung, und ich lege den Schwerpunkt auf Verpflichtung, hält niemand mehr auf, auch wenn Sie persönlich es gern anders hätten.
Was hat das Zölibatsgesetz mit dem Zeitgeist zu tun? Es ist und bleibt ein Machtinstrument der Kirche und dazu noch ein sehr liebloses, wie jegliche Form von Machtausübung lieblos ist. Ich werde mich weiterhin rigoros für die Aufhebung der Zölibatsverpflichtung einsetzen, wie ich es seit ca. 2 Jahren mache. Ich sehe in meinem Vorhaben die Priester, die leiden und das muss nicht sein. Aha, ich wusste gar nicht, dass Ehebrecher genauso denken wie ich. Aber gut zu wissen. Ihnen einen weiterhin besinnlichen Advent, und denken Sie auch mal bei Ihrer Besinnung an die, die unter dem lieblosen Gesetz leiden, denn in den Leidenden begegnen wir Christus.
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#21   Gastus   10:07:05 | Mittwoch, 6. Dezember 2006
@Bussmann
also, was Sie da von sich geben, hat doch absolut nichts mit dem Thema Zölibat zu tun.
Sie haben es nicht verstanden. Es gibt ein höheres Ideal als das Ihre, welches weltangepasst und zeitgeisthörig ist.
Kirche soll nicht Macht ausüben, sondern in der Nachfolge Christi leben und wie er Gottes Liebe weitergeben und Gott, der die Liebe ist, will den Zölibat nicht.
Ihr Verständnis von Liebe geht über den biologischen Paarungsakt nicht hinaus. Damit punkten Sie selbstverständlich im Kreis der Pflichtvergessenen, die sich gegenseitig bemitleidend von der Amtskirche um dieses „Vergnügen“ gebracht sehen und nur danach lechzen endlich frei von dieser Verpflichtung durch die Betten hüpfen zu dürfen.
Ähnlich sehen das auch die Ehebrecher.
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#20   Brigitte Bussmann   09:46:31 | Mittwoch, 6. Dezember 2006
Gastus
Lieber Gastus,
also, was Sie da von sich geben, hat doch absolut nichts mit dem Thema Zölibat zu tun. Es geht hier doch um etwas ganz anderes.
1. ist der Zölibat unbiblisch
2. ist der Zölibat nur ein Kirchengesetz, eher ein Machtmittel der Kirche und das muss wirklich nicht sein.
Kirche soll nicht Macht ausüben, sondern in der Nachfolge Christi leben und wie er Gottes Liebe weitergeben und Gott, der die Liebe ist, will den Zölibat nicht. O:)
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#19   Gastus   09:26:45 | Mittwoch, 6. Dezember 2006
@Bussmann
Jeder soll wählen, wie er leben will, auch noch nach der Priesterweihe.
Genau, mache ich auch so. Mein Arbeitgegeber hat mich zwar wegen dauernden Zuspätkommens und Nichteinhaltens des Arbeitsvertrages rausgeschmissen, aber unter der Brücke lebt sich auch nicht schlecht.
Zumindest habe ich meinen freien Willen durchgesetzt und so weiter gelebt, wie ich es auch vor der Unterzeichnung meines Arbeitsvertrages gewohnt war.
Warum sollte ich mir auch vorher Gedanken über die sich ergebenden Pflichten aus meinem Arbeitsvertrag machen? So ein Schwachsinn, wenn die Freiheit des Willens so erhaben über jeder eingegangenen Verpflichtung steht.
@Gerhard
Oder wieviel Unehrlichkeit gibt es, wenn Priester ihre große Liebe verheimlichen müssen und niemand von Frau und Kindern wissen darf!
Richtig, und wie unehrlich wird es erst, wenn sich der in der ersten grossen Liebe Irrende einer zweiten grossen Liebe zuwenden muss, selbstverständlich immer auf der Suche der ihm allein zustehenden grossen und einzigen Liebe.
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#18   Benedikt   18:02:21 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@ Gerhard
Theoretisch(!) ist gegen den Zölibat nichts einzuwenden. Wieviele fähige Menschen gingen und gehen unserer Kirche aber verloren, weil sie sich eben doch nicht dazu entschließen können, nicht zu heiraten.
Sie gehen verloren? ist man als Laie nichts, oder wie? Klerikaler gehts kaum noch.
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#17   tau †   15:51:15 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@ Gerhard: Fortsetzung
Noch einmal, lieber Gerhard, ich würde es nicht wagen, ihre oben genannten Situationen leichtfertig von der Hand zu weisen, da es sich um Menschen (-schicksale) handelt, die ich nicht von außen be- oder gar verurteilen kann und darf.
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit
tau
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#16   Sozialkatholisch   15:42:47 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@ Rebekka
Der Lächerlichkeit preisgegeben ist auch nicht unbedingt die richtige Formulierung.
Das Zölibat der Ordensleute die sich auf bestimmte Heilige berufen dürfte wirklich nicht zur Diskussion stehen, obwohl es ja schon modernere (Ordens)Gemeinschaften gibt wo Eheleute und Zölibatäre quasi unter einem Dach leben.
Wenn für Weltpriester das Pflichtzölibat aufgehoben würde, kann man davon ausgehen das es Gemeinden gibt die dann darauf bestehen einen verheirateten Priester zu bekommen, dadurch würden Zölibatäre Weltpriester in einen gewissen Zugzwang kommen. Das biblisch begründete nur einmal verheiratet sein, oder nach der Weihe keine Ehe mehr schließen zu dürfen bringt auch viele Probleme mit sich. Ich weiß das sich mehrere orthodoxe, verheiratete Priester sich oft den Vorwurf anhören müssen in erster Linie hinter dem Geld her zu sein. Dann habe ich gehört das es schon häufig zu Problemen mit Priestern mit jungen Kindern gekommen ist wo leider die Ehefrau verstorben ist, die dann nicht mehr heiraten durften. Von den Problemen der Scheidung und Wiederverheiratung ganz zu schweigen.
Das Problem der Priesterkinder und der Priestergeliebten könnte man vielleicht eher mit einer schnelleren Laisierung der Priester begegnen die dann noch gewisse Seelsorgerische Funktionen in der Kirche wahrnehmen könnten, aber auch dieses würde wahrscheinlich schnell ausarten.
Ich denke das das Aufheben des Pflichtzölibates die Probleme unserer Zeit nicht nur nicht lösen, sondern sogar verschlimmern würden
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#15   tau †   15:06:59 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@ Gerhard: „Zur Diskussion gestellt! (Pflichtzölibat)“
Gute Idee!
Aus Zeitgründen leider nur kurz:
Die Punkte, die Sie anführen, sind natürlich nicht leichtfertig von der Hand zu weisen. Ich denke, sowohl Verheiratete als auch Zölibatäre müssen sich ständig wieder neu durch die Gnade Gottes führen lassen. Alle brauchen die Erfahrung der Vergebung im Liebesgeschenk des heiligen Bußsakramentes, das Wiederaufstehen, Anregungen/Ideen, die Neuorientierung und den Neuanfang. Ich kann natürlich die Situation der zölibatär lebenden Menschen nur theoretisch und von außen sehen, weil ich selbst Familienvater bin. Hier kenne ich nur zu gut den Konflikt zwischen Engagement nach außen (Kirche, Lebensrecht, Gesellschaft …) und den überaus berechtigten Interessen der eigenen Familie. Ich kenne Situationen, in denen die eigenen Familienangehörigen durch die ehrenamtliche Tätigkeiten von Vater oder Mutter in diesen Bereichen sehr gelitten haben und es zu großen familiären Problemen und Entzweiungen kam. Wir kennen die Stelle, in der der Freund Petrus, Jesus vor dem Kreuz bewahren wollte … Wie wäre erst (berechtigterweise) die Reaktion der eigenen Ehefrau und der Kinder ausgefallen? Wir kennen auch die heroische Tat des zölibatär lebenden, katholischen Priesters, Maximilian Kolbe im KZ der Nazis für einen Familienvater.
Noch einmal, lieber Gerhard, ich würde es nicht wagen, ihre oben genannten Situationen leichtfertig von der Hand zu weisen, da es sich um Menschen (-schicksale) handelt, die ich nicht von außen be- oder gar verurteilen
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#14   rebekka   14:31:11 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@Sozialkatholisch und andere
Keineswegs würde die ehelose Lebensform der Lächerlichkeit preisgegeben, wenn der Pflichtzölibat abgeschafft würde.
Denken Sie nur daran, welche Ausstrahlungskraft von Ordensgemeinschaften bis heute ausgeht. Sogar in den ach so verhassten protestantischen Kirchen genießen die (wenigen) zölibatären Kommunitäten hohes spirituelles Ansehen – z.B. Communität Casteller Ring, Communauté de Taizé.
Das im anderen Thread vorgebrachte Argument „höhere Flexibilität, Mission etc.“ ist ebenfalls nicht einsichtig. Denn Diözesanpriester sind nun einmal NICHT zur Mission in fremden Ländern oder auch nur zum ständigen Ortswechsel gedacht, sondern im Idealfall als Pfarrer vor Ort für lange Zeit. Nach der kirchlichen Vorstellung vom Priesteramt ist der Priester allemal „stabiler“ vor Ort als jeder durchschnittliche Bankangestellte. Und für die käme die Kirche ja auch nie auf die Idee, mit Rücksicht auf die Familien den Zölibat zu verlangen. Mission ist gerade die Aufgabe (bestimmter) Ordensgemeinschaften – und deren Zölibat ist unumstritten.
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#13   Gerhard   14:17:21 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Zur Diskussion gestellt (Pflichtzölibat)
Theoretisch(!) ist gegen den Zölibat nichts einzuwenden. Wieviele fähige Menschen gingen und gehen unserer Kirche aber verloren, weil sie sich eben doch nicht dazu entschließen können, nicht zu heiraten. Oder wieviel Unehrlichkeit gibt es, wenn Priester ihre große Liebe verheimlichen müssen und niemand von Frau und Kindern wissen darf! Für angehende Priester kann der Zölibat auch weiterhin „empfohlen“ werden, aber er sollte aus den erwähnten Gründen heraus nicht zur „Pflicht“ gemacht werden.
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#12   Brigitte Bussmann   12:44:33 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Zur Diskussion gestellt
irgendwie wird bei den Bischöfen und auch im Vatikan etwas missverstanden. Es wird immer von einer Abschaffung des Zölibates gesprochen. Dass soll es auf keinen Fall, sondern es soll die Verpflichtung zum Zölibat abgeschafft werden, Zölibat und Priesterweihe gehört nicht zwangsläufig schon zusammen. Jeder soll wählen, wie er leben will, auch noch nach der Priesterweihe. Wir haben ja bereits verheiratete Priester in der katholischen Kirche und in der mit Rom unierten Kirchen ist der Priester schon immer verheiratet gewesen, oder eben auch nicht, wie er eben will.
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#11   Doritta   23:55:03 | Montag, 4. Dezember 2006
Zölibat abschaffen?
Es ist gut, wenn einmal intensiv in der Kirche über dieses Thema diskutiert wird. Auch wenn vorerst kein Ergebnis erzielt wird, ist es doch ein Zeichen, daß dieses Thema viele Menschen bewegt. Es gibt unzählige Meinungen wie schon alleine dieser Beitrag zeigt. Zunächst einmal wird dieser Wert aus den Worten Jesu abgeleitet.“…der
nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach…“
Dieser Wert ist sicher ein sehr schöner Wert, wenn auch schwer zu leben. Folgende Frage stellt sich mir persönlich: Rechtfertigt die Interpretation dieses Textes tatsächlich eine Ableitung des Anspruches auf ein eheloses Leben? Hat Jesus wirklich ein Unverheiratetsein der Männer, die ihm nachfolgen, im Sinn gehabt? Oder wurde historisch gesehen ein solcher Aufbau draufgesetzt? Es gab ja in der Vergangenheit viele gute
Gründe, daß die Priester nicht heiraten durften, vor allem Fragen des Erbrechts. Heute hat sich die Situation gewandelt, es werden nicht nur reiche Männer aus gehobener Gesellschaftsschicht Priester, Frauen sind berufstätig. Ich denke, die katholische Kirche würde trotz Freistellungdes Zölibats nicht in den Protestantismus abgleiten. Ob es in einem solchen Fall dann allerdings mehr Männer zum Priesteramt ziehen würde? Ja, einige wenige vielleicht, aber nicht die Massen.
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#10   Dr. Christoph Heger   20:58:24 | Montag, 4. Dezember 2006
Bischöfe „nur einmal verheiratet“
Udalricus erwähnt richtigerweise:
Es heißt schon im Neuen Testament, Bischöfe, Presbyter und Diakone sollen „nur einmal verheiratet“ sein (1 Tim 3,2.12; Tit 1,6), was wohl kaum als Bigamie-Verbot gesehen werden kann.
Natürlich nicht! Dieses drollige Mißverständnis wird allerdings von einigen mohammedanischen Apologeten genutzt, um zu „beweisen“, daß die Einehe auch im Christentum ursprünglich nur für Bischöfe gegolten habe.
Das ist natürlich Unfug. Vielmehr ist klar, was Paulus meint: Wer nach dem Tode seiner ersten Ehefrau – womit in jenen Zeiten ziemlich häufig zu rechnen war – sich wieder verheiratet hatte, begründete damit die Vermutung, daß er zu einem enthaltsamen Leben nicht fähig und somit für das Bischofsamt nicht geeignet war.
MfG
Christoph Heger
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#9   Konrad   17:53:25 | Montag, 4. Dezember 2006
Udalricus, besten Dank für deine vernünftige
Wortmeldung.
So ist es ja auch schon bei den Konvertiten aus Anglikanertum oder Protestantismus. Für bereits geweihte katholische Priester, die heiraten wollen oder schon geheiratet haben, kann es wohl Erleichterungen geben, dass sie z.B. Religionslehrer werden oder sonst einen „kategorialen“ Dienst ausüben, niemals aber wieder liturgisch-priesterlich agieren. Nur so ist die Tradition der Kirche und die Gerechtigkeit der sakramentalen Ordnung gewahrt.
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#8   Udalricus   17:26:10 | Montag, 4. Dezember 2006
Niemals Hochzeit für geweihte Priester
In der ganzen Zölibats-Diskussion wird oftmals übersehen, dass es von Anbeginn der Kirche klar war, dass eine Weihe spätere Ehen ausschließt. Es heißt schon im Neuen Testament, Bischöfe, Presbyter und Diakone sollen „nur einmal verheiratet“ sein (1 Tim 3,2.12; Tit 1,6), was wohl kaum als Bigamie-Verbot gesehen werden kann.
Diese TRadition hat auch die Ostkirche beibehalten.
Wenn wir also um „Lockerung“ des Zölibates diskutieren, dann kann es wohl nur um die Weihe von Ehemännern gehen, und nicht um die Hochzeit von Priestern.
Dagegen sprechen keine theologischen, aber viele pastorale Gründe. Ich schließe mich der Meinung an, dass eine Änderung momentan nicht sinnvoll für die Kirche wäre.
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#7   Sozialkatholisch   14:11:07 | Montag, 4. Dezember 2006
@ rebekka
Na gut, reden wir nur vom Pflichtzölibat. Wenn das Pflichtzölibat in der katholischen Kirche fallen würde, wäre die vom Heiland vorgelebte Lebensweise, die von ihm und vom hl. Apostel Paulus empfohlen, wahrscheinlich gänzlich der Lächerlichkeit preisgegeben. Es wäre ein großer Schritt in Richtung einer noch mehr protestantisierten katholischen Kirche. Gerade bei vielen ach so biblischen evangalischen Christen fällt mir auf das die Ehelosigkeit um des Heilands Willen garnichts mehr gilt. Gerade in unserer heutigen Zeit ist eine Abschaffung des Pflichtzölibates m.M. nach völlig verkehrt. Jetzt könnten sie natürlich die Ostkirche mit ihrer gelockerten Form ins Spiel bringen, aber wir haben leider kein Problem mit zu starker Rechtgläubigkeit, sondern mit einer zu starken Verprotestantisierung.
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#6   Dr. Christoph Heger   14:00:05 | Montag, 4. Dezember 2006
@Rebekka
dass der Zölibat schon von Anfang an wertgeschätzt wurde. Aber das war eben eine Frage der persönlichen Berufung, nicht eine Frage des kirchlichen Amtes.
Das ist nicht richtig. Schon der hl. Paulus erwartet von dem Bischof, daß er „enthaltsam“ ist.
MfG
Christoph Heger
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#5   rebekka   13:56:53 | Montag, 4. Dezember 2006
@sozialkatholisch
Auch Ihnen sollte nicht entgangen sein, dass mit dem Schlagwort „Zölibat“ in der Regel „Pflichtzölibat für Diözesanpriester“ gemeint ist. So auch in meinem Beitrag.
Und wenn Sie genau lesen, werden Sie sogar sehen, dass ich geschrieben habe, dass der Zölibat schon von Anfang an wertgeschätzt wurde. Aber das war eben eine Frage der persönlichen Berufung, nicht eine Frage des kirchlichen Amtes.
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#4   Sozialkatholisch   13:31:19 | Montag, 4. Dezember 2006
@ Rebekka
Sie irren sich wenn sie meinen der Zölibat sei historisch gewachsen, er gilt spätestens seit dem ihn unser Herr Jesus Christus vorgelebt hat, dazu kommen noch einige Verstreter der so genannten Urkirche wie z.B. der hl. Paulus. Den Zölibat hat es auch immer schon in der Ostkirche gegeben und er wurde dort immer in Ehren gehalten und ich könnte mir fast eher vorstellen, das bei uns ein Papst heiratet, als das der Zölibat in der Ostkirche fallen würde. Den verpflichtenden Zölibat für Weltpriester könnte man natürlich diskutieren, aber ich denke das Abschaffen der Zölibatsverpflichtung für Weltpriester die Probleme nicht lösen sondern verschärfen würden.
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#3   rebekka   13:19:58 | Montag, 4. Dezember 2006
@laikos
Nun, sogar bei den Tradis sollte sich herumgesprochen haben, dass der Zölibat kein Glaubenssatz ist, sondern nur eine historisch gewachsene Praxis. Aber eine, die
– in den katholischen Ostkirchen NIE galt (jedenfalls nicht für Priester, nur für Bischöfe)
– weitgehend nicht eingehalten wurde (vgl. die historisch gesicherten Berichte über manchen Renaissancepapst und auch die vorliegenden Akten bischöflicher Visitationen auch noch aus der nachtridentinischen Zeit, in der hier und da mal ein Priester angewiesen wurde, von seinen vier Konkubinen wenigstens zwei zu entlassen)
– ursprünglich sehr hoch geschätzt wurde, aber nur für Mönche verpflichtend war
– immer wieder Ausnahmen erfährt und erfuhr, wenn etwa verheiratete Konvertiten zu Priestern geweiht wurden.
Also wenn Sie glauben, der Katholizismus stünde und fiele mit dem Zölibat, dann haben Sie nicht verstanden, was das Wesen des Katholizismus ist. Naja, was will man bei Ihnen auch anderes erwarten…
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#2   laikos   13:08:42 | Montag, 4. Dezember 2006
Zölibat
Wenn das Zölibat auch noch abgeschaft wird dann Unterscheidet die Modernisten von den Protestanten fast nichts mehr. Die Modernistenmesse ist schon rein Protestantisch. Krankensalbung und Beichte haben nur noch Psychotherapeutischen Charakter. Verheiratet ist man laut vielen Modernisten sowieso auch Standesamtlich, Priester ist sowieso nur noch ein normaler Beruf ähnlich einem Tischler oder Politiker. Firmung ist auch nur eine festliche Veranstaltung ähnlich einem Zeltfest.
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#1   Schüttel   08:37:24 | Montag, 4. Dezember 2006
Bischof Genn sagt nicht die Wahrheit
er hätte mit der Situation auch anders umgehen können als die von seinem Ordinariat beauftragten und bezahlten Manager.
Anders BXVI: „Liebe Brüder im bischöflichen Amt! Ich weiß, daß viele von Euch die ganz berechtigte Sorge um die situationsgerechte Weiterentwicklung der pastoralen Strukturen beschäftigt. Angesichts der augenblicklich abnehmenden Zahl der Priester, wie leider auch der (sonntäglichen) Gottesdienstbesucher, kommen in verschiedenen deutschsprachigen Diözesen Modelle der Um- und Neustrukturierung der Seelsorge zur Anwendung, bei denen das Bild des Pfarrers, das heißt des Priesters, der als Mann Gottes und der Kirche eine Pfarrgemeinde leitet, zu verschwimmen droht. Ich bin ganz sicher, daß Ihr, verehrte Mitbrüder, die Erstellung dieser Konzepte nicht kühlen Planern überlaßt, sondern nur solchen Priestern und Mitarbeitern anvertraut, die nicht nur über die notwendige vom Glauben erleuchtete Einsicht und über eine entsprechende theologische, kanonistische und praktische Bildung sowie über pastorale Erfahrung verfügen, sondern denen die Rettung des Menschen wahrhaft am Herzen liegt, die sich also, wie wir früher gesagt hätten, durch „Seeleneifer“ auszeichnen und für deren Denken und Handeln das ganzheitliche und damit das ewige Heil des Menschen die suprema lex ist. Vor allem werdet Ihr nur solchen strukturellen Reformen Eure Zustimmung geben, die voll und ganz mit der Lehre der Kirche über das Priestertum und den rechtlichen Normen im Einklang stehen.“
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