Ein liberaler Kurienkardinal hat den Zölibat gezielt zur Diskussion gestellt. Nach der absehbaren Presselawine gab sich der Kardinal mißverstanden. Die Methode hat System.
Rechts: Der Präfekt der Kleruskongregation, Claudio Kardinal Hummes
(kreuz.net, Vatikan) Der neu ernannte Präfekt der Kleruskongregation, Claudio Kardinal Hummes, äußerte
sich vor der Sonntagsausgabe der brasilianischen Tageszeitung ‘Estado de Sao Paolo’ zum Zölibat.
Der
Zölibat sei kein Dogma, sondern eine disziplinäre Vorschrift. Die Kirche sei in dieser Frage beweglich.
Am Montag lautete der Tenor der Medien: „Einflußreicher Kardinal: Die Priester sollen heiraten.“
Der
Kardinal reagierte auf die „hervorgerufenen Reaktionen“ mit einer klärenden Stellungnahme. Sie wurde
gestern Montag auf der Homepage des Vatikan veröffentlicht.
In seiner Stellugnahme unterstrich Kardinal
Hummes die Bedeutung des Zölibats.
Es sei klar, daß der vorgeschriebene Zölibat für die Priester
in der lateinischen Kirche sehr alt sei. Er stütze sich auf eine „bewährte Tradition“ und auf triftige
Beweggründe – sowohl theologisch-spiritueller als auch praktisch-pastoraler Natur.
Ferner sei die Priesterehe
„nicht einmal eine Lösung für das Problem des Mangels an Berufungen“. Dies zeige die Erfahrung der anderen
christlichen Konfessionen, in denen es verheiratete Pastoren gibt.
Abschließend unterstrich der Kirchenfürst,
daß die Frage des Zölibats gegenwärtig nicht auf der Tagesordnung der kirchlichen Behörden stehe.
Dies sei erst vor knapp zwei Wochen bei einem Treffen der Leiter der vatikanischen Dikasterien mit dem
Heiligen Vater bekräftigt worden.
Der ‘Österreichische Rundfunk’ meinte dazu, daß bereits die Einberufung
der römischen Kurie zu diesem Thema „ein erster überraschender Schritt“ gewesen sei.
‘Radio Vatikan’
hatte damals ausdrücklich hervorgehoben, daß der Zölibat erstmals „auf höchster kirchlicher Ebene
offiziell zur Sprache kommt“.
„Künftige Wenden werden oft mit kleinen Schritten vorbereitet“ – kommentierte
gestern die römische Tageszeitung ‘La Repubblica’.
Der englische Weblogger ‘Rorate Caeli’ nannte das
gestrige Dementi von Kardinal Hummes eine bekannte Taktik der Altliberalen: „Scheinbare Kehrtwende“.
Das Rezept ist immer gleich: Man bringe die heiße Kartoffel etwa durch ein Interview aufs Tapet. Anschließend
müsse man Teile zurücknehmen, klarstellen oder dementieren. Erwartungsgemäß werde die von den Medienkonzernen
gesteuerte Diskussion dennoch über die ursprünglich getroffenen Aussagen abgehandelt.
Der Kirchenfürst
habe sich eines „progressiven Klassikers“ bedient: „Gratulation an Kardinal Hummes für seinen erfolgreichen
ersten Tag als Kopf des Klerus.“
Email-Adressen der Empfänger
29 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#29 Gerhard 23:46:20 | Donnerstag, 7. Dezember 2006
Verwerfliches Tun? Was ist eigentlich so verwerflich daran, verheiratet zu sein? Ist man dann wohl nicht
mehr in der Lage, ein Diener Gottes zu sein und Menschen auf dem Weg zu Gott zu begleiten? Anscheinend
nicht, sonst wäre die Aufregung nicht so groß! Die Liebe zu Gott schließt die Liebe zu einem Menschen
nicht aus – auch bei Priestern nicht!
Liebe Brigitte Bussmann, hängt es vielleicht damit zusammen, dass Sie den Unterschied zwischen dem Ehelosigkeitszölibat
und dem Enthaltsamkeitszölibat nicht kennen?
Zölibat Der Zölibat ist nicht apostolisch, wer so einen Irrsinn behauptet, hat keine Ahnung von Kirche,
keine Ahnung von Tradition, keine Ahnung warum es überhaupt den Zölibat gibt. Wenn der Zölibat so apostolisch
wäre, würden ja die unierten Kirchen in einer Häresie leben, das tun sie nicht, denn sonst wären sie
keine Unierten, denn die Schlußfolgerung wäre dann ja auch, dass der Papst eine häretische Teilkirche
in seiner großen „Herde“ hat. Den Zölibat als Gesetz gibt es seit dem 12. Jahrhundert. Übrigens Petrus
ist nachweislich lt. Bibel verheiratet gewesen, denn es wird von der Schwiegermutter des Petrus gesprochen,
wie kann dann der Zölibat apostolisch sein. Das verstehe wer will, ich verstehe diese Logik nicht. Und
ob alle Zölibatsbeführworter wollen oder nicht, die Zölibatsverpflichtung wird zumindest zunächst
gelockert.
#24 AthanasiusII 22:37:12 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Alfons Maria Cardinal Stickler… …gibt gute Antworten in seinem Buch zum Zölibat. Der Zölibat findet
man schon als „Pflicht“ 325 auf dem Nizäanum zurück. Natürlich kann man aber darin dispensieren. Aber
den Zölibat als nicht apostolisch oder nicht frühkirchlich anzugreifen, ist wirklich Lügnerisch.
wer … … kennt denn gute Gründe für den Zölibat? Mir fällt da – vielleicht etwas schwammig und
durcheinander – nur folgendes ein: 1) Der Priester soll sich ganz seinem Dienst widmen, in den Dienst
Gottes stellen – und das ungeteilt und nicht als Kompromiss mit Family 2) Der Priester soll sich der Welt
entfremden, d.h. nicht nur zu Gott, sondern auch von der Welt weg – d.h. die Anhänglichkeit an die weltlichen
Dinge soll der Anhänglichkeit an die himlischen Dinge schwinden 3) Christus lebte zölibatär – und der
Priester vertritt ihn in Beichte, Messe usw. 4) Der Priester soll immun sein gegen weltliche „Erpressung“,
d.h. auch bei Verfolgung seinen Glauben leben und nicht aus Rücksicht auf Family zurückstecken, sondern
seinen Glauben bekennen 5) In der Mission, vorallem bei den Menschenfressen sind anderweitige Verpflichtungen
sehr hinderlich Was gibt es sonst noch alles? Irgendwie ist mir – ohne dass ich das argumentativ niederlegen
könnte – dass quasi für den Priester andere „Reinheitsgesetze“ gelten, die die Ehe irgendwie nicht zulassen.
(Breitseite für alle Zölibat-Gegner, aber schiesst nur)
#22 No Comment 19:31:01 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@Clarissa Im Verhältnis zu den heutigen Bedingungen ist die Zahl der priesterlichen Berufungen sogar
noch überraschend hoch. Wenn ein Ortsbischof nur halbsoviel Berufungen wecken könnte (auf sein Gebiet
bezogen) wie der Heilige Vater im Alleingang seit 1978, dann gäbe es gar keine Sorgen. Die Bischöfe
reden von Kollegialität (die sie als Partizipation missdeuten), leisten aber nur einen Bruchteil ihrer
Aufgabe. Die Beziehung Bischof-Presbyterium müsste „Tagesordnungspunkt 1 plus“ auf jeder bfl. Agenda
sein; und zwar als unmittelbare, ungefilterte, seriöse und geistliche Beziehung, geradezu antibürokratisch…
Klarstellung Ungeachtet der unvordenklichen kirchlichen Tradition, die der klerikale Zölibat besitzt
ist doch darauf zu verweisen, dass dieser stets als ius mere ecclesiasticum, d. h. als rein kirchliches
Recht, eingestuft worden ist. Vielleicht gefällt das dem einen oder anderen nicht, aber der oberste kirchliche
Gesetzgeber (d. h. der Pontifex) könnte in dieser Frage auch anders entscheiden; mithin also den Pflichtzölibat
aufheben. Schließlich ist die Weihe zwar ein Ehehindernis, aber die Ehe kein Weihehindernis, so dass
es der Kirche jederzeit freistünde, Verheiratete zu weihen, wie dies in den unierten orientalischen Kirchen
ohnehin seit alters her gängige Praxis ist. Im Übrigen sei nur darauf verwiesen, dass die 21 unierten
orientalischen Kirchen, die der katholoischen Kirche angehören, seit alters her keinen Pflichtzölibat
kennen – dies hat jedoch deren „Berufungsprobleme“ auch nicht gelöst. Noch zwei Gedanken: 1) Seminare
werden sich erst wieder füllen, wenn „priesterliche Berufung“ wieder in den weiteren Rahmen der allgemeinen
„christlichen Berufung“ integriert wird. Christen, die ihre Berufung leben, lassen auch wieder vermehrt
Priesterberufungen wachsen; gerade, wenn dies auch ein echtes Gebetsanliegen ist. 2) Solange sich Zahl
der Gläubigen „im Sinkflug“ befindet, ist zunächst nicht mit einer überproportionalen Zunahme an Priesterberufungen
zu rechnen. Wäre dies dennoch der Fall müsste man sich schon Gedanken machen, welche Beweggründe dafür
ausschlaggebend sind. uiogD.
#20 timpressum † 14:08:10 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Ähnlichkeiten mit dem „Rezept“… …für die Diskussion um die Freigabe der Tridentinischen Messe sind
rein zufällig! Das Rezept ist immer gleich: Man bringe die heiße Kartoffel etwa durch ein Interview
aufs Tapet. Anschließend müsse man Teile zurücknehmen, klarstellen oder dementieren. Erwartungsgemäß
werde die von den Medienkonzernen gesteuerte Diskussion dennoch über die ursprünglich getroffenen Aussagen
abgehandelt.
#19 landorganist 14:02:00 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Lieber Heinrich von und zu… da haben Sie mich aber missverstanden, meine Wortwahl war aber auch dazu
geeignet. Keineswegs wollte ich den Kardinal mit einem furzenden Floh vergleichen, das liegt mir ferne.
Im Gegenteil. Die Äußerungen des Kardinals sind nicht zu beanstanden, ausser natürlich von Ihnen und
den üblichen Kreuznattern. Der furzende Floh war ganz allgemein zum Vergleich zu der Wichtigkeit der
Schüttel’schen Ergüsse beigezogen. Also, lieber Heinrichvonundzu, bleiben Sie geschmeidig, und pflegen
Sie Ihre Ansichten über die Äußerungen des Kardinals. Ich pflege die meinen.
Rembert Rosenbaum Gewiß gibt es auch (gute) Gründe gegen den Zölibat. Einige haben Sie genannt. Es
gibt aber ebenso viele Gründe von unterschiedlichster Qualität, die für den Zölibat sprechen. Wegen
des Platzes und meiner mangelnden Zeit nur ganz wenige Stichworte, zu denen man eigentlich umfängliche
Ausführungen machen müßte: Priester ist unabhängiger. Hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt (
z.B. Chinamission und Vertreibung 1950; Vietnam 1975); mehr Zeit für Menschen u. Gemeinde; Problem: „Scheidung“
verheirateter Priester; Aufhebung des Zölibats hat langfristig keinen Einfluß auf Priesternachwuchs.
Priester kann sich freiwillig viele Jahre auf den Zölibat vorbereiten. Priesterliche Familien können
auf Grund der Alltagsbelastung kaum vorbildlicher sein. Daher eher doppelte Anforderung. Situation geschiedener
protest. Pfarrfamilien. Scheidungsrate! Tradition des Zölibats Verheiratete Bischöfe? Orthodoxe Situation?
Kloster und Ehelosigkeit Oratorien als Lösung?
Lieber Landorgler, ja „wenn im Vatikan ein Floh furzt“. Sie übertreffen sich selbst an Unhöflichkeit.
Ich finde jedenfalls diese Bezeichnung für die Worte des Präfekten der Kleruskongregation, Claudio Kardinal
Hummes mehr als despektierlich. So behandelt man Menschen nicht, auch wenn sie grenzwertigen Unsinn sagen!
Ruhig Blut Wer hat hier Angst vor Diskussionen in den säkularen Medien? Diskutieren kann „man“ viel.
Aber die Forderung nach einem „absolutem Interview-Verbot bei Kurienkardinälen“ ist absurd. Faktum ist,
daß in der Mehrzahl der in der Katholischen Kirche existenten Riten vor den höheren Weihen die Möglichkeit
besteht, zu heiraten und auch so geweiht zu werden. Nüchterne Analyse und unaufgeregtes Mitreden im Wissen,
daß die lateinische Kirche nicht einfach etwas spirituell Gewachsenes einfach über Bord wirft, sind
angeratener.
#15 landorganist 13:11:33 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Ob Schüttel für etwas plädiert oder ob im Vatican ein Floh furzt, es hat die gleiche Bedeutung. Rebekka
kriegt noch mal ein :(3 von mir, für die klaren und richtigen Aussagen, und noch ein :(3 für die Geduld,
die sie in diesem Umfeld aufbringt.
Freistellung? Warum soll es abwegig sein, den Zölibat freizustellen? Warum soll es nicht mehr verheiratete
Priester geben, die es in den unierten und orthodoxen Kirchen, sowie auch in der römisch-katholischen
Kirche (-hunderte konvertierte Priester-) gibt? Damit ist der Zölibat -der ja bekanntlich kein Dogma
ist- nicht in Frage gestellt. Positiver Nebeneffekt einer Freistellung: –„gute Berufungen“ gehen nicht
verloren -die Heiratunfähigkeit und somit Ungeeignetheit für das Priesteramt vieler (neurotischer) Seminaristen
würde offensichtlich werden; -es gebe mehr gute Familien und Kinder, die wir unbedingt brauchen, diese
würden aufgewertet werden; -einen herber Schlag gegen gewisse Sümpfe in klerikalen Kreisen. (Anmerkung:
Es gibt keinen Priestermangel, sondern eine Gläubigenmangel. Das größere Problem ist nachwievor der
Modernismus.) Konservativ heisst leben aus dem, was ewig gilt. Was Wort Gottes gilt ewig: Gehet hin und
vermehret euch! (Buch Genesis 1,28) o^/
Sirilo „Papst Daniel hat soeben verkündet: 1. Die Sonne dreht sich um die Erde. 2. Die Erde ist eine
Scheibe.“ hat soeben gegen das 8. Gebot gesündigt.
Schüttel „Schüttel plädiert für absolutes Interview-Verbot bei Kurienkardinälen…“ Habe ich etws
verpasst? Ist Schüttel schon Papst? Oder Kaiser? Oder was?
#11 Schüttel 12:30:03 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Schon zum zweiten mal innerhalb eines Monats musste der Vatikan in der Zölibatsfrage zurückrudern. Wer
ist für das Medienchaos verantwortlich? Oder ist wirklich damit zu rechnen, das es den Zölibat als Vorbedingung
für die Priesterweihe bald nicht mehr geben soll? Dann hat das Ganze System. Schüttel plädiert für
absolutes Interview-Verbot bei Kurienkardinälen, für Medienaskese bei Bischöfen und Kardinälen generell,
Verbot von Auftritten in säkularen Talk-Shows! Sämtliche vatikanische Presse- und Medienarbeit gehört
wieder in die Hände des professionellen Navarro-Vals!
@ Heggi Kardinal Hummes ist von überhaupt nichts abgerückt, er hat nur noch einige Information hinzugefügt.
Dadurch wird das zuerst Gesagte weder falsch noch relativiert. Es ist und bleibt die Wahrheit. Und m.E.
gehört es keineswegs zu den Aufgaben des Präfekten der Kleruskongregation, irgendwelche diplomatischen
Spielregeln im Umgang mit den Medien zu beherrschen. Wenn die BILD jemanden falsch verstehen will, dann
wird es ihr immer gelingen. Dafür ist nicht der Interviewte verantwortlich, sondern nur die Dummheit,
Gedankenlosigkeit oder manchmal sogar der Gehässigkeit von den Interviewern, Berichterstattern etc. Das
gilt für BILD genauso wie für hetz.net.
Rebekka Es ist ja nicht falsch, was Sie schreiben, aber in der Funktion eines Kardinals und künftigen
Kurienkardinals kennt man sich in der Kommunikation mit den Medien eigentlich aus oder sollte sich auskennen.
Da gibt es drei Stufen: 1. das offene Gespräch, d.h. man kann alles berichten und auch den Namen des
Informaten nennen. 2. Das Gespräch, wo der Inhalt für die Berichterstattung frei ist, aber die Nennung
des Informanten tabu ist. Und 3. das Hintergrundgespräch, in dem Inhalt und Informant vertraulich sind.
Die Spielregel beim Interview ist, daß der Interviewte vor der Veröffentlichung den Text nochmals korrigieren
und auch ergänzen darf. Eher peinlich ist, wenn man hinterher die (wie Kardinal Hummes) die Aussage „präzisieren“
muß, d.h. eigentlich von der ersten Aussage eine Stück abrücken muß. Es bleiben deshalb nur 2 Möglichkeiten:
Hummes hat bewußt das Thema gespielt und er ist, weil er die Brisanz seiner Aussage als künftiger Klerikerpräfekt
nicht richtig erkannt hat, zurückgepfiffen worden, oder er hat wirklich etwas naiv drauflos geplaudert.
Und dann muß er dafür auch Kritik einstecken. In der Sache selbst gibt es m.E. für die Kirche überhaupt
keinen Entscheidungsdruck. Nur ein Kardinal, der sich so öffentlichkeitswirksam selbst in sein Amt einführt,
ist womöglich doch dafür nicht so ganz geeignet. Aber das hat ja B. XVI zu entscheiden.
#7 Augustinus 10:49:27 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Wer sich in Kirchengeschichte auskennt, weiß, dass der Zölibat kein „Dogma“ ist. Der Kardinal hat nur
versucht, das Wesen des Zölibats zu erklären, weil eben die mediale (liberale) Öffentlichkeit eine
Stellungnahme verlangt. Dass der Kardinal inhaltlich recht hat, bedeutet nicht, dass er geschickt war.
Nach meiner Ansicht ist es die Aufgabe jedes Bischofs, die wahren Inhalte so zu vermitteln, dass die Zuhörer
und Leser seiner Botschaft den wahren Inhalt verstehen. Deshalb den Zölibat als „Dogma“ auszurufen, ist
ebenso falsch wie ihn unnötig in Frage zu stellen. Der richtige Weg ist, ihn so zu erklären, dass möglichst
viele Menschen diese Vorschrift der Kirche verstehen können. Natürlich gibt es Menschen, die nicht verstehen
wollen, diese sollten aber nach verständlicher Darlegung der Wahrheit in ihrem unsinnigen NICHTWOLLEN
entlavt sein. LG Augustinus P.S.: Im übrigen läßt es sich leicht über Päpste u.a. herziehen, so lange
man „in den billigen Reihen“ sitzt, also selber keine Verantwortung übernimmt. Ich wäre gespannt, ob
ein Hl. Augustinus oder ein Hl. Franziskus bei Lebzeiten von Kritik im Charakter von kreuz.net verschont
geblieben wäre. Als konkubinatsliebendes Sektenmitglied bzw. reiches Muttersöhnchen wäre diese Berichterstattung
auch nicht besonders toll ausgefallen.
#6 wolfgang e. 10:48:28 | Dienstag, 5. Dezember 2006
@ wickerl „ein türkischer Redakteuer schrieb an viel beachteter Stelle in der Türkei, dass wenn der
Papstbesuch noch 2 Tage länger gedauert hätte der Papst Moslem geworden wäre.“ „Allen bin ich alles
geworden, um zumindest einige zu retten…“ Wer das wohl geschrieben hat, wohl ein ziemlicher Herätiker,
oder?
Zusammenfassung Kardinal Hummes wird in einem Interview nach dem Zölibat gefragt oder schreibt meinetwegen
einen eigenen Zeitungsbeitrag, in dem es auch um den Zölibat geht. Er spricht eine pure Selbstverständlichkeit
aus: Der Zölibat ist kein Dogma, sondern eine disziplinäre Praxis. Wie es sich für einen Kirchenmann
gehört, sagt er die Wahrheit, ohne Rücksicht darauf, was evtl. die BILD-„Zeitung“ daraus machen könnte.
Er sagt nicht, dass er für die Abschaffung des Zölibats sei, sondern nur, dass das Wesen des Katholizismus
nicht am Pflichtzölibat der Diözesanpriester hängt. Etliche Zeitungen machen daraus den Teaser: Kardinal
gegen Zölibat. Dafür kann der Kardinal nichts. Er hat nichts dergleichen gesagt. Also gibt er nochmal
eine Erklärung ab und fügt dabei kirchliche Stellungnahmen pro Zölibat hinzu. hetz.net macht daraus
einen Artikel gegen den Kardinal und unterstellt ihm – wider die Tatsachen – eine „Methode“. Jaja, das
ist wahrer christlicher Journalismus. :)3
so ist es @heggi Das ist kein Zufall, der Papst blinkt rechts und fährt links vorbei das merkt man immer
mehr und er ist kein Fels in der Brandung, ein türkischer Redakteuer schrieb an viel beachteter Stelle
in der Türkei, dass wenn der Papstbesuch noch 2 Tage länger gedauert hätte der Papst Moslem geworden
wäre. Zu Beginn des Ponitfikates habe ich ihn noch verteidigt, im Bekanntenkreis gesagt dass unser einer
nicht Papst geworden wäre und nicht Kardinal weil wir uns nicht arrangieren in diesem Ausmaß usw. und
man muss abwarten wie er wird, vielleicht hat er taktiert, gerade unter Johannes Paul II., und wir werden
jetzt so meinte ich sein echtes Gesicht sehen, und Papst Benedikt hat es gezeigt. Es kommen nur Leute
zum Zug von Typus der Konzilsgarde, auch dort wo er andere verfügbare Kandidaten und Hoffnungsträger
persönlich kennt, er war öfter bei der theologischen Sommerakademie in Aigen und er nahm einen Bischof
für Oberösterreich der SexCD-s verschickt und niemanden von denen die in den letzten 20 Jahren dagegenhielten.Nach
einem kurzen Rechtsblinken ( Absetzung von Bischof Aichern) ging es gleich so weiter, es ist heute schlimmer
als unter Aichern.
Richtig! Aber die Frage ist, ob nicht dennoch an ihm festgehalten werden soll. Die Aufhebung des Zölibats
als Problemlöser ist mindestens wirklichkeitsfremd.
Zölibat Zumindest in der Tagespresss hat der Versuchsballon von Kardinal Hummes Wirkung gezeigt. So titelte
BILD gestern: „Papst-Vertrauter bricht Tabu – Dürfen Priester bald Sex haben?“ Und berichtet BILD so:
„Der brasilianischen Tageszeitung ‘Estrado do Sao Paulo’ sagte Hummes, daß die katholische Kirche dem
dramatischen Priestermangel dadurch begegnen könne, die Ehelosigkeit der Priester abzuschaffen.“ Wie
auch immer Hummes sich im Interview ausgedrückt hat, entweder war er unendlich naiv oder es war ein bewußter
Versuchsballon. Die sog. Präzisierung erfolgte zumindest auf dem Fuße. Aus Schrecken, was er da nachrichtlich
losgetreten hat,oder auf Veranlassung des Staatssekretariats. Es wirft aber auch ein Licht auf die wenig
klare Personalpolitik von B XVI. Levada scheint ebenfalls kein „goldener Griff“ gewesen zu sein. Versuchsballon
loslassen wollte, dann hat