19:52:35 | Dienstag, 5. Dezember 2006
Von der Verkündigung bis zur Ankunft Jesu: Der Spielfilm „Es begab sich aber zu der Zeit…“ erzählt die Weihnachtsgeschichte.

(kreuz.net) Erstmals wird die Weihnachtsgeschichte als Kinoerlebnis auf der großen Leinwand präsentiert.
Regisseurin Catherine Hardwicke illustriert den Weg von Maria und Joseph nach Bethlehem auf eine realistische
und emotionale Art und Weise.
Der Drehbuchautor, Mike Rich, hat sich eng an die Evangelientexte gehalten.
Gedreht wurde unter anderem im süditalienischen Matera, wo bereits 1964 der Film „Das 1. Evangelium –
Matthäus“ von Pier-Paolo Passolini entstand und wo der Regisseur Mel Gibson im Jahr 2004 seinen Film
„Die Passion Christi“ drehte.
Produziert wurde „The Nativity Story“
von der Firma New Line Cinema, die bereits die erfolgreiche Trilogie „Der Herr der Ringe“ herausgebracht
hat.
Premiere im VatikanVor rund 7.000 Zuschauern fand am vorletzten Sonntag abend die Erstaufführung
des Filmes „The Nativity Story“ im Vatikan statt.
Es war die erste Filmpremiere in den Räumen des Vatikan.
Der Film wurde im Saal Paul VI., in dem der Heilige Vater sonst Pilger zu Audienzen empfängt, aufgeführt.
Papst Benedikt XVI. ließ sich bei der Premiere allerdings nicht blicken.
Unter den Teilnehmern befand
sich der US-amerikanische Kurienerzbischof John Foley, der den Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel
leitet.
Das Kino sei ein machtvolles Mittel der Kommunikation und vermittle mit der „Nativity Story“
wieder einmal eine universelle Botschaft, sagte der Erzbischof.
InhaltErzählt wird die Geschichte
von Maria, die als 16jährige mit Joseph, einen Mann, den sie im Grunde gar nicht kennt, geschweige denn
liebt, verheiratet wird.
Doch ihr wird durch einen Engel ihr Schicksal gewiesen: die Empfängnis von
Gottes Sohn.
Die Schwangerschaft des jungen Mädchens ist ein Skandal, denn es gilt wegen ihres heranwachsenden
Kindes als befleckt.
Maria verzichtet darauf, den Beweis für ihre Jungfräulichkeit zu erbringen und
duldet unter seelischen Qualen, aber mit der Gewißheit auf Gottes Unterstützung die Demütigungen ihrer
Umwelt.
Josephs Zweifel können erst ausgeräumt werden, als er im Traum eine Erscheinung hat.
Gemeinsam
brechen die beiden zur Volkszählung nach Bethlehem auf.
Die Kulisse des Films ist sehr stilvoll eingefangen,
obwohl nicht im Heiligen Land, sondern in Italien gedreht wurde.
Trotz der typischen Weihnachtsromantik
handelt es sich aber nicht um eine harmonische Geschichte.
Im Kern geht es darum, wie Gottes Botschaft
durch Menschen auf Erden zur Geltung gebracht wird – in einer Zeit, in der dies Machtstrukturen gefährdete.
Mängel
Leider finden sich auch einige schauspielerische Schwächen vorrangig bei Keisha Castle-Hughes,
deren Darstellung der Muttergottes hölzern wirkt.
Ein theologisches Problem ist die Tatsache, daß der
Film an der Verwundbarkeit der Muttergottes keinen Zweifel läßt.
Die im Film dargestellte natürliche,
schmerzvolle Geburt Christi widerspricht der katholischen Lehre von der wunderbaren Jungfrauengeburt.
Maria erscheint nicht als Heilige, sondern als Mädchen, das im Grunde nicht weiß, was mit ihm geschieht.
Fundierte RechercheDer Autor des Drehbuches, Mike Rich, stützte sich auf umfangreiche Recherchen.
Das Ziel war herauszufinden, was für Menschen Maria und Joseph waren und was sie empfunden haben könnten.
Fast ein Jahr lang erforschte Rich jeden Aspekt der Geschichte. Immer wieder las er das Matthäus- und
Lukas-Evangelium.
Im Film soll auch das Leben der Menschen von damals quasi authentisch – mit Quellenforschung
untermauert – wiedergeben werden.
Ohne Zweifel gibt es für einen solchen Film keinen besseren Zeitpunkt
als die Adventszeit.
Am Donnerstag startet „Es begab sich aber zu der Zeit…“ in den deutschen Kinos.
Dann wird sich bewahrheiten, was ganz oben auf dem Wunschzettel der Produzenten steht:
Süßer die Kassen
nie klingeln.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.