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Donnerstag, 7. Dezember 2006 18:50
Nobel statt Nabel
Der Aufklärungsunterricht läßt die Jugendlichen über die fatalen Folgen von Schamlosigkeit und Sexismus im Dunkeln. Von Lisa Abelin.
(kreuz.net) Das ging selbst der damaligen Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, Heide Simonis, über ihre rote Hutschnur.

Frau Simonis protestierte vor einigen Jahren gegen Werbeplakate der Bildzeitung.

Die Groschen- und Gossenzeitung aus Hamburg hatte die lasziven täglichen Nacktfotos des Blättchens auf Groß-Plakaten geklebt – unter anderem auch an Bushaltestellen.

Damals erklärte Frau Simonis: „Da gehen auch Schulkinder vorbei.“

Tatsächlich. Auf die Gesellschaft und damit auch auf Kinder und Jugendlichen wälzt sich eine Flut von pornografischen und sexistischen Bildern und Medien.

Selbst auf dem Familientisch landen Fernseh-Zeitschriften, deren Titelbilder ein Druckerzeugnis vor vierzig Jahren unter die Ladentheke verbannt hätte.

Im Innenteil kostenloser Anzeigenblättchen verkaufen sich Prostituierte mit obszönen Worten, Gesten und Bildern.

Die Werbung schiebt mit immer tieferen Ausschnitten die öffentliche Schamgrenze nach unten.

Einige gesellschaftliche Akteure treiben die Unkultur der Schamlosigkeit durch Frühsexualisierung von Kindern und Jugendlichen voran.

‘Bravo’ und andere sexistische sogenannte Jugend-Zeitschriften zielen auf den Kindermarkt. Die umstrittene Organisation ‘pro familia’ betreibt die Frühsexualisierung unter dem Mantel der Aufklärung.

Die Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen werden immer mehr sexistisch konditioniert. Zugleich wird ihnen die Lust als Lebensillusion nahegelegt.

Natürlich sind Kinder und Jugendliche in diese Richtung leicht zu verführen. Eltern zeigen sich verunsichert.

Eine Aufklärung über die fatalen Folgen von Schamlosigkeit und Sexismus findet nicht statt.

13jährige Mädchen erscheinen in der Schule in Strand- und Discokleidung – mit gewagtem Ausschnitt, engem Oberteil und natürlich bauchnackt und nierenfrei.

Hautbilder und Körperschmuck sollen die Blicke auf den nackten Körper lenken.

Viele Mädchenhosen sind betont sexistisch konzipiert:

Der hautenge Zuschnitt betont die Konturen des Unterleibs. Die Gürtellinie ist extrem weit heruntergezogen. Großformatige Gürtelschnallen lenken die Blicke auf die Schamregion.

Manchmal wird mit einer breiten Metallnoppenkette – schräg getragen im Stil eines Patronengürtels – das weibliche Becken zusätzlich betont.

Auch Körperhaltung und Körpersprache werden sexistisch beeinflußt.

Entsprechend der Lässigkeit von Models und Werbe-Ikonen sitzen Mädchen mit offenen Beinen da – vermutlich ohne die Haltungssignale voll zu verstehen.

Eine teilweise unflätige Umgangssprache untereinander und sexistische Sprüche auf Mäppchen und Meinungsstickern – eher bei Jungen allerdings – runden diese sexverführte Scheinwelten ab.

Bei so einem verwahrlosten Auftritt von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum ist – neben den Eltern – auch die Schule verpflichtet, den Zöglingen gutes Benehmen und einen Blick für die Wirklichkeit beizubringen.

„Nobel statt Nabel“ titelte schon vor einigen Jahren das Wochenmagazin ‘Spiegel’ gegen Verwahrlosung und Erziehungsnotstand an deutschen Schulen.

Das Motto heißt: „dem Lernort Schule angemessene Kleidung und Verhaltensweisen“. Mancherorts wird auch über die Einführung von Schulkleidung diskutiert.

Das mag ein Anfang sein. Entscheidend aber ist, daß Umgangsregeln auf ethisch-anthropologische Basis gegründet werden.

Gegen die Sexismus-Ideologie ist eine Pädagogik der Scham, Enthaltsamkeit und positiven Orientierung auf Ehe und Familie zu entwickeln.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 22 Lesermeinungen:
Freitag, 8. Dezember 2006 18:23
methusalix †: Das wir leider nicht funktionieren, private-notes!
private-notes:
Ich ziehe jetzt in den Vatikan und reiß mir einen zwölfjährigen Stricher auf. Dort darf ich das, hurra!


Sie haben zwar richtig erkannt, dass in Hierarchien grundsätzlich nach dem Spruch“Quod licet jovi, non licet bovi!“ verfahren wird, aber es wird doch verlangt, dass man seine „privaten Gelüste“ im Vatikan nicht mehr allzu öffentlich präsentiert. Sie haben es sich mit Ihrer öffentlichen Ankündigung verscherzt. Obwohl ich Ihnen den Lustknaben natürlich gegönnt hätte!
Freitag, 8. Dezember 2006 18:19
obelix †: Genau das ist es, Navon, was ich mit „starken Kindern“ gemeint habe;
Sinnvolle Aufklärung der Jugendlichen (und eben nicht zwanghaftes Wegschließen und Verbieten der Sexualität), führt zu selbstsicheren Jugendlichen, die eben nicht so leicht wie ahnungslose Gleichaltrige irgendwelchen Perversen zum Opfer fällt.

Aber wie Sie aus den „katholischen“ Beiträgen ersehen können, ist es genau das, was „gute Katholiken“ nicht wollen. Die wollen nämlich brave Kinder, die wollen gehorsame Kinder, die wollen „züchtige“ Kinder und liefern sie damit um so leichter jedem Missbrauch aus.
Ich bin heilfroh, dass wir unserer Tochter das NEIN!!!-sagen rechtzeitig beigebracht haben. Das ist zwar nicht so ganz bequem für die Eltern, aber die Kinder sind sicherer vor jedweden Übergriffen!
Freitag, 8. Dezember 2006 18:19
private-notes: Uijeuije
Und im Vatikan können 12jährige heiraten, sich gleichgeschlechtlicher Unzucht mit Erwachsenen hingeben. Die Moral von dieser Gschicht?

Verbiete, was Dir selbst erlaubt ist

Ich ziehe jetzt in den Vatikan und reiß mir einen zwölfjährigen Stricher auf. Dort darf ich das, hurra!
Freitag, 8. Dezember 2006 17:39
Udalricus: @ Navon, der Wortverdreher
Navon unterstellt mir, ich hätte gesagt: „Wenn die Christen der Meinung sind, dass sie sündig und verdorben sind, …“
Ich habe aber genau auf das Gegenteil hingewiesen, nämlich darauf, dass Christus uns von der Erbsünde und ihren Folgen befreien möchte.
Der vollkommen erlöste Mensch aber braucht sich nicht mehr schämen!
Auch Jesus schämte sich nicht, als er nackt am Kreuz hing, und Franz von Asissi entledigte sich all seiner Kleider vor dem versammelten Volk und ging völllig frei davon.
Solange aber die Erbsünde noch unter uns wirksam ist, hat Scham durchaus einen gewissen Sinn, wobei ich einschränken möchte, dass manche Kleidung aufreizender ist als völlige Nacktheit!
Navon, was halten Sie davon?
Freitag, 8. Dezember 2006 13:19
Gotthard: wo sind die Bilder?
Gerade bei diesem Thema hätte ich mir doch erläuternde Bilder gewünscht!
Das modische Ziel des ganzen Artikels hätten einige Bilder der züchtigen Maiden bei der KPE bestens zum Ausdruck gebracht.
Freitag, 8. Dezember 2006 13:15
Navon: @ Udalricus
Die Ansicht setzt die Richtigkeit der Behauptung der sogenannten „Erbsünde“ voraus und ist selbst dann noch zweifelhaft. Wenn die Christen der Meinung sind, dass sie sündig und verdorben sind, so sollen sie das, bittesehr! Aber die Verallgemeinerung, dies auf alle Menschen auszudehnen ist etwas, wogegen ich mich wehre. Mehr als 1/3 aller Deutschen glaubt nicht an Euren „Gott“ und das, was Ihr noch so drumherumbaut. Wenn Ihr also Kleidungsvorschriften wollt, dann begründet sie ohne Euren „Gott“, damit es für alle Menschen nachvollziehbar und begründet ist.
Letztlich wird aber auch eine „züchtige“ Einheitskleidung Perverse nicht aufhalten, was man sehr schön erkennen kann, wenn man sich mal vor Augen führt, dass es Menschen mit „Schuluniform-Fetisch“ gibt. Das sind deswegen keine Perversen, die auf Kinder losgehen, zeigt doch aber schön, das jedwede Kleidung geeignet ist, in der Phantasie sexuell stimulierend zu wirken.
Sinnvolle Aufklärung der Jugendlichen (und eben nicht zwanghaftes Wegschließen und Verbieten der Sexualität), führt zu selbstsicheren Jugendlichen, die eben nicht so leicht wie ahnungslose Gleichaltrige irgendwelchen Perversen zum Opfer fällt.

N.
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