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Donnerstag, 7. Dezember 2006 10:14
„Herr Bischof, Sie haben mich belogen!“
Eine Katholikin empörte sich kürzlich über ein Interview des Bischofs von St. Pölten in einer Tageszeitung. Doch der Bischof beteuerte, er habe der Zeitung gar kein Interview gegeben. Hat er doch – konterte das Blatt.
Links: Diözesanbischof Klaus Küng Rechts: Dom von St. Pölten
Links: Diözesanbischof Klaus Küng
Rechts: Dom von St. Pölten
(kreuz.net, St. Pölten) In ihrer Ausgabe vom 19. Oktober 2006 veröffentlichte die österreichische Tageszeitung ‘Kurier’ einen Artikel über den Bischof von St. Pölten.

Darin wurden Zitate aus einem Interview mit Mons. Klaus Küng wiedergegeben.

Dabei berichtet der Bischof unter anderem von seinen Bemühungen um eine Befriedung der Diözese St. Pölten. Diese Aufgabe sei weitgehend abgeschlossen.

Noch nicht ganz erledigt sei allerdings die Entsorgung der „personellen Altlasten aus der Krenn-Ära“, heißt es in dem laut ‘Kurier’ auf einem Exklusiv-Interview basierenden Artikel weiter.

Eine gläubige Katholikin aus der Diözese St. Pölten zeigte sich über die Formulierung „personelle Altlasten“ empört.

Sie schrieb dem Bischof und beschwerte sich darüber, daß der Bischof Menschen als „Altlasten“ bezeichnet habe. Das sei menschenverachtend.

Nach einiger Zeit erhielt die Frau ein Antwortschreiben aus dem bischöflichen Sekretariat.

Darin stand: Der Bischof „macht Sie darauf aufmerksam, daß er der betreffenden Zeitung kein Interview gegeben hat. Sie sollten nicht vorschnell aus einem Zeitungsbericht Schlüsse ziehen“.

Unterzeichnet war das Schreiben von der bischöflichen Sekretärin Hildegard Rumpler, die wie Mons. Küng und alle Mitarbeiter im bischöflichen Sekretariat der neokonservativen Personalprälatur Opus Dei angehört.

Besagte Katholikin wandte sich daraufhin an die Redaktion der Tageszeitung ‘Kurier’. Sie fragte an, was es mit dem dubiosen Interview auf sich habe.

Die Antwort der Tageszeitung: „Wir würden aus prinzipiellen Gründen niemals frei erfundene Darstellungen veröffentlichen.“

Und weiter: „Es ist korrekt, daß es sich um kein Interview im klassischen Sinn handelte. Aber wenn der Bischof Antworten auf die Fragen eines Journalisten gibt, ist es wohl doch ein Interview im weitesten Sinne.“

Erneut setzte sich die Katholikin an ihren Computer und berichtete dem Bischof von St. Pölten, was sie von der Zeitung erfahren hatte.

Wörtlich schrieb sie:

„Herr Bischof! […] Sie haben mich belogen! Ist das eines Bischofs würdig? Haben Sie wirklich geglaubt, daß ich eine primitive Landbewohnerin bin, die man mit solchen Lügen mundtot machen kann?“

© Bild Bischof Küng: Pressestelle Diözese St. Pölten
© Bild St. Pöltener DOM: GNU Free Documentation License
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 66 Lesermeinungen:
Samstag, 9. Dezember 2006 23:55
wolfgang e.: Lieber Heinrich,
Es stimmt schon, Sie haben den Bischof nicht direkt so genannt.

Vielleicht verraten Sie mir aber, wie ich ihre Lesermeinung unten richtig deuten soll?:

Wie sagte mein früherer Chef immer wieder?„Der Unterschied zwischen clever und Arschloch ist häufig vernachlässigbar klein.“ Tja, Herr Bischof und mein früherer Chef war Fachmann in solchen Sachen, clever bis zum Exzess.

Wenn meine Deutung falsch war, bitte ich höflichst um Entschuldigung. Dann bin ich leider nicht clever genug gewesen, ihren Ausspruch richtig zu deuten.

Noch eine allgemeine Frage an die Redaktion:

Ist es nicht verwunderlich, dass gerade die Leute, die viel austeilen wenig einstecken können?
(Zur richtigen Deutung, ich will ja nicht falsch verstanden werden: kreuz.net ist wahrlich nicht sparsam beim Austeilen, aber außerordentlich wehleidig, wenn es etwas einstecken muss.)
Samstag, 9. Dezember 2006 17:30
HeinrichvonOfterdingen: Lieber Wolfgang e, Sie schreiben:
Aufgrund dieser sehr dünnen Story fühlen Sie sich nun bemüßigt, den Bischof ein cleveres Arschloch zu nennen.Um das mal richtig zu stellen: ich habe den Bischof so nicht genannt. Da haben Sie sich etwas zusammengereimt, was so nicht in meinem Beitrag steht. Wenn Sie den Bischof in Ihrem Beitrag als cleveres Arschloch bezeichnen und mir etwas unterstellen, dann kann ich da nur mein Mißfallen ausdrücken. Bitte nehmen Sie das zur Kenntnis.
Samstag, 9. Dezember 2006 10:07
franziskus: Viel Lärm um Nichts
Mit meiner Überschrift schließe ich mich der Mehrheit an.
Dank gebührt +net für die pointierten Artikel und die Plattform auf der man auch gegenteilige Meinungen posten kann.
Traurig sind nur die unschönen gegenseitigen Beschuldigungen oder Gefühlsausbrüche. Passen nicht gut in die vorweihnachtliche Zeit.
Wie schön wäre es, wenn sich die Kontrahenten nicht anonym, sondern Aug in Aug einfach als Menschen begegnen könnten.
Und das Wort ist Fleisch geworden, das heißt ja nur, das Gottes Sohn in die ganze Menschheit hineingeboren wurde, nicht nur in das jüdische Volk.

NB: Wie man die materielle Existenz eines Paters gefährden könne ist mir schleierhaft.
Ein Pater hat ja mit seinem Armutsgelübde (wenn es feierlich war) auf jede Geschäftsfähigkeit verzichtet, weil der Orden bis zum Lebensende für ihn sorgt.
Samstag, 9. Dezember 2006 03:06
Daniel Stöhr: @Maledica
„Was habe ich unwahres behauptet???
Wieso sollte ich Lingen herabgewürdigt haben???
Wohl eher das Gegenteil ist der Fall, daß ich für so einen hoffnungslosen Fall, dennoch meine Nächstenliebe und Barmherzigkeit zeige und mich mit diesem beschäftige!“

Dazu möchte ich eigentlich nichts mehr sagen, nur: Woher kommt ihr Hass ? Ich frage Sie ernsthaft: Was tut Pater Lingen anderes, als die katholische Lehre, wie sie von Christus, über die Apostel und bis heute überliefert worden ist, zu verkünden ? Das ist sein Verbrechen! (und dafür wird er vom V2-Lager juristisch verfolgt -d.h. seine materielle Existenz wird zu vernichten versucht! Machen Sie sich das bitte klar.)
Freitag, 8. Dezember 2006 14:56
Maledica: Verleumdung
@GeSTÖHRt
Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass er gegen sie auch strafrechtlich (Verleumdung) vorgehen wird.

§187 StGB
Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Was habe ich unwahres behauptet???
Wieso sollte ich Lingen herabgewürdigt haben???
Wohl eher das Gegenteil ist der Fall, daß ich für so einen hoffnungslosen Fall, dennoch meine Nächstenliebe und Barmherzigkeit zeige und mich mit diesem beschäftige!
Freitag, 8. Dezember 2006 14:44
CampoSanto: LOL !!!
Ich wiederhole nochmals meine Überlegung von gestern:

Es steht nun an, eine straf- und haftungsrechtliche Überprüfung einzuleiten, ob die Herren Stöhr und Lingen nicht der grob fahrlässigen oder gar vorsätzlichen Körperverletzung schuldig sind.

Ich falle nämlich jedesmal vor Lachen von meinem Schreibtischstuhl, wenn ich die Beiträge von bzw. über diese beiden lese.
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