11:25:17 | Donnerstag, 7. Dezember 2006
Mit seinem Überfall auf den Irak und die Verwüstung des Landes hat der nationalistische US-Präsident George Bush vor allem die Christen aus dem Irak vertrieben.

Zerbombte Kirche im Irak
© ChristiansOfIraq.com(kreuz.net) Immer mehr Christen flüchten aus Angst vor Gewalt und Krieg aus dem Irak.
Eines ihrer Ziele
ist die syrische Hauptstadt Damaskus.
Für viele ist das aber auch nur eine Zwischenstation. Sie wollen
in andere Länder auswandern.
Nach Einschätzung des chaldäisch-katholischen Bischofs von Aleppo in
Syrien, Mons. Antoine Audo SJ (60), hat die Region nur eine Zukunft, wenn es im Nahen Osten Frieden gibt.
Nach Schätzungen des Flüchtlingskommissariats der UNO haben aufgrund des von den USA entfachten Bürgerkrieges
inzwischen 1,8 Millionen Iraker ihr Land verlassen.
In Syrien halten sich nach seinen Angaben mindestens
600.000 Iraker auf.
Die Zahl der Binnenflüchtlinge – Menschen, die es von einem Teil des Irak in einen
anderen verschlagen hat – wird auf 1,5 Millionen geschätzt.
„Allein zu uns sind 25.000 chaldäisch-katholische
Flüchtlinge gekommen“ – erklärte Bischof Audo vor dem Hilfswerk ‘Kirche in Not’.
Das ist eine enorme
Zahl. In Syrien bekennen sich nur 14.000 Gläubige zu der mit Rom unierten chaldäisch-katholischen Kirche.
Bischof Audo hat für die Neuankömmlinge eine Nothilfe eingerichtet.
Rund tausend Familien werden regelmäßig
mit Nahrungsmitteln versorgt. Auch in der Gesundheitsvorsorge und bei Notoperationen hilft die Kirche.
Dreihundert Kinder erhalten mit Mitteln des Hilfswerkes ‘Kirche in Not’ wöchentlich eine Glaubensunterweisung.
In Syrien leben zurzeit 160.000 Christen.
Die Bereitschaft, einander zu helfen, ist unter den Gläubigen
der verschiedenen Konfessionen sehr groß.
Dennoch schaut Mons. Audo mit Sorge in die Zukunft:
„Die
meisten Flüchtlinge wollen nicht lange bleiben, sondern in ein Drittland auswandern – etwa in die USA
oder nach Kanada, wo Verwandte leben.“
Für die Christen in der Region sieht Bischof Audo nur dann eine
Zukunft, wenn sich die Politik grundlegend ändern würde:
„Wir brauchen Frieden in Jerusalem, im Libanon,
im gesamten Nahen Osten.“
Viele Flüchtlinge sehen nach den Worten des Bischofs in Syrien keine wirtschaftlichen
Perspektiven.
Sie bleiben zumeist in Damaskus, um dort möglichst rasch an ein Visum zu kommen. Manche
warten Jahre auf die begehrten Papiere.
Allein in einer Pfarrei in Damaskus wurden in einem Jahr 350
Paare getraut.
Das Besondere dabei: In fast allen Fällen kam der Ehemann aus einem Drittland, heiratete
in Syrien und reiste mit seiner Frau zurück in sein Herkunftsland.
In den USA leben bereits 160.000
chaldäisch-katholische Christen. In Frankreich etwa 18.000.
Bischof Audo berichtet auch von einem Treffen
mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.
Er habe dem Präsidenten gedankt, weil Syrien die Flüchtlinge
ins Land lasse und ihnen Aufenthalt gewähre:
„Assad hat gesagt, daß er überlege, ihnen auch die syrische
Staatsangehörigkeit zu gewähren.“
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#5
Hajat 11:12:23 | Sonntag, 10. Dezember 2006
#3
AthanasiusII 16:29:40 | Donnerstag, 7. Dezember 2006
#1
kreuzi 13:23:13 | Donnerstag, 7. Dezember 2006