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Freitag, 8. Dezember 2006 14:04
Schädlingsbekämpfung
Im Fall Algermissen werden einige gefälschten Emails offenbar immer noch dazu benützt, um einen Skandal zu konstruieren. Darum dementieren die Diener Jesu und Mariens zum zweiten Mal.
Links: Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda Wie bei herkömmlicher Post ist es auch elektronisch sehr leicht möglich, einen x-beliebigen Absender anzugeben.
Links: Bischof Heinz Josef Algermissen von Fulda

Wie bei herkömmlicher Post ist es auch elektronisch sehr leicht möglich, einen x-beliebigen Absender anzugeben.
(kreuz.net, Fulda) Der Generalobere der ‘Diener Jesu und Mariens’, Pater Andreas Hönisch, distanziert sich.

Am Donnerstag mittag wies er – bereits zum zweiten Mal – falsche Emails von sich, die im November zum Fall Algermissen in Umlauf gebracht wurden:

„Wir distanzieren uns aufs schärfste von derartigen »Befürwortern«, die mit falschen Adressen Nachrichten in die Welt setzen.

Sie tun unserem Orden nicht nur keinen Dienst, sondern sie fügen ihm Schaden zu.

Im Namen unseres Ordens SJM wurde niemals gegen Bischof Algermissen polemisiert – geschweige sein Rücktritt gefordert.“


Bereits am 25. November hatte der Generalobere klargestellt, daß sein Orden zu keiner Zeit irgend jemand darum gebeten habe, wegen der Entlassung dreier Patres aus der Diözese Fulda vorzusprechen oder gegen den Bischof Stellung zu beziehen:

„Die SJM distanziert sich ausdrücklich von derlei Vorkommnissen, wie sie mit den E-Mails mit falscher Absenderangabe geschehen sind“ – erklärte Pater Hönisch Ende November.

Als Grund für die neuerliche Distanzierung gibt der Orden in einer Presseaussendung an, daß um die falschen Emails „immer noch Unruhen“ herrschten.

Die Angelegenheit entzündete sich am 23. November.

Bischof Algermissen ließ sich am letzten Samstag wegen der demonstrierenden Fuldaer Gläubigen polizeilich beschützen.
Bischof Algermissen ließ sich am letzten Samstag wegen der demonstrierenden Fuldaer Gläubigen polizeilich beschützen.
Damals beklagte der Pressesprecher der Jesuiten, Thomas Busch, daß eine falsche Pressemeldung im Namen und mit dem Absender der deutschen Jesuitenprovinz verschickt wurde.

Im falschen Email folgte ein Text mit dem Titel: „Scharfe Proteste gegen einen selbstherrlichen Bischof“.

Es ist bei der Versendung von Emails ein Leichtes, eine x-beliebige Adresse als Absender anzugeben.

Fast zeitgleich kämpfte auch das bekannte Magazin ‘America’, das von den Jesuiten in den USA herausgegeben wird, mit einem solchen Problem.

Ein Unbekannter sandte mit der Absenderadresse des Magazins eine Werbung für Diätpillen aus.

Im Fall Algermissen wurde die Geschichte der gefälschten Emails vom Linzer Nachrichtenportal ‘kath.net’ aufgebauscht.

Der Onlinedienst bezichtigte – ohne dafür Beweise zu liefern – „Algermissen-Gegner“ als angebliche Absender.

Da ‘kath.net’ bisher nur sehr selektiv über den Fall Algermissen berichtet hat, stürzte sich seine Leserschaft auf die seltene Gelegenheit: Die Hochstilisierung der gefälschten Mails wurde zum Top-Artikel der Woche.

Dagegen unterschlug das offenbar von den Bischöfen Deutschlands und Österreichs finanziell abhängige Nachrichtenportal die beiden Dementis von Pater Andreas Hönisch.

Auch über die drei Mahnwachen der Gläubigen aus den Pfarreien der entlassenen SJM-Priester vor dem Fuldaer Dom wurde auf ‘kath.net’ nicht berichtet.

© Bild Algermissen: Pressefoto der Diözese Fulda
© Bild überfüllter Briefkasten: pixelquelle.de
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 33 Lesermeinungen:
Montag, 18. Dezember 2006 16:15
Pünktchen: Umwidmung der Kirchensteuer!
Liebe Gläubige aus Eckweisbach, Schwarzbach und Simmershausen! habt Ihr die Botschaft dieses Artikels ?:) :-D :)3 vernommen?
Montag, 11. Dezember 2006 13:43
Ich habe jemanden gebeten, zur angegebenen Uhrzeit auf dem Domplatz in Fulda zu sein. Von einer Demo für den Bischof war aber weit und breit nichts zu sehen, auch nicht von bischofstreuen Gläubigen, die ihrem Oberhirten betend den Rücken stärken wollten.

Es ist halt doch schwieriger, einen Witz (so war das doch gemeint, oder?) zu machen, als sich der Gefahr auszusetzen, selbst Gegenstand von Witzen anderer zu werden, nicht? Oder scheiterte haben Sie nur nicht genügend bischofstreue Gläubige finden können?
Sonntag, 10. Dezember 2006 12:39
Gastus: @ Stellungnahme v. Pater Hönisch
In seinem Brief an die Freunde und Wohltäter der „SJM“ vom 11. Nov. 06 beschreibt Pater Hönisch die „Rhönereignisse“ aus seiner Sicht und hofft noch auf ein Wunder.

Zitat:
„Bischof Agermissen von Fulda hatte mir in einem Brief geraten, die drei Patres, die in seiner Diözese arbeiten, freiwillig zurückzuziehen, dann bräuchte er keine „eventuellen notwendigen administrativen Maßnahmen“ zu ergreifen. Dies sei für das Ansehen unseres Ordens besser, als wenn sie durch die Diözese entlassen würden. Ich schrieb ihm daraufhin zurück, dass ich die Patres nicht zurückziehen werde, da sie sich nichts zu schulden haben kommen lassen. Wenn er sie selber zurückzieht, werden wir natürlich gehorchen. Den Brief des Bischofs habe ich an die drei betroffenen Patres unseres Ordens weitergeleitet, weil ich dies für meine Aufgabe ansah; denn die drei Patres mussten ja wissen, dass sie mit allergrößter Wahrscheinlichkeit zum Frühsommer 2007 nicht mehr in den Pfarreien weiterarbeiten werden. Und die Patres haben die Pfarrgemeinderäte über diese Perspektiven informiert. Dies hat der Bischof als einen Vertrauensbruch angesehen und darauf hin die Patres kurzfristig von ihren Ämtern mit Wirkung des 1. Dezember dieses Jahres entpflichtet. Ich muss hinzufügen, dass der Brief des Bischofs nicht als „vertraulich“ gekennzeichnet war, vielmehr war es ein amtliches Dokument.

Ob man dem Bischof einen geschickten Schachzug unterstellen darf, – oder Naivität im weiteren Umgang mit seinem Schreiben?
Sonntag, 10. Dezember 2006 12:04
Konrad: Nicht nur in Fulda zu singen:
Bonifatiuslied
(Text: Friedrich Dörr 1974)

Apostel du, von Gott gesandt, Sankt Bonifatius:
du gabst dein Blut für unser Land, nimm unsern Dankesgruß.

Dich schreckte nicht der Heiden Wut, nicht alter Götzen Macht;
du hast, erfüllt von Glaubensmut, uns Christi Licht gebracht.

Die Kirche hast du hochgeehrt, als unsres Herren Braut,
das Volk zum wahren Gott bekehrt und Dome aufgebaut.

In Sorge um das Gottesreich trugst du Gefahr und Not:
du wurdest sterbend Christus gleich, getreu bis in den Tod.

Breit segnend über uns die Hand, sieh an die Glaubensnot:
erhalt für Christus unser Land, hilf, wo Gefahr uns droht.

Weck auf den Geist der Jüngerschaft, schenk uns Bekennermut,
erwirke uns der Liebe Kraft, die andern Gutes tut.

Führ hin zu Christus, die verirrt und die sich abgewandt,
dass wieder eins im Glauben wird das Volk in unserem Land.
Samstag, 9. Dezember 2006 13:36
Lauschi: @ Didymus-Zwilling
na, da bin ich ja gespannt, was passiert, wenn die beiden Fronten leibhaftig aufeinandertreffen…
Nach dem Diskurs in den Foren zu schließen, wären Hund und Katze in einem Rattenkäfig -damit verglichen- eine friedliche Symbiose! Wenn der böööse Bischof nicht die Polizei holt, harhar…
Samstag, 9. Dezember 2006 10:45
kurios: @ zwilling
Vergessen Sie nur nicht, sich erst am Ordnungsamt eine Genehmigung zu holen! Ohne diese geht nämlich nix!
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