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Freitag, 8. Dezember 2006 11:26
Was Hans Küng von der Muttergottes hält
Um zu wissen, was ein theologischer Autor vom katholischen Glauben verstanden hat, kann man prüfen, was er über die Muttergottes zu sagen hat. Von Leo Kardinal Scheffczyk.
(kreuz.net) Bezeichnend ist Hans Küngs Umgang mit dem Mariengeheimnis, das ein markantes Kennzeichen des katholischen Christusglaubens ist.

Für den Kirchenreformer ist Maria nicht die Mutter Gottes, weil „Gott nicht geboren werden kann“.

Die Jungfräulichkeit Marias ist eine „ätiologische Legende am Rande des Neuen Testamentes“, zu deren Glaubensannahme niemand verpflichtet werden kann.

Die neuen Dogmen von der Unbefleckten Empfängnis und der Aufnahme Marias in den Himmel sind Produkte der unglücklichen Symbiose von „Papalismus und Marianismus“ bei zwei „absolutistisch regierenden Päpsten“.

Verständlicherweise kann der „bloße, wahre Mensch Jesus Christus“ keine Kirche gegründet haben. Sie stammt aus dem Glauben der nachösterlichen Gemeinde.

Diese Gemeinde kannte aber keine Apostolische Nachfolge in den Bischöfen, sondern nur im Apostolischen Dienst der ganzen Kirche.

Ziel dieser Kirche, wie „aller Kirchen“, ist allein die Fortführung der „Sache Jesu Christi“ in Ausrichtung auf „das umfassende Wohl des Menschen“.

Darum soll die wahre Kirche keine Amtskirche sein, sondern nur eine geistliche Bruderschaft, mit Leitungsdiensten an Stelle des Weihepriestertums.

Als „Mutter“ können wir diese Kirche nicht anerkennen.

Mit diesem Konzept eines völlig verformten und depotenzierten katholischen Glaubens versucht der Autor, das ökumenische Anliegen voranzubringen, das angeblich keine wirklichen Probleme mehr bietet.

Aber es bleibt die Frage, ob etwa ein gläubiges Luthertum diesen humanistischen Jesuanismus wirklich annehmen kann.

Dennoch behauptet der Autor, daß die neue Theologie „in den entscheidenden Kontroversfragen eine Konvergenz oder gar Einigung zwischen den Kirchen aufgewiesen habe“.

Das eigentliche Hindernis sei eigentlich nur das Papsttum, das derzeit einen „Kurs des unbarmherzigen Rigorismus“ verfolge. Der Papst erscheint als „Wachhund, der seine katholische ‘Herde’ mit drohender und knurrender Aggressivität zu bewachen versucht“.

Aus: „Vielfalt ohne Einheit. Gläubig ist noch nicht katholisch: Zum »Höhepunkt« des Ulmer Katholikentages“, publiziert in der katholischen Zeitung ‘Tagespost’ vom 10. Juli 2004. Der große Mariologe Leo Kardinal Scheffczyk, verstarb heute vor einem Jahr 85jährig.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 33 Lesermeinungen:
Sonntag, 18. März 2007 14:02
Marina: Typisch Küng!!
Maria ist nicht nur so nebenher am Rande der Evangelien gestanden, woher denn sonst hätte der Gottmensch Jesus Christus kommen sollen, wenn nicht aus der Frau?
Maria stand sogar im Zentrum der Verkündigung und ist notabene die Gottesträgerin par Excellence. Die erste und höchste dazu. Dass Küng hierzu nichts gescheites einfällt darf nicht erstaunen. Er ist ja schliesslich blind und in der Finsternis des Irrtums gefangen, beten Wir für seine Seele.
Sonntag, 18. März 2007 12:24
Lutheraner: Fatal – die Ökumene und Hans Küng
Das Christentum ist keine starre Ideologie, der sich alle unterwerfen müssen, sonder muß anpassungsfähig an die unterschiedlichen Lebensbedingungen und kulturellen Eigenheiten der Völker bleiben. Da hat die katholische Kirche erheblichen Nachholbedarf. Die Konfessionen machen gerade den Reichtum des Christentums aus. Den ökumenischen Drang muß sie aufgeben, der wirkt erstickend auf den Geist und artet in Zwanghaftigkeit aus. Eine christliche Weltgemeinschaft wird sich nicht in standardisierten Ritualen wiederfinden, sondern im Glaube an den einen wahren Gott. Die katholische Kirche hat einen falschen Weg eingeschlagen, den muß sie aufgeben, eher sie zu weit gegangen ist.
Ein Sudanese soll sich im Christentum schließlich genauso frei und heimatverbunden fühlen wie ein Grönländer.

Das Christentum ist für alle Menschen, hohe und niedrige, gebildete und ungebildete. Es soll die Herzen erreichen und nicht den Intellekt. Gott liebt alle Menschen guten Willens – das ist meine Meinung zu den dicken Protzbüchern von Hans Küng. Die liest sowieso niemand. Soll er glauben was er will. Wen kümmert das?
Donnerstag, 14. Dezember 2006 20:51
Malachias †: @Daniel Stöhr
Wobei man die Piusbruderschafts-„Gemeinde“ ja auch nicht gerade als große Herde bezeichnen kann…!
Donnerstag, 14. Dezember 2006 20:38
Daniel Stöhr: @Malachias
In der großen Herde ist es halt gemütlicher…
Donnerstag, 14. Dezember 2006 20:22
Malachias †: @Heinrich von Ofterdingen
Hans Küng, Karl Rahner oder Joseph Ratzinger und dem hervorragenden Rudolf Bultmann, sowie Hans Urs von Balthasar … Das intensive Studium ihrer Schriften hat mich zur Tradition gebracht. Zuviele Brüche und – Verzeihung – auch wissenschaftliche Schlamperei und reine Meinungstheologie

Wenn Sie mir dazu ein paar Fragen gestatten:

1. Wie können Sie einerseits von einem „hervorragenden“ Rudolf Bultmann sprechen, andererseits ihn als Mitursache Ihrer Abkehr von der Konzilskirche und Hinwendung zur Tradition bezeichnen?

2. Sehen Sie in den von Ihnen Genannten Häretiker oder gar Apostaten, wie dies sedisvakantistische Kreisen üblicherweise tun und für einige der Genannten auch ausdrücklich nachgewiesen wurde (für von Balthasar in einer 1988 erstmals erschienenen Monographie von Johannes Rothkranz, für Ratzinger ebenfalls schon seit 1988 in verschiedenen, später auch als Sammelband veröffentlichten, Aufsätzen in den „SAKA-Informationen“)?

3. Wie können Sie Ihren an der Tradition ausgerichteten katholischen Glauben mit der Tatsache in Einklang bringen, daß einer der von ihnen Genannten nun Papst ist oder zumindest vorgibt, es zu sein?
Mittwoch, 13. Dezember 2006 22:51
Konrad: Lieber HvO
Bleibe dabei!
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