14:34:25 | Dienstag, 12. Dezember 2006
„Gerne würde ich dazu beitragen, im Herzen der Verteidiger von ‘Donum Vitae’ Zweifel zu säen. Aber wie, wenn alle Argumente längst bekannt sind?“

Mütter nach einer Abtreibung leiden sehr häufig an schweren Depressionen
© pixelquelle.de(kreuz.net) „Daß Katholiken in Fragen der Abtreibung mit einer Stimme sprechen sollten, ist klar.“
Das
erklärte Professor Dr. Karl Graf Ballestrem von Dollnstein am 18. Oktober in einem Leserbrief in der
‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung’.
Ballestrem ist Professor für Politikwissenschaft an der Katholischen
Universität Eichstätt.
Da die Kirche vom Pluralismus freier Gesellschaften ausgehe, akzeptiere sie,
daß katholische Laien unterschiedlichste Meinungen vertreten.
Doch die massenhafte Tötung ungeborener
Kinder sei nicht irgendein soziales Phänomen, über das man mit guten Gründen verschiedener Meinung
sein könne, „sondern eine der größten moralischen Katastrophen unserer Zeit“ – so Professor Ballestrem.
Die Überzeugungskraft der Kirche leide darum, wenn Katholiken darüber stritten, ob man sich an der
Vergabe eines Beratungsscheins beteiligen dürfe, der die straffreie Abtreibung erlaubt.
„Gerne würde
ich dazu beitragen, Zweifel im Herzen der Verteidiger von ‘Donum Vitae’ zu säen. Aber wie, wenn alle
Argumente längst bekannt sind?“
‘Donum Vitae’ ist eine Organisation katholischer Laien in Deutschland,
die seit September 1999 die Beratung schwangerer Mütter mit Ausstellung eines Beratungsscheines weiterführt,
von der sich die deutschen Bischöfe distanziert haben.
Professor Ballestrem erinnert an die Aussage
der damaligen Vorsitzenden des ‘Zentralkomitees der deutschen Katholiken’ Rita Waschbüsch, daß „die
Beratungspflicht angesichts der generellen Preisgabe des Lebensschutzes in den ersten zwölf Lebenswochen
des ungeborenen Kindes nur Alibifunktion hat“.
Darum würden Katholiken durch ihre Teilnahme an der Beratung
das Alibi liefern, das den Unrechtscharakter der Abtreibung verschleiert und das Rechtsbewußtsein in
der Bevölkerung beschädigt.
Die Beihilfe zu einer an sich schlechten Handlung werde nicht dadurch gut,
daß sie mit der Absicht erfolgt, Schlimmeres zu verhindern.
Der Lebensschutz der Ungeborenen habe sich
in Deutschland seit Einführung der Pflichtberatung auch nicht verbessert.
„Offenbar kann sich der Kraft
dieser Argumente, auch wenn sie nicht alle überzeugen, niemand ganz entziehen“ – so der Professor.
Auch
Mitglieder von ‘Donum Vitae’ würden – wie Hans Maier im Jahr 1999 – von der „Ambivalenz des Beratungsscheins“
sprechen.
„Sofern aber Katholiken auch nur den geringsten Zweifel haben, ob sie in einer moralisch wichtigen
Frage das Richtige tun, sollten sie sich um der Einheit des Zeugnisses willen Papst und Bischöfen unterordnen,
sonst aber zugeben, in dieser Hinsicht nicht als Katholiken zu handeln“ – so Professor Ballestrem abschließend.
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#6
verecundus 10:14:09 | Mittwoch, 13. Dezember 2006
#5
Hypatia 19:09:01 | Dienstag, 12. Dezember 2006
#4
Udalricus 19:00:00 | Dienstag, 12. Dezember 2006
#3
methusalix † 17:43:40 | Dienstag, 12. Dezember 2006
#2
Pünktchen 16:31:59 | Dienstag, 12. Dezember 2006
#1
Lord Werther 15:57:18 | Dienstag, 12. Dezember 2006