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Donnerstag, 14. Dezember 2006 15:32
Bischof Algermissen am Telefon
Am vergangenen Wochenende reiste ein Bus mit Gläubigen aus der fernen Rhön nach Österreich. Sie wollten „ihren Pfarrer“ sehen. Von Johanna von Weber.
Plakat bei der dritten Mahnwache von rund 100 Rhöner Gläubigen vor dem Fuldaer Dom am 2. Dezember
Plakat bei der dritten Mahnwache von rund 100 Rhöner Gläubigen vor dem Fuldaer Dom am 2. Dezember
(kreuz.net, Fulda) Seit vorletztem Freitag sind die drei aus Fulda vertriebenen Patres der Kongregation ‘Diener Jesu und Mariens’ trotz Vorweihnachtszeit arbeitslos.

Die zwei Pfarreien, die sie im Bistum Fulda zurücklassen mußten, werden von überlasteten Priestern aus den umliegenden Pfarreien halbherzig mitbetreut.

Die entlassenen Patres leisteten darum kurz vor ihrer Abreise aus dem Bistum auf Wunsch ihrer Nachfolger kleine seelsorgliche Aushilfsdienste in ihren alten Pfarreien: hier noch eine Messe und dort noch ein paar Krankenkommunionen.

Der vertriebene Pfarrer von Schwarzbach, Pater Lorenz Pfaffenhuber, sollte auf Wunsch einer Gläubigen noch am Sonntag nach seiner Entlassung in einer Bergkapelle eine Messe lesen. Der zuständige Pfarrer war zunächst einverstanden. Doch dann schaltete sich offenbar das Generalvikariat Fulda ein.

Pater Pfaffenhuber durfte die Messe zwar halten – aber nicht ankündigen. Dennoch kamen rund hundert Gläubige.

Sie hinterließen in ihrer Pfarrkirche ein Schild: „Wir sind bei unserem Pfarrer“.

Am folgenden Montag – dem 4. Dezember – meldete sich der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen per Telefon höchstpersönlich bei Pater Pfaffenhuber. Hochnervös befahl ihm der Bischof, das Pfarrhaus bis Dienstag um 18.00 Uhr verlassen zu haben.

Pater Pfaffenhuber hatte zuvor bekanntgegeben, das Pfarrhaus bis Mittwoch nachmittag geräumt zu haben.

Dennoch leistete der gehorsame Priester auch der letzten häßlichen Schikane seines ehemaligen Oberhirten Folge.

Am Dienstag vor 18.00 Uhr waren die Schlüssel zum Pfarrhaus abgegeben. Da der Pater noch einen Vortrag zugesagt hatte, verbrachte er die letzte Nacht in der Rhön in einem Privathaus.

Ein Gläubiger vor Ort kommentierte das „mädchenhafte Mätzchen“ des rachsüchtigen Bischofs:

„Ich hätte Bischof Algermissen eine gehorsame Absage erteilt: »Wissen Sie was: Sie rufen die Polizei und ich bestelle die Fotographen.«“

Die Zukunft der Patres
Nach ihrer Vertreibung kehrten die drei Ordensgeistlichen in das Mutterhaus ihrer Gemeinschaft in die niederösterreichische Ortschaft Blindenmarkt zurück.

Die Marktgemeinde Blindenmarkt befindet sich zwischen Linz und St. Pölten.

Die entlassenen Patres waren noch keine Woche dort, als bereits der erste Bus mit Gläubigen aus der Rhön zu einem Besuch aufkreuzte.

Anlaß der langen Reise war eine Priester- und eine Diakonatsweihe des Ordens. Sie fanden am vergangenen Samstag in der niederösterreichischen Basilika auf dem Sonntagberg statt.

Der St. Pöltener Bischof Klaus Küng hielt die Weihemesse am Hochaltar der Basilika.

Am Ende der Messe unterbreitete der Generalobere der ‘Diener Jesu und Mariens’, Pater Andreas Hönisch, dem Bischof ein eindeutiges Angebot.

Bei Bedarf sei der Orden, der in der Diözese St. Pölten bereits zwei Pfarreien betreut, gerne bereit, weitere Pfarreien zu übernehmen.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 126 Lesermeinungen:
Montag, 18. Dezember 2006 22:25
Nil novi sub sole: Sentire cum Ecclesia
Woher weiß kreuz.net eigentlich vom Telefonat des Bischofs? Hat da der so treu und loyal sich gebende P.Pfaffenhuber wieder einmal vertrauliche Informationen weitergegeben, die den Rauswurf erst ermöglicht haben? Hoffentlich ist bei ihm wenigstens das Beichtgeheimnis gewahrt. Oder wird das Pfarrhaus-Telefon von Schwarzbach abgehört?
Montag, 18. Dezember 2006 16:06
Pünktchen: Umwidmung der Kirchensteuer!
Liebe Gläubige aus Eckweisbach, Schwarzbach und Simmershausen! Habt Ihr die Botschaft dieses Artikels begriffen?
Sonntag, 17. Dezember 2006 21:43
Toby: Sehr verräterisch
Danke für den Hinweis, Rhöner.

Das ist in der Tat sehr aufschlussreich. Was braucht Ihr noch Beweise? Jetzt geben sie es selbst zu, dass sie eine andere Kirche wollen:

Statt einer Konzentration auf den Pfarrer sollen sich Mitglieder der katholischen Kirchengemeinden stärker einbringen können.

Die Konzentration der seelsorgerlichen Aufgaben auf den Priester bezeichnet Braun als „Fehlentwicklung der vergangenen Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte“. Die Pastoralverbünde sollen Abhilfe schaffen. Das neue Bündnis symbolisiert für ihn ein „Umdenken im Kirchenbild“.

Ich frage mich, welches Priesterbild hinter einem solchen Denken steckt.
Sonntag, 17. Dezember 2006 21:32
Rhöner: Na also,
manche haben das neue Prinzip schon verstanden …

http://www.hna.de/…e_das_sind_alle.html
Samstag, 16. Dezember 2006 19:46
HeinrichvonOfterdingen: Bitte keine Lobhudeleien
Ganz recht! JohXXIII dämmert doch schon längst, daß die Entscheidung fadenscheinig begründet und falsch war! Dem Bischof selber dämmert dies! Warum geht er seit Monaten einem Gespräch mit den Betroffenen (Gläubigen und Priestern) aus dem Wege? Wenn er von seinen Entscheidungen so felsenfest überzeugt gewesen wäre, dann hätte er dies auch selbstbewußt und in standhafter Auseinandersetzung vertreten können.Seine Kommunikationsdefizite sind ein deutliches Indiz für Unsicherheit in der Sache!Seine Kommunikationsdefizite sind – nach meine Analyse kein Indiz für Unsicherheit in der Sache! Er weiß genau, dass seine Schritte der Kirche schaden. Er steht trotzdem dazu. Früher nannte man das glaube ich Vestocktheit. Das Fadenscheinige der Begründung liegt in der Natut der Sache. Es gibt einfach keine stichhaltige Begründung für die falsche Entscheidung. Und JohXXIII kapiert nach meiner Ansicht überhaupt nichts. Möge ihm seine Schlichtheit zum Heil gereichen!
Samstag, 16. Dezember 2006 19:25
Pünktchen: HeinrichvonO
Ganz recht! JohXXIII dämmert doch schon längst, daß die Entscheidung fadenscheinig begründet und falsch war! Dem Bischof selber dämmert dies! Warum geht er seit Monaten einem Gespräch mit den Betroffenen (Gläubigen und Priestern) aus dem Wege? Wenn er von seinen Entscheidungen so felsenfest überzeugt gewesen wäre, dann hätte er dies auch selbstbewußt und in standhafter Auseinandersetzung vertreten können. Seine Kommunikationsdefizite sind ein deutliches Indiz für Unsicherheit in der Sache!
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