16:49:12 | Samstag, 16. Dezember 2006
Bekannte, in Frankreich wohnhafte Schriftsteller, Wissenschaftler und Historiker haben einen Appell an den Vatikan gerichtet. Sie bitten um die Freigabe der Alten Messe. Der Text.
(kreuz.net, Paris) Wir römisch-katholische Laien möchten – angesichts der medienwirksamen Aufregung
über eine mögliche Freigabe der Gregorianischen Messe – öffentlich unsere Treue, Unterstützung und
Zuneigung zum Heiligen Vater, Benedikt XVI, bekunden.
1. Die Konstitution Sacrosanctum Concilium des
Zweiten Vatikanischen Konzils ruft in Erinnerung: „Treu der Überlieferung erklärt das Heilige Konzil,
daß die heilige Mutter Kirche allen rechtlich anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkennt.
Es ist ihr Wille, daß diese Riten in Zukunft erhalten und in jeder Weise gefördert werden.“
Darum betrachten
wir die Verschiedenheit der Riten in der Katholischen Kirche als Gnade. Wir sehen mit Freude die Freigabe
jenes Ritus, den wir gewöhnt waren, der Ritus unserer Eltern und Großeltern, der das geistliche Leben
so vieler Heiliger genährt hat.
Wir wollen dem Heiligen Vater und den Bischöfen unsere Freude kundtun,
daß es immer mehr Pfarreien und Ordensgemeinschaften gibt, die der Schönheit der Liturgie in ihren verschiedenen
Formen verbunden sind.
Wir teilen die Feststellung des ehemaligen Kardinal Ratzinger:
„Ich bin überzeugt,
daß die Kirchenkrise, die wir heute erleben, weitgehend auf dem Zerfall der Liturgie beruht.“
2. „Die
Einheit aller Christen wiederherstellen zu helfen, ist eine der Hauptaufgaben des Heiligen Ökumenischen
Zweiten Vatikanischen Konzils. Denn Christus, der Herr, hat eine einige und einzige Kirche gegründet“ –
erklärt die Einleitung des Dekretes ‘Unitatis Redintegratio’.
In diesem, vom Konzil beschriebenen Geist,
haben wir die Gründung des
Instituts vom Guten Hirten mit Freude begrüßt.
Wir beten und hoffen, daß
alle, die sich von der vollen kirchlichen Gemeinschaft entfernt haben, diesem gleichen Weg der Versöhnung
folgen.
3. Wir sind von der Vorstellung schockiert, daß ein Katholik über die Feier der Messe beunruhigt
sein könnte, die von
Pater Pio und Maximilian Kolbe zelebriert wurde – eine Messe, welche die Frömmigkeit
der Heiligen Thérèse vom Kinde Jesu und des Seligen Papstes Johannes XXIII. genährt hat.
Wir wissen,
daß die Kirche aus Menschen besteht und daß kritisierbare und manchmal verletzende Worte ausgetauscht
wurden „oft nicht ohne Schuld der Menschen auf beiden Seiten“ (Unitatis Redintegratio, Nr. 3).
Wir bitten
Gott, „unsere Schuld zu vergeben, wie wir unseren Schuldigern vergeben“.
Wir wissen, wie schwierig die
Leitung der Kirche und wie schwer das Amt unseres Heiligen Vaters des Papstes ist. Das gilt auch für
das Amt unserer Bischöfe.
Wir möchten mit diesem Text unsere absolute Unterstützung für Benedikt
XVI. öffentlich bekunden – der nach Johannes Paul II. dem Großen und in einer langen und großartigen
Kette der Nachfolger Petri, weiterfährt, mit Demut, Mut, Intelligenz und Beständigkeit an der Neuevangelisation
zu arbeiten.
Die Namen der 52 Unterzeichner:
René Girard, Religionsphilosoph, Mitglied der Académie
Française
Michel Déon, Mitglied der Académie Française
Bertrand Collomb, Institut de France
Jean Piat,
Schauspieler
Claude Rich, Schauspieler
Jean-Laurent Cochet, Schauspieler und Regisseur
François Ceyrac,
früherer President des ‘Conseil national du patronat français – CNPF’
Charles Beigbeder, Gründer des
wichtigsten, privaten Elektrizitätswerkes ‘Poweo’
Jean-François Hénin, Präsident der Ölfirma ‘Maurel
et Prom’
Jean-Marie Schmitz, Präsident der ‘Freien Fakultät für Recht, Wirtschaft und Verwaltung’
Raphaël
Dubrulle
Jean François, Ehrenpräsident des Unternehmens ‘Lafarge’
Jean-Marie Le Méné, Präsident der
Stifung Jérôme Lejeune
Jean Raspail, Schriftsteller
Jean des Cars, Historiker
Denis Tillinac, Schriftsteller
und Verleger
Robert Colonna d’Istria, Schriftsteller
Isabelle Mourral, Ehrenpräsident der ‘katholischen
Schriftsteller’
Jacques Heers, Historiker, früherer Direktor der mittelalterlichen Studien an der Universität
Paris IV, Sorbonne
Alain Lanavère, Dozent am Katholischen Institut in Paris
Jean-Christian Petitfils,
Historiker und Schriftsteller
Yvonne Flour, Universitätsprofessor, Vizepräsident des Wissenschaftsrates
Universität Paris I, Sorbonne
Jacques Garello, emeritierter Professor an der Universität Aix-Marseille
III- Paul-Cézanne
Jean-Didier Lecaillon, Professor an der Universität Paris II, Sorbonne
Catherine Rouvier,
Dozent an der Universität von Sceaux, Rechtsanwalt
Patrick Louis, Professor an der Université Lyon III
Jean-Yves Naudet, Professor an der Universität von Cézanne, Präsident der Vereinigung katholischer
Wirtschafter
Bertrand Fazio
Roland Hureaux, Schriftsteller
Jean Sevillia, Historiker und Schriftsteller
Henry de Lesquen, hoher Staatsbeamter
Yvan Blot, hoher Staatsbeamter
Jacques Trémolet de Villers, Schriftsteller,
Rechtsanwalt
Alexandre Varaut, Rechtsanwalt
Solange Doumic, Rechtsanwalt
Frédéric Pichon, Rechtsanwalt
Francis Jubert, Präsident der Stiftung für Politische Dienste
Anne Coffinier, Diplomat
Benoît Schmitz,
Historiker
Marie de Préville, Professor für klassische Briefe
Alexis Nogier, Chirurg, Klinikleiter
Philippe
Darantière
Thierry Boutet, Schriftsteller und Journalist
François Foucart, Schriftsteller und Journalist
Philippe Maxence, Schriftsteller, Chefredakteur von ‘L’Homme nouveau’
Jacques de Guillebon, Schriftsteller
Falk van Gaver, Schriftsteller
Mathieu Baumier, Schriftsteller
Christophe Geffroy, Direktor des Magazins
‘La Nef’
Anne Bernet, Schriftsteller
Louis Daufresne, Journalist – Pariser Erzdiözese Radio ‘Notre Dame’
Fabrice Madouas, Journalist
Hilaire de Crémiers, Journalist
Der Text erschien heute Samstag in der Pariser
Tageszeitung ‘Le Figaro’
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