13:08:46 | Montag, 18. Dezember 2006
In Italien haben Kulturschaffende am Samstag die Bemühungen des Papstes unterstützt, die Alte Messe wieder zu erlauben.

Am dritten Adventsonntag – Gaudete-Sonntag – werden für die Liturgie rosafarbene Gewänder verwendet.
(kreuz.net) Am Samstag publizierte die rechtsgerichtete italienische Tageszeitung ‘Il Foglio’ ein Manifest
für die Alte Messe.
Sein Verfasser ist der katholische Journalist Antonio Socci. Sein Appell richtet
sich vor allem an Kulturschaffende und Intellektuelle.
Socci möchte Papst Benedikt XVI. in seinem Bemühen
um die Freigabe der Alten Messe unterstützten.
Bei der Freigabe der Alten Messe handle es sich um ein
„außerordentlich wichtiges Ereignis für die Kirche und die Kultur und Geschichte unserer Zivilisation“ –
erklärt Socci.
Historisch hätten nichtkirchliche Intellektuelle die Zerstörung stärker wahrgenommen,
die sich in der Kirche durch die Unterdrückung der Liturgie des Heiligen Pius V. und durch das Verschwinden
der lateinischen Sprache ausgebreitet hat.
Schon beim Verbot der Alten Liturgie durch Papst Paul VI.
haben sich verdienstvolle Proteste wichtiger Intellektueller geregt.
Diese hätten die päpstliche Entscheidung
als einen Angriff auf die Wurzeln der christlichen Gesellschaft verstanden.
Im Jahr 1966 und im Jahr
1971 wurden zwei Appelle zur Verteidigung der Messe des Heiligen Pius V. publiziert.
Socci nennt in seinem
Manifest einige Unterzeichner:
der argentinische Schriftsteller Jorge Luís Borges († 1986),
der italienische
Maler Giorgio De Chirico († 1978),
die italienische Schriftstellerin Elena Croce,
der englische Dichter
W. H. Auden († 1973),
der französische Regisseur Robert Bresson († 1999),
der italienische Philosoph
Augusto Del Noce († 1989),
der französische Schriftsteller Julien Green († 1998)
der französische Philosoph
und Konvertit Jacques Maritain († 1973),
der italienische Dichter und Nobelpreisträger Eugenio Montale
(† 1981),
die italienische Dichterin Cristina Campo (83),
der französische Schriftsteller François Mauriac
(† 1970),
der italienische Dichter Salvatore Quasimodo († 1968),
der englische Schriftsteller Evelyn Waugh
(† 1966),
die spanische Philosophin Maria Zambrano († 1991),
die esoterisch-mystische Schrifstellerin
Elémire Zolla (80),
der französische Philosoph Gabriel Marcel († 1973),
der spanische Diplomat und Schriftsteller
Salvador De Madariaga († 1978),
der italienische Philologe Gianfranco Contini († 1990),
der klassische
Gittarist Andrés Segovia († 1987),
Socci betont, daß es sich bei diesen Persönlichkeiten vielfach
nicht um kirchlich orientierte Gläubige handelt:
„Der kulturelle und spirituelle Wert der alten lateinischen
Liturgie ist ein Erbe aller“, so wie die Sixtinische Kapelle, der Gregorianische Gesang und die großen
Kathedralen.
Socci stellt fest, daß gerade „progressistische Katholiken“, die angeblich an einem Dialog
mit der Welt und der modernen Kultur interessiert waren, von diesem Protest der Kulturschaffenden kaum
Notiz genommen hätten.
Er verweist auch auf den laizistischen Schriftsteller Guido Ceronetti, der dem
neuen Papst noch im April 2005 in der römischen Tageszeitung ‘La Repubblica’ einen Brief schrieb, damit
„die finstere und erstickende Maulbinde von der lateinischen Sprache der Messe weggenommen“ werde.
Papst
Benedikt XVI. – der sich als Kardinal so sehr für die Alte Messe eingesetzt habe – werde mit der Freigabe
der Messe auch Widerstände innerhalb der Kirche erfahren.
Er verdiene darum eine Antwort der Kulturschaffenden,
die sich bereits vor vierzig Jahren gemeldet hätten.
Socci fordert die Intellektuellen und andere Interessierte
auf, das folgende Manifest für die Alte Messe zu unterschreiben:
„Wir drücken unsere Zustimmung zum
Entscheid von Benedikt XVI. aus, das Verbot der lateinischen Alten Messe nach dem Missale des Heiligen
Pius V. aufzuheben. Diese Messe ist ein großes Erbe unserer Kultur, das es zu erhalten und wiederzuentdecken
gilt.“
Der Appell von Antonio Socci ist auch vom italienischen Schriftsteller Guido Ceronetti (79), dem
französischen Anthropologen René Girard (83), dem italienischen Slawisten Vittorio Strada und dem bekannten
Regisseur Franco Zeffirelli unterzeichnet.
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