08:09:01 | Montag, 25. Dezember 2006
Nachricht des Tages + Neun von zehn + Den Stern hat’s gegeben + Nach Zeilen bezahlt? + Die leere Geburtsgrotte

Charles Le Brun († 1690): Die Geburt Christi
Nachricht des TagesHeiliges Land. Als tiefes Schweigen alles umfangen hielt und die vergangene Nacht
in ihrem Lauf die Mitte des Weges erreicht hatte, kam das allmächtige Wort Gottes aus den Himmeln von
königlichen Thronen herab.
Neun von zehnDeutschland. Nur jeder zehnte Deutsche weiß nicht, was an
Weihnachten gefeiert wird. Das ergab eine Umfrage des Instituts ‘Forsa’. Am 7. und 8. Dezember befragte
es im Auftrag des Magazins ‘Stern’ 1001 repräsentativ ausgewählten Bundesbürger.
Den Stern hat’s gegeben
Heiliges Land. Den Stern von Bethlehem hat es laut dem Astronomen der Universität Koblenz-Landau, Jürgen
Hamel, gegeben. Das erklärte Hamel vor der deutschen Wochenzeitung ‘Zeit’. Es habe sich um eine besondere
Planetenkonstellation gehandelt: eine sehr seltene Begegnung zwischen Jupiter und Saturn im Jahre 7 vor
Christus. Jupiter gelte als Königsgestirn, der Saturn werde mit dem Volk der Juden in Verbindung gebracht.
Die Konstellation sei von den drei Weisen als Geburtsgestirn gedeutet worden. Der Astronom nannte auch
andere mögliche Erklärungen für den Weihnachtsstern: einen Komet, eine Supernova oder einen explodierenden
Stern.
Nach Zeilen bezahlt?Österreich. Der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, verfaßte
für die Freitagsausgabe der Österreichischen Gratiszeitung ‘Heute’ einen kurzen Beitrag zu Weihnachten.
Darin meditiert der Kardinal über das Kind, das Gott ist, und im Stall zur Welt kommt. Die Menschwerdung
Gottes bezeichnete der Kirchenfürst als „widersprüchlich“: „Weihnachten ist ein widersprüchliches Fest.“
Die leere Geburtsgrotte„»Kommet zuhauf« wird auch dieses Jahr in Bethlehem nur als Echo aus alten
Tagen erklingen. (…) Am frühen Abend ist die Geburtsgrotte unter der Basilika leer. Bald ist Weihnachten,
und kaum jemand geht hin. Bis mit tastenden Schritten eine Mutter die Stufen heruntersteigt. Sie trägt
schwer an ihrem Kind, das müde den Kopf an ihre Schultern lehnt. Seine Augen glänzen fiebrig. Sie zögert,
dann legt sie ihren Jungen auf den Stern mit der Inschrift: »Hier wurde von der Jungfrau Maria Jesus
Christus geboren.«“
Aus dem Artikel „Weihnachten in Bethlehem, und kaum jemand geht hin“ am 24. Dezember
in der Tageszeitung ‘Die Welt’.
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