Paarkurs in St. Gallen
Sich lächerlich gemacht
Da sie zu Glaubensfragen nichts zu sagen hat, wendet sich die kirchliche Erwachsenenbildung schlüpfrigen Themen zu. Ob’s peinlich wird, spielt dabei keine Rolle.
Ausschnitt aus einem Artikel der Gratiszeitung '20 Minuten' vom 13. Dezember
Rechts im Bild: Der reformierte Pfarrer Hansruedi Felix
Ausschnitt aus einem Artikel der Gratiszeitung ‘20 Minuten’ vom 13. Dezember
Rechts im Bild: Der reformierte Pfarrer Hansruedi Felix
(kreuz.net) Die evangelisch- reformierte Kirche des Ostschweizer Kantons St. Gallen plant ein Paarseminar unter dem Titel „Leidenschaft und Gelassenheit“.

Unter den Begleitern befindet sich auch der Katholik Niklaus Knecht-Fatzer (63) – Präsident der Kommission ‘Ehe und Familie’ der Schweizerischen Bischofskonferenz.

Das vierteilige Paarseminar verspricht frischen Wind für Liebe, Lust und Leidenschaft.

Es wird von „sechs Fachleute“ begleitet, um Paare darin zu unterstützen, ihren Beziehungen „neue Impulse“ zu geben.

Für die Reihe ist ein „lockerer und intimer“ Rahmen vorgesehen:

Die vier Abende sollen den Paaren Spaß machen und sie in „sinnlicher und humorvoller“ Weise auf neue Fährten locken.

Bei romantischem Kerzenlicht mit Prosecco oder Orangensaft können die Teilnehmer die Impulse von Kurzreferaten und Filmausschnitten verarbeiten.

Mitmachen dürfen alle, die Lust haben: „Glauben, Zivilstand wie auch Beziehungsdauer spielen keine Rolle.“

Am letzten Abend geht es um den Umgang „mit Sex und anderen Intimitäten“.

Vor allem dieser Hinweis war für die Schweizer Boulevardpresse ein gefundenes Fressen.

Genüßlich stürzte sich die Gratis-Boulevardzeitung ‘20 Minuten’ letzte Woche darauf und titelte, nachdem einer der Veranstalter die Vermutung des Blatt energisch bestätigt hatte: „Pfarrer propagiert Sex vor der Ehe.“

Die Schlagzeile bezog sich auf Aussagen des reformierten Pfarrers der St. Laurenzenkirche in der Stadt St. Gallen, Hansruedi Felix (49).

Pfarrer Felix ist selber geschieden, lebt im Konkubinat und gehört zu den Fachleuten, die das Paarseminar führen.

‘20 Minuten’ sprach von einem „lustvollen Paarseminar“ und erklärte mit Bezug auf Aussagen von Pfarrer Felix, daß auch „voreherlicher Sex propagiert“ werde.

„Wir sind offen für alle. Junge, Ältere, aber auch Schwule und Lesben sind willkommen“ – wird der angebliche Paar-Experte Felix zitiert.

Von „frommer Verklemmtheit“ sei „keine Spur“ zu finden.

Sex und Gott ließen sich „sehr gut“ vereinbaren – so Pfarrer Felix.

Auch bei „kein Sex vor der Ehe“ runzle der Felix die Stirn:

„Sex vor der Ehe ist eine Grundbedingung, um sagen zu können: »Ich will dich heiraten«.“

Es sei wenig sinnvoll, zu heiraten, wenn es im Bett nicht funktioniere – weiß Pfarrer Felix.

Außerdem: „Keine Fantasien sind schmutzig.“

Die Skandal-Erklärungen von Pfarrer Felix zwangen die Veranstalter des Paarseminars- nach Angaben der katholischen Nachrichtenagentur ‘Kipa’ – zu einem Dementi.

Die Propagierung von „vorehelichem Sex“ sei nicht Teil des Partnerschaftskurses.

Davon, daß der vorlaute Pfarrer seine Aussagen nicht getätigt oder widerrufen hätte, ist im Dementi keine Rede.

Dafür sind die Veranstalter nach Angaben der ‘Kipa’ „unglücklich über die Berichterstattung“.

Die Aussage zu „Sex vor der Ehe“ sei ein „Nebensatz“ von Pfarrer Felix gewesen.

Nächstentags veröffentlichte die Gratiszeitung ‘20 Minuten’ brav ein Dementi: „Kirchen-Paarseminar ist kein Sexkurs“.

Auch das Ostschweizer Bistum St. Gallen lege Wert auf die Feststellung, daß es an den vier Abenden „nicht nur“ um Sex gehe.

Das Paarseminar solle „Lust darauf machen“, zu diskutieren und sich mit der „Partnerschaft“ auseinanderzusetzen.
      
8 Lesermeinungen
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#8   20mancro5 †   11:15:28 | Montag, 25. Dezember 2006
@Gotthard
Die lebten da auch nicht alle enthaltsam.Das ist doch bekannt.
Und ebenso ist auch bekannt dass die Kirche für maximal drei Kinder aufkommt die dabei entstehen.
Der ehemalige Bischof aus meiner Heimatstadt ist das beste Beispiel dafür
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#7   Gotthard   00:32:41 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Blick zurück
was war eigentlich in den Zeiten – bis etwa zur Mitte des 19. Jahrhunderts , in denen ein Großteil der Bevölkerung aus wirtschaftlichen Gründen nicht heiraten konnten – oder vom „Herrn“ keine Erlaubnis bekam …
gingen die alle ins Kloster (eine interessante Frage zum Nachwuchs in den Orden heute) oder lebten die alle enthaltsam?
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#6   Belisar   00:21:58 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Dieser Artikel hat gewaltige Fehler!
Gleich am Anfang ist von evangelischen Kirche die Rede, dabei…
… gibt es doch gar keine evangelische Kirche !
Es gibt nur eine heilige katholische Kirche. Der 2te Fehler ist der „Pfarrer“ diese Herren die sich dort bei den evangelischen Christen (nicht Kirche) nennen, haben keine Weihe von einem katholischen Bischof, ergo sind die keine Priester und so auch keine Pfarrer, dass einzige was wie man diese Herren nennen kann sind „Prediger“ oder so weil, sie ja irgendein Theologiestudium hinter sich haben, dass dieses oft schlecht ist merkt man dann an solchen „tollen“ Äußerungen wie hier dieser Herr von sich gegeben hat.
Kein Grund zur Aufregung, der hat sowieso nichts zu sagen, wenigstens hat er keine Vollmacht, wenn das ein katholischer Priester machen würde, dann könnt ihr mit eurer „Katholischen Keule“ kommen oder wenn er wenigstens irgend ein wichtiger Politiker wäre, aber so ein komischer Kautz also nein der ist einen Artikel doch gar nicht wert erwähnt zu werden, aber dass sind ja sowieso die meisten „Nachrichten“ auf dieser Seite nicht, die dienen ja dazu um künstlich aufzuregen und Feindbilder zu pflegen oder einfach mal lächelnd über einpaar Artikel zu schauen oder über soviel Propaganda zu lachen. :-D
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#5   methusalix †   23:57:49 | Dienstag, 19. Dezember 2006
„christliches Profil“ wird von kreuz.net & Co angeboten, wie sauer Bier…
vox populi: Nichts Neues!… Ein christliches Profil muss man mit der Lupe suchen.
…und keiner will es haben. Warum denn nur? Es wirkt doch sooooo „befreiend“.
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#4   vox populi   20:53:11 | Dienstag, 19. Dezember 2006
Nichts Neues!
Dass in der kirchlichen Erwachsenenbildung alles Mögliche und Unmögliche angeboten wird, von Feng Shui über indianische Rituale bis hin zu Zweikampfkursen, ist doch nichts Neues. Ein christliches Profil muss man mit der Lupe suchen.
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#3   HeinrichvonOfterdingen   20:29:09 | Dienstag, 19. Dezember 2006
Der absolute Star auf kreuz.net
heißt halt Algermissen.
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#2   Christian Hüller   19:24:54 | Dienstag, 19. Dezember 2006
Hmpf…
Hmpf…
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#1   Desperatus †   18:22:17 | Dienstag, 19. Dezember 2006
Liebe Redaktion
irgendwie war dieser Artikel ein Mißgriff. Noch keiner der sonst hier so eifrigen Schreiberlinge hat sich empört. Bitte arbeiten sie in Zukunft gewissenhafter, damit all die, die unter Überfunktion der Scheltdrüse leiden, diese auch hier ausleben können.
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