18:33:01 | Dienstag, 19. Dezember 2006
Im Holocaust Museum in der US-Hauptstadt Washington ist auch sehr interessant, was nicht gesagt wird. Von Leo G. Schüchter.

(kreuz.net) Das ‘United States Holocaust Memorial Museum’ ist nach den neuesten Erkenntnissen der Museumspädagogik
aufgebaut.
Der Besucher des Museums wird am Anfang mit der historischen Identität eines im Nationalsozialismus
verfolgten Juden ausgestattet.
Zum Schluß erfährt er von dessen Überleben oder Ermordung.
Auf diese
Weise taucht er ein in die historischen Räume der ideologischen Propaganda. Er betritt die Säle der
mörderischen Drangsalierung, schaudert in den Kammern des nationalsozialistischen Schreckens.
Das Museum
erhebt den Anspruch, mit 26.000 authentischen Artefakten die gesamte Breite der europäischen Judenverfolgung
durch die Nationalsozialisten darzustellen.
Ebenfalls sind die US-amerikanischen Reaktionen und Interpretationen
zu finden. Auch über sie kann man Interessantes erfahren.
Bei der kontroversen Diskussion um die Teilnahme
der USA an den Olympischen Spielen 1936 in Deutschland setzte sich bekanntlich die Mitmach-Fraktion durch.
Teilnehmer und Journalisten berichteten anschließend einhellig Positives über Hitler-Deutschland: „Die
Synagogen sind voll. Für Juden gibt es keine Einschränkungen.“
Das schrieben US-Medien ein Jahr nach
den Nürnberger Rassegesetzen.
Doch schon im Jahr 1937 sieht man bei Demonstrationen in New York Plakate
mit Sätzen wie: „Protest gegen die Verfolgung von Juden und Katholiken in Deutschland“.
Tatsächlich
begannen Staat und Partei der Nationalsozialisten nach den Spielen mit vielfachen Schikanierungen der
deutschen Juden sowie mit einer scharfen antikatholischen Politik.
Diese hatte Organisations- und Presseverbote
sowie Schauprozesse gegen Kirche und Kleriker zum Inhalt.
Die jüdischstämmigen Deutschen wurden mit
Drangsalierungen zur Auswanderung gedrängt.
Im Sommer 1938 fand im französischen Kurort Evian-les-Bains –
am Genfersee – eine internationale Konferenz statt. Dort wurde bei freien Ländern für die jüdische
Immigration geworben.
Kanada erklärte sich bereit, nur jüdische „Farmer“ aus Deutschland aufzunehmen.
Der australische Vertreter erklärt, sein Land habe keine ethnischen Probleme – und wolle auch keine
haben.
Die Vereinigten Staaten – wo damals die schwarze Bevölkerung ausgesondert lebte – blieben bei
ihren restriktiven, rassistisch motivierten Einwanderungsgesetzen von 1924.
Danach durften nur 20.000
deutsch-jüdische Flüchtlinge pro Jahr einreisen. Dazu kamen 7.000 österreichische Juden. Schon Ende
Januar 1939 war diese Quote erreicht.
Diese Zahl ist insofern pikant, als die Schweiz vor einigen Jahren
von jüdisch-amerikanischen Kreisen um 1,6 Milliarden Dollar
erpreßt wurde.
Der Vorwurf lautete unter
anderem, daß das kleine von den Nationalsozialisten eingekesselte Land während des Krieges nicht mehr
als 20.000 jüdische Emigranten aufgenommen und damit viele einwanderungswillige Juden dem Tod ausgeliefert
hätte.
Dagegen hörte man nie etwas von Klagen jüdischer Organisationen gegen die mächtigen Vereinigten
Staaten, weil diese sich 1939 weigerten, weitere jüdische Flüchtlinge aufzunehmen.
Ab Ende 1942 war
die US-Regierung über den Charakter und das Programm der Konzentrationslager von Auschwitz und Treblinka
informiert.
Weshalb hat die US-Luftwaffe nicht die Bahnlinien nach Auschwitz und die Transportstrecken
zu den anderen Vernichtungslagern zerstört – wird auf einer Ausstellungstafel gefragt.
Antwort: Gleichgültigkeit
und Antisemitismus im US-Außenministerium seien dafür verantwortlich gewesen.
Hat eine jüdische Stelle
jemals erwogen, dieses Unrecht in der Öffentlichkeit anzuprangern – so wie Papst Pius XII. seit 1963
ständig
vorgeworfen wird, er habe für die Rettung von Juden angeblich zu wenig getan?
In Wahrheit rettete
der Papst während des Krieges, obwohl er ein Gefangener des Vatikans war, mindestens 860.000 Juden vor
der sicheren Vernichtung.
Schändlicherweise erwähnen die Macher des Holocaust-Museums diese großartigen
Rettungstaten mit keinem Wort.
Die vielen Priester und katholischen Laien, die Opfer des nationalsozialistischen
Terrors waren, werden ebenfalls mit keiner Silbe erwähnt.
Dafür stellt das Museum ausdrücklich die
Freimaurer und ihre Logen als Opfer des Nationalsozialismus heraus.
Trotzdem gibt es am Ende des Rundgangs
einen Lichtblick: Im Museumsladen liegen wenigstens keine Hetzbücher des jüdischen Haßautors Daniel
Goldhagen aus. Immerhin.
Der unkritische Besucher ist nach einem Museumsdurchgang erschüttert über
diese als „einzigartige, unvergleichliche Menschheitsverbrechen des Holocausts“ interpretierte Geschichte –
und natürlich über die deutschen Täter und nationalsozialistischen Verbrecher.
Erst am nächsten Tag,
wenn man vielleicht das ebenfalls neuerbaute Indianer-Museum an der Washingtoner Museumsmeile besucht,
kommen zweifelnde Gedanken:
Weshalb klagt die US-Regierung in einem Staats-Museum den vergangenen Rassismus
und Völkermord im fernen Europa an, während sie den Indianer-Genozid im eigenen Lande nicht einmal andeutet?
Die Aussage von Jeremy Rifkin „Wir haben einen hundert Jahre währenden Völkermord an den indianischen
Ureinwohnern begangen“, ist in den USA eine unerwünschte Wahrheit.
Das Indianermuseum trägt seinen
Teil dazu bei, diesen auch
rassistisch motivierten Genozid mit zivilisationskritischem Kitsch vom guten
Wilden zu verdrängen.
Amerikanische Museen und Organisationen klagen die
„Sklavenarbeit“ an, welche
Europäer in den Lagern des Hitler-Regimes ertragen mußten – und lassen diese von den Deutschen der zweiten
und dritten Generation mit Bargeld entsühnen.
Wenn man aber bei einer Führung durch die Washingtoner
Vorstadt Georgetown von der Sklavenarbeit und Quälung schwarzer Menschen durch die weißen Amerikaner
hört, bekommt die Erinnerung an „Menschheitsverbrechen“ ein anderes Gesicht, das fatal an Uncle Sam erinnert.
Ein Europäer kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn er dann den weißen Historiker sagen hört:
„Gut, die Weißen haben die Schwarzen lange in Sklaverei gehalten, das läßt sich nicht leugnen. Aber
wir waren es auch, die durch und nach dem Zweiten Weltkrieg die Befreiung der schwarzen Bevölkerung eingeleitet,
vorangetrieben und durchgesetzt haben – isn’t it?“
So muß es wohl gewesen sein. Auch die historische
Liberty-Glocke in Philadelphia verkündet es täglich:
Amerika kämpft seit mehr als 200 Jahren an allen
Fronten der Welt für die Freiheit.
Kann man so einer Nation einen Völkermord zutrauen? Kann man ihr
die Sklavenhaltung anrechnen?
Hat die amerikanische Nation mit ihrem weltweiten Freiheitskampf – besonders
durch den „Kreuzzug für die Freiheit Europas vom Nazi-Joch“ – nicht alle historischen Vergehen wieder
wettgemacht?
Tatsächlich hat die Liberty Bell seit 200 Jahren einen sichtbaren Riß – das Lied der amerikanischen
Freiheitsglocke endet in einem scheppernden Mißton.
Das ‘United States Holocaust Memorial Museum’, das
vom ehemaligen US-Präsidenten und Nachfahren eines Sklavenhalters, Jimmy Carter, initiiert wurde, ist
ein grandioses Ablenkungsspektakel von den US-Menschheitsverbrechen – eine verführerische Verdrängungsprojektion
auf andere Völker, eine zivilreligiöse Apotheose der Amerikaner zu erlösenden Befreiern der Welt –
aus „God’s own Country“.
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