[ « 218 219 220 221 222 » ]
Dienstag, 19. Dezember 2006 18:33
Ein Ablenkungsmanöver?
Im Holocaust Museum in der US-Hauptstadt Washington ist auch sehr interessant, was nicht gesagt wird. Von Leo G. Schüchter.
(kreuz.net) Das ‘United States Holocaust Memorial Museum’ ist nach den neuesten Erkenntnissen der Museumspädagogik aufgebaut.

Der Besucher des Museums wird am Anfang mit der historischen Identität eines im Nationalsozialismus verfolgten Juden ausgestattet.

Zum Schluß erfährt er von dessen Überleben oder Ermordung.

Auf diese Weise taucht er ein in die historischen Räume der ideologischen Propaganda. Er betritt die Säle der mörderischen Drangsalierung, schaudert in den Kammern des nationalsozialistischen Schreckens.

Das Museum erhebt den Anspruch, mit 26.000 authentischen Artefakten die gesamte Breite der europäischen Judenverfolgung durch die Nationalsozialisten darzustellen.

Ebenfalls sind die US-amerikanischen Reaktionen und Interpretationen zu finden. Auch über sie kann man Interessantes erfahren.

Bei der kontroversen Diskussion um die Teilnahme der USA an den Olympischen Spielen 1936 in Deutschland setzte sich bekanntlich die Mitmach-Fraktion durch.

Teilnehmer und Journalisten berichteten anschließend einhellig Positives über Hitler-Deutschland: „Die Synagogen sind voll. Für Juden gibt es keine Einschränkungen.“

Das schrieben US-Medien ein Jahr nach den Nürnberger Rassegesetzen.

Doch schon im Jahr 1937 sieht man bei Demonstrationen in New York Plakate mit Sätzen wie: „Protest gegen die Verfolgung von Juden und Katholiken in Deutschland“.

Tatsächlich begannen Staat und Partei der Nationalsozialisten nach den Spielen mit vielfachen Schikanierungen der deutschen Juden sowie mit einer scharfen antikatholischen Politik.

Diese hatte Organisations- und Presseverbote sowie Schauprozesse gegen Kirche und Kleriker zum Inhalt.

Die jüdischstämmigen Deutschen wurden mit Drangsalierungen zur Auswanderung gedrängt.

Im Sommer 1938 fand im französischen Kurort Evian-les-Bains – am Genfersee – eine internationale Konferenz statt. Dort wurde bei freien Ländern für die jüdische Immigration geworben.

Kanada erklärte sich bereit, nur jüdische „Farmer“ aus Deutschland aufzunehmen.

Der australische Vertreter erklärt, sein Land habe keine ethnischen Probleme – und wolle auch keine haben.

Die Vereinigten Staaten – wo damals die schwarze Bevölkerung ausgesondert lebte – blieben bei ihren restriktiven, rassistisch motivierten Einwanderungsgesetzen von 1924.

Danach durften nur 20.000 deutsch-jüdische Flüchtlinge pro Jahr einreisen. Dazu kamen 7.000 österreichische Juden. Schon Ende Januar 1939 war diese Quote erreicht.

Diese Zahl ist insofern pikant, als die Schweiz vor einigen Jahren von jüdisch-amerikanischen Kreisen um 1,6 Milliarden Dollar erpreßt wurde.

Der Vorwurf lautete unter anderem, daß das kleine von den Nationalsozialisten eingekesselte Land während des Krieges nicht mehr als 20.000 jüdische Emigranten aufgenommen und damit viele einwanderungswillige Juden dem Tod ausgeliefert hätte.

Dagegen hörte man nie etwas von Klagen jüdischer Organisationen gegen die mächtigen Vereinigten Staaten, weil diese sich 1939 weigerten, weitere jüdische Flüchtlinge aufzunehmen.

Ab Ende 1942 war die US-Regierung über den Charakter und das Programm der Konzentrationslager von Auschwitz und Treblinka informiert.

Weshalb hat die US-Luftwaffe nicht die Bahnlinien nach Auschwitz und die Transportstrecken zu den anderen Vernichtungslagern zerstört – wird auf einer Ausstellungstafel gefragt.

Antwort: Gleichgültigkeit und Antisemitismus im US-Außenministerium seien dafür verantwortlich gewesen.

Hat eine jüdische Stelle jemals erwogen, dieses Unrecht in der Öffentlichkeit anzuprangern – so wie Papst Pius XII. seit 1963 ständig vorgeworfen wird, er habe für die Rettung von Juden angeblich zu wenig getan?

In Wahrheit rettete der Papst während des Krieges, obwohl er ein Gefangener des Vatikans war, mindestens 860.000 Juden vor der sicheren Vernichtung.

Schändlicherweise erwähnen die Macher des Holocaust-Museums diese großartigen Rettungstaten mit keinem Wort.

Die vielen Priester und katholischen Laien, die Opfer des nationalsozialistischen Terrors waren, werden ebenfalls mit keiner Silbe erwähnt.

Dafür stellt das Museum ausdrücklich die Freimaurer und ihre Logen als Opfer des Nationalsozialismus heraus.

Trotzdem gibt es am Ende des Rundgangs einen Lichtblick: Im Museumsladen liegen wenigstens keine Hetzbücher des jüdischen Haßautors Daniel Goldhagen aus. Immerhin.

Der unkritische Besucher ist nach einem Museumsdurchgang erschüttert über diese als „einzigartige, unvergleichliche Menschheitsverbrechen des Holocausts“ interpretierte Geschichte – und natürlich über die deutschen Täter und nationalsozialistischen Verbrecher.

Erst am nächsten Tag, wenn man vielleicht das ebenfalls neuerbaute Indianer-Museum an der Washingtoner Museumsmeile besucht, kommen zweifelnde Gedanken:

Weshalb klagt die US-Regierung in einem Staats-Museum den vergangenen Rassismus und Völkermord im fernen Europa an, während sie den Indianer-Genozid im eigenen Lande nicht einmal andeutet?

Die Aussage von Jeremy Rifkin „Wir haben einen hundert Jahre währenden Völkermord an den indianischen Ureinwohnern begangen“, ist in den USA eine unerwünschte Wahrheit.

Das Indianermuseum trägt seinen Teil dazu bei, diesen auch rassistisch motivierten Genozid mit zivilisationskritischem Kitsch vom guten Wilden zu verdrängen.

Amerikanische Museen und Organisationen klagen die „Sklavenarbeit“ an, welche Europäer in den Lagern des Hitler-Regimes ertragen mußten – und lassen diese von den Deutschen der zweiten und dritten Generation mit Bargeld entsühnen.

Wenn man aber bei einer Führung durch die Washingtoner Vorstadt Georgetown von der Sklavenarbeit und Quälung schwarzer Menschen durch die weißen Amerikaner hört, bekommt die Erinnerung an „Menschheitsverbrechen“ ein anderes Gesicht, das fatal an Uncle Sam erinnert.

Ein Europäer kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn er dann den weißen Historiker sagen hört:

„Gut, die Weißen haben die Schwarzen lange in Sklaverei gehalten, das läßt sich nicht leugnen. Aber wir waren es auch, die durch und nach dem Zweiten Weltkrieg die Befreiung der schwarzen Bevölkerung eingeleitet, vorangetrieben und durchgesetzt haben – isn’t it?“

So muß es wohl gewesen sein. Auch die historische Liberty-Glocke in Philadelphia verkündet es täglich:

Amerika kämpft seit mehr als 200 Jahren an allen Fronten der Welt für die Freiheit.

Kann man so einer Nation einen Völkermord zutrauen? Kann man ihr die Sklavenhaltung anrechnen?

Hat die amerikanische Nation mit ihrem weltweiten Freiheitskampf – besonders durch den „Kreuzzug für die Freiheit Europas vom Nazi-Joch“ – nicht alle historischen Vergehen wieder wettgemacht?

Tatsächlich hat die Liberty Bell seit 200 Jahren einen sichtbaren Riß – das Lied der amerikanischen Freiheitsglocke endet in einem scheppernden Mißton.

Das ‘United States Holocaust Memorial Museum’, das vom ehemaligen US-Präsidenten und Nachfahren eines Sklavenhalters, Jimmy Carter, initiiert wurde, ist ein grandioses Ablenkungsspektakel von den US-Menschheitsverbrechen – eine verführerische Verdrängungsprojektion auf andere Völker, eine zivilreligiöse Apotheose der Amerikaner zu erlösenden Befreiern der Welt – aus „God’s own Country“.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 32 Lesermeinungen:
Mittwoch, 27. Dezember 2006 20:40
wurde gesperrt, er wurde ausgelöscht. Seine Worte sind immer noch zu lesen. Er ist nicht genehm, warum eigentlich? Weil er Fragen stellte?
Mittwoch, 27. Dezember 2006 20:16
methusalix †: Sehr gut, Graf von Galen!
Graf von Galen: Für ein freies und heiliges Deutschland, @ MethusalixAuch Personen, deren Ansicht ich nicht teile, sollten
nach meiner Meinung Ihre Meinung frei äußern dürfen.


Aber warum dann das hysterische Geschrei um Goldhagen, Algermissen und Co?

Man könnte doch einfach sagen: Unserer Ansicht nach hat Algermissen nicht Recht! Und damit hat sichs. Algermissen ist der Boss in der Diözese, er befiehlt und die Untergebenen haben zu gehorchen. Damit ist die Sache erledigt.

Und Goldhagen? Da wird es schwieriger. Sie müssten nämlich Seite für Seite, Schriftstück für Schriftstück und Beweis für Beweis abarbeiten und widerlegen.

So können Sie nur sagen: Wir GLAUBEN ganz ganz fest, dass Goldhagen falsch liegt.
Freitag, 22. Dezember 2006 18:01
Artois †: Regierungsbeteiligung
Ich darf daran erinnern, daß das Zentrum sich weigerte, Schleicher zu unterstützen, als dieser sich bereit erklärte, den Parlamentarismus zu suspendieren und NSDAP und KPD zu zerschlagen, und dies, obwohl es sich um eine Unterbrechung und nicht um eine Abschaffung des Parlamentarismus gehandelt hätte. Schleicher kostete diese Haltung von Zentrum (und SPD) das Leben …
Donnerstag, 21. Dezember 2006 18:50
Flauschi: @ Colonel Blueberry
Sir! Wollen Sie uns wirklich verlassen? Man sieht doch, wie nötig Sie hier sind. Ad multos annos! Nix gegen gute Vorsätze allgemein…
Mittwoch, 20. Dezember 2006 23:54
Graf von Galen: Für ein freies und heiliges Deutschland, @ Methusalix
Auch Personen, deren Ansicht ich nicht teile, sollten
nach meiner Meinung Ihre Meinung frei äußern dürfen.
Mittwoch, 20. Dezember 2006 22:34
Kraut: @„Colonel Blueberry“
Du müssen gehen zu Aldi, dort Abflußreiniger kaufen (und nicht klauen, gell?).
Dir nämlich jemand ins Gehirn geschi…, mußt Du wieder saubermachen. Und nimm den Timpressum auch gleich mit, dem muß dasselbe passiert sein.
Warum ihr zwei nicht einfach anderswo eure Kotze rumsabbern?

Mit gebührender Beachtung, Kraut.
Alle Lesermeinungen anzeigen 26 weitere Lesermeinungen
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Beiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen sowie Leser aus der Debatte auszuschließen.
Copyright © 2008 kreuz.net