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Dienstag, 4. Januar 2005 08:19
Anglikanischer Primas zweifelt an Gott
Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, zweifelt angesichts der Flutkatastrophe in Südostasien an der Existenz Gottes. Das Gebet liefere keine ‘magischen Lösungen’.
(kreuz.net, Canterbury) Der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams (54), gestand in einem gestrigen Artikel in der britischen Tageszeitung „Daily Telegraph“, daß er angesichts der Flutkatastrophe in Südostasien an der Existenz Gottes zweifle. Der Erzbischof von Canterbury ist der Ehrenvorsitzende der anglikanischen Gemeinschaft.

Die Katastrophe in Asien sollte alle Christen veranlassen, die Existenz Gottes in Frage zu stellen, schrieb der anglikanische Erzbischof. Es wäre falsch, wenn der Glaube angesichts einer Katastrophe, die schon mehr als 150.000 Leben gefordert habe, nicht durcheinandergebracht würde.

Das Gebet, so das anglikanische Ehrenoberhaupt, liefere keine ‘magischen Lösungen’. Die meisten christlichen Antworten zum menschlichen Leid seien angesichts des unerträglichen Kummers und der Verwüstung nicht sehr hilfreich.

„Jeder einzelne Unfalltod ist etwas, das einen Glauben durcheinanderbringen sollte, der sich in bequemen und vorgefertigten Antworten verschanzt. Angesichts der lähmenden Größenordnung des gegenwärtigen Desasters, ist man natürlicherweise zuinnerst empört und zutiefst hilflos.“

Die Frage, ‘Wie kann man an einen Gott glauben, der ein Leiden diesen Ausmaßes zuläßt?’ sei momentan überall im Umlauf. „Es wäre überraschend, wenn sie es nicht wäre und es wäre in Wahrheit falsch, wenn sie es nicht wäre.“

Die Christen müßten sich, so schloß Williams, angesichts einer solch schrecklichen Herausforderung für ihren Glauben, in liebender Verbundenheit um die Überlebenden kümmern.
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Samstag, 8. Januar 2005 08:46
…aus Vielen kommt nach schrecklichen Unglücken oder dem furchtbaren Erleben des Sterbens von Sohn oder Tochter der spontane Ausruf
ES LEBT KEIN GOTT.

Der Sog der furchtbaren Frage – WARUM – ist ebenso erkennbar, wie ihre zerstörerische Wirkung

Gefährlich werden satanische Einflüsterungen in der Fragestellung, wenn „Warum“ als Anklage gefragt wird. Anklage gegen Gott den man NUN bezweifelt, weil Er dies zuließ!
WARUM wird an dieser Stelle zu elementarer Gefahr; und es ist ein harter Kampf! Kampf Mensch gegen Dämon im inneren Burghof des Seins. Dieses grausame Warum, kann vollkommen zerstören.

Da wir aber nicht in der Lage sind, Gottes Wege und Intentionen zu erkennen, darf es in unserem Verhältnis zu Gott und somit zum Existentiellen unseres Seins, ein WARUM nicht geben.
Ebensowenig wie ein Kind komplizierte Entscheidungen des Vaters ermessen kann!
Eigene Schlussfolgerungen sind zwangsläufig falsch.

Demut ist nicht zeitgemäß, aber Gott der Herr ist jenseits unserer Zeitströmungen und Moderichtungen und demütige Annahme einzige Möglichkeit das Gegebene auch seelisch zu überleben.
Anklagende Ablehnung (Gottes) führte zur Selbstzerstörung.

Ob nun der Zeitpunkt an dem der Verstorbene vor Gottes Thron steht, von Gott vorbestimmt ist oder nicht, ist alleine Gottes Ratschluss anheim.
Beantwortet wird uns die Frage WARUM nach unserem Tode.
WARUM hast Du Dein Leben durch endlose Trauer zerstört? Wo blieb Dein Wissen um ein Weiterleben in Gott?

Gehen wir getrost davon aus, dass der Tod für diesen Menschen JETZT gut ist. Dieser Mensch JETZT in unendlicher Verwunderung und Freude, die Gegenwart Gottes sieht und erlebt
Die Frage: Warum lässt Gott diesen schreckliche Sterben meines Kindes zu, warum ließ Gott meinen Sohn, meine Tochter, mein Enkelkind so jung durch diesen dummen Unfall bzw. diese grauenhafte Tat – diese schreckliche Krankheit sterben, ist klar beantwortet, denn:

Würde Gott eingreifen, wäre kein Mensch frei in seinem Tun; kein Täter in seiner Entscheidung für oder gegen Gott, denn das Eingreifen Gottes würde als solches erkannt. Gott wäre für Jeden offensichtlich existent. Glaube daher unnötig weil ohnehin klar; freie Entscheidung erübrigte sich, der Himmel wäre somit hier – die Erde ebenso überflüssig, wie Gottes Schöpfung.

Ein WARUM wird uns, falls aufgestellt, immer quälen, ohne dass je eine Antwort gefunden werden könnte. Diese Frage nach einem uns immer verschlossen bleibenden Sinn des Geschehens nicht zu stellen, ist in jedem Fall für uns deshalb besser, weil jeder Versuch einer Antwort in die Irre führt. Daher bleibt die Frage nach dem WARUM ohne Ergebnis – wird somit besser nicht gestellt.

Gönnen wir einfach dem verstorbenen Menschen den Himmel und beten für ihn. (auch dafür, dass er für uns Gott bittet) Ich weiß, dass sich das alles banal einfach anhört; es ist dagegen von riesigem Inhalt, Tragweite – und Schönheit.

Bruno-Maria Schulz
Dienstag, 4. Januar 2005 14:58
Dolfus: @FjoreGraz
Na, das hört sich ja schön klarer an. Dieser Betrachtung könnte ich zustimmen.

LG!
Dienstag, 4. Januar 2005 12:47
FioreGraz: @Dolfus
Es ist nicht Lehre der Kirche jegliche Katastrophe Phänomen etc. sofort einem Strafgericht Gottes zuzuordnen (wozu hat Gott dann Naturgesetze geschaffen?) um dann womöglich mit den Finger auf die „Bösen“ zu zeigen und zu sagen „gschicht euch/uns scho recht“. Naturkatastrophen gab es vor Christi und danach nur gehören sie alle zu einem „Strafgericht“ Gottes?
Wenn Gott eingreift wird das für alle so unübersehbar und gewaltig sein das alle zu den Bergen rufen „Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes.“ (Offb. 6,16) ebenso wie die Widerkunft Christi, es ist jederzeit damit zu rechnen, das heißt aber nicht das alles damit zu tun hat. Wirleben in der Endzeit nur sind das wirklich die Plagen von Gott oder „Hausgemachte“.

LG
Fiore

LG
Fiore
Dienstag, 4. Januar 2005 10:17
Dolfus: @Fiore
Jetzt wechselt Du aber den Einwand Deines vorigen Postings.
Da war doch was mit „nicht übereinstimmend mit der kirchlichen Lehre“ die Rede, jetzt auf einmal schreibst Du, Plagen seien in der Bibel, nur können wir sie nicht entsprechend deuten. Also jetzt sind sie auf einmal doch ins Schema passend, also was jetzt?
Der Herr sagt in der Endzeitrede Folgendes aus: Es wird viele Kriege und Naturkastrophen geben, all das muß geschehen, ebenso das Auftreten vieler falscher Christusse.
Es liegt an uns, so sagt Er, auf die Zeichen zu achten. Der Chef will also gar nicht, daß wir alles nur Ihm überlassen.
Dienstag, 4. Januar 2005 10:03
FioreGraz: @Dolfuß
Ich kenne sie, nur müßte es trotz alledem schon längst gekommen sein, wenn man den bisherigen Deutungen dieser Art der Endzeitreden JEsu und der Offb folgt. Alleine schon die Plagen der offb. fanden zig mal in diesen 2000 Jahren statt und wurden als genau diese proklamiert. Naja man kann Johannes ja nicht zumuten soviele Plagen niederzulegen er hat halt nur zusammengefasst?
Ich jedenfalls lebe und erwarte ständig den Dieb in der Nacht (Christus) ohne jedoch so vermessen zu sein und jede Naturkatastrophe als Strafe Gottes hinzustellen für die „Ungläubigen“ und „Sünder“, und sie somit zu richten, das überlasse ich dem Chef.

LG
Fiore
Dienstag, 4. Januar 2005 09:43
Dolfus: @fiore
Die Endzeitreden Jesu sagen doch genau das Gegenteil voraus, eben nicht den sofortigen Weltuntergang. Lies sie einfach mal selbst.
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