Syrien
Ein freies Land für Christen
Von der rechtsnationalistischen US-Regierung dämonisiert ist Syrien ein Land, wo es Christen möglich ist, ihren Glauben offen und selbstbewußt zu leben.
Zwei Mädchen in einem Lehmhaus in Nordsyrien
Zwei Mädchen in einem Lehmhaus in Nordsyrien
© flickr-Benützer „Begemot“, Creative Commons Licence
(kreuz.net) In Syrien können die etwa 1,5 Millionen Christen ihren Glauben freier leben als anderswo im Nahen Osten.

Das berichtet der Kirchenhistoriker Rudolf Grulich in einem Beitrag für das internationale Hilfswerk ‘Kirche ein Not’.

Die christlichen Gemeinschaften genießen völlige Freiheit, Gotteshäuser zu bauen oder anderweitig religiös aktiv zu sein.

86 von hundert Einwohnern Syriens sind Muslime, 3 Drusen und 10 Christen. Etwa zehn Prozent der muslimischen Bevölkerung gehören zur liberalen islamischen Strömung der Alawiten – darunter auch Präsident Assad.

Die 'Arabische Republik Syrien' liegt in Vorderasien
Die ‘Arabische Republik Syrien’ liegt in Vorderasien
Unter den 1,5 Millionen Christen sind die griechisch-orthodoxen Gläubigen des Patriarchates von Antiochien mit Sitz in Damaskus die größte Gruppe.

Sie zählen 600.000 Gläubige und sind gefolgt von den 300.000 katholischen Melkiten, die ebenfalls den byzantinischen Ritus zelebrieren.

Dazu kommen orthodoxe Armenier, Syrer, Nestorianer und Protestanten.

Genaue Zahlen gibt es für die mehr als 400.000 Katholiken, die zu fünf Riten der Kirche gehören.

Die meisten Katholiken sind Melkiten mit dem Patriarchatstitel von Antiochien und Sitz in Damaskus, das als melkitische Diözese neunzehn Pfarreien umfaßt.

Die unierten Katholiken des westsyrischen Ritus, deren Patriarch in der libanesischen Hauptstadt Beirut residiert, besitzen zwei Metropolien in Damaskus und Homs sowie Erzbischöfe in Aleppo und Hassake.

Die Stadt Aleppo ist schon seit 1659 Sitz eines syrisch-katholischen Erzbischofs. Die Gesamtzahl der Angehörigen dieser Kirche dürfte in Syrien etwa 50.000 Katholiken betragen.

Die ungefähr 40.000 Maroniten Syriens werden seit dem 18. Jahrhundert von zwei Erzbischöfen in Aleppo und Damaskus betreut.

Für die katholischen Armenier ist seit dem 17. Jahrhundert ein Erzbischof in Aleppo zuständig, dem etwa 17.000 Gläubige unterstehen.

Aleppo ist auch Bischofssitz der Chaldäer – die Unierten des ostsyrischen Ritus –, die sich als ehemalige Nestorianer in der frühen Neuzeit wieder an Rom anschlossen. Ihre Zahl beträgt 15.000.

In Aleppo residiert seit 1762 auch ein lateinischer Apostolischer Vikar. Er ist für die zehntausend römischen Katholiken in zehn Pfarreien zuständig.

Es gibt 22 Kirchen und Klöster mit sechzig Ordenspriester und über zweihundert Ordensschwestern.

Mit zwanzig Schulen und Kindergärten und zwanzig karitativen Einrichtungen spielt das Apostolische Vikariat im sozialen Leben eine Rolle.

In Damaskus residieren auch der griechisch-orthodoxe Patriarch „von Antiochien und dem ganzen Orient“ – Ignatios – und der syrisch-orthodoxe Patriarch gleichen Titels, der ebenfalls Ignatios heißt.

Außerdem ist Damaskus auch armenisch-orthodoxer Bischofssitz. In Aleppo finden wir auch syrische, griechisch-orthodoxe und armenisch-orthodoxe Bischöfe.

Das syrische Christentum lebt – selbstbewußt und stolz auf seine Traditionen.
      
18 Lesermeinungen
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#18   Hajat   10:20:08 | Freitag, 22. Dezember 2006
nahost
Ein guter Artikel. Ich wünsche mir, dass es überall besser für die Menschen wird in unseren arabischen Ländern. Unabhängig von der Volks- oder Religionszugehörigkeit.
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#17   Hypatia   22:31:48 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
@ MK28
Sie müssen es ja wissen! ?:)
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#16   MilesChristi   19:20:13 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
Lage der Christen und Waffenlieferungen
Auch im Irak genossen die Christen während der Saddam-Diktatur weitestgehende Rechte und staatlichen Schutz, eine Situation, von welcher die Christen in den sog. „moderaten“ arabischen Staaten, also Vassallenstaaten, Saudi-Arabien, Ägypten etc. nur noch träumen können. Ähnlich die Lage im auch dämonisierten Iran.
Frage an MK28: warum darf Israel mit den modernsten Waffen aus den USA, Europa etc. ausgerüstet werden, und die Freiheitskämpfer im Libanon und in Palästina nicht ? Was für ein Sonderrecht darf Israel genießen (siehe Atomwaffen), das anderen Ländern der Region und der Erde verwahrt bleiben ?
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#15   MK28   10:58:54 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
Problemfall Syrien
Das Problem an der syrischen Regierung ist nun einmal, daß sie den Waffennachschub der Hisbollah ungehindert durchwinkt und damit die Hisbollah am Leben erhält. Die wiederum verhindert einen israelisch-libanesischen Ausgleich. Weiterhin destabilisiert Syrien den Libanon.
Nur weil die Syrer die Christen einigermaßen in Ruhe lassen, sind sie noch keine Waisenknaben.
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#14   Sirilo   08:27:39 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
@wickerl
Daß der Vatikan sich nicht von Bushs Kreuzugssprüchen distanziert habe, stimmt doch nicht. Papst Johannes Paul II. hatte sich seinerzeit immer wieder mit großen Nachdruck gegen einen Angriff auf den Irak ausgesprochen.
Im übrigen hat die Lage der Christen in Syrien wenig mit der politischen Situation im Irak zu tun.
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#13   wickerl   07:11:28 | Donnerstag, 21. Dezember 2006
feherhafte Außenpolitik
Man sollte das dem Kardinalstaatssekretariat sagen dem ich an der schlimmen Lage der Christen in Irak eine große Mitschuld gebe, 1. hat man sich nicht von den dummen Kreuzzugsprüchen des Bush distanziert, und 2. näherte sich Papst Benedikt viel zu sehr und unkritisch dem Judentum an, bereits in seiner Antrittsrede. Die Äußerung von Kardinal Ruini dass die 20 italienischen Besatzungssoldaten Terroropfer seien wurde in Nahost genauestens registriert. Das Resultat sehen wir im Irak.
Ich fürchte bald werden wir auch in Libanon so aussehen und in Syrien, die Maroniten wären gut beraten sich um bessere Kontakte nach Damaskus zu bemühen, aber das Kardinalstaatssekretariat liebt Israel.
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#12   nightlight20022001   23:33:28 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Nordafrika,weh denen die weise sind in ihren eigenen Augen
Hatte immer sehr gut in Erdkunde
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#11   Sirilo   23:30:12 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
@nightlight…
Achtung, Syrien ist nicht Libyen. Syrien liegt in Asien, Libyen in Afrika. (Es hilft, im Atlas nachzuschauen.)
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#10   nightlight20022001   22:50:39 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Protestschreiben an Libyen!
Wir stellen an die libysche Regierung folgende Forderung:
-Freilassung aller 5 bulgarischen Krankenschwestern und dem palästinensischen Arzt,innerhalb 7 Wochen ohne dass ihnen auch nur ein Haar gekrümmt wurde.
-Es ist eine Verleumdung dass eine christliche Krankenschwester bewußt,moslemische Kinder mit HIV infiziert.
-Es ist Verleumdung und Hohn,dass Christen mit dem verlogenen Geheimdienst Mossad unter einer Decke stecken.
-Sollte unsere Forderung nicht innerhalb von sieben Wochen erfüllt werden,wird es über dem Bombenleger Gadhafi und seinem blutrünstigen,rachsüchtigen Volk,Flüche hageln.
-Sollte es zur Vollstreckung des Urteils kommen,werden wir gläubige Christen,dieses vergossene Blut,von Gadhafi und seinem Volk fordern.
5.Mose Kapitel 28
Ankündigung von Segen und Fluch
Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme des HERRN,deines Gottes,und wirst nicht halten und tun alle seine Gebote und Rechte,die ich dir heute gebiete,so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich
treffen:Verflucht wirst du sein in der Stadt,(im himmlischen Jerusalem) verflucht wirst du sein auf dem Acker.(erster Adam-euer Erzeuger)
Verflucht wird sein dein Korb(Prophet Amos) und dein Backtrog.(alter Sauerteig-ihr bleibt im geistigen Ägypten und Sodom)Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes,(eure Kinder) der Ertrag deines Ackers,das Jungvieh deiner Rinder und Schafe.Verflucht wirst du sein bei deinem Eingang(Empfängnis) und verflucht bei deinem Ausgang.(Tod)
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#9   stephan   21:46:05 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
stimmt nicht ganz
Aus persönlichem Umgang mit katholischen Flüchtlingen, die Syrien verlassen haben, muß ich den Artikel relativieren. Es ist richtig, daß es in Syrien im Gegensatz zu anderen arabischen Staaten, z.B. Saudi-Arabien, keine staatlich gesteuerte Christenverfolgung gibt und die christlichen den muslimischen Bürgern gleichgestellt sind. Dies gilt übrigens nicht für alle Religionen oder Nationalitäten, syrischen Yeziden wird in der Regel die Staatsbürgerschaft verweigert.
Unabhängig davon gibt es aber eine Diskriminierung der christlichen Minderheit durch die islamische Mehrheit, die von den staatlichen Institutionen, die in einem mehrheitlich islamischen Land natürlich auch mehrheitlich von Moslems geführt werden, teilweise gedeckt oder wenigstens toleriert werden. Es ist nicht so, daß ein christlicher Angeklagter vor einem syrischen Gericht die selben Chancen hätte wie sein muslimischer Nachbar und geht mal in irgendeiner Behörde etwas schief, werden meistens die nichtislamischen Mitarbeiter zu Sündenböcken und entsprechend gemaßregelt oder aus dem Staatsdienst entfernt. Zwar bekämpft die Baath die Islamisten, aber eigentlich bekämpft sie als nationalistische und ich wage zu behaupten sozialistische Bewegung jede Art von Religion, deren Anhänger nicht bereit sind, sich bedingungslos ihrem Regime zu unterwerfen.
Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Einfluß verschiedener arabisch-islamischer Familienclans, die auf freundschaftliche Art mit der Präsidentenfamilie verbunden sind.
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#8   Christian Hüller   21:02:29 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Vage Antwort
Ich wusste, dass sich zumindest einer für meine vagen Andeutungen interessieren würde…
Fassen wir es so zusammen: Immer wieder muss ich erleben, wie Geisteshaltungen jenseits von Pflicht und christlicher (!) Tradition nichts als wohlgemeinte Zerstörung herbeiführen.
Das Kollektiv, die Masse, ungebremste Macht(gier) und Profilierungssucht Einzelner- immer wieder muss ich darauf stoßen.
Aber jetzt ist’s genug der Andeutungen. Hüllerlein muss noch Bürokratenkram erledigen.
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#7   Colonel Blueberry   20:53:04 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
@ Hüller
Was genau wollen Sie jetzt sagen?
Können Sie das auch so formulieren, daß ich es verstehe?
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#6   Christian Hüller   20:44:05 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Meinung
Kirche, Tradition und die ihre verpflichteten Parteien waren schon immer ein gutes Korrektiv für allerlei ideologischen und bürokratischen Unsinn jenseits der Toleranzgrenze.
Das gilt in Syrien, aber viel mehr noch hier in Deutschland.
Wider sozialistische Agitation und Manipulation.
Es lebe die Freiheit.
Die Freiheit aus der Tradition.
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#5   Colonel Blueberry   19:58:26 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
@ Athanasius
Übrigens haben sogar im Islamistenstaat Iran (Persien) Christen Sitze im Parlament, dürfen sie in Kirchen zelebrieren (werden vollständig toleriert). Sogar Juden haben einen Parlamentssitz und die meisten werden zwar wegen Israel benachteiligt, aber (noch) nicht vom Islamistengouvernement des Achmadinejad verfolgt.
Was heißt hier sogar Juden? Christen und Juden werden in Iran weitgehend gleich behandelt. Das heißt gleich benachteiligt. Sie dürfen weder höhere Posten in der Armee einnehmen (müssen aber Wehrdienst leisten), noch dürfen Sie höhere Ämter in der Politik einnehmen. Die Sitze im Parlament sind streng festgelegt (ich glaube einen für die Juden und jeweils einen für die drei versch. christlichen Richtungen) und die Abgeordneten dürfen auch nur von der jeweiligen Glaubensrichtung gewählt werden.
Juden werden nicht mehr benachteiligt als Christen.
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#4   Athanasius   16:52:31 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Bekannt
Es ist ja bekannt, dass überall wo Ba’ath (die Parteienkette des nationalistisch-Arabischen Sozialismus) die Macht hat, den Christen fast völlige Freiheit gewährt wird. So war das unter dem Despoten Saddam auch in Irak – dessen Freund und Minister war Tariq Aziz, selbst Chaldäischer Katholik. Zu einer Arabischen Nation bekennen sich deswegen inzwischen die meisten auch, weil es sie vor dem Zorn der arabischen Islamisten hütet und Schutz bietet. Dadurch werden aber die assyrischen, aramäischen und chaldäischen sprachlichen Traditionen geschwächt. Übrigens existierte früher, um 1960, schon noch Christenverfolgung in Syrien, die aber unter sekularen Einflüssen abschwächte.
Aber im grossen und ganzen kommt mir das heutige Syrien nicht als Terrorstaat oder als Islamistenstaat vor. Daß die USA dort nicht sehr geliebt sind bei der Regierung, ist klar. Hat aber politische Gründe. Weil man selbst die Terroristen (sunnitische Radikalen) nicht fassen kann, schiebt man die Schuld leichter auf den Iran und Syrien.
Übrigens haben sogar im Islamistenstaat Iran (Persien) Christen Sitze im Parlament, dürfen sie in Kirchen zelebrieren (werden vollständig toleriert). Sogar Juden haben einen Parlamentssitz und die meisten werden zwar wegen Israel benachteiligt, aber (noch) nicht vom Islamistengouvernement des Achmadinejad verfolgt.
Die Ölinteressen, die iranische Vorwahl für Rußland, China und Putin selbst, sowie die Frage zum Staat Israel, veranlassen US + Iran zu einer feindlichen Politik.
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#3   semper reformandus   16:34:51 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
genaue Zahlen???
rechnet man die jeweils angegebe Anzahl der einzelnen katholischen Gruppierungen zusammen, so kommt man auf insgesamt 432.000; das sind m.E. nicht unerheblich mehr als die zuvor behaupteten „400.000“…
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#2   Hoffnung   16:25:29 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Glück gehabt …
… das Syrien Religionsfreiheit größer schreibt, als es viele kath. traditionalistische Extremisten es hier in Europa gerne sehen.
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#1   Sixtus   16:16:21 | Mittwoch, 20. Dezember 2006
Korn gefunden!
Nach dem ganzen Müll, den man in letzter Zeit auf kreuz.net zu lesen bekam, ist das mal wieder ein wohltuend normaler und informativer Artikel, der sich selbst die üblichen Diffamierungen von „Schismatikern“ und „Häretikern“ zur eigenen Identitätssicherung versagt. Das Gegenüber zum Islam und die Skepsis gegenüber der Bush-Administration wirken eben selbst hier noch kleine Wunder :-S Weiter so!
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