Im Schutt begraben + Neuer Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben + Erzbischof: Die Evangelien sind keine zuverlässigen Berichte des Lebens Jesu + Tabakgenuß. Eine Sünde? + 10-jährige Lebensretterin
Im Schutt begraben
Indonesien. Der apostolische Nuntius in Indonesien, Erzbischof Albert Malcolm Ranjith
(57), sprach am Telefon mit dem Nachrichtendienst ‘Asianews’, nachdem er von einer Reise aus dem Katastrophengebiet
zurückgekehrt war. „Die Situation ist tragisch: Tausende sind gestorben. Es könnten möglicherweise
noch bis zu 200.000 Opfer zum Vorschein kommen.“ Außerdem seien unzählige Leichen vom angespülten Schutt
begraben worden, so daß es unmöglich sei, die Körper zu finden. Die Wellen hätten tonnenweise Material
an Land getragen. Erzbischof Ranjith habe auch den Willen gesehen, zum Leben zurückzufinden. Wegen des
aufkeimenden Handels mit Waisenkindern habe die Regierung ein spezielles Programm ausgearbeitet. Es gebe
spezielle Auffangstationen, um die materielle und seelische Not der oft stark traumatisierten Kinder zu
lindern. Ebenfalls sei ein neues Klima der Zusammenarbeit zwischen Christen und Moslems entstanden. Der
Nuntius brachte die Hoffnung zum Ausdruck, daß der jetzt aufbrechende neue Geist zum Ausgangspunkt werde,
um das Land zu neuem Leben zu erwecken.
Neuer Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben
Vatikan.
Nach einem Bericht von ‘Radio Vatikan’ ernannte der Heilige Vater, Papst Johannes Paul II., den bisherigen
Vizepräsidenten, Erzbischof Elio Sgreccia (76) zum Präsidenten der Päpstlichen Akademie für das Leben.
Erzbischof Sgreccia ist Professor für Bioethik und Mitglied in der nationalen Bioethik-Komission des
italienischen Staates. Ignacio Carasco de Paulo, Mitglied des Opus Dei und Ethikprofessor an der katholischen
Universität von Mailand (Norditalien), ernannte der Heilige Vater zum Sekretär der Akademie.
Erzbischof:
Die Evangelien sind keine zuverlässigen Berichte des Lebens Jesu
USA. „Die Erzählungen der Evangelien
wurden nicht geschrieben, um zuverlässige biographische Berichte des Lebens Jesu zu sein. Sie sind vielmehr
die Geschichte des Glaubens der ersten Christen über Jesus. Matthäus und Lukas interessierten sich nicht
für die historische Tatsächlichkeit ihrer Berichte über die Geburt Jesu, sondern sie wollten die wesentlichen
Inhalte dieses einzigartigen Ereignisses beschreiben. Sie gaben den Glauben jener wider, die eng mit Jesus
und seinen Jüngern verbunden waren. Was sie schrieben, ist wahr, aber nicht in dem Sinn, daß jedes Detail
historisch nachgewiesen ist, obwohl es auch wichtige historische Details in der erzählten Geschichte
gibt.“ (Erzbischof Joseph Fiorenza)
Mons. Joseph Fiorenza wurde letzte Woche von Papst Johannes Paul
II. zum Erzbischof seines zur Erzdiözese erhobenen Bistums von Galveston-Houston ernannt.
Tabakgenuß.
Eine Sünde?
Vatikan. Raucher würden ihre eigene Gesundheit und die der anderen nicht „ohne moralische
Verantwortung“ schädigen. Dies berichtete die Zeitschrift ‘La Civiltà Cattolica’ in ihrer jüngsten
Ausgabe. La Civiltà Cattolica’ erscheint in Rom unter der Federführung der Jesuiten und steht im Ruf,
ein inoffizielles Publikationsorgan des Heiligen Stuhles zu sein. Rauchen sei, so Pater Giuseppe de Rosa,
der Verfasser es Artikels, weder in gesellschaftlicher noch in moralischer Hinsicht als neutral zu bewerten.
10-jährige Lebensretterin
Thailand. Eine englische Schülerin hat einem Zeitungsbericht zufolge rund
hundert Urlauber im thailändischen Ferienort Phuket rechtzeitig vor der verheerenden Flutwelle gewarnt
und gerettet. Kurz vor dem Antritt eines Familienurlaubs in Thailand hatte die Zehnjährige in der Schule
an einem Projekt zur Entstehung von Flutwellen durch gewaltige Seebeben – sogenannten „Zunamis“ – teilgenommen.
„Ich war am Strand, als das Wasser anfing, seltsame Dinge zu machen“, sagte das Mädchen am Wochenende.
Zuerst hätten sich im Wasser Bläschen gebildet, dann sei es auf einmal zurückgegangen. Sie habe dann
auf das Nahen einer Flutwelle geschlossen und die Mutter alarmiert. Während viele Urlauber verblüfft
zuschauten, wie sich das Wasser zurückzog und Boote und Fische auf dem Meeresboden zurückließ, deutete
die Kleine das Phänomen korrekt als Vorbote einer riesigen Welle. Gemeinsam mit Hotelbediensteten sorgte
die Mutter des Mädchens für die Räumung des Strandes. Minuten später brachen die Wassermassen herein.
Das Gebiet war einer der wenigen Strände Phukets, an denen es keine Todesopfer gab. „Tilly ist ein sehr
kluges und besonnenes Mädchen“, lobte ihr englischer Lehrer das Kind: „Es ist ein unglaublicher Zufall,
daß wir zwei Wochen vor Weihnachten Zunamis durchgenommen haben.“
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4 Lesermeinungen
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#4 MilesChristi 17:32:03 | Dienstag, 4. Januar 2005
Erzbischof Wie dieser Mann überhaupt Bischof wurde, ist mir ein Rätsel. Aber: wenn die Bischöfe der
USA vom Papst persönlich für die „gute Aufarbeitung“ der Skandale um Mißbrauch gratuliert werden und
der neue Vorsitzender der US-Bischofskonferenz zu denen gehört, der des Mißbrauchs beschuldigte Pfarrer
jahrelang hin und her schob (und somit den Mißbrauch duldete statt ihn zu beenden) … Miles Christi
Schutzengel Das kleine Mädchen ist wohl vom heiligen Schutzengel geführt worden. Zugleich hat es Zivilcourage
bewiesen, wie sie Größeren oft abgeht. Viel kann abhängen von den kleinen Entscheidungen einzelner,
auch in der Gnadenordnung.
@neuer Erzbischof Der neue Erzbischof scheint ein aufmerksamer und gelehriger Theologiestudent gewesen
zu sein. Ist des nicht der Papst, durch dessen Willen sämtliche Theologieprofessoren – nicht nur die
Bischöfe – weltweit im Amt sind?
@10jährige Lebensretterin Das sagt uns doch was. Eine 10jährige wußte die Zeichen zu deuten. Fügt
sich nahtlos ins Bild ein, daß Wissende die Leute bewußt nicht gewarnt haben.