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Freitag, 22. Dezember 2006 08:36
kreuzmeldungen
Kein Märchen + Galionsfigur ermordet + Der Fuldaer Bischof im Fernsehen + Bürgerkrieg + „Das Konzil hat eine neue Kirche geschaffen“
Kein Märchen

Vatikan. Papst Benedikt XVI. hat gestern Donnerstag italienische Kinder der Laienbewegung ‘Katholische Aktion’ empfangen. Der Heilige Vater erklärte, daß wir im Gesicht des Jesuskindes das Antlitz Gottes betrachten. Gott offenbare sich nicht durch Kraft und Macht, sondern in der Schwäche und der zarten Verfaßtheit eines Kindes. Bei der Geburtserzählung Christi handle es sich nicht um ein Märchen, sondern eine wirklich geschehene Begebenheit.

Galionsfigur ermordet

Italien. Der an Muskelschwund erkrankte Italiener Piergiorgio Welby (60) wurde gestern von einem seiner Ärzte ermordet. Der Verbrecher verabreichte dem Hilflosen ein Betäubungsmittel und entfernte dann den Beatmungsschlauch. Der Ermordete hatte zuvor erfolglos seine eigene Tötung – durch Abschaltung des Beatmungsgerätes – eingeklagt. Das Strafmaß für die Euthanasierung beträgt in Italien 15 Jahre Haft.

Der Fuldaer Bischof im Fernsehen

Deutschland. Am vierten Adventssonntag – dem 24. Dezember – heißt es im Hessen-Fernsehen: „Frohe Weihnachten, Herr Bischof!“ Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen spricht in der Weihnachtssendung von „Horizonte“. Der Beitrag wird am kommenden Sonntag morgen von 10.15 bis 10.45 Uhr ausgestrahlt. In der Sendung wird unter anderem thematisiert, welches Ereignis des ablaufenden Jahres den Bischof am meisten bewegt und welche Hoffnungen und Wünsche der Bischof für die Zukunft hat.

Bürgerkrieg

Österreich. Der Dechant von Feldkirch im österreichischen Vorarlberg, Hw. Herbert Spieler, kritisierte seine Diözese, weil sie einen Priester, der Vater wird, amtsenthoben hat. Dechant Spieler sprach mit dem ‘Österreichischen Rundfunk’. Der Pfarrer hätte erstens nicht an Weihnachten – „dem Fest des Kindes“ – entlassen werden dürfen. Zweitens hätte ihm die Diözese vorschlagen müssen, in einer seelsorglichen Tätigkeit in Österreich zu bleiben: „Es stimmt sicher, daß ihm von unserer Diözese nahe gelegt wurde, zu gehen.“

„Das Konzil hat eine neue Kirche geschaffen“

Nach seiner Rückkehr vom Ersten Vatikanischen Konzil (1869/70) hatte der Münchener Erzbischof Gregor von Scherr († 1877) eine Unterredung mit dem Dekan seiner Theologischen Fakultät, Ignaz von Döllinger. Dabei sagte der Erzbischof dem Dekan: „Wir gehen nun von neuem an die Arbeit für die heilige Kirche.“ Döllinger bejahte mit dem Zusatz: „für die alte Kirche“. Der Erzbischof entgegnete: „Es gibt nur eine Kirche. Es gibt weder eine neue noch eine alte Kirche.“ Darauf Döllinger: „Man hat eine neue geschaffen.“

Der 1871 exkommunizierte Ignaz von Döllinger († 1890) galt als Hauptgegner des Ersten Vatikanischen Konzils. Er widersetzte sich der Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes und schuf damit den lehrmäßigen Unterbau für die Entstehung der Altkatholiken.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 28 Lesermeinungen:
Samstag, 30. Dezember 2006 00:09
Peter-Pan: Mord???
Was für ein Quatsch. Man kann ja über Euthanesie lange und treflich streiten, aber hier von der Ermordung eines Hilflosen zu sprechen, ist schon Hohn. Dieser Mann hat mit aller Kraft, die er noch hatte, für das Recht zu sterben gekämpft. Er ist dafür vor Gericht gezogen! Offensichtlich hat der Doktor mit seinem Einverständnis gehandelt. Ihn einen Mörder zu nennen ist mehr als unfair.
Sonntag, 24. Dezember 2006 18:39
Agiafortuni: Piergiorgio Welby
man kann wahrlich nicht von einem Mord sprechen. Ein Mord liegt vor, wenn ein natürlicher Ablauf willentlich und gewaltsam beendet wird. Hier kann man jedoch nicht mehr von einem natürlichen Ablauf sprechen, denn der Mann wurde nur noch künstlich dh. dank einem Apparat am Leben gehalten, wobei das Leben sie nahezu ausschliesslich auf vegetative Funktionen beschränkte. Der Mensch ist aber laut Naturrecht dazu bestimmt, gemäss seiner Vernunft zu leben, denn nur dann ist sein Leben menschlich. Ohne die Apparatur wäre er von selbst gestorben. Da wir hier vor einer Grenzfrage stehen, ist eine sachliche Behandlung, wo sämtliche Aspekte berücksichtigt werden, mehr den je ein Gebot der Stunde
Sonntag, 24. Dezember 2006 15:21
Brigitte Bussmann: Athanasius
Ach, Athanasius, haben Sie je einen Menschen wirklich leiden sehen? Dieser betreffende Mann war 30 Jahre gelähmt, konnte nicht mehr selbständig atmen und nur noch seine Augen bewegen. Versetzen Sie sich für wenige Minuten nur in die Lage dieses Menschen. Wahrscheinlich können Sie das nicht, weil Sie nur kirchliche Gebote und Verbote sehen.
Sie haben auch noch nie Menschen vor Schmerzen schreien hören und niemand wagte Medikamente zu geben, die dem Leben schneller ein Ende gebracht hätten.
Was hat das mit der Euthanasie der Nazis zu tun. Das waren schwere Verbrechen und so etwas darf nicht mehr passieren, aber der Tod dieses Mannes war nur Erlösung. Und jetzt zu allem Überfluß soll er noch nicht einmal kirchlich beerdigt werden. Welch eine Nächstenliebe!
Ihnen wünsche ich gesegnete Weihnachten. Ich habe mal in der Funktion als Seelsorgerin lebenserhaltende Maßnahmen bei einem Sterbenden abschalten lassen, weil die Angehörigen mich unter Tränen immer wieder angefleht haben und ich den Leidenden sah. Glauben Sie mir, ich weiß von was ich rede.
Sonntag, 24. Dezember 2006 00:54
Athanasius: @Frau Bussman
Was ist da Mord, wenn auf Wunsch des Leidenden das Leben beendet wird. Der Mensch ist dazu da Barmherzigkeit zu üben und das hat der Arzt getan.

Ja, die Nazi-Barmherzigkeit die Sie sich wünschen vielleicht. Es war Mord, oder Assistenz bei Selbstmord. Ganz einfach. Wasser und feste Nährung sind erfordert und müssen normal zu sich genommen werden. Sauerstoffzuführung ist vielleicht auch darunter zu rechnen, obwohl mechanische vielleicht doch moraltheologisch aussergewöhnlich sein könnte (wovon ich aber nicht ausgehe). Der Gelähmte wird von selbst sterben, wenn alles gelähmt ist. Wer sind nicht Herr über Leben und Tod. Keiner muss Medizine usw. oder Dialysenapparate benutzen, das darf man verweigern, aber Atmen, Wasser und Nährung nicht.

Wieso Assistenz bei Selbstmord barmherzig ist, verstehe ich nicht. Nächstesmal sind es Krebspatienten die einfach „keine Lust“ mehr haben. Nächstes Mal eine taubstumme Frau die von einem Arzt für Nichtwertig gehalten wird. Dann wird er sich mal „barmherzig“ zeigen und ins jenseits befördern. Wir rutschen ab in den moralischen Abgrund.

@Daniel Stöhr:

Wenn alle ökumenischen Konzile vollständig unfehlbar wären, war Pius XII. wegen Sacramentum Ordinis Häretiker in dem er nicht in traditio instrumentorum (wie FLorence) die Materia sah, sondern in der Handauflegung. Vatikanum II. hat keine anathemisierte Lehren festgelegt. Nirgendwo steht, dass ökumenische Konzile dies tun müssen.
Samstag, 23. Dezember 2006 11:42
Brigitte Bussmann: Galionsfigur ermordet
wer hier von Mord spricht hat keine Ahnung was es heißt 30 Jahre gelähmt zu sein, sich in keinster Weise mehr bewegen zu können und am Schluß konnte der Leidende nur noch die Augen bewegen. Was ist da Mord, wenn auf Wunsch des Leidenden das Leben beendet wird. Der Mensch ist dazu da Barmherzigkeit zu üben und das hat der Arzt getan.
Freitag, 22. Dezember 2006 19:38
Daniel Stöhr: Wie oft noch ?
„und daß das II. Vatikanische Konzil keine Dogmen festgelegt hat.“

Auch durch ständige Wiederholung wird dieser Unsinn nicht besser. V2 bezeichnet sich als ökumenisches Konzil. Ökumenische Konzilien sind unfehlbar.

V2 lehrt:
-Muslime beten Gott an
-der „Geist Christi“ habe „sich gewürdigt, die getrennten Kirchen als Mittel des Heils zu brauchen“
-die Wahrheit muss ständig neu gesucht werden
-alles mögliche muss „erneuert“ werden

1. Schlussfolgerung: V2 war kein Konzil.

2. Schlussfolgerung: Wer behauptet, V2 sei ein Konzil gewesen, leugnet das Dogma von der Unfehlbarkeit ökumenischer Konzilien und schließt sich damit aus der Kirche aus.
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