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Freitag, 22. Dezember 2006 09:40
Christus, König der Parlamente
Im Polnischen Parlament erheben sich Stimmen, welche die Königsgewalt Christi wieder respektieren wollen. Widerstand kommt von Bischöfen.
Der PIS-Parlamentarier Artur Gorski (links) fordert mit weiteren 45 Abgeordneten des polnischen Parlaments die Inthronisation Christi als König von Polen.
Der PIS-Parlamentarier Artur Gorski (links) fordert mit weiteren 45 Abgeordneten des polnischen Parlaments die Inthronisation Christi als König von Polen.
(kreuz.net, Warschau) Polnische Parlamentarier wollen Christus als König Polens inthronisieren.

46 Abgeordnete haben einen Entwurf vorbereitet, der dem Parlament vorgelegt werden soll. Im polnischen Parlament sitzen 460 Abgeordnete. Es braucht eine einfache Mehrheit – 231 Stimmen –, um den Entwurf anzunehmen.

Initiatoren sind Parlamentarier der Regierungspartei ‘Pis’ – Recht und Gerechtigkeit –, die der Kirche nahesteht. Der Antrag wird auch von Parlamentariern der mitregierenden national-katholischen Partei ‘Liga Polnischer Familien’ sowie der oppositionellen ‘Bauernpartei’ unterstützt.

Christus, König von Polen
Christus, König von Polen
Die Abgeordneten begründen ihren Wunsch nach einer Inthronisierung Christi zum König Polens mit theologischen und historischen Argumenten.

Der PIS-Parlamentarier Artur Gorski erklärt, daß sich der Beschluß in der Öffentlichkeit positiv auf das Bild des skandalerschütterten Parlaments auswirken würde.

Daß der Staat die Religion unterstütze, sei in der ‘Europäischen Gemeinschaft’ keine Neuheit.

Gorski nennt als Beispiele die Nationen Dänemark, England und Griechenland, in denen es Staatskirchen gibt.

Bischof: „Wir sind kein Religionsstaat“
Kritik an der Inthronisation Christi kommt von den – ehemals kommunistischen – Linksparteien und von den Bischöfen des Landes.

Der Erzbischof der nordpolnischen Diözese Gdansk, Mons. Tadeusz Goclowski (75) verlangte, daß sich das Parlament mit „notwendigen, besseren Gesetzen“ beschäftigen sollte.

Der emeritierte Weihbischof von Sosnowiec in Südpolen, Mons. Tadeusz Pieronek (72), sieht in der Initiative einen Mißbrauch der Religion für politische Zwecke:

„Wir sind kein Religionsstaat und haben nicht vor, ein solcher Staat zu werden. Ich sage zu dieser Idee Nein. Sie steht im Widerspruch zur Kirchenlehre.“

Die Rechte der Königswürde Christi
Erst Papst Pius XI. († 1939) hat in seiner Enzyklika über das Christkönigsfest Quas Primas gefordert, daß Christus in den Parlamenten herrsche:

„Je schmachvoller der am meisten der Liebe würdige Name unseres Erlösers bei internationalen Zusammenkünften und in Parlamenten durch Schweigen unterdrückt wird, umso lauter müssen wir ihn verkünden, umso mehr überall die Rechte der Königswürde und der Königsgewalt Christi bekräftigen.“

Pius XI. nennt es einen „schmählichen Irrtum“, wenn man dem Heiland die Hoheitsrechte über die Gesamtheit der öffentlichen Angelegenheiten absprechen wollte:

„Wenn sich die Menschheit entschließen könnte, die königliche Gewalt Christi im privaten und öffentlichen Leben anzuerkennen, so würde die bürgerliche Gemeinschaft von ungewöhnlichen Wohltaten und Gnaden durchdrungen: gerechte Freiheit, Ordnung und Ruhe, Eintracht und Friede.“
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 52 Lesermeinungen:
Mittwoch, 14. Mai 2008 11:39
Nólimon: Joh 18,36
Es ist wahr: Die Königsherrschaft des Christus Jesus „ist nicht von dieser Welt“ (wörtlich: ouk éstin ek tou kósmou toúto).
Sie ist ganz einfach darum „nicht von dieser Welt“, weil dem Christus alles von Seinem Vater übergeben worden ist und mithin eben „nicht von dieser Welt“ oder irgendeiner weltlichen Macht in ihr.

Daß die Königsherrschaft dieses Königs nicht von dieser Welt ist, bedeutet aber noch lange nicht, daß sie nicht doch dieser Welt gilt und sich nicht „in dieser Welt“ auswirken soll!
Donnerstag, 28. Dezember 2006 19:24
Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt.
Sonntag, 24. Dezember 2006 00:28
adoro te devote: @Gotthard
du schon wieder, ich glaub kaum, dass du von Polen und seiner Geschichte viel Ahnung hast, also halt mal still und lass dich belehren.

@von Galen:
es ist nicht korrekt, zu behaupten, dass die alten polnischen Ostgebiete durch einen Unrechtsakt zum polnischen Staat des Interbellum gekommen sind. Diese Gebiete gehörten auch schon zur alten Rzeczpospolita Polska, welche bekanntlich Ende des 18. Jahrhunderts unter ihren Nachbarn aufgeteilt wurde. Richtig ist, dass diese Gebiete von ihrer Bevölkerungszusammensetzung nie rein polnisch waren, sondern höchst heterogen. Auf polnisch werden diese Gebiete als „kresy“ bezeichnet, was soviel wie Landesgrenze bedeutet. Daraus kann man auch ableiten, was man in Zentralpolen von diesen Gegenden hielt. Dennoch hatten und haben natürlich auch die Polen, die dort lebten Heimatrecht. Im übrigen ist das „Wunder an der Weichsel“ wohl ein aus unserer Sicht positiv zu bewertendes Ereignis zu erachten. Der siegreiche Marschall Pilsudski, der selbst aus Wilna (kresy) stammte, hatte im übrigen noch die Vorstellung der alten multiethnischen, nach Osten ausgerichteten polnischen Staatsidee, während die eigentlichen polnischen Nationalisten, jene waren, die Polen schon vor dem WK II nach Westen ausdehnen wollten, Stichwort Elbe-Saale Linie als historische Westgrenze. Diese waren eben schon vor dem Krieg ausgewiesene Deutschenhasser.
Samstag, 23. Dezember 2006 23:54
Gotthard: @Graf
die Geschichte der 3 polnischen Teilungen studierst du aber noch mal, oder?
Samstag, 23. Dezember 2006 23:47
Graf von Galen: Für ein freies und heiliges Deutschland, @ Josefus
Zuerst schließe ich mich der Replik meines Vorkommen-
tators an, daß man Unrecht nicht mit Unrecht vergelten
darf.
Ergänzen möchte ich, daß die angeblich polnischen
Ostgebiete mehrheitlich von Weißrussen, Ukrainern
und Ruthenen bewohnt waren und Polen diese Gebiete
in einem Angriffskrieg, der beinahe ins Auge gegangen
wäre, dem durch die Revolution geschwächten Rußland
in den zwanziger Jahren entrissen hatte.
Diese Minderheit als auch die anderen nationalen Minder-
heiten wie Deutsche und Juden wurden von den Polen
miserabel behandelt und unterdrückt.
Ohne den Sieg des deutschen Reiches im I. Weltkrieg
gegen Rußland hätte es gar kein Polen gegeben.
Von daher war das cauvinistische Verhalten der Polen
gegen Deutschland in der Zwischenkriegszeit nicht nur
ungerecht sondern auch undankbar.
Außerdem gab es schon zu dieser Zeit Forderungen
nach deutschen Gebieten bis an die Elbe.
Diese Gebietsansprüche wurden also bereits vor dem
Besatzungsunrecht während des zweiten Weltkrieges
formuliert.
Samstag, 23. Dezember 2006 16:57
Sirilo: @Athanasius
„Der Mensch ist nicht Gott.“ Stimmt.
Aber ebenso stimmt: „Gott ist Mensch geworden.“
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