Medien
Kampf um kath.net
Die für ihre antikirchliche Voreingenommenheit bekannte Internet-Enzyklopädie ‘Wikipedia’ will und will doch nicht. Er löscht mich, er löscht mich nicht…
© pixelquelle.de
(kreuz.net) Seit einer Woche wird beim deutschsprachigen Internet-Lexikon Wikipedia heftig über die Löschung des Artikels über das Linzer Internetportal ‘kath.net’ diskutiert.

Die Webseite ‘kath.net’ ist mit statthaften 10.000 Besuchen pro Tag die zweitgrößte katholische Internetzeitung im deutschen Sprachraum.

Die Beiträge in der laufenden Löschdiskussion ergeben eine Länge von etwa zwanzig Druckseiten.

Ein anonymer Leser mit deutscher IP-Adresse brachte die Sache gut auf den Punkt:

„Lösen wir das Problem und lassen wir alles löschen, was den wenigen Aktiven [von Wikipedia] nicht in ihre linksliberale politisch korrekte Weltanschauung paßt.“

Was „linksliberal“ bedeutet, illustriert Leser „GLGerman“, wenn er sagt, daß die Anzahl der Zugriffe keine Bedeutung habe, wenn es darum gehe, ob „Schundseiten im Internet“ auf ‘Wikipedia’ zugelassen werden sollten oder nicht.

‘Wikipedia’ erlaube „keine Links zu Webseiten mit strafbaren Inhalten“. Man solle auch „nicht auf Webseiten verweisen“, die seines Erachtens „Haßtriaden säen“ und gegen „homosexuelle Menschen hetzen“ würden.

„Wenn du dich über ‘kath.net’ informierst, ist es so als wenn du dir die rechtsaußenstehende Fundi-Ecke bei den Katholiken aussuchst“.

Der Grund, warum man mit dem Löschen der Seite zögere, sei der Name:

Wenn die Seite nicht „kath.net“, sondern „rechts.net“ hieße, würden hier alle aufschrecken, aber „wenn ich es schön den Titel „katholisch“ oder „kath“ oder so ähnlich nenne, dann ist es schwups auf einmal als katholische Nachrichten akzeptiert.“

Leser „Christoph Steininger“ will den Artikel löschen, weil sich so viele Leser gegen die Löschung ausgesprochen hätten.

Leser „Josef Spindelböck“ – der Webmaster von ‘stjosef.at’ – stimmt in einem langem Schlußplädoyer für behalten. Dr. Josef Spindelböck hat selber viel Zeit in den Wikipedia-Artikel über ‘kath.net’ investiert.

Schließlich ist die Mehrzahl der Diskutanten für behalten – nicht aber die ideologisierten ‘Wikipedia’-Administratoren.

So geschah es im Schutz der Dunkelheit am 20. Dezember 2006 um 22:28.

Administrator „Anneke Wolf“ entfernte den Artikel, da ‘kath.net’ für den „Arbeitsaufwand“, den der Artikel zukünftig machen werde, „nicht relevant genug“ sei.

Zwanzig Minuten nach der Löschung beschwerte sich Leser „Kath.net“.

Der Artikel sei „wegen angeblich mangelnder Relevanz zur Löschung vorgeschlagen“ worden – nicht „wegen zu großem Arbeitsaufwand“.

Anderentags fordert Leser „Josef Spindelböck“ den Administrator „Anneke Wolf“ auf, die Löschung zurückzunehmen.

„Josef Spindelböck“ informiert die „Wikipedia-Löschprüfung“ über die umstrittene Eliminierung des Artikels.

Schließlich meldet sich auch Löscher „Anneke Wolf“.

Der Artikel könne durchaus wieder hergestellt werden, da er in seinen Entscheidungen „nicht sonderlich dogmatisch“ sei.

Es müsse sich lediglich ein Administrator finden, der „gerne Babysitten möchte“.

Dieser müsse die Arbeit dann „aber auch bitte machen und ned nur quasseln“.

Leser „Hubert“ – der sich als „studierter Theologe“ bezeichnet – meinte, man solle den Artikel gelöscht lassen, solange dieses „unselige Naheverhältnis zwischen ‘kreuz.net’ und ‘kath.net’ nicht ausführlich dargestellt“ werde.

Leser „Benedikt“ will den Artikel ebenfalls wiederhergestellt wissen.

Der Löschgrund, daß der Artikel zuviel Arbeit verursache, sei ungültig und die Frage nach Relevanz sei „in der Diskussion nicht eindeutig geklärt“ worden.

Als Theologiestudent wisse er, daß ‘kath.net’ in „Vorlesungen genannt“ werde. Eine Reihe von „Fachleuten“ würde ‘kath.net’ „als schnelles, wenn auch mitunter nicht sehr tiefes kirchliches Informationsmedium“ betrachten.

Einen Tag später – kurz vor 15.00 Uhr – wurde der Artikel vom Administrator „Zinnmann“ wiederhergestellt.

Der Grund: „Pfui & Co“ seien keine gültigen Löschgründe.
      
15 Lesermeinungen
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#15   Lauschi   18:24:48 | Freitag, 29. Dezember 2006
Na, wer sagt’s denn?
Da ist er ja wieder! de.wikipedia.org/wiki/Kath.net ?:)
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#14   Hypatia   21:24:51 | Samstag, 23. Dezember 2006
@ Private notes
Jeder wird hier auf seiner Meinung beharren, das ist klar – dennoch – so lange die Menschen im Dialog sind, besteht Hoffnung. Und, wie Oscar Wilde sich auszudrücken beliebte: There is only one thing that is worse than being talked about and that is not being talked about.
Merry Xmas!
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#13   private-notes   21:19:25 | Samstag, 23. Dezember 2006
Liebe ist
das, was Sie hier mit Sicherheit nicht finden werden. Weder Liebe, noch das Wissen, die Bereitschaft, den Glauben an Liebe.
So gesehen ist diese Site nicht mehr als gut getarntes Teufelswerk, ein Tummelplatz für rhetorisch gebildete, eitle Fatzken aus den Kaderschmieden der katholischen Kirche.
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#12   Hypatia   19:51:23 | Samstag, 23. Dezember 2006
Private notes
„Meine Damen und Herren: Sie sind bestenfalls um Respekt und Beifall kreischende Ratten im Kirchengebälk …“
Wahre Liebe ist ganz leise…
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#11   private-notes   19:48:36 | Samstag, 23. Dezember 2006
Antikirchlich?
Eher nicht, würde ich sagen. Und dass sie nicht jede Pimperlseite mit rechtskatholischen Rotz in Wikipedia aufnimmt, ist den Betreibern im schlechtesten Fall hoch anzurechnen.
Gegen die Kirche? Meine Damen und Herren: Sie sind bestenfalls um Respekt und Beifall kreischende Ratten im Kirchengebälk …
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#10   Brahmachari †   05:40:41 | Samstag, 23. Dezember 2006
Man lösche das „Übereifrigen-Online-Lexikon“, „Wikipedia“, und Stille kehre ein!
Wikipedia sollte man umgehend vom Netz nehmen. Dass ist für jedermann, der alle fünf Sinne beisammen hat ersichtlich, denn:
Orthografie und Grammatik sind ein Graus. Zwar fabriziert praktisch jeder Fehler dieser Art, aber nicht jeder bringt weltweit ein Online-Lexikon heraus.
Die „Informationen“ stammen anscheinend oftmals von Übereifrigen, die gequält versuchen sich wie Akademiker zu artikulieren, aber in ihrer Schreibweise Austauschstudenten aus aller Herren Länder ähneln.
Wer überprüft den Inhalt auf Korrektheit?
Hier wird nur so mit Fachbegriffen um sich geworfen, zu deren Erläuterung man wiederum einen Link anklicken muss. Wie sinnlos, wenn man sich nur schnell einen Überblick verschaffen will!
Dafür wäre ein Fremdwörterbuch praktisch.
Des Weiteren werden Fehler des „oligarchischen Übereifrigen-Online-Lexikons“, Wikipedia, von vielen gedankenlos übernommen (Bildung per drag and drop). Sucht man einen Begriff im Internet, so kann man auf unzähligen Seiten dieselben Wikipedia-„Infos“ verbreitet finden wie auf Wikipedia selbst; und zwar benebst aller Fehlinformationen sowie Orthografie- und Grammatikfehler.
Man möge mir nachsehen, dass ich hier keine konkreten Beispiele anführe, aber jeder, der sich des Öfteren mit Wikipedia auseinander setzt, kennt diese Symptome.
Im Übrigen, der Anspruch objektiv sein zu wollen ist geradezu grotesk und oftmals nicht angebracht!
Wikipedia verkommt immer mehr zur Plattform für Romanschreiber; obgleich es noch gute Artikel gibt!!!
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#9   WarmerLeser   00:11:14 | Samstag, 23. Dezember 2006
Warmer Leser
Hallo und frohes Fest. Bei Euch macht das schwule Mitlesen echt Spaß! Weiter so, denn: Am Anfang war das Wort; den Rest kriegen wir auch noch hin…
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#8   Beobachterin   23:52:17 | Freitag, 22. Dezember 2006
Wikipedia in Verruf
„Wikipedia – Manipulationen kratzen am Ruf“ schreibt diese Woche der FOCUS.
„In der Wikipedia-Welt bestimmen jene die Wahrheit, die am stärksten besessen sind“ heißt es. Auch aus den eigenen Reihen kassiere das Lexikon zunehmend Schelte. „Jeder kann Unsinn reinschreiben, jeder kann ihn aber auch wieder beseitigen“. Der Wikipedia-Gründer sagt: „Wir sollten mehr auf die Qualität als auf das Wachstum unserer Beiträge achten.“
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#7   Lauschi   21:57:09 | Freitag, 22. Dezember 2006
War gerade drüben bei Wikipedia…
:-@ der Artikel bleibt! Da haben die RotarierFreimaurerSchwulenV2lerIlluminaten entweder gepatzt… oder die Medjugorjeverschwörung war siegreich!
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#6   Benedikt   14:12:11 | Freitag, 22. Dezember 2006
@ timpressum
Ihrem Beitrag kann man entnehmen, dass Sie gar keine Ahnung haben, was Wikipedia ist, bzw sein will. Wikipedia ist, zumindest was den Artikelbereich angeht, weder eine „Community“, noch dienen die Artikel der Selbstdarstellung durch die im Artikel Beschriebenen.
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#5   stimme der vernunft †   13:54:59 | Freitag, 22. Dezember 2006
naja…
wollte man abstruse Meinungen bei x.net verbieten, dann müsste sich ja die Redaktion selbst mit Schreibverbot belegen.
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#4   Maledica   13:34:17 | Freitag, 22. Dezember 2006
Freie Meinungsäußerung
ist bei kath.net nicht möglich.
Bei kreuz.net dürfen hier sogar die abstrusesten Ideen geäußert werden.
Gibt es noch ein freieres Medium???
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#3   Pünktchen   13:28:25 | Freitag, 22. Dezember 2006
Wie man sieht, wurde timpressum soeben
„strukturell und inhallich“ sein Recht auf Meinungsäußerung von kreuz.net beschnitten: er durfte und konnte sie äußern seine „Meinung“. Was will er noch?
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#2   timpressum †   13:11:55 | Freitag, 22. Dezember 2006
Wer Meinungsfreiheit fordert…
…der sollte sie auch gewähren. Strukturell und inhaltlich. Da weder kath.net noch kreuz.net dies tun, haben sie auch kein Recht, ihr fundamentalitisches Gedankengut in einer freien Community zu äußern.
So einfach kann das sein!
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#1   Maledica   12:22:55 | Freitag, 22. Dezember 2006
wikiblödia & medjugorje.net
Was bitte ist der Unterschied zwischen den beiden Netzseiten!?
kath.net ist ja wohl alles andere als seriös und dient einzig und allein der Sektenpropaganda eines diktatorischen Biermaier/Noe, der alles löscht, was ihm nicht in den Kram paßt
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