11:24:01 | Dienstag, 26. Dezember 2006
Weihnachtsmann und Christkind treten nie gemeinsam auf. Immer ist es nur einer von beiden, der die Geschenke bringt.

Guido Reni († 1642): Der Heilige Josef mit dem Jesuskind
(kreuz.net) Bei einer Umfrage im Jahr 1932 zeigte sich eine klare räumliche Trennung in der Verbreitung
des Weihnachtsmannes und des Christkindes als Gabenbringer.
In West-, Südwest-, und Süddeutschland
glaubten die Kinder an das Christkind. In Mittel-, Nord und Ostdeutschland dagegen an den Weihnachtsmann.
Auf den ersten Blick lassen sich daraus die Schlüsse „Christkind – katholisch“ und „Weihnachtsmann –
evangelisch“ ableiten.
Das trifft jedoch erst seit dem 19. Jahrhundert zu.
Zur Zeit der Entstehung der
Bräuche war die Sachlage genau umgekehrt.
Den evangelischen Kindern brachte das Christkind die Geschenke.
Bei den katholischen Kindern erfüllte zunächst der Nikolaus diese Aufgabe. Aus ihm entwickelte sich
später der Weihnachtsmann.
Beide Figuren haben sich erst im Laufe der Schenktradition entwickelt.
Ursprung
des ChristkindsUrheber der Figur des Christkindes ist indirekt der deutsche Reformator Martin Luther
(† 1546).
Er wollte den bis dahin für die Geschenke zuständigen Heiligen Nikolaus – der auf den Bischof
Nikolaus von Myra zurückgeht – in seinem Kampf gegen die Heiligenverehrung zurückdrängen.
Daher verlegte
er im Jahr 1535 die bisher am Nikolaustag gebräuchliche Kinder- und Familienbescherung auf Weihnachten.
Die Gaben brachte nun nicht mehr der heilige Nikolaus, sondern der „heilige Christ“.
Für die Kinder
und die einfachen Leute war diese Figur zu anonym und gestaltlos und wurde daher nach und nach zum Christkind
verniedlicht.
Das Christkind symbolisiert nicht – wie man meinen könnte – das neugeborene Jesuskind
in der Wiege. Es ist vielmehr eine aus den vielen Weihnachtsumzügen und Krippenspielen entnommene Figur.
Bei diesen Aufführungen wurden Maria und Joseph mit dem Jesuskind von engelhaften, weißgewandeten Mädchen
mit offenem goldenen Haar begleitet.
Deren Anführerin wurde häufig als verschleiertes „Christkind“
dargestellt.
Entstehung des WeihnachtsmannsAuch der Weihnachtsmann hat eine lange Entwicklung hinter
sich.
Im 16. Jahrhundert füllte der Nikolaus in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember die Stiefel oder
Socken der katholisch-aristokratischen Oberschicht.
Brave Kinder belohnte er. Faule ließ er von einem
Gehilfen bestrafen: Knecht Ruprecht – auch Hans Muff, Krampus oder Klaubauf genannt.
Während des 19.
Jahrhunderts vollzog sich seine Verwandlung zum Weihnachtsmann.
Dieser präsentierte sich mit Stiefeln,
Sack, Rute, einem langen weißen Bart, dem roten Bischofsornat und der schenkenden Funktion des Nikolaus.
In den Vereinigten Staaten wurde der Weihnachtsmann leider zu einer spaßigen Figur in einem dicken,
roten Pelzmantel, mit einem mächtig runden Bauch und roten, dicken Backen.
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#8
the.catholic 00:42:52 | Mittwoch, 21. Februar 2007
#7
Alucard † 16:54:22 | Dienstag, 13. Februar 2007
#6
Tridentinus 09:28:43 | Dienstag, 2. Januar 2007
#5
Gotthard 20:38:17 | Montag, 1. Januar 2007
#3
Tridentinus 18:15:30 | Dienstag, 26. Dezember 2006
#2
Leopold 17:04:42 | Dienstag, 26. Dezember 2006
#1
Tridentinus 12:21:55 | Dienstag, 26. Dezember 2006