Paedophilie
100 Millionen Dollar Schadensersatz wegen klerikaler Unzucht
Das höchste je von der Kirche in den USA im Zusammenhang mit klerikaler Unzucht bezahlte Schmerzensgeld wurde gestern bekannt. Kommentar des Ortsbischofes: „Jeder soll sich von heute an erinnern: Nichts ist wichtiger als der Schutz unserer Kinder und unserer Jugendlichen.“
(kreuz.net, Los Angeles) Ein US-amerikanisches Gericht veröffentlichte gestern eine Einigung im Prozeß zwischen der Diözese Orange (Südkalifornien) und einer Gruppe von Klägern, die als Kinder oder Jugendliche von meist homosexuellen Klerikern mißbraucht worden waren.

Die Einigung kam bereits am 2. Dezember zustande. Die Diözese erklärte sich bereit, den Mißbrauchsopfern die ansehnliche Summe von 100 Millionen Dollar (74 Millionen Euro) zu bezahlen. Das berichtet heute die US-amerikanische Tageszeitung „Los Angeles Times“. Die Hälfte der Summe wird von acht Versicherungsträgern der Diözese bezahlt. Orange ist eine Diözese im Süden des US-amerikanischen Bundesstaates Kalifornien.

Mit der Einigung werden 90 Klagen gegen 31 Priester, einen Mönch, zwei Nonnen und zehn weitere Kirchenmitarbeiter beigelegt. Die ältesten Vorwürfe reichen bis ins Jahr 1936 zurück, die jüngsten datieren aus dem Jahre 1996.

„Jeder soll sich von heute an dessen erinnern: Nichts ist wichtiger als der Schutz unserer Kinder und unserer Jugendlichen“, meinte der Bischof der Diözese Orange, Tod David Brown (68), vor den Klägern und ihren Anwälten. „Ich bitte Sie um Vergebung und hoffe auf Versöhnung. Ich weiß, daß Sie nun einen Heilungsprozeß begonnen haben.“ Ein Großteil dieser Summe wird an die Rechtsanwälte der Kläger gehen.

Bisher lag die höchste je an Mißbrauchsopfer geleistete Zahlung bei 85 Millionen Dollar (knapp 64 Millionen Euro). Diese Summe wurde von der Erzdiözese Boston an 552 Kläger gezahlt. Die Erzdiözese hatte im Jahr 2002 sogar das Erzbischöfliche Palais verkauft, um die Entschädigungen bezahlen zu können.

Das Ausufern der klerikalen Mißbrauchsskandale in den USA ist nach Angaben von Beobachtern nicht zuletzt auf die Gleichgültigkeit und Passivität der verantwortlichen Bischöfe zurückzuführen.
      
7 Lesermeinungen
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#7   FioreGraz   12:00:03 | Mittwoch, 5. Januar 2005
@Dolfus & 1+1
@ Satistik
Also mir liegt keine Statistik zugrunde sondern nur mein subjektives Empfinden, wer in den Medien so betrfoffen ist. Das die Medien natürlich besonders die „Wasserprediger und Weintrinker“ zerreißen ist logisch, dennoch kann ich mich des Eindrucks nicht verwehren das meißt „konservative“ (oder die die sich so geben) betroffen sind.
@Dolfus
Die Massenflut dieser Fälle kam erst mit dem Eindringen des Konzilsgeistes.
Vorkonziliare Fälle sind wohl eher sehr selten.
Also da mußt zugeben das das ein Blödsinn ist, das es jetzt in einem besonderen Maße zum Aufdecken solcher Fälle kommt hängt nicht mit irgendeinen Geist zu sammen, sondern mit der HAltung der MEnschen. Galt früher Vergewaltigung und Mißbrauch als Schande für das Opfer und die Familie und wurde somit das Opfer zum Täter, denkt man jetz um, es ist keine Schande weil man nichts dafür kann, das Kind kann nichts dafür…
Das gilt für alle Mißbrauchsfälle seinen die Täter nun Kleriker oder Laien. Das jetzt (Gottseidank) soviel hochkommt, ist einem Umdenken zu verdanken.
LG
Fiore
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#6   Dolfus   09:50:38 | Mittwoch, 5. Januar 2005
@turk
Das sagt doch kein Mensch, frage mich, was Du eigentlich gelesen hast … „arme“ Konservative, Verschwörung oder was noch immer … Ich glaube, daß der Kommentar präzise genug ist.
Es geht sehr wohl um Vertuschung, denn sonst wäre die US-Kirche nicht da, wo sie heute ist. Wegreden ändert nicht die Wirklichkeit.
Und es geht sehr wohl um die Analyse der Umstände, die zu diesen Zuständen führten. Ein Factum ist ein Factum. Aber ein Factum entsteht nicht „ex nihilo“.
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#5   turk   00:43:16 | Mittwoch, 5. Januar 2005
Unterwegs zur vollen Gerechtigkeit
Diese Diskussion bringt wenig. Lächerlich ist die These, daß „arme Konservative“ in einer „linken Medienwelt“ leichter auf der Anklagebank sitzen. Das sind nur faule Ausreden, das Märchen von den „linken Medien“ als Dauerausrede, nicht heilig leben zu können, kennen wir nun schon zur Genüge. Das hängt nur noch heraus, soooo alt … klar ist aber: es ist ein doppeltes Ärgernis, wenn ein sogenannter „Konservativer“ heuchelt, weil er total etwas anderes vorgibt. Und insofern ist es auch richtig, diese Doppelmoral besonders hervorzuheben, egal ob im linken Meidum oder nicht.
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#4   Dolfus   20:11:25 | Dienstag, 4. Januar 2005
Wie kommt man auf dieses weit verbreitete Cliché?
Man sollte mal konkret schauen, wer da ständig auf der Anklagebank sitzt.
Betont „Konservative“ sind da eine kleine Minderheit, nur haben die Feinde genug – besonders im Ordinariat selbst –, daß ihre Fälle dann in dicken Lettern gedruckt werden, während die anderen Standard-Fälle nicht an die große Glocke gehängt werden – es ist ja einer von „ihnen“.
Auch wäre es interessant zu sehen, aus wessen Schule gefallene Konservative kamen – zumeist aus denselben konzilskirchlichen Priesterseminaren, wo von katholischer Ausbildung keine Rede sein kann.
Die Massenflut dieser Fälle kam erst mit dem Eindringen des Konzilsgeistes.
Vorkonziliare Fälle sind wohl eher sehr selten. Kein Wunder, daß das nun unter Beschuß stehende Konzilsgeist-Establishment ein Interesse hat, solche Fälle – alleine schon der Optik wegen – ausfindig zu machen.
Zu bedenken ist auch, daß man einem Priester umgekehrt wohl kaum mehr glaubt, wenn er beschuldigt wird. „Aliquid semper haeret.“
Einer euroamerikanischen Hexenjagd ist somit Tür und Tor geöffnet. satan hat es äußerst geschickt angestellt, aber er wird trotzdem verlieren.
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#3   1+1=7   19:56:23 | Dienstag, 4. Januar 2005
@FioreGraz Wie
kommst du darauf das die Mehrzahl der Missbrauchstäter konservativ ist?
Hast du da irgendwo ein Statistik im Ärmel?
Falls das so ist, dann würd ich jene auch gern sehen, denn allein mir fehlt der Glaube dass das so sei.
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#2   FioreGraz   18:59:37 | Dienstag, 4. Januar 2005
@Dolfuß
Leis mal den Bericht
Die ältesten Vorwürfe reichen bis ins Jahr 1936
Das Phänomen pädophiler Priester ist keines das mit dem Konzil zusammenhängt.
Und wenn schon ein Rundumschlag, dann mußrt bei Beobachtung zugeben das die meisten dieser Vorfälle von eher „konservativen“ Klerikalen begangen werden.
LG
Fiore
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#1   Dolfus   14:56:31 | Dienstag, 4. Januar 2005
Die Sprache, die die Bischöfe verstehen …
… scheint ja dieselbe Sprache wie die der Geschäftswelt zu sein: nicht etwa Englisch, sondern das liebe Geld.
Jahrzehnte hindurch war den US-Bischöfen (wie ihren deutschen Mitbrüdern) so ziemlich alles egal: das Wohl der Kirche, das Wohl des Priesterstandes, das Wohl der einzelnen Seelen … Hauptsache, man saß gemütlich im bischöflichen Thronstuhl … die Milliardenstrafen hätte diese müde Partie bereits vor 30 Jahren blechen sollen, dann wär’ uns einiges erspart geblieben.
Fairerweise sollte sich diese Einkommensverlust auch auf das bischöfliche (Pensions)salär auswirken: ein Lebensabend als Missionar im Dschungel Brasiliens wäre doch ideal als Buße für die stolzen Bischöfe der Nachkonzilszeit. (Vielleicht setzt ein strenger Papst diesen Vorschlag auch in die Tat um.)
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