Katechismusklasse
Ein Bekehrungsversuch
Am Christtag saßen ein gebildeter Gottloser und ein dummes Mütterchen mit Rosenkranz in der Hand nebeneinander in der Straßenbahn.
(kreuz.net) Das betende Mütterchen konnte nicht hören, wie ein Dämon die Szene kommentiert und dabei über den Gottlosen sagte:

„Nicht einmal die Weihnacht wird diesen gefestigten Humanisten in die Kirche bringen. Den lassen alle christlichen Sprüche kalt.“

Ein zweiter Dämon deutete zitternd auf die betenden Hände der alten Frau:

„Kümmere Dich lieber um sie. Ich muß sie rumkriegen. Könntest Du mir dabei nicht helfen?“

„Warum helfen? Tue doch selber etwas. Beweg’ Deinen eigenen Pferdefuß. Noch ist nicht aller Tage abend.“

„Ich fürchte, bei der frommen Schachtel ist nicht mehr viel zu machen“ – antwortete der zweite Dämon: „Ihr Leben neigt sich dem Ende zu. Ist sie einmal tot, wird sie für uns auf ewig verloren sein. Bring Deinen Gottlosen doch dazu, ein wenig mit ihr zu reden.“

– „Sieh nur: Schon hebt er den Kopf von seiner wissenschaftlichen Lektüre.“

Der Gottlose zum Mütterchen: „Gnädige Frau, wenn ich mir die Frage erlauben darf: Wirkt das Rosenkranzbeten auf Sie entspannend? Ich habe gehört, daß es auch die Gesundheit des Herzens fördern soll.“

Das Gesicht der Frau leuchtete auf: „Mein Herz wird nicht mehr jünger werden. Doch das Gebet entspannt die Seele und fördert die übernatürliche Gesundheit des Herzens.“

Der Gottlose: „Sie wissen aber schon, daß die Kirche ihren Anhängern unmögliche Dinge beizubringen versucht?“

„Davon weiß ich nichts“ – antwortete die Frau: „Außerdem wollen wir an diesem Festtag nicht auf die Mutter Kirche schimpfen.“

Der Gottlose: „A propos Weihnachtsfest. Haben Sie gehört, daß manche Katholiken glauben, daß die Mutter Jesu vor, während und nach der Geburt ihres Sohnes Jungfrau geblieben sein soll.“

„Freilich“ – antwortete das Mütterchen: „Das glauben alle Katholiken. Sonst sind sie keine Christgläubigen.“

– „Gute Frau, verzeihen Sie mir. Selbst wenn man eine Empfängnis Christi durch den Heiligen Geist ohne Mitwirkung eines Mannes annehmen würde, kann niemand glauben, daß je ein Mensch geboren wurde, ohne daß seine Mutter die jungfräuliche Unversehrtheit verloren hätte. Der Kleine muß ja seinen Weg zum Licht der Welt irgendwie gebahnt haben.“

„Der kleine Knabe ist das Licht der Welt“ – antwortete das Mütterchen.

– „Was wollen Sie damit sagen?“

Das Mütterchen: „Gott wurde Kind, um die gefallene Menschheit zu erlösen, nicht um sie zu zerstören oder zu beschädigen. Er ist der Heiland. Das zeigt sich auch darin, daß er die körperliche Unversehrtheit seiner Mutter nicht verletzt hat.“

– „Aber die biologischen Sachlage…“

Das Mütterchen: „Die biologische Sachlage will und muß ich ihnen nicht näher erklären. Wir reden hier von der Fleischwerdung des vollkommenen Gottes. Außerdem wird der Leib Christi noch öfter durch verschlossene Türen schreiten: etwa, wenn er von den Toten auferstanden ist.“

– „Ich muß protestieren. Ich habe schon meine Einblicke.“

„Grämen Sie sich nicht über Ihre Unwissenheit. Schon der Kirchenlehrer Thomas von Aquin († 1274) wußte, daß ein altes Mütterchen nach der Geburt Christi mehr Kenntnis über Gott und die Dinge des Ewigen Lebens besitzt als jeder heidnische Gelehrte vor dieser Zeit haben konnte.“

Der zweite Dämon, der diesem Dialog lauschte, wurde leichenblaß.

Jäh schwante ihm, daß er nur bei jenen Erfolg haben konnte, die aufgrund ihrer wissenschaftlichen Eingebildetheit den gesunden Menschenverstand verloren hatten.

Während er sich aus dem Staub machte, hörte er von weiter Ferne die Weihnachtsengel und ihr „Gloria in excelsis Deo“.
      
15 Lesermeinungen
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#15   Artois †   12:17:38 | Dienstag, 2. Januar 2007
@Schwesterchen
Ja, das ändert aber nichts daran, daß sie korrupt zitiern und völlige Abstumpfung gegenüber der Schönheit unserer geistlichen Lyrik bewiesen haben. Schämen Sie sich und lernen Sie vielleicht mal ein paar Lieder auswendig. Aber nicht das „Gotteslob“ verwenden!!!
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#14   Sr. Maria Andrea †   22:28:53 | Montag, 1. Januar 2007
ARTOIS
Sie Dörrobst – also nicht Sie bestimmen, was ich schreibe! Sie können das gerne in Ihrem Saftladen machen, sich als Macho aufspielen, aber nicht bei mir! Capisce?
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#13   Artois †   19:00:43 | Montag, 1. Januar 2007
@Sr. Maria etc.
es heißt „erkennte“, Sie unpoetisches Trockenobst!
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#12   Christian Hüller   00:15:25 | Montag, 1. Januar 2007
Liebe Schwester – St. Maria Andrea
…das nenn’ich wahre Hingabe.
Weiter so auch im neuen Jahr!
Love is devotion.
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#11   Sr. Maria Andrea †   23:47:47 | Sonntag, 31. Dezember 2006
BRAHMACHARI
Ja
genau so, und nicht anders:
– Ach das ich dich so spät erkannte, du hochgelobte Schönheit DU KREUZNET!
– KREUZ.NET Dir lebe ich, KREUZ.NET Dir sterbe ich. KREUZ.NEt Dir ^bin ich im Leben und im Tod!
-KREUZ.NET Du bist mein Ein und Alles, meine Auferstehung und mein Leben!
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#10   Brahmachari †   04:52:17 | Freitag, 29. Dezember 2006
kreuz.net, mein Hirte
Da wären die Gebrüder Grimm, wenn sie noch lebten, aber neiderfüllt gewesen. Eine Geschichte mit so viel Tiefgang. Und wie die Kinderäuglein da strahlen werden, wenn die Mammis ihnen von dem „dummen Mütterchen“ erzählen. Der wackeren Alten, die selbst Dämone zur Räson bringt. Und alles kraft der Güte ihres Herzens.
Oh, ich liebe die Geschichten von kreuz.net. Sie zeugen von Intelligenz, Kühnheit, Einsicht und Einfallsreichtum. Das versteht selbst die letzte kreuz.net-Mami, der sogleich die Tränen kommen.
Herzlichen Dank, liebes kreuz.net, für Eure erbaulichen Artikel, die mir auch in der finstersten Zeit, immer wieder die Kraft geben weiterzumachen.
kreuz.net ist mein Hirte!
Mir wird nichts fehlen.
Es weidet mich auf einer grünen Aue
und führt mich zum frischen Wasser.
Es erquickt meine Seele.
Es führt mich auf dem richtigen Weg.
Auch wenn ich wandere im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unglück,
denn Du, kreuz.net, bist bei mir.
Dein Stecken und Stab trösten mich.
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#9   Peter-Pan   03:45:45 | Freitag, 29. Dezember 2006
Dummes Mütterchen?
Für ein „dummes Mütterchen“ ist die Alte bemerkenswert redegewandt – und arrogant. Hält sie doch offenbar jeden für dumm und unwissend, der nicht wie sie blind gläubig ist, der es wagt, Fragen zu stellen oder am Zweifelhaften zu zweifeln.
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#8   stimme der vernunft †   11:59:26 | Donnerstag, 28. Dezember 2006
was für
tränendrüsenstimulierende Geschichtchen. Da tropft ja mehr Schmalz raus als aus meiner Weihnachtsgans!
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#7   Hypatia   11:51:40 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
@ Atha ‘57
Ihr Beispiel gefällt mir gut.
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#6   athanasius1957   09:29:42 | Mittwoch, 27. Dezember 2006
Der Rosenkranz und der Wissenschafter
In der Kirche einer großen amerikanischen Jesuitenuniversität kniete ein älterer Mann und betete den Rosenkranz. Ein junger Student sah dies, ging auf ihn zu und sprach den älteren Mann an. Nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen seien diese Gebete völlig sinnlos. Er könne ihm, wenn er es wünsche, die entsprechende Literatur gerne zu senden. Unter Tränen gab der ältere Mann dem jungen Studenten seine Visitenkarte. Der Student wurde leichblass, nachdem er diese gelesen hatte.
Auf der Visitenkarte stand Louis Pasteur, Paris.
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#5   Jörg Guttenberger, Köln   23:07:10 | Dienstag, 26. Dezember 2006
analythisches und verknüpfendes Denken
Es geht hier nicht um ein entweder – oder, sondern um ein sowohl – als auch! Denn das analythische Denken der Wissenschaft und das verknüpfenden Denken der Meditaton gehören zusammen, wie die beiden Themen eines symphonischen Satzes, wie schon mehrfach bemerkt! Beide gemeinsam bilden das Ganze! Jede Einseitgkeit führt auf Abwege.
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#4   Hypatia   22:32:30 | Dienstag, 26. Dezember 2006
@ Elendester Sünder
Ja, das meine ich und noch viel mehr! Matt. 21:16 – wundervolle Stelle! Der Punkt, den ich klarstellen wollte ist jedoch der, daß sich mündige Männer aus vollstem Herzen zu ihrem Glauben bekennen und als Beispiel herangezogen werden sollten und keine Greisinnen oder Kinder. Letztere werden in meiner Absicht durch diesen meinen Einwand nicht herabgesetzt, sondern erhöht.
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#3   Elendester Sünder   21:59:43 | Dienstag, 26. Dezember 2006
Dem Glauben Raum geben
Alexandra Zayadeh: „Vernunft in den Hintergrund zu schieben, um dem Glauben Raum zu geben. Muß das sein?“
Ja, der Heiland verlangt von uns kindlichen Glauben. Lukas 18:15 Sie brachten auch junge Kindlein zu ihm, daß er sie anrühren sollte. Da es aber die Jünger sahen, bedrohten sie die. 18:16 Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. 18:17 Wahrlich ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
Alexandra Zayadeh: „… erlaube mir aber den Rat, den Text vor Veröffentlichung von einem Theologen überprüfen zu lassen.“
Meinst du folgende Theologen? Matthäus 21:15 Da aber die Hohenpriester und Schriftgelehrten sahen die Wunder, die er tat, und die Kinder, die im Tempel schrieen und sagten: Hosianna dem Sohn Davids! wurden sie entrüstet 21:16 und sprachen zu ihm: Hörst du auch, was diese sagen? Jesus sprach zu ihnen: Ja! Habt ihr nie gelesen: „Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du Lob zugerichtet“?
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#2   Artois †   21:10:47 | Dienstag, 26. Dezember 2006
Guter Rat.
Ja, da haben Sie recht, Frau Zayadeh!
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#1   Hypatia   20:20:37 | Dienstag, 26. Dezember 2006
Ein Bekehrungsversuch
Als leidenschaftliche Mutter liebe ich natürlich auch Geschichten, die man kleinen Kindern erzählt, ihr Leuchten in den Augen und die aufgesperrten Mündchen – zu schön! Dennoch möchte ich den Autor darauf aufmerksam machen, daß er als Protagonistin nicht unbedingt die gnädige, im Verlauf der Geschichte zur guten Frau mutierenden Dame hätte bemühen müssen. Hat der Verfasser so wenig Vertrauen in den Glauben „gestandener Männer“? Schon Kant versuchte die Vernunft in den Hintergrund zu schieben, um dem Glauben Raum zu geben. Muß das sein? Ihre Initiative bezüglich der wunderschönen Tradition des Märchenerzählens finde ich ausgezeichnet, erlaube mir aber den Rat, den Text vor Veröffentlichung von einem Theologen überprüfen zu lassen.
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