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Sonntag, 24. Dezember 2006 10:42
Massenweihen
Gestern fand in Rom in der Basilika Santa Maria Maggiore ein Ereignis statt, das man in unseren Tagen nicht mehr für möglich halten würde.
Während der Allerheiligenlitanei liegen die Weihekandidaten auf dem Boden
Während der Allerheiligenlitanei liegen die Weihekandidaten auf dem Boden
(kreuz.net) Am Samstag weihte der Präfekt der Kongregation für die Ordensleute, Franc Kardinal Rodé, 55 Diakone der Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi zu Priestern.

Die heiligen Handlungen fanden in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore statt.

Die Neugeweihten stammen aus zehn verschiedenen Ländern: Deutschland, Irland, Spanien, Italien, Kanada, den Vereinigten Staaten, Mexiko, Brasilien, Chile und Venezuela.

Der deutsche Sprachraum war durch neugeweihten Pater Sylvester Heereman aus Meerbusch am Niederrhein vertreten.

Die neuen Priester sind zwischen 27 und 42 Jahre alt. Sie haben seit dem Beginn ihres Noviziates durchschnittlich 13 Jahre Ausbildungszeit hinter sich.

Neben Auslandserfahrungen, mehrjährigen Praktika und dem Theologiestudium stand darin besonders die geistliche Ausbildung im Mittelpunkt.

Gruppenfoto der 55 neugeweihten Priester
Gruppenfoto der 55 neugeweihten Priester
Unendlich geliebt
In seiner Predigt unterstrich Kardinal Rodé die Wichtigkeit des Kommens Gottes in unsere Welt:

„Die Welt braucht euch als Priester, weil die Welt Gott braucht, weil sie ohne ihn keinen Sinn hat und weil Gott das einzige Heilmittel gegen Traurigkeit, Verzweiflung und Tod ist.“

Für den priesterlichen Dienst riet der Kardinal den Weihekandidaten, Diener des Evangeliums zu sein:

„Der Priester muß immer in der Sicherheit leben, unendlich und mit einer ewigen und bedingungslosen Liebe geliebt zu sein.“

2.500 Gäste
2.500 Gäste nahmen an der Priesterweihe teil.

Anwesend war auch der Generalobere der Kongregation, Pater Álvaro Corcuera, der einen Großteil der Neugeweihten in seiner früheren Funktion als Rektor des Studienzentrums persönlich begleitet hat.

Die Weihnachtsfeiertage werden die Neupriester mit ihren Familien und Mitbrüdern verbringen. Dann beginnen sie ihren priesterlichen Dienst in den vielfältigen Apostolaten der Kongregation.

Nächsten Mittwoch werden sie mit ihren Familien und über 600 weiteren Legionären Christi an der päpstlichen
Generalaudienz teilnehmen.

Von der Sparflamme zur Gewißheit
P. Sylvester Heereman mit Papst Benedikt XVI währen der Bischofssynode 2005.
P. Sylvester Heereman mit Papst Benedikt XVI währen der Bischofssynode 2005.
Der neugeweihte deutsche Pater Sylvester Heereman (32) ist zusammen mit fünf Geschwistern in Ossum-Bösinghoven – einem Ortsteil von Meerbusch bei Düsseldorf – aufgewachsen.

Sein Vater, Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck, ist Geschäftsführender Präsident des ‘Malteser Hilfsdienstes’.

Seine Mutter, Michaela Freifrau Heereman von Zuydtwyck, ist eine katholische Buchautorin mit einer reichen Vortragstätigkeit zu Erziehungs- und Familienfragen.

Als Elftklässler lernte Sylvester mehr oder weniger zufällig das Noviziat der Legionäre Christi kennen:

„Ich war damals nicht besonders am Glauben interessiert. Er köchelte sozusagen auf Sparflamme, von meinem Glaubensleben war nur noch ein bißchen Glut unter der Asche übrig geblieben.“

Doch bei seinem Besuch im Noviziat habe er sofort gewußt:

„Hier bin ich zu Hause. Heute weiß ich, daß mir diese völlig unerwartete und nicht gesuchte Gewißheit von Gott geschenkt wurde.“

Nach dem Abitur trat Sylvester 1994 in das Noviziat der Legionäre Christi in Deutschland ein. Dort lernte er den Iren Dominic Farrell, den Amerikaner Michael Mullan und den Mexikaner Alejandro Arias kennen, die gestern ebenfalls mit ihm geweiht wurden.

Nach der zeitlichen Profeß im Jahr 1996 führte ihn sein weiterer Ausbildungsweg nach Spanien, Italien und auch wieder nach Deutschland. Im nordrhein-westfälischen Bad Münstereifel war er zwei Jahre als Assistent des Novizenmeisters tätig.

Später sammelte er neben seinem Studium in Rom auch als Sekretär des Territorialdirektors – Provinzials – und als Assistent des Rektors des Studienzentrums wichtige Erfahrungen für seine neuen Aufgaben, die ihn jetzt erwarten.

Er wird Hausoberer der Niederlassung der Legionäre Christi in Paris und Assistent des Territorialdirektors für die Apostolate der Legionäre Christi in Frankreich und Mitteleuropa.

Fast 3000 Seminaristen
Die Legionäre Christi sind derzeit für die Ausbildung von 2500 eigenen Ordens- und weiteren 400 Diözesanseminaristen verantwortlich.

Darüber hinaus betreuen sie über 65.000 Mitglieder der Apostolatsbewegung ‘Regnum Christi’. Diese unterhält weltweit 15 Universitäten und 162 Schulen, in denen über 115.000 Jugendliche ausgebildet werden.

Hinzu kommen zahlreiche Jugendclubs, Werke der Nächstenliebe und Einrichtungen zur Unterstützung der Familienpastoral, die im Dienst der Ortskirche und der Pfarreien stehen, sowie ein Missionsgebiet von der Größe der Schweiz in Mexiko, in dem rund 1,2 Millionen Menschen und 366 Kirchen und Kapellen zu versorgen sind.

Auch in Deutschland erfreut sich die Kongregation eines kontinuierlichen Wachstums.

Im vergangen Jahr traten acht junge Männer ins Noviziat in Bad Münstereifel ein. In Düsseldorf konnte ein zweisprachiger katholischer Kindergarten eröffnet werden.
Alle Lesermeinungen anzeigen 6 von 14 Lesermeinungen:
Samstag, 30. Dezember 2006 11:12
stat crux: @Pünktchen
„Reiche Ernte an Berufungen“ findet überall dort statt, wo ein modernes priesterliches Profil alles Gute der Tradition integriert. „Modern“ heißt hier: Befähigt im heutigen Umfeld authentisch priesterlich zu handeln. Das ist Priestertum ohne beamtenhafte oder pädagogische Zweckentfremdung (Kaiser Joseph II. (Wien): „Die Kirche ist eine Abteilung der Polizei.“ So ähnlich sah das auch Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Summus episcopus der preußischen Kirchenunion), aber eben auch Priestertum, kein selbstreferenzielles theologisches Expertentum. Denn damit können die Leute oft weniger anfangen als mit Horoskopen zure Hochzeit oder Bleigießen an Sylvester. „Man“ will das Wort Gottes hören, das Evangelium, keine Theologeleien.
Mittwoch, 27. Dezember 2006 16:40
Benedikt: @ Athanasius
Offensichtlich auch noch in Rom, auch wenn die wahre roemische Liturgie unterdrueckt wird (und somit die Quatembertaege).

Also ich kenne keine Gruppierung, die am den Quatembersamstag Tonsur + 7 Weihen erteilt, wie es im 1962 Messbuch noch vorgesehen ist. Nicht mal die Piusler machen das. Das war ja auch schon vor dem Konzil nicht mehr „in Mode“.
Montag, 25. Dezember 2006 16:52
Athanasius: Traditionell
An den Quatembersamstagen ist es Tradition die Hl. Weihen zu erteilen. Offensichtlich auch noch in Rom, auch wenn die wahre roemische Liturgie unterdrueckt wird (und somit die Quatembertaege).

Auch Meisner wurde 1962 an einem Quatembersamstag zum Priester geweiht.
Sonntag, 24. Dezember 2006 16:01
möchtegern-kathole: die teilweise kuriosen bis …
kapriolischen Berechnungen hier ausser acht lassend:

Insgesamt macht der NOM den Eindruck des römischen Reichs im 4.Jahrhundert: groß, offiziell, gewaltig

Und die Alte Messe spielt jene Rolle, die sie damals auch gespielt hat: klein, ausgestossen, verlacht, abseits, marginal.
Sonntag, 24. Dezember 2006 11:55
Gunsenum: FULDA!!!
Sie haben es bnisher versäumt, die Diskussion aufFulda, die SJM, Lehmi und Algi und PAter Hoenisch zu lenken! HOlen sie dies nach!

Frohe und besinnliche Weihnachtstage
wünscht
mal ganz ohne ketzerische und böse Gedanken
Gunsenum
Sonntag, 24. Dezember 2006 11:52
Domenico Tuttisanti: Die Berechnungen von obelix
berücksichtigen nicht, daß in keiner Diözese auf einmal alle Pfarrämter neu zu besetzen wären. Im übrigen geht es um den wachsenden Anteil der traditionsverbunden Kleriker in der gesamten Priesterschaft der römisch-katholischen Kirche. Mit den kleinen Anfängen hat die Kirche so ihre Erfahrungen. Gilt doch auch hier das Wort des Herrn:

Er aber sprach: Wem gleicht das Reich Gottes, und womit soll ich’s vergleichen? Es gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und in seinen Garten säte; und es wuchs und wurde ein Baum, und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen. Und wiederum sprach er: Womit soll ich das Reich Gottes vergleichen? 21Es gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.“
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